Eine Nacht im Moka Efti: Eine Babylon Berlin Story PREVIEW

Eine Nacht im Moka Efti: Eine Babylon Berlin Story ist ein Adventure des deutschen Entwicklerstudios Paintbucket Games und von ARD Gaming. Letztere stellten uns einen Steam-Key für das am 10. September 2026 veröffentlichte Adventure zur Verfügung. Wie der Untertitel bereits klarstellt, basiert das Spiel auf der Krimi-Serie „Babylon Berlin,“ deren fünfte Staffel zeitgleich mit dem PC-Spiel erscheint. Nun habe ich jedoch weder Erfahrung mit der TV-Serie, noch mit den Romanen von Volker Kutscher, welche als Grundlage für die Serie dienen. Soll heißen, dass das Spiel bei mir auf eigenen Beinen stehen muss. Die Screenshots machen jedoch Neugierig und versprechen einen Klon des Überraschungshits „Disco Elysium.“ Wie mein Ersteindruck ausfiel, verrate ich euch im folgendem Preview.

Die etwas andere Psychotherapie-Sitzung

Wie auch die TV-Vorlage spielt auch Eine Nacht im Moka Efti: Eine Babylon Berlin Story in den frühen 1930er Jahren. Man übernimmt die Rolle der Journalistin Gabriele Miersch, welche den Berliner Nachtclub Moka Efti als Treffpunkt mit ihren Informanten nutzt. Dummerweise wurde einer ihrer Informanten brutal abgestochen und hauchte vor Gabrieles Augen sein Leben aus. Dieses traumatische Erlebnis hinterließ wohl starke Spuren in Gabrieles Psyche, jedenfalls findet sie sich zu Spielbeginn beim Psychologen Dr. Schmidt wieder, welcher unserer Protagonistin einer Hypnose-Sitzung unterzieht. Das Ziel liegt darin Gabrieles Erinnerungen zu ordnen, damit herausgefunden werden kann, wie es zum Mord kommen konnte, und was dahintersteckt.

Den Spieler erwartet also eine spannende Murder-Mystery-Story mit dem Twist, dass man vorangegangene Ereignisse bei einem zwielichtigen Psychologen rekonstruiert. Dieses Erzählschema wirkt anfangs wirr und konfus, ist dafür aber mal was anderes und kreatives.

Die Charaktere sind allesamt interessant und man möchte herausfinden, was hinter dem Mord steckt und wo die Therapiesitzung letztlich hinführt. Im übrigen hatte ich nicht wirklich das Gefühl, dass ich vier Staffeln einer TV-Serie angucken müsste, um in das Universum hineinfinden zu können. Inwiefern der Mehrwert für Babylon Berlin-Fans ausfällt, kann ich freilich nicht beurteilen.

Ein Erinnerungsfetzen nach dem Anderen

Was das Gameplay anbelangt ist Eine Nacht im Moka Efti: Eine Babylon Berlin Story vergleichsweise simpel gehalten. Im Gegensatz zum großen Vorbild gibt es keine RPG-Elemente, es ist ein reines Adventure. Und ein ziemlich lineares dazu. Dr. Schmidt leitet Gabriele (und den Spieler) behutsam von einem Erinnerungsfetzen zum nächsten. Später darf man auch zwischen verschiedenen Routen wählen, aber das Spiel fühlt sich dennoch sehr linear an. Richtige Erkundung wie in einem Disco Elysium sollte man nicht erwarten.

In den Maps gilt es dann Gabrieles Erinnerungen zu rekonstruieren, indem man mit Hotspots interagiert, Gegenstände einsammelt und mit NPCs quatscht. Letztere bringen auch mal ein wenig Choice & Consequences mit sich, deren Auswirkungen ich leider nicht beurteilen kann. In seltenen Fällen darf man auch mal ein Puzzle lösen, so muss man ein Silbertablett anhand eines Rätselgedichts mit den richtigen Drinks und Accessoires belegen, um somit ein verdecktes Erkennungszeichen zu geben.

Die Steuerung ist unkompliziert gehalten und erlaubt den Einsatz von Tastatur und Maus. Leider nutzt das Spiel ausschließlich Autosaves in einem einzigen Saveslot, den man opfern muss, wenn man noch mal von Vorne anfangen möchte. Vor allem bei einem Spiel mit Choice & Consequences ist so etwas eine sehr lästige Einschränkung. Obendrein halte ich es für unglücklich, dass einem das Spiel die Hotspotanzeige aufzwängt, statt eben diese optional zu halten, wie man es sonst vom Genre gewohnt ist. Das Spiel scheint sich also eher an Gelegenheitsspieler zu richten, statt an Adventure-Profis, welche an jeder Ecke komplizierte Inventarrätsel haben wollen. Dinge wie eine Inventarleiste gibt es hier erst gar nicht. Moka Efti gehört zu den Story-orientierten Adventures.

Grafik und Sound

Grafisch orientiert sich Eine Nacht im Moka Efti: Eine Babylon Berlin Story sehr stark am großen Vorbild „Disco Elysium.“ Die Spielwelt wird aus isometrischer Perspektive dargestellt und bietet liebevoll gestaltete Maps und ein hochwertiges Artwork für die Charakter-Mugshots. Auch die Zwischensequenzen werden gut in Szene gesetzt. Es ist eine Freude das Spiel zu betrachten, das Sprichwort „Künstlerisch Wertvoll“ ist im Falle von Moka Efti jedenfalls keine hohle Phrase. Einziger Wermutstropfen sind die Charaktermodelle, welche etwas grob und mit einem gewissen Cartoon-Flair gestaltet wurden.

Der Soundtrack passt zum Setting und bietet zeitgenössische Musik für den Namen-gebenden Nachtklub. Angesichts des Publishers ist es wenig überraschend, dass die deutsche Sprachausgabe absolut erstklassig ausfällt und mit zum Besten gehört, was das Genre zu bieten hat. In audiovisueller Hinsicht hat Moka Efti also sehr viel zu bieten und dürfte Adventure-Fans viel Freude bereiten.

Video zum Spiel

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