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Logitech G510s Keyboard im Test

logitech-g510s-banner

Seit 2013 vertreibt Logitech eine eigene Gaming-Serie für Spieler, die der Hersteller G-Series nennt. Vertreten sind hierbei zahlreiche Gaming-Mäuse, Gaming-Tastaturen, Gaming-Heasets und andere Peripherie wie Lenkräder. Im Zuge dieser G-Series wurden einige bereits erhältliche Modelle in ein neues Gehäuse gepackt, mit dem neuen G-Logo versehen und neu veröffentlicht. So auch die Logitech G510s, mit der wir uns heute befassen. Das Keyboard war zuvor unter dem Namen G510 bekannt und wurde nach der Einführung Logitechs hauseigener Gaming-Serie leicht überarbeitet und neu veröffentlicht. Dabei sieht die überarbeitete Version dem Original zum Verwechseln ähnlich, denn bis auf das neue Design in den Farben Schwarz und Silber hat sich nahezu nichts verändert.

Hochwertige Hardware macht einen Spieler weder besser noch ist sie Grundvoraussetzung, trägt jedoch einen wesentlichen Teil zu einem gelungenen Spieleerlebnis bei. Gute Ausrüstung verbessert das Gaming-Erlebnis definitiv enorm. Mittlerweile befindet sich die Logitech G510s über ein Jahr in Gebrauch, was Anlass zu diesem Test gibt. Wir zeigen euch, ob sich die Tastatur mit RGB-Beleuchtung, dem LCD-Display und den vielen Makro-Tasten wirklich lohnt. Was noch wichtiger ist, stimmt der Gesamtumfang und rechtfertigt dabei den durchaus hohen Preis?

 

Das verspricht der Hersteller:

  • Hochwertige Verarbeitung
  • Vollständige RGB-Beleuchtung mit 16 Millionen Farben
  • Ein farbiges LCD-Display für zahlreiche Anzeigen
  • 18 programmierbare Makro-Tasten (G-Tasten)
  • Eine ergonomische Handballenauflage
  • 6-Tasten Anti-Ghosting
  • Signalrate von 2 Millisekunden
  • Zwei integrierte 3,5mm Audiobuchsen
  • Verschiedene Multimedia-Tasten
  • Deaktivierbare Windows-Tasten
  • Eine benutzerfreundliche Software mit umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten

 

Die Logitech G510s im Detail

Logitech G510s 6

Die G510s kommt in einer recht wuchtigen, edel wirkenden Verpackung ins Haus, die sich in den für Logitech üblichen Farben Schwarz und Blau präsentiert. An allen Seiten bedruckt mit dem neuen Logitech-Gaming Logo und den Features der G510s. Ist die Tastatur von ihrer Verpackung befreit, offenbart sich der gesamte Lieferumfang, der recht dürftig ausfällt. Neben der Tastatur selbst sind lediglich die beworbene Handballenauflage, eine Kurzanleitung und der Garantieschein enthalten. Eine Treiber-CD, eine Transporttasche oder ein Reinigungstuch sucht man hier vergebens.

Bevor die Tastatur nun in Betrieb genommen werden kann, muss aufgrund der fehlenden Treiber-CD die neueste Version der Logitech Gaming Software direkt von der Herstellerseite heruntergeladen werden. Ist die, gut 100MB große Software heruntergeladen, wird die G510s einfach an einen freien USB-Port (ob USB2.0 oder USB3.0 spielt dabei keine Rolle) angeschlossen, die dazugehörige Software installiert und dann kann auch schon munter drauf losgetippt werden.

Für eine Rubberdome Tastatur besitzt die Logitech G510s ein recht gutes Schreibgefühl, einen ausgewogenen Druckpunkt und eine angenehme Handballenauflage. Alle Tasten sind gut erreichbar und zudem vollständig ausgeleuchtet. In den ersten Tagen sind die Tasten recht schwer zu betätigen, nach ein bis zwei Wochen bessert sich dieser Zustand langsam, dann sind etwa 60g bis 70g Auslösegewicht erforderlich. Diese Tastatur ist definitiv nichts für schwache Finger.

 

Software und viele Extras

Logitech G510s 2

Wenn man sich die entsprechende Software schon extra von der Herstellerseite herunterladen muss, möchte man natürlich auch wissen, was sie so bietet und hat gewisse Erwartungen. Diese werden aus unserer Sicht fast vollständig erfüllt, die Logitech Gaming Software bietet nahezu alles, was das gemeine Gamer-Herz begehrt. Angefangen bei einer einfachen Übersicht, über die Erstellung einfacher Makros, stufenlos regelbarer Beleuchtung, bis hin zu kleinen Plug-Ins für das integrierte Display bietet das Programm sehr umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten. Ja sogar Makros, die ganze Textzeilen umfassen, lassen sich problemlos erstellen. Die Tastatur lässt sich sogar so weit konfigurieren, dass eigens erstellte Profile geladen werden, sobald ein gewisses Programm oder Spiel, etwa Office oder League of Legends gestartet wird. Ein wirklich nützliches Feature.

Über die integrierten Sondertasten lässt sich etwa eine Musikplaylist starten, pausieren oder nächste Track starten. Das ist besonders nützlich, wenn man sich gerade „Ingame“ befindet und keine Zeit hat, um auf den Desktop zu wechseln. Zudem wird der aktuelle Titel bei entsprechendem Plug-Ing auf dem integrierten LCD-Display angezeigt. So weiß man immer Bescheid, welcher Titel gerade gespielt wird. Daneben zeigt das Display außerdem noch Ingame-Details an, in League of Legends etwa die Goldbilanz, einen KDA-Counter, getötete Minions und vieles mehr. Vorausgesetzt natürlich der Entwickler selbst oder ein fleißiger Nutzer haben ein entsprechendes Plug-In erstellt und bereitgestellt. Ist gerade kein spezifisches Plug-In geladen, zeigt das Display entweder eine Übersicht der verfügbaren Plug-Ins oder ganz einfach die aktuelle Uhrzeit, sehr praktisch. Wer auch unterwegs nicht auf seine geliebten Features verzichten möchte, lädt die wichtigsten Profile einfach auf den Onboard-Speicher der Tastatur, auf dem bis zu fünf Profile Platz finden.

Damit auch alle Makros sachgemäß untergebracht werden, besitzt die G510s ganze 18 G-Tasten und drei virtuelle Bänke, also insgesamt 54 verfügbare Makro-Plätze. Wer damit noch immer nicht genug hat, wechselt einfach das Profil, so stehen erneut 54 leere Makro-Plätze bereit. Die zahlreichen G-Tasten sind zwar ein unglaublich nützliches Feature, doch jetzt einmal Hand aufs Herz, welcher Spieler benötigt tatsächliche so viele Makro-Tasten? Dadurch wird das Keyboard unnötig breit und ganz ehrlich, sechs bzw. zwölf G-Tasten wären allemal ausreichend.

Als besonderes Extra wird das sogenannte Logitech Arx Control beworben, dabei handelt es sich um eine App für Smartphones und Tablets, die sozusagen als zweites Display dient. Über Arx Control lassen sich Systeminformation wie RAM- bzw.CPU-Auslastung auslesen. Doch das ist nicht alles, wie auch auf dem LCD-Display, lassen sich auch mit der App Ingame-Informationen abrufen. Weiter kann die Smartphone-App sämtliche Multimedia-Tasten ersetzen. Logitech Arx Control ist kostenlos im Google Play Store und Apple Store erhältlich und erfordert lediglich einen Computer in Kombination mit einem beliebigen Logitech Gerät. Leider berichten zahlreiche User der App über Abstürze, Bugs und dergleichen, wodurch Arx Control leider nicht bei jedem Nutzer ordnungsgemäß funktioniert. Wir raten, die App einfach selbst zu testen.

 

Die Zielgruppe

Logitech G510s 1

Logitech richtet sich mit der Gaming Series in erster Linie an Spieler, denn für Ottonormalverbraucher bietet die G510s einfach zu viele Sonderfunktionen. Für tägliche Office-Arbeiten benötigt man weder unzählige Makro-Tasten oder ein LCD-Display, noch die Multimedia-Tasten. Professionelle Anwender aus Bereichen wie Filmschnitt oder Programmierung profitieren zumindest von einigen Features. So lassen sich oft verwendete Befehle, Tastenfolgen oder Argumente bequem auf die G-Tasten legen, war vor allem Zeit spart.

An welche Zielgruppe richtet sich Logitech mit diesem Modell nun denn? Eine klare Antwort gibt es auf diese Frage wohl nicht, denn mit einem Herstellerpreis von knapp 140 Euro ist dieses Keyboard definitiv kein Schnäppchen und auch nicht mehr massentauglich. Hobby-Gamer möchten schlichtweg keinen so hohen Betrag in ein Hobby investieren, mit dem sie wöchentlich vielleicht fünf Stunden verbringen. Professionelle und Core-Gamer greifen in diesem Preissegment lieber zu einem mechanischen Keyboard, welches ein wesentlich direkteres Tippgefühl bietet. Aufgrund der vielen Makro-Tasten könnten MMO-Spieler zur G510s greifen oder Anwender die Rubberdome Keyboards mechanischen vorziehen.

 

Viele Details, aber leider schlecht verarbeitet

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Für eine „herkömmliche“ Tastatur besitzt die G510s ein wirklich gutes Tippgefühl, kombiniert mit einer angenehmen Handballenauflage für mittelgroße bis kleine Hände. An der Unterseite wurden große Gumminoppen angebracht, damit das Keyboard während der Arbeit nicht verrutscht. Die RGB-Beleuchtung lässt sich über die Logitech Gaming Software bequem und schnell ändern. Hier ist jede nur vorstellbare Farbe möglich und sogar lässt sich stufenlos regeln.

Nun kommen wir noch zu einigen Aspekten, die uns während der einjährigen Testphase ein Dorn im Auge waren. Bereits in den ersten Tagen klemmte die Taste zur Deaktivierung der Windows-Taste. Weiters reagieren die Tasten für das LCD-Display sehr schwammig, oftmals werden beim Betätigen mehrere Eingaben registriert, was dessen Bedienung zunehmend erschwerte. Das KO-Kriterium des getesteten Modells war schlussendlich, dass nach nicht mal einem Jahr Praxistest die Pfeiltasten nicht mehr ordnungsgemäß funktionierten. Diese lieferten eigenartige Ergebnisse, die sich teilweise durch die Makro-Funktionen beeinflussen ließen. Glücklicherweise verfügt die G510s über ausreichend G-Tasten, um die Funktionen der Pfeiltasten auf diese auszulagern und das Problem damit notdürftig zu umgehen. Zudem hätten wir uns zu diesem Preis zusätzlich zu den integrierten Audiobuchsen einen USB-Port direkt am Keyboard gewünscht. Die RGB-Beleuchtung verfügbar zwar über zahllose Farben, jedoch über keine Beleuchtungseffekte, wie sie etwa Konkurrenten wie Roccat bieten.

 

FAZIT

Die Logitech G510s ist grundsätzlich eine ganz solide Rubberdome Tastatur, die mit jeder Menge Features aufwartet, ihrem Preis jedoch nicht ganz gerecht wird. Die zahlreichen Makro-Tasten, die RGB-Beleuchtung, das LCD-Display und die angenehme Handballenauflage mögen zwar einen ganz guten Eindruck vermitteln, doch bei einer Tastatur für über hundert Euro darf man wohl eine gewisse Qualität der verbauten Komponenten erwarten. Unser getestetes Gerät litt leider unter diversen Hardware-Fehlern, die den Gesamteindruck in Summe sehr trüben. Zudem bekommt man um diesen Preis auch schon gute mechanische Tastaturen von namhaften Herstellern wie Cherry, Corsair, Cooler Master oder von Logitech selbst. Wem eine gute Verarbeitung, Langlebigkeit und ein gutes Tippgefühl wichtiger sind als optische Features und Makro-Tasten ohne Ende, dem würden wir eher von der Logitech G510s abraten.

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