Ys VIII: Lacrimosa of Dana REVIEW
Nach der Veröffentlichung von „Ys: Memories of Celceta“ mussten sich Fans der kultigen Action-RPG-Saga rund um den rothaarigen Super-Abenteurer Adol Christin fast vier Jahre gedulden, ehe der japanische Entwickler Nihon Falcom das nächste Ys-Spiel herausbrachte. Letztendlich bekam Ys VIII: Lacrimosa of Dana seine Erstveröffentlichung am 21.07.2016 für die PS Vita. In den kommenden Jahren gab es freilich auch Portierungen für die PlayStation 4, den PC, die Switch, PlayStation 5 und sogar obskure Plattformen wie Amazon Luna und Stadia.
Obwohl das Spiel als achter Teil der Reihe vermarktet wird, handelt es sich um ein Interquel, welches chronologisch zwischen dem fünften und sechsten Teil angesiedelt ist. Da die Story-Zusammenhänge der Ys-Spiele jedoch relativ oberflächlich sind, ist dieser Umstand kein wirkliches Hindernis. Tatsächlich konnte Ys VIII jede Menge neue Fans für die Serie gewinnen, die zuvor noch nie ein Ys-Spiel gezockt hatten. Dies mag wohl auch der Grund dafür sein, warum Lacrimosa of Dana als bester Teil der Serie angesehen wird. Ob der Action-Rolli im Anime-Look jedoch wirklich soo gut ist oder nicht, erfahrt ihr im folgendem Review.
Gestrandet auf der mysteriösen Dinosaurier-Insel

Nach ihrem Abenteuer in der Xandria-Region streben Adol Christin und Dogi die Rückkehr zu ihrem Heimkontinent Eresia an. Clever wie die beiden Recken sind, haben sie dafür als Matrosen auf dem luxuriösem Passagierschiff Lombardia angeheuert. Der Schiffskapitän Barbaros ist obendrein ein richtig toller Kerl, welcher Adols Abenteuerer-Seele erkennt und diesem daher über die Insel von Seiren informiert. Jedes Schiff welches dieser Insel zu Nahe kommt wird versenkt. Und es ist noch keinem Schiffbrüchigen gelungen von dieser verfluchten Insel zu entkommen. Barbaros erklärt Adol, dass die Lombardia recht bald im gebührenden Abstand an Seiren vorbei segeln wird, und Adol diese Gelegenheit gerne nutzen darf, einen Blick auf das mysteriöse Eiland zu werfen.
Dummerweise ist der Abstand der Lombardia zu Seiren dann doch nicht groß genug. Plötzlich schießen gigantische Tentakel aus dem Meer und nehmen die Lombardia auseinander. Als Adol über Bord geht und das Bewusstsein verliert, erwacht er später alleine an einem Strand der Seiren-Insel. Glücklicherweise bleibt Adol nicht lange allein, denn es gibt noch weitere Überlebende unter den Passagieren und Matrosen der Lombardia. Es werden zwei Gruppen gebildet. Die erste Gruppe unter der Führung von Barbaros und Dogi errichtet ein provisorisches Lager, welches Castaway Village genannt wird, und den Überlebenden des Schiffsbruchs als Heimbasis dienen soll. Die zweite Gruppe dient hingegen als Erkundungs- und Rettungstrupp, welcher einerseits die Insel auskundschaften und kartographieren, und andererseits Ausschau nach weiteren Überlebenden halten soll. Es versteht sich von selbst, dass Adol den Erkundungstrupp anführt.
Doch ganz so simpel ist die Sache freilich nicht. Seit seiner Ankunft auf Seiren träumt Adol von der hübschen Dana Iclucia. Diese lebt in einem utopischen Königreich namens Eternia und wurde dazu auserwählt als „Maiden of the Great Tree“ zu dienen. Hierbei handelt es sich um die höchste religiöse Position in Eternia, denn dieses Königreich verehrt einen gigantischen exotischen Baum als Gottheit. Diese Verehrung ist dabei keineswegs aus der Luft gegriffen, da der Baum magische Energie absondert. Letztere wird von den Einwohnern Eternias angezapft und für praktische Zwecke wie Heilungszauber genutzt.
Es scheint, dass Adol und Dana irgendwie miteinander verbunden sind. Während Adol wichtige Lebensabschnitte von Dana erträumt, hat Dana Visionen von Adols Abenteurern auf der Seiren-Insel. Und besagte Abenteuer werden mit der Zeit immer gefährlicher, da die Insel als Heimat für Dinosaurier bzw. Primordials dient. Das ist insbesondere deshalb bemerkenswert, da die Primordials ja eigentlich als ausgestorben gelten und auf dem Rest der Welt nur noch Fossilien von deren Existenz zeugen. Wie kann es also sein, dass diese Riesenechsen auf der Seiren-Insel überlebt haben? Und warum sind die Primordials und sonstigen Viecher der Insel derart aggressiv, dass sie systematische Attacken gegen Castaway Village starten? Adol und sein Team werden diesen Fragen schnellstmöglich auf den Grund gehen müssen, wenn sie überleben wollen. Vielleicht steht ja sogar mehr auf dem Spiel als gedacht?
Und ja, letzterer Satz ist eine Anspielung auf die immer weiter eskalierenden Story-Konstrukte der Ys-Reihe. Ich habe ja schon in meinen Tests zu „Ys Seven“ und „Ys: Memories of Celceta“ die aufgeblähte Proportion der jeweiligen Bedrohung angesprochen, aber mit Ys VIII: Lacrimosa of Dana legt Falcom tatsächlich noch mal zwei, drei Schippen drauf und eskaliert fröhlich weiter. Da vermisst man die alten Teile, wo das ganze doch etwas bodenständiger gehandhabt wurde. Unabhängig davon ist die Handlung jedoch recht gefällig. Wie von Falcom gewohnt bekommt man zahlreiche sympathische Charaktere mit hohem Eyecandy-Faktor geboten. Die Handlung wiederum bietet überraschende Wendungen, welche das Spiel bis zum Ende spannend halten.
Tipp: Nehmt euch die Zeit und spielt gründlich, dann bekommt ihr auch ein umfangreicheres und zufriedenstellendes Ende geboten. Ys VIII führt nämlich variable Enden ein. Insgesamt gibt es drei Ending-Varianten.
Zum dritten mal mit Gruppe unterwegs

Wie von Falcom gewohnt, bietet auch Ys VIII: Lacrimosa of Dana die Auswahl aus mehreren Schwierigkeitsgraden. Dieses mal stehen folgende fünf zur Auswahl: Easy, Normal, Hard, Nightmare und Inferno. Ich selbst entschied mich für „Hard,“ da ich ja auch schon in den letzten beiden Ys-Spielen ganz gut mit „Hard“ zurechtkam.
Genau wie in „Memories of Celceta“ gibt es hier keine Begrenzungen bei den Heilgegenständen, wie man sie von den älteren Teilen gewohnt ist. Daher ist es möglich sich einen Vorrat an Heilgegenständen zusammenzuhäufen, um härtere Situationen sowie Bosskämpfe zu brechen. Falcom versuchte hier etwas entgegenzusteuern, indem dieses mal die Glasflaschen für die effektiven Heiltränke ein seltenes Gut sind und nach Gebrauch beim Arzt aufgefüllt werden müssen (auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad sollen die Flaschen sogar zerbrechen). Allerdings gibt es halt auch heilende Nahrungsmittel in Form von Früchten, welche als Alternative für die Tränke dienen. Von daher wird das neue Glasflaschen-System ad absurdum geführt, was ich ehrlich gesagt schade finde.
Der allgemeine Schwierigkeitsgrad lässt sich jedoch nur schwer messen, da die fünf Grade einen großen Einfluss aufs Spiel nehmen. Hier ändert sich nicht nur der ausgeteilte und erhaltene Schaden, sondern auch der Output an Erfahrungspunkten, die Dauer des Stun-Effekts und weiteres. Glücklicherweise darf man die unteren vier Grade auch in einem laufenden Spiel frei umschalten. Nur bei Inferno muss man sich festlegen. Anders als in den Vorgängern wurde die Anzahl der Bosse spürbar nach oben geschraubt. Dementsprechend schwankt auch deren Qualität. Einige sind etwas langweilig, andere bieten hingegen epische Kämpfe, die einem Ys-Spiel zur Ehre gereichen.
Lacrimosa of Dana übernimmt das Konzept der Gruppenmitglieder aus Ys Seven und Ys: Memories of Celceta. Insgesamt wächst das Team auf sechs spielbare Charaktere an, von denen man drei in der aktiven Kampfgruppe haben darf. Über das Menü darf man die Charaktere aber jederzeit auswechseln. Einschränkungen gibt es hier nicht. Selbst bewusstlose Charakter darf man fröhlich ein- und auswechseln. Die Steuerung funktioniert hier übrigens genauso bequem und unkompliziert wie in den letzten beiden Serienablegern.
Jeder Charakter bringt seine eigenen Skills mit sich. Hierbei handelt es sich um die Spezialangriffe des jeweiligen Charakters, die man lostreten darf, sofern man über genügend SP verfügt. SP-Energie sammelt sich an, indem man dem Gegner im Kampf Schaden zufügt. Je effektiver der Angriff, desto mehr SP kassiert man. Es gibt auch SP-Blumen in der Spielumgebung zum Auffüllen dieser Energie. Das zerstückeln von Monsterleichen für mehr SP und Gegenstände wurde jedoch abgeschafft – war wohl zu Hardcore für den angepeilten Massenmarkt. Gelingt es einen Gegner mit einem Skill zu töten, bekommt man übrigens die Hälfte der verbrauchten SP-Punkte zurückerstattet.
Neue Skills erlernt man beiläufig, indem man im Verlauf des Spiels neue, stärkere Gegnertypen beseitigt, entsprechende Schriftrollen findet und liest, oder einen bestimmten Charakter in optionalen Bosskämpfen bezwingt. Jeder Charakter verfügt über insgesamt 12 verschiedene Skill-Techniken. Man kann jeden Skill bis auf Stufe 3 hochleveln, um dessen Leistung zu steigern. Man levelt sie auf, indem man sie immer wieder einsetzt. Insgesamt darf man vier Skills pro Charakter ausrüsten. Neben den regulären Skills, hat jeder Charakter auch einen Extra-Skill. Hierbei handelt es sich um einen besonders verheerenden Superangriff. Die Energie, welche für den Einsatz der Extra-Skills benötigt wird, kann durch den Einsatz der regulären Skills erzeugt werden, oder baut sich mit der Zeit ganz langsam von selber auf.
Der wichtigste Unterschied bei den Charakteren sind jedoch nicht die Skills, sondern die Schadensgattung ihrer Angriffe. Es gibt die drei Schadensgattungen Slash, Strike und Pierce. Slash wirkt gegen „reguläre“ Gegner, Strike gegen gepanzerte Gegner und Pierce hilft gegen fliegende Viecher. Es ist sehr wichtig die richtige Schadensgattung gegen den jeweiligen Gegner einzusetzen, da man mit der falschen Gattung i.d.R. nur Fitzelschaden anrichtet. Glücklicherweise lassen sich die drei aktiven Mitglieder völlig unkompliziert via Tastendruck durchschalten, so dass die hohe Geschwindigkeit der Kämpfe durch dieses System nicht beeinträchtigt wird. Man muss halt nur darauf achten alle drei Gattungen abzudecken. Man bekommt jedoch einen Stärkeboost, wenn man eine unausgewogene Gruppe nutzt. Eine ausgewogene Gruppe mit allen drei Schadensgattungen steigert dafür die Rate seltener Gegenstände getöteter Gegner.
Ein erfolgreicher Kampf in Ys VIII: Lacrimosa of Dana besteht aber nicht nur aus einer effektiven Offensive, sondern auch aus einer kompetenten Defensive. Wie schon im letzten Serienableger gibt es auch hier eine Ausweichrolle, mit deren Hilfe man vielen Angriffen entgehen kann, ohne das der Kampf hierdurch an Geschwindigkeit und Dynamik verliert. Bei richtigem Timing bekommt man bei der Ausweichrolle auch den „Flash-Move.“ Das ist eine Art Bullet-Time, welche es einem erlaubt sich gefahrlos zurückzuziehen oder neu zu positionieren. Abseits der Ausweichrolle gibt es auch ein Blockmanöver. Letzteres aktiviert bei korrektem Timing den „Flash-Guard.“ Während des aktivierten Flash-Guards wird man unverwundbar und richtet kritischen Schaden an. Dieses Verteidigungsmanöver kann also verdammt effektiv sein, wenn man es denn vernünftig beherrscht. Das ist jedoch leichter gesagt als getan.
Der große Unterschied von Ys VIII zu seinen beiden Vorgängern ist die Rückkehr des Sprungs. Dieser wird freilich nicht nur für die Erkundung genutzt, sondern kommt auch im Kampf zum Einsatz. Wer „Ys VI: The Ark of Napishtim“ gespielt hat, erinnert sich noch an den Sprungangriff und den Downward-Thrust. Diese wurden für Ys VIII zurückgebracht, auch wenn sie in 3D nicht ganz so gut funktionieren wollen wie in der isometrischen Top-Down-Persepktive eines Ys VI. Trotzdem wirken die Kämpfe nun wieder spürbar dynamischer.
Überlebenskampf der Schiffbrüchigen

Ausgehend von Castaway Village, welches als Hub-Siedlung dient erkunden Adol und Co. also systematisch die Insel von Seiren. Diese setzt sich aus mehreren Bereichen zusammen, bei denen Adol und Co. gerne mal Rastplätze aufschlagen. Obendrein gibt es immer wieder mannsgroße Kristalle, welche eine Doppelfunktion als Heilquelle und Teleportationspunkt intus haben. Somit verfügt man direkt zu Beginn über eine bequeme Schnellreisefunktion. Speichern darf man fast überall wo man will, und hat hierfür auch zahlreiche Saveslots. Während man die Insel erkundet wird eine Automap ausgefüllt. Wie schon bei „Memories of Celceta“ bekommt man hier eine Kartografie-Sidequest, welche sich durch das gesamte Spiel zieht. Hat man jeweils 10 % Inselfläche aufgedeckt, kann man bei Barbaros eine Belohnung einstreichen.
Darüber hinaus gibt es in Castaway Village eine Anschlagtafel, auf derer die Überlebenden diverse Sidequests anbieten. Deren Bewältigung wirft freilich ebenfalls Belohnungen in Form von Gegenständen und Reputation ab. Diese Quests umfassen die Beseitigung spezieller Gegner, das sammeln seltener Items oder auch mal speziellere Aufträge wie die Hilfe beim Bootsbau, welcher als Multiple-Choice-Dialog abgewickelt wird. Ehrensache, dass die NPCs der Siedlung für Schwätzchen parat stehen und im Verlauf der Story immer wieder mal was neues zu erzählen haben. Freilich sollte man die Anschlagtafel im späteren Verlauf stets auf neue Aufträge überprüfen. Denn je mehr man erledigt, desto mehr Reputationspunkte kassiert Adol und steigert obendrein seine Beliebtheit bei dem jeweiligen NPC. Eine höhere Reputation steigert die Chance auf ein besseres Ende, und eine höhere Beliebtheit steigert den NPC-Buff bei den „Raid“ und „Hunt“-Events.
Im Verlauf des Spiels wird Castaway Village immer wieder von den Mistviechern der Seiren-Insel angegriffen. Besagte Angriffe werden Raids genannt und müssen in Form von 3-9 Angriffswellen abgewehrt werden. Gelingt es den Angreifern die Palisade zum Dorf zu durchbrechen, hat man verloren. Um seine Siegchancen zu steigern, kann man bei Dogi den Aufbau von Fallen, Blockaden und einer Stärkung der Palisade in Auftrag geben. Hierfür muss man diesem lediglich die erforderlichen Materialien bringen. Im eigentlichen Kampf bekommt man Unterstützung der NPCs, welche sich in Buffs, Heilungen oder einem verheerenden Angriff äußern. Je höher die Beliebtheit beim entsprechenden NPC, desto effektiver die Unterstützung.
Beim Hunt-Event wird der Spieß umgedreht, und die Überlebenden greifen ein Monster-verseuchtes Gebiet an. Hier soll man Fackel-Standorte aufbauen, um die Monsternester zu schwächen und diese schlussendlich zu zerstören. Dies bremst den stetigen Zustrom an Monstern aus. Mit der Zeit zeigt sich ein Bossgegner, den man bezwingen muss, um das Hunt-Event zu gewinnen. Siege werden freilich mit nützlichen Gegenständen belohnt. Einige Raids und Hunts sind auch fester Bestandteil der Story. Die meisten sind jedoch optional. Leider tauchen viele Raids gerade dann auf, wenn man gerade mitten dabei ist die Insel oder einen Dungeon zu erkunden. Das hätte man weniger aufdringlich handhaben können.
Der Aufbau der Seiren-Insel mag im Kern linear sein. Jedoch sind die Gebiete relativ geräumig und warten obendrein mit optionalen Gebieten und Metroidvania-Elementen auf. Somit bleibt die Erkundung durchweg motivierend. Viele Überlebende schließen sich nämlich nicht automatisch an, sondern müssen eigenständig vom Spieler gefunden werden. Optionale Gebiete sind oftmals durch Geröll blockiert, welches man erst entfernen kann, wenn man genügend Überlebende rekrutiert hat. Andere Gebiete lassen sich nur mit dem richtigen Werkzeug erschließen. So findet man z.B. eine Feder für einen Doppelsprung, Handschuhe, mit denen man an Ranken klettern kann oder einen magischen Anhänger, der das Atmen unter Wasser ermöglicht.
Glücklicherweise werden auf der Inselkarte alle relevanten Punkte markiert. Obendrein wird bei jeder Region festgehalten wie viele Schatztruhen und Lootplätze man bereits gefunden hat. Es ist also nicht schwer den Überblick zu behalten, sofern man gründlich erkunden möchte.
Interessant ist, dass nicht das gesamte Spiel auf Seiren stattfindet, sondern das es auch vereinzelte Eternia-Abschnitte gibt, in denen man die Kontrolle über Dana übernimmt. Diese kann gute Taten in Form von kleineren Sidequests vollbringen, welche einerseits positive Auswirkungen für Adols Gruppe haben und andererseits die Ebenen eines optionalen Dungeons für Dana freischalten. Dana bekommt zwar keine Gruppenmitglieder, kann jedoch im fortlaufenden Spielverlauf per Knopfdruck ihre Elementarklasse wechseln, um sich den variierenden Gegnertypen und diversen Rätselmechanismen des Dungeons zu stellen.
Ein weiteres neues Feature für die Ys-Serie ist das Angeln-Minigame. Hat man einen Wurmköder, kann man an entsprechenden Wasserflächen die Angel auswerfen, um Fische und Loot an Land zu ziehen. Das entsprechende Minigame ist dabei simpel und spaßig zu handhaben.
Weiterhin erwähnenswert ist, dass es in Ys VIII: Lacrimosa of Dana kein Geld gibt. Stattdessen fordern die Händler von Castaway Village diverse Gegenstände, die man von getöteten Monstern oder aus spezifischen Material-Quellen erhält. Letztere regenerieren sich mit der Zeit, und können dann wiederholt abgeerntet werden. Getötete Monster respawnen ebenfalls, sobald man das Gebiet verlässt und erneut betritt, oder eine bestimmte Zeit in der jeweiligen Map verstrichen ist. Im Grunde genommen funktioniert dieses Tauschsystem wie die Crafting-Systeme der letzten beiden Spiele. Die Möglichkeit bestimmte Eigenschaften von Waffen und Rüstungen zu frisieren wurde jedoch wieder abgeschafft. Tatsächlich bekommt jeder Charakter nur eine Waffe, welche man bei der Schmiedin halt immer weiter aufpowern kann, sofern es der Storyfortschritt und die Materialien erlauben. Bezüglich Rüstungen, Armschutz und Zubehörteilen bekommt man aber wieder ein breites Sortiment geboten.
Die Spieldauer von Ys VIII: Lacrimosa of Dana kann sehr hoch ausfallen. Ich habe in meinem ausgiebigen Spieldurchlauf jedenfalls locker über 80 Stunden mit dem Titel verbracht.
Hat man das Spiel gewonnen bekommt man als Belohnung zusätzliche Modi in Form von Game+, Boss Rush und Boss Time Trial freigeschaltet. Galerien für Artworks und Zwischensequenzen gibt es ebenso.
Grafik und Sound

Nachdem die letzten beiden Serienableger grafisch nicht so recht überzeugen konnten, gelingt es Falcom mit Ys VIII: Lacrimosa of Dana endlich eine vernünftige Grafik-Qualität abzuliefern. Sicherlich sollte man keine Tripple A-Qualität erwarten, zumal es sich ja im Kern um ein PS Vita-Spiel handelt, aber es sieht halt nicht mehr aus wie billige Grabbelkisten-Ware, so wie die letzten beiden Ys-Games. Für die angepeilte Anime-Ästhetik sieht die 3D-Grafik jedenfalls hübsch genug aus. Da stört es auch nicht, wenn mal die ein oder andere Textur bei genauerer Betrachtung etwas schwächelt. Die Charaktermodelle und deren Kampfmoves sind dafür gut animiert und bereichern die Kampf-Action. Und es ist Ehrensache, dass das Artdesign überaus gefällig ist. Eben so, wie man es von Falcom gewohnt ist.
Ein Problem ist jedoch das Inselsetting, welches auf Dauer an Abwechslung vermissen lässt. Adol und Co. erkunden dieses mal in erster Linie Strände, Dschungel, Höhlen und natürlich Ruinen. In Anbetracht der schieren Länge des Spiels, kann einem das Inselsetting gegen Ende hin jedenfalls ordentlich zum Hals heraushängen.
Wie von der Serie gewohnt präsentiert sich der Soundtrack als rockig und schwungvoll. Das actionreiche Spielgeschehen wird wunderbar unterstützt. Allerdings kommt der Soundtrack nicht an die OSTs der alten Ys-Teile heran. Die Soundeffekte sind ebenfalls gelungen und tragen ihren Teil zur Action bei. Wirklich erfreulich ist jedoch, dass ein Ys-Spiel endlich wieder über eine umfangreiche Sprachausgabe verfügt. Solch eine hat es seit der Konami-Version von Ys VI ja nicht mehr gegeben. Man hat die Auswahl zwischen englischer und japanischer Synchro. Ich selbst wählte die englische Version und war damit völlig zufrieden.
Weniger zufrieden war ich jedoch mit der Abstinenz einer deutschen Textübersetzung. Das geschrieben Wort steht in Ys VIII: Lacrimosa of Dana nur in englisch und französisch zur Verfügung. Entsprechende Sprachkenntnisse sind also zwingend erforderlich, wenn man der Handlung folgen möchte.
Pro & Kontra
- spielt sich gewohnt schnell und actionreich
- ein paar Metroidvania-Elemente bereichern den Erkundungsaspekt des Spiels
- großer Umfang mit optionalen Gebieten
- es gibt endlich wieder eine vernünftige Sprachausgabe
- keine deutsche Textübersetzung
- die Story wird zum Ende hin zu megalomanisch
- die Raid- und Hunt-Events wirken eher nervig und fühlen sich an wie pure Spielzeitstreckung
- das Spiel wirkt im generellen zu sehr in die Länge gezogen
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