Marvel’s Wolverine REVIEW
Die Zeit der Lizenzgurken aus dem Marvel-Universum ist schon lange Geschichte. Dennoch schafften es Spiele wie Marvel’s Guardian of the Galaxy sowie Marvel’s Avengers nicht, die Spielerschaft zu überzeugen – zumindest nicht mir Verkaufszahlen. Einzig die drei Spider-Man Games aus dem Entwicklerteam von Insomniac Games sorgten für Erfolgsgeschichten. Mit der Meldung, dass das Studio an einem Solo-Spiel über Wolverine arbeiten würden, war die Freunde bei Marvel Fans groß. Und natürlich, der Mutant bot viel an Potenzial, um eine spannende und actiongeladene Geschichte zu erzählen. Dennoch waren die Kritiken nach dem Erscheinen durchwachsen. Auch ich habe nach ca. 16 Spielstunden den Titel erfolgreich beendet und kann ein deutliches Resümee ziehen, welches sehr positiv ist. Warum meine Stimme gegenüber anderen Kritikern abweichend ist, soll natürlich nicht unbeantwortet bleiben.
Ein Held, der keiner sein wollte

Marvel’s Wolverine setzt in der Vergangenheit an, noch weit vor der Zeit, als Logan ein Teammitglied der X-Men wurde. Die Geschichte die uns geboten wird, ist nicht aus den Comics, oder anderen Vorlagen entnommen. Wir lernen einen Mann kennen, der mit Sabretooth und Mystic auf Missionen unter Führung von Nathaniel Essex geht. Sie verschreiben sich der Rettung und dem Schutz der Mutanten, die unter Trusk gejagt werden. Doch mit dem Auftauchen einer weiteren Mutantin, ändert sich für Logan alles. Nicht Trusk alleine scheint das Problem zu sein, auch die Organisation „Die Hand“ hat besondere Pläne mit den Mutanten.
Was anfänglich noch klein anfängt, wird ferner eine Reise, die sogar nach Japan führt. Zugleich geht es aber auch zurück in die Vergangenheit, die über Logans Erinnerungen nach und nach aufgedeckt wird. Dazu sei gesagt – es gibt einige interessante Wendungen.
Strikte Story

Die Geschichte um Wolverine zeigt die Entwicklung des Mutanten in einer sehr gradlinigen, aber verdammt packenden Story. Der Titel verzichtet auf eine offene Welt und gibt die direkten Ziele vor. Das abschnittsweise Vordringen ist mit massenhaft Konfrontationen gepaart. Hier kommt auch ein kleiner Kritikpunkt zum Tragen. Zwar störe ich mich nicht an den häufig auftretenden Kämpfen, sondern mehr an der Einseitigkeit der Gegnertypen. Aufgefrischt werden die Kämpfe durch immer neue Attacken, die freigeschaltet werden dürfen. Somit gewinnt der Mutant an Variationen, wie er die Gegner ihrem Ende zuführt. Durch die optionale Erweiterung des Movesets werden die Konfrontationen bis zum Ende nicht langweilig. Die Bosse verlangen zudem noch einige taktische Aktionen ab, was auch bei einem erhöhtem Schwierigkeitsgrad für alle Gegnertypen greift.
Apropos freischaltbare Inhalte – Wie schon in Marvel’s Spider-Man, könnt ihr auch in diesem Spiel einige Kostüme für Logan aktivieren. Manche erhaltet ihr abhängig vom Storyverlauf, andere müssen erworben werden. Wolverine im Cowboy-Style, im Tanktop, im Film-Outfit oder dem Cel-Shading-Look – ihr habt die freie Wahl, wie der Titelheld herumlaufen soll.
Keine Gnade

Marvel’s Wolverine spart weder an Kämpfen noch an Blut. Der Mutant, der über eine Selbstheilung verfügt und sich mit seinen Adamantium-Krallen durchs Fleisch von Feinden metzelt, kennt keine Gnade. Durch seine besonderen Fähigkeiten hält er aber auch viel aus, was uns gelegentlich einen Blick bis auf sein Adamantium-Skelett gewährt, das er während des geheimen Weapon-X-Programms unter größten Schmerzen erhielt.
Der Tod wird in dem Spiel ein ständiger Begleiter sein, der vor beiden Seiten keinen Halt macht. Wem dies optisch etwas unangenehm ist, darf optional auf das Blut in seiner Darstellung verzichten. Dennoch hat der Titel nicht grundlos das USK 18 Siegel erhalten.
Technik

Wenn wir schon bei der Darstellung sind. Grafisch ist Marvel’s Wolverine absolut faszinieren. Die Übergänge von Zwischensequenzen zum Ingame sind fließend. Die Umgebung ist so detailreich dargestellt, wie zuletzt in Marvel’s Spider-Man 2. Die Entwickler von Insomniac Games haben viel Zeit wie Liebe in die Umgebung gesteckt und uns noch ein paar Easter Eggs hinterlassen. So gibt es nicht wenig zu entdecken, obwohl auf eine offene Spielwelt verzichtet wurde. Selbst die NPCs wurde nicht einfach nur eingearbeitet, sondern bereichern die komplette Spielwelt und beleben die gesamte Atmosphäre.
Musikalisch wird der Titel vernünftig untermalt, aber oft durch den Effektzauber in der Akustik übertrumpft. Gelegentlich tönen Sound aus dem DualShock Controller, und machen das Spiel noch einverleibender. Die deutsche Sprachausgabe gefällt mir sehr gut und erinnert mich an die filmischen Umsetzungen mit Hugh Jackman, wenngleich die Darstellung der Figur selbst auf mich zu weich und zu freundlich wirkt. Bis zum Schluss habe ich das Problem, Wolverine als den gnadenlosen Krieger zu sehen, der er eigentlich ist.
Die Steuerung bietet viele Aktionen, die blitzschnell übertragen werden. Ein Wechsel aus Kontern, Angriff, Ausweichen sowie das Aktivieren der Spezialattacke geht leicht von der Hand. Spielerisch erfahrt ihr hier definitiv keine Nachteile. Dass die Erfahrung der Spieler-Man-Spiele eingeflossen ist, wird schnell sichtbar.
Video zum Spiel
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