MARVEL Tōkon: Fighting Souls REVIEW
Das Marvel-Universum beherbergt viele Erden. Dies erlaubt, Ursprungsgeschichten und Verläufe von Helden wie Schurken immer wieder neu zu erzählen. Und vielleicht gibt es diese eine Erde, in denen die Superhelden und Superschurken dem japanischen Animestyle entsprungen sind. Dies wäre nicht einmal so abwegig, wenn man Spider-Man: A New Universe (2018) noch einmal anschaut. Zumindest könnte man so auch die Herkunft von MARVEL Tōkon: Fighting Souls erklären.
Der Optikmix überrascht nicht, da Entwickler Ark System Works ihre Hände am Spiel hatten, die wiederum für Dragon Ball Fighterz und BlazBlue: Cross Tag Battle bekannt sind. Zugleich wäre schon die Richtung erklärt, denn auch der neue Marvel-Kracher ist ein waschechter Prügler.
Das Thema mit der großen Macht….

Selbstverständlich ist es üblich, Fighting-Games in Storys zu verpacken. Einfach so herumprügeln ist einfach nicht mehr standesgemäß. Hier wird sich etwas an Mortal Kombat orientiert, denn ein großes Turnier steht an, das einen Champion sucht, der wiederum das Schicksal der Welt in seinen Händen trägt. Kurzum, der Roster um MARVEL Tōkon: Fighting Souls muss ein unheilvolles Ende abwenden. Doch bis die Helden und Schurken dem Gesicht des Chaos gegenüberstehen, sind einige Matches angedacht, in denen sich sogar die Charaktere selbst messen müssen. Zumindest verlangen es so die Kampagnen, die in fünf verschiedene, aber zusammenlaufende Storys unterteilt sind. Und schon kämpfen die X-Men gegen die Avengers, oder begegnen einer zusammengewürfelten Truppe, die Deadpool akustisch stark hervorhebt. Nur das stärkste Team darf sich einem ominösen Kämpfer stellen, der bei seinem Sieg die gesamte Erde als Prämie einfordert.
Schon stehen Helden wie Captain America, Wolverine, Storm, Star Lord, Hulk, Spider-Man, Iron-Man sowie Schurken von Green Goblin, Carnage bis zu Magneto für dieselbe Sache ein – die Rettung der Erde. Doch besinnt sich MARVEL Tōkon: Fighting Souls nicht nur auf bekannte Gesichter. Ferner sind etwas defensivere Figuren wie Magik, Danger oder Peni Parker mt von der Partie. Selbstverständlich bleibt es nicht bei den ersten 20 Charaktere. Mit kommenden DLCs wird der Roster merklich erweitert. Anmerken möchte ich jedoch, dass durch die Farb-Variationen der Spielfiguren die Phantasie etwas angeregt werden darf. So wird es beispielsweise ermöglicht, mit einem roten Hulk in die freien Kämpfe zu gehen, der in den Comics ein ganz eigener Charakter ist und weniger als Held bezeichnet werden sollte.
Der Kampf um mehr als nur einen Sieg

Wie bereits erwähnt, kämpfen die Helden und Schurken aus dem Marvel-Universum für dasselbe Ziel, dennoch auch gegeneinander. Und hier entfacht das Fighing-Game sofort seine Stärke und bringt flotte Kämpfe auf das Endgerät. Lange habe ich einen so dynamischen Schlagabtausch vermisst. Zuletzt wirkten die meisten Titel des Genres recht zäh. Flinke, kurze Kämpfe, die ein gesamtes Feuerwerk an Moves zurückließen, suchte ich lange vergebens. Ein einfaches Button-Mashing in seiner besten Form blieb mir bedauerlicherweise ebenso lange fern. Endlich wieder auf die Tasten hauen und trotzdem einen Sieg davontragen, gab mir Fun über Stunden hinweg und machte aus der Story „nur noch einen Kampf, dann mache ich Pause“, „Okay, einen Kampf noch, aber dann“, okay, einen noch“. Mit dem Trainingsmodus dürft ihr aber auch Spezialattacken üben, um diese gezielt einzusetzen und so vielleicht sogar noch ein sonst aussichtsloses Match herumzureißen.
Nichtsdestotrotz müssen Profis nicht betrübt sein, denn knackig kann das Spiel. Insbesondere wenn ihr eine Figur steuern müsst, die euch überhaupt nicht liegt, kann die ein oder andere Niederlage drohen. Und der Champion wird auch versuchen, anbahnende Niederlagen zum Siegen umzuwandeln. Sollte es dann doch zu schwer werden, fragt euch das Spiel, ob die CPU heruntergeschraubt werden sollte.
Ganz ohne Taktik?

Vergessen möchte ich nicht zu erwähnen, dass je nach Story-Part ihr inmitten der flotten Matches die Charaktere wechseln dürft. Spielt ihr mit Captain America, wird eine Auswahl unter anderen Avengers ermöglicht. Mit den Knights of Doom stehen neben Dr. Doom weitere Schurken im Laufe der Geschichte zur Verfügung . Doch mit einem Wechsel der Spielfigur wird die Lebensenergie nicht aufgefüllt. Daher sollte ein Wechsel immer bedacht werden, da dies auch von gegnerischer Seite ausgenutzt werden kann. So sind wie im Genre üblich, flinke Kämpfer anfälliger für Attacken, starke Recken jedoch deutlich langsamer. Das heißt zugleich, dass es selten ganz ohne taktische Planung geht. Dafür gibt es aber Team-Angriffe, die dem Gegenüber ordentlich zu schaffen machen, wenn die Treffer sitzen.
Doch jede Geschichte ist irgendwann zu Ende erzählt! Und was passiert dann? MARVEL Tōkon: Fighting Souls verzichtet natürlich nicht auf den Multiplayer. Ranked- und Casual-Matches sind der Garant, dauerhaft dem Spiel Leben zu verleihen. Die geschlossenen Gruppen in der Story können durchbrochen werden und die wirklich freien Spiele beginnen. Das geht selbstverständlich auch gegen die CPU, ist aber halb so herausfordernd. Dafür können Survival- und Arena-Modus noch einige Spielstunden entlocken und für eine gewünschte Abwechslung beitragen.
Technik

Die Aufmachung der Optik gefällt mir sehr gut. Dennoch sollte man Animes mögen, um Gefallen an MARVEL Tōkon: Fighting Souls zu finden. Sehr flüssige Animationen paaren sich mit satten Farben und massenhaft Effektzauber. Während der Story gibt es noch Comicstrips samt Sprechblase und kurze Filmchen. Die Einblendungen der Comics variieren je nach gewählter Story und sind relativ authentisch gegenüber den beliebten Heften aus Papier. Sozusagen fließen 2 verschiedene Variationen an Darstellungen in die vorhersehbare Geschichte ein.
Was ich aber besonders liebe sind die Stages. Diese können mit einem Durchbruch im Kampf sogar neue Schauplätze ebenen, und sind allgemein sehr schön anzusehen. Wenn ich beispielsweise die X-Men Mansion erblicke, geht mein Herz auf. Im Hintergrund darf ich weitere Mutanten wie Gambit, Rouge, Beast oder Iceman erspähen. Auch Asgard oder New York gefallen mir optisch sehr und können im aktiven Kampf sogar noch Schäden davontragen, wenngleich sich diese gering darstellen, wie beispielsweise ein beschädigter Hydrant.
Die deutsche Sprachausgabe sagt mir weniger zu. Manchmal fehlen einfach die Emotionen in der Geschichte. Einige Sprecher klingen zudem ähnlich von der Tonlage, oder passen einfach nicht zum Charakter. Selbst die Sprüche zünden bei mir so gar nicht, wenn ich an Spider-Man oder Deadpool denken. Hier muss ich mir aber selbst vorwerfen kleinlich zu sein, da mein Fanherz immer ganz eigene Vorstellungen hat und oft im cinematischen MCU feststeckt.
Die Musikstücke missfallen mir hingegen nicht und sind stimmungsvoll gewählt wie eingesetzt. Das macht das Spiel noch flotter als ohnehin schon und erinnert in seiner Gänze an Kracher wie Marvel vs. Capcom.
Trailer
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