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Z wie Zorro REZENSION

Noch bevor Animes hierzulande populär wurden, fanden die japanischen Trickfilme bei einer kleinen Zuschauerschar Anklang. Dabei waren einige der Animes nicht unbedingt fern vom westlichen Stil und hatten die Bezeichnung bei den Wenigsten inne. Dies lag zum Teil auch an den Vorlagen, die insbesondere in der westlichen Welt schon in mehreren Varianten auftrumpften. Die besten Beispiele waren beispielsweise Robin Hood, Peter Pan und auch Zorro. Letztes habe ich seinerzeit regelrecht verschlungen und mitgefiebert, wenn Diego zum dunklen Rächer wurde.

 

Die Neuinterpretation

Zorro aka Diego als Retter der Bürger

Die Geschichte selbst spielt in Califonien und siedelt am Ende des 18. Jahrhunderts an. Wir sind dabei, als Don Diego nach einem längeren Auslandsaufenthalt in Spanien wieder zurück in seine Heimat kommt. Mit Sorgen im Gepäck, die ihn über mehrere Briefe seines Vaters erreichten, will er sich selbst ein Bild vom derzeitigen Geschehen machen. Seine Heimat sei demnach durch die Armee gebeutelt, die Menschen ausgenutzt und zunehmend unterdrückt.

Doch wie könne er nur helfen, ohne seine Lieben in Gefahr zu bringen. Und so entscheidet sich Diego zu Zorro zu werden, ein edler Held mit schwarzem Hut, Umhang und Maske. Talentiert im Fechten, macht er sich nun auf, der Armee die Stirn zu bieten und sorgt damit natürlich für Aufsehen. Von den Bürgern gefeiert und von den Soldaten geächtet, zieht er auch die Aufmerksamkeit von seiner Jugendliebe Lolitta auf sich. Diese himmelt Zorro an und würde zu gerne wissen, wer er in Wirklichkeit ist.

Damit aber niemand darauf kommt, wer sich hinter der Maske befindet, ändert er als Diego sein Leben und suggeriert allen, dass er ein fauler Nichtsnutz sei. Doch einer lässt sich von dem Schauspiel nicht täuschen. Ein kleiner Junge namens Bernard, den Diego schon seit klein auf kennt, erkennt sofort, wer sich hinter der Aufmachung versteckt und möchte ihm nun tapfer in einer ähnlichen Verkleidung zur Seite stehen. Gleichzeitig versuchen beide aber auch mit ihren richtigen Identitäten an gewisse Informationen zu gelangen. So nimmt dich Diego, der aus gut bürgerlichem Haus stammt gerne Gonzalis an und lädt ihn zu ein paar alkoholischen Getränken ein, die seine Zunge locker sollen. Dadurch ist der dunkle Rächer der Armee nicht selten einen Schritt voraus. Bernard hört sich stattdessen viel in den ärmlichen Vierteln um, zu denen er immer noch guten Zugang hat, da er einst ein Waisenjunge war.

So werden in 52 fast nahezu unabhängigen Folgen die Geschichten rund um Zorro und seine Taten erzählt. Dabei kommen auch einige hinter das Geheimnis von Zorro, nur Lolitta bleibt bis zur vorletzten Folge ahnungslos. Dadurch verachtet sie Diego ständig, dem sie ja die Rolle aus Nichtsnutz abnimmt. Für Zorro schwärmt sie natürlich und auch Zorro hat Gefühle für Lolitta. Und da er ständig sie aus misslichen Situationen retten muss, bleibt der romantische Aspekt auch nicht aus. Dennoch versucht das Anime eher mit spannenden Geschichten zu überzeugen, die jedwede Arten von Gegnern auf den Plan rufen. So muss er sich nicht nur gegen menschliche Kontrahenten behaupten, sondern sogar gegen wilde Hunde, die zudem seine Fährte aufgenommen haben. Uns da Diego ein ganz normaler Mensch ist, geht es auch manchmal brenzlige Situationen, in denen der Degen nicht mehr weiterhilft.

Gelegentlich gibt es in den verschiedenen Folgen noch ein paar Einblicke in die Vergangenheit von Diego, was Z wie Zorro noch etwas mehr Tiefe verleiht. Zudem hat das Anime auch ein paar durchaus erwachsene Ansätze, wenngleich die Altersfreigabe aufgrund kaum gezeigter Gewalt berechtigt auf 6 Jahre festgesetzt wurde. Trotzdem wird es einige Charaktere geben, die ihr Leben lassen müssen.

 

Visuell

Nicht alleine in der Neuinterprätation

Z wie Zorro hat dabei den typischen 90iger Animestil, der nicht zwangsläufig mit Übertreibungen ala Sailor Moon aufwartet. Dafür werden aber oftmals einzelne Bilder in Szene gesetzt, die die Aktionen in den Mittelpunkt stellen. Der Trickfilm versucht in den rund 23 minütigen Folgen nahe an der Realität zu bleiben, arbeitet aber dennoch genügend albernde Momente ein, die alles etwas auflockern sollen. Magische Elemente wie beispielsweise in der Animeadaption von Robin Hood sucht man aber vergeblich.

Die Bilder sind nicht immer ganz flüssig beim Abspielen, aber 1995 wurde noch alles mit der Hand gezeichnet und weniger am Computer geschaffen. Dadurch wird auch ein eigenwilliger Stil geschaffen, der insbesondere von jenen geliebt wird, die bereits seit drei Jahrzehnten die japanischen Trickfilme schauen. Gerade Animes wie Saber Rider oder Captain Future weisen dieselbe Machart auf und haben heutzutage Kultstatus. Durch die eigenwillige japanische Adaption verwundert es auch nicht, dass Don Diego ein blonder Jüngling ist.

Die musikalische Untermalung ist gefühlt immer dieselbe und rückt dadurch sehr in den Hintergrund. Die Stimmen sind gut gewählt und passen zu den einzelnen Charakteren. Don Diego wird beispielsweise von David Nathan gesprochen, der unter anderem auch Spike aus Buffy im Bann der Dämonen seine Stimme lieh. Selbst Piccolo aus Dragonball Z durfte er stimmlich ergänzen. Und selbst in Videospielen kam sein Sprechorgan schon zum Einsatz, als er Batman selbst in der Arkham-Reihe auf deutsch vertonte. Die drei letztgenannten Figuren haben aber eine deutlich tiefere Stimmlage als Diego aka Zorro, der dadurch jugendlicher wirkt.

 

Fazit

Z wie Zorro ist vielleicht nicht unbedingt das klassische Anime, hat aber dennoch einen prägnanten Charakter. Es verzichtet übertriebene Momente und bietet manch relativ erwachsende Folge, die aber fast immer unabhängig von einander sind. Dennoch hat der japanische Trickfilm auch einige gewöhnungsbedürftige Elemente, wie einen kleinen Zorro, der Diego immer zur Seite steht. Mit etwas Humor und kleinen romantischen Parts ist Z wie Zorro ein sehenswertes Anime, dass leider viel zu früh in Vergessenheit geraten ist.

 

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