ELEX REVIEW
Nachdem die Piranha Bytes den dritten Teil ihrer Risen-Reihe veröffentlicht hatten, fragten sich die Fans des deutschen Kult-Entwicklers, was wohl als nächstes kommen würde. Risen 4, ein neues Gothic, oder vielleicht sogar eine ganz neue Serie? Bereits auf der Gamescom 2015 bekam man die Antwort auf diese Frage. Es würde eine neue Serie geben, welche obendrein das Fantasy-Mittelalter-Setting der vorherigen Spiele über Bord wirft. Stattdessen setzt Elex auf Postapokalypse und Science-Fiction, womit das Essener Entwicklerstudio wohl einen spürbaren Tapetenwechsel anstrebte. Freilich hat man damit Fans von Fantasy vor den Kopf gestoßen, wobei Elex jedoch auch diese Gruppe abdecken möchte. Unabhängig davon gleicht das Spielprinzip jedoch den vorherigen Piranha Bytes-Spielen.
Letztendlich wurde Elex am 17. Oktober 2017 für PC, PlayStatopm 4 und Xbox One veröffentlicht. Ich selbst habe mir die PS4-Verson zugelegt. Ob der alte Gameplay-Wein im neuen Sci-fi-Schlauch immer noch schmackhaft ist oder nicht, erfahrt ihr im folgendem Review.
Verrat kann gewaltig nach hinten losgehen!

160 Jahre vor Spielbeginn wurde der erdähnliche Planet Magalan von einem Meteoriten getroffen. Doch abgesehen von der kataklysmischen Zerstörung des Einschlags, brachte der Himmelskörper auch noch eine mysteriöse Substanz mit sich, welche in den Boden Magalans sickerte. Besagte Substanz nahm kristalline Form an und verbreitet eine unnatürliche Eiseskälte. Freilich dauerte es nicht lange, ehe die überlebenden Menschen auf die Substanz aufmerksam wurden, und begannen mit ihr zu experimentieren. Man erkannte, dass man das Zeug in flüssige Form umwandeln kann, und dass durch deren Konsum Mutationen erzeugt werden. Viele Konsumenten verwandelten sich in monströse Bestien, aber willensstarken Individuen gelang es die außerirdische Substanz zu ihrem Vorteil zu nutzen und durch deren Einfluss ihre Kampfkraft und Intelligenz zu steigern. Folglich wurde die Substanz Elex genannt. Dummerweise tötet das Elex auch die Emotionen des Konsumenten ab, wodurch sich der Nutzer in eine gefühlskalte Person wandelt, welche nur noch mit eiskalter Logik denkt.
Aufgrund dieser Gefahr, forschte man an alternativen Nutzungsmöglichkeiten des Elex. Obendrein bildeten sich mit der Zeit unterschiedliche Gruppierungen auf Magalan, welche ihre eigenen individuellen Ideale und Überlebensstrategien verfolgen, und somit immer wieder in kriegerische Auseinandersetzungen verfallen. Die in den westlichen Landabschnitten Edan und Abessa lebenden Berserker haben eine Methode entdeckt das Elex in sogenanntes Mana umzuwandeln. Mana fördert den Pflanzenwachstum und beschert dem Nutzer sogar magische Fähigkeiten. Mit dieser Macht wollen die Berserker Magalan in eine blühende Naturlandschaft verwandeln. Allerdings verfolgen sie eine strikte „Keine Technik“-Philosophie, auf deren zuwiderhandeln drakonische Strafen drohen.
Die religiösen Kleriker sind da das genaue Gegenteil. Sie leben in einer hochtechnologischen Festung in Ignadon, dem vulkanischen Einschlagsgebiet des Meteoriten. Sie huldigen ihrem Gott Calaan und lehnen den Elex-Konsum strikt ab. Das Zeug wird stattdessen zur Inbetriebnahme ihrer Roboter und Mechs genutzt. Die verrohten Outlaws wiederum sind einfach nur Banditen, welche sich in einer alten Militärbasis der Wüstenregion Tavar gruppieren. Sie panschen das Elex mit Drogen, um ihre Fähigkeiten temporär zu erhöhen. Die daraus entstehenden Stims haben zumindest keine negativen Auswirkungen auf die Emotionen. Zu Guter Letzt wären da noch die Alps, die sich mit ihrer futuristischen Technologie im nördlichen Schneegebiet Xacor verschanzen. Die Alps sind jene Menschen, welche sich völlig dem Elex-Konsum hingeben und somit ihre Emotionen bzw. Menschlichkeit einbüßen.
Aufgrund dessen gehen die Alps mit absoluter Brachialgewalt und ohne jegliches Mitleid gegen alle anderen Menschen vor. Für sie sind die sogenannten „Freien Menschen“ nur potentielle Elex-Quellen, die es zu schröpfen gilt. Und letzteres ist durchaus wörtlich gemeint. Die Alps haben mehrere Konverter-Einrichtungen auf Magalan errichtet, welche dazu dienen Menschen das Elex auszupressen und deren Überreste in willige Cyborg-Mutanten umzuwandeln. Wenn nicht bald etwas gegen die Alps unternommen wird, stehen die übrigen Fraktionen sowie alle anderen Freien Menschen vor dem Aus.
Ironischerweise schlagen die Alps eigenhändig ihren ersten Sargnagel in den Deckel, als sie ihren erfolgreichsten Commander verraten. Dieser ist Jax, welcher aufgrund seiner „Effizienz“ von den Freien Menschen nur als „Die Bestie von Xacor“ bezeichnet wird. Jax bekommt zu Spielbeginn den Auftrag eine Führungsperson der Berserker in Edan aufzuspüren und auszuschalten. Allerdings wird sein Gleiter überraschend abgeschossen. Zwar überlebt Jax den Absturz, jedoch wird seine Mission von den Alps als Gescheitert eingestuft. Und auf Scheitern steht die Todesstrafe.
Ein Exekutionstrupp unter der Führung von Jax Bruder Kallax leistet jedoch nur schlampige Arbeit. Jax überlebt wie durch ein Wunder die zugefügte Schusswunde sowie den darauffolgenden Sturz über eine Klippe. Die nächste Demütigung kommt in Form eines Outlaws, welcher Jax ausplündert und den Alp zum sterben zurücklässt. Es folgt das Koma. Als Jax wieder zu sich kommt, ist die Wirkung des Elex aus seinem Körper entwichen, was bedeutet, dass Jax, zumindest in körperlicher Hinsicht, nur noch ein regulärer Mensch ist. Somit muss sich unser Commander auch erstmals mit seiner Gefühlswelt auseinandersetzen. Es dauert nicht lange, ehe Jax die wahre Bedeutung von Dingen wie Hass und Rache begreift. Kallax muss für seinen Verrat sterben, der Outlaw muss für die Plünderung bestraft werden, und selbst die Intrigen der Alps bedürfen einer angemessenen Reaktion seinerseits. Damit hat sich Jax freilich einiges vorgenommen, zumal er in seinem gegenwärtigen Zustand wenig mehr als ein mittelloser Landstreicher ist.
Wie die Story rund um Jax‘ Rachefeldzug weitergeht, müsst ihr jetzt freilich selbst herausfinden. Auf jeden Fall haben die Piranha Bytes mit Elex ihre bislang beste Story geschrieben. Denn hier geht es nicht nur um Jax Rachefeldzug, sondern auch um das Mysterium der Elex-Substanz, die Intrigen der Alps und den politischen Verflechtungen der jeweiligen Fraktionen. Freilich wird das alles durch zahlreiche abwechslungsreiche Charaktere getragen, welche den gewohnt schroffen Ruhrpott-Charme mit sich bringen, welchen man vom Entwickler gewohnt ist.
Jetpack angeschnallt, Laserwumme in der einen Hand, Elextrank in der anderen Hand und los gehts!

Wie schon im letzten Spiel (Risen 3), stellt Piranha Bytes auch dieses mal wieder die vier Schwierigkeitsgrade Leicht, Normal, Schwer und Ultra zur Verfügung. Ich persönlich wählte „Schwer“ und bekam über weite Strecken der ersten Spielhälfte auch ordentlich auf die Fresse. Tatsächlich ist Elex das bis dato schwerste Spiel der Entwickler. Dies war eine bewusste Entscheidung, da die Macher den Wunsch verspürten dem Souls-like-Trend nachzueifern. Glücklicherweise spielt sich das Game jedoch nach wie vor wie ein Piranha Bytes-Spiel, und nicht wie ein Souls-like.
Wie gesagt haben die Essener ihr Gameplay-Rad nicht wirklich neu erfunden. Man bekommt ein Third-Person Action-Rollenspiel, bei dem die Erkundung groß belohnt wird, und die kluge Verteilung der Attributs- und Lernpunkte über den Erfolg entscheidet. Pro Level-Up bekommt man zehn Attributspunkte und einen Lernpunkt gutgeschrieben. Die Attribute umfassen Stärke, Konstitution, Geschicklichkeit, Intelligenz und Gerissenheit. Jedoch haben sie keinen direkten Einfluss auf Jax‘ Performance. Die Attributswerte legen lediglich fest, welche Ausrüstung (Waffen und Rüstungsteile) man anlegen darf, sowie welche Fähigkeiten man erlernen darf. Es reicht also nicht aus einfach nur eine mächtige neue Waffe zu finden, man benötigt auch noch die entsprechenden Attributswerte, damit man das Ding auch nutzen darf.
Selbiges gilt auch für die zahlreichen Fähigkeiten. Diese sind in sieben Kategorien untergliedert, und jede Kategorie umfasst zwischen 10 und 16 verschiedene Fähigkeiten, von denen manche sogar noch höhere Stufen umfassen. Die allgemeinen Kategorien Kampf, Überleben, Handwerk und Persönlichkeit stehen grundsätzlich zur Verfügung. Für die Fraktions-Kategorien Berserker, Outlaw und Kleriker, muss man sich jedoch besagter Fraktion anschließen. Man darf jedoch nur einer Fraktion beitreten, die Wahl sollte also wohl überlegt sein. Jede Fraktion bringt dann ihre eigene individuelle Questreihe. Die Bewältigung der Fraktionsquests gewährt schlussendlich Zugriff auf die stärksten Rüstungen besagter Fraktion.
Wie gesagt wird Jax‘ Stärke durch seine Ausrüstung und Fähigkeiten bestimmt. Abgesehen von ein paar zusätzlichen Lebenspunkten bringt ein Level-Up an sich nichts ein. Erschwerend kommt hinzu, dass man Fähigkeiten nur von entsprechenden Lehrmeistern erlernen kann, welche sich das Wissen teuer bezahlen lassen und pro Fähigkeits(stufe) auch einen Lernpunkt fordern. Dementsprechend ist die Geldwährung in Form von Elexit auch wesentlich wertvoller als in anderen Action-Rollenspielen.
Nun haben die Entwickler aber noch eine weitere fiese Mechanik eingebaut, um den Schwierigkeitsgrad anzuheben. Ab einem bestimmten Punktewert steigen nämlich die Kosten zum hochstufen eines Attributs. Bis 31 Punkte kostet das nur einen Attributspunkt. Bis 61 Punkte verdoppelt sich der Preis auf zwei Attributspunkte. Und alles ab 62 kostet satte fünf(!) Attribuspunkte. Es versteht sich von selbst, dass die wirklich effektiven Waffen hohe Attributswerte fordern, die auch gerne mal in den 80-Punkte-Bereich oder höher hineinfallen. Nachdem ich realisierte, dass dies durch reguläre Level-Ups nicht zu schaffen ist, zumal die Erfahrungspunkte-Kosten für einen Stufenaufstieg nicht von Pappe sind, bekam ich einen derben Motivationseinbruch und spielte ernsthaft mit dem Gedanken Elex abzubrechen. Allerdings habe ich schlussendlich herausgefunden, dass das Elex nicht nur ein reines Storyelement ist, sondern auch einen Einfluss aufs Gameplay hat.
Es gibt drei Varianten von Elex-Tränken. Kleine bringen 100 Erfahrungspunkte und sind somit ziemlich wertlos. Der Konsum von mittleren Elextränken schreibt jedoch jeweils zwei Attributspunkte gut. Und große Elextränke bringen einen Lernpunkt ein. Mit dieser Entdeckung konnte ich das Ruder endlich herumreißen und Jax angemessen aufpowern.
Allerdings sind die Elextränke mit Vorsicht zu genießen, denn jeder Trank bringt auch einen Kältepunkt ein. Bereits Risen 3 hat ein Gesinnungssystem eingeführt, welches dort jedoch noch arg rudimentär behandelt wurde. In Elex gestaltet es sich hingegen wesentlich interessanter. Jax hat eine Emotionsskala welche von Emotional über Neutral bis zu Kaltherzig pendelt. Je nachdem in welcher Kategorie sich Jax befindet, eröffnen sich ihm andere Dialogoptionen und somit variierende Storyentwicklungen. Das ganze gipfelt dann in drei verschiedenen Enden. Wie gesagt verschiebt der Konsum von Elextränken die Skala Richtung Kaltherzig. Man kann jedoch auch dagegen steuern, indem man in Gesprächsoptionen mit NPCs emotionale Antwortoptionen gibt. Man merkt, dass sich die Piranha Bytes Gedanken um ihre Systeme gemacht haben.
Auch beim Nahkampfsystem hat man sich etwas verbessert. Jax schlägt zwar ebenfalls etwas behäbig zu, aber die absurd-zeitraubenden Pirouetten eines Risen 3 sind nun endlich Geschichte. Elex setzt hingegen auf Angriffs-Komboketten, welche an einen Ausdauerbalken gekoppelt sind. Je mehr Ausdauer man hat, desto länger kann man den Gegner mit Ketten von leichten und schweren Angriffen beharken und somit im Stunlock halten. Ist die Ausdauer verbraucht, sollte man sich freilich zurückziehen, damit sich der Ausdauerbalken wieder regenerieren kann. Dies geschieht zwar sehr schnell, jedoch sind die Gegner in Elex auch sehr aggressiv und mit schnellen Stoßangriffen ausgestattet. Und natürlich sind sie auch häufig in Überzahl, was dazu führt, dass die Übersicht im Kampf häufig flöten geht. Der Schwierigkeitsgrad ist also gesalzen. Zumindest gibt es aber auch Paraden und Ausweichrollen, um den Tod von der Schippe zu springen. Sollte das nicht ausreichen kann man sich auch im Fernkampf versuchen. Dank des Sci-fi-Settings stehen nicht nur Pfeil und Bogen, sondern auch Laserwummen, Flammenwerfer, Shotguns, Granaten usw. zur Verfügung. Ein relativ nützliches Semi-Autoaim-System hilft übrigens beim zielen. Beachtet jedoch, dass die Munition auf Dauer sehr teuer ist, und es überraschend viele Gegnertypen gibt, die ihrerseits über Fernkampf-Attacken verfügen. Daher ist auch der Fernkampf alles andere als ungefährlich.
Selbstverständlich gibt es auch hier wieder das aus Risen 2 und 3 bekannte Begleiter-System. Man darf einen einzelnen Gefährten mitnehmen, der sich im Kampf beteiligt und dabei helfen kann die übermächtigen Gegner in den Griff zu bekommen. Seit Risen wurde die Effektivität der Begleiter jedoch spürbar abgeschwächt. Sie halten nun weniger aus, richten weniger Schaden an und leiden obendrein unter einer oftmals dummen K.I. Nützlich sind sie aber immer noch. Außerdem gibt es eine Auswahl von sieben abwechslungsreichen Begleitern, welche auch alle ihre eigene, überraschend gut geschriebene Charakterquest mitbringen. Die beiden weiblichen Begleiter stehen sogar für eine Romanze zur Verfügung.
Der Erkundungsaspekt war schon immer eine große Stärke der Entwickler. Für Elex haben sie sich diesbezüglich sogar noch was neues einfallen lassen. Man bekommt nämlich bereits im Tutorial-Abschnitt ein Jetpack, mit dem man bis zu einem gewissen Grad fliegen kann. Hiermit ist es kein Problem mehr Hausdächer, Berge und Strommasten zu erkunden, welche andernfalls außerhalb der Reichweite des Spielers wären. Die Handhabung des Jetpacks wirkt zunächst schwammig, da hier wohl ein realistisches Feeling angepeilt wurde. Aber wie so oft gewöhnt man sich mit der Zeit daran.
Natürlich gibt es auch Grenzen bei der Erkundung. Unsichtbare Wände konnte man sich glücklicherweise verkneifen. Stattdessen werden die Grenzen der Spielwelt durch radioaktive Strahlung oder extreme Kälte und Hitze geschaffen, welche die Lebensenergie von Jax innerhalb von Sekunden dezimieren. Eine ziemlich clevere Methode den Entdeckungsdrang des Spielers einzuschränken, ohne diesen vor den Kopf zu stoßen. Lediglich wer aufs Meer herausschwimmt, wird von einer Schwarzblende zurückteleportiert. Und auch ohne Jetpack-Mechanik gibt es hier sehr viel zu entdecken. Zahlreiche Gegenstände die nicht nur dem Verkauf oder Eigenbedarf dienen, sondern auch als Craftingmaterialien dienen. Eine vernünftige Menge an NPCs, welche auch oftmals Quests springen lassen und jede Menge Lost Places-Gebäude, in denen kleinere Notizzettel und Umgebungsdetails optionale Geschichten über den Untergang der alten Welt berichten. Die Spielwelt von Elex ist dabei sehr groß geraten und kann bei gründlichem Spiel locker über 80 Stunden Spielzeit einbringen.
Grafik und Sound

Auch für Elex setzen die Piranha Bytes nach wie vor auf ihre Genome-Engine, welche seit Gothic 3 im Einsatz ist. Die Engine wurde seitdem jedoch stetig aufgehübscht, was man Elex auch deutlich ansieht. Das Spiel setzt auf einen fotorealistischen Stil, welcher auch wirklich gut umgesetzt wurde. Die handgearbeiteten Landschaften sind gewohnt schön gestaltet, und die Charakter- und Monstermodelle sind ebenfalls gut gelungen und für Piranha Bytes-Verhältnisse relativ ordentlich animiert. Obendrein bieten die Landschaften ein erfreulich hohes Maß an Abwechslung. In vier verschiedenen Biomen voller Lost Places darf man sich austoben. Und auch die Siedlungen der unterschiedlichen Fraktionen weisen ihren individuellen Stil auf. Es macht sehr viel Spaß die Landschaften zu erkunden und zu begutachten.
Der Haken kommt jedoch in Form der oftmals schwachbrüstig inszenierten Ingame-Cutscenes. Der Übergang in eine Cutscene geschieht hier bemerkenswert abrupt, und die Präsentation der Cutscenes gestaltet sich in der Regel als eher holprig und amateurhaft. Man merkt, dass die Entwickler in diesem Bereich an ihre Grenzen und Möglichkeiten gestoßen sind. Die Ingame-Cutscenes gehören leider zu den größten Schwachpunkten von Elex.
Ein weiterer Schwachpunkt kommt in Form der wackligen Technik. Sobald man Elex mehrere Stunden am Stück gespielt hat, kommt es verstärkt zu technischen Macken. Man kann den Cursor auf der Weltkarte nicht mehr vernünftig bewegen. Der Grafikaufbau nach einer Teleportation geschieht nur noch langsam und im Endstadium zerfällt die Stabilität der Welt und Jax fällt durch den virtuellen Boden ins Datennirvana. Freilich kann man diese Fehler beheben, indem man das Programm schließt und neu startet. Trotzdem erwarte ich mir an diesem Punkt mehr Stabilität, denn gerade umfangreiche Rollenspiele wie Elex werden nun mal gerne über mehrere Stunden am Stück im Urlaub gezockt. Des Weiteren sind mir an zwei Orten des Spiels verbuggte Texturen aufgefallen. Dort wird statt der Bodentextur nur schwarzes Nirvana dargestellt. Einige Bluescreen-Crashs sind mir ebenfalls untergekommen.
Der Soundtrack stammt dieses mal direkt von Björn Pankratz, einem der Piranha Bytes-Game Designer. Ist natürlich verdammt cool und bemerkenswert, wenn es ein Game Designer einer Double A-Produktion auch noch hinbekommt den OST zu stemmen. Und tatsächlich ist der OST auch recht gut gelungen. Er gehört zwar eher zu jener Sorte, welche dazu dienen das Spielgeschehen zu unterstützen, statt Ohrwürmer ins Hirn zu pflanzen, aber dass muss ja nichts schlechtes sein. Bemerkenswert ist auch, dass man für die Spielwelt sogar einen Radiosender mit eigenen Songs bereitstellt. Leider gibt es im Spiel nur stationäre Radios. Ein tragbares Radio á la Fallout 3 wäre echt cool gewesen. Schade das man nicht daran gedacht hat.
Die Sprachausgabe entspricht dem, was man vom Entwickler gewohnt ist. Wer die vorherigen Spiele von Piranha Bytes gezockt hat, dürfte die meisten Stimmen wiedererkennen. Obendrein passen die Stimmen auch gut zu den Charakteren, welche sie verkörpern. Soweit ich mich erinnern kann, kamen von Jax hier und da auch mal unpassende Betonungen, aber unterm Strich bekommt man wieder die gewohnt charmante Piranha Bytes-Synchro geboten.
Pro & Kontra
- hübsche Grafik im fotorealistischen Stil und handgemachten Landschaften
- großer Umfang in vier verschiedenen Biomen, in denen es viel zu entdecken gibt
- hoher Wiederspielwert (4 Schwierigkeitsgrade, 3 Fraktionen und Gesinnungssystem)
- der typischen Piranha Bytes-Ruhrpott-Charme und -Humor
- überraschend gute Story
- das Jetpack ist ein cooles neues Spielelement
- schlecht präsentierte Ingame-Cutscenes
- technische Schwächen (z.B. Bluescreen-Crashs, verbuggte Texturen und wacklige Stabilität nach mehreren Spielstunden)
- Eurojank (z.B. Probleme bei der K.I., bei Kollisionsabfragen oder bei der Übersicht im Kampf)
- die Anfangsphasen des Spiels sind selbst für PB-Verhältnisse sehr hart, und ohne Elex-Konsum wird man es sehr schwer haben voranzukommen
Das könnte dir auch gefallen




























Schreibe einen Kommentar