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Dragon Ball Super Vol. 01 REZENSION

Eigentlich bin ich kein Hardcore-Animefan, aber ein paar Serien, vor allem jene aus meiner Kindheit, reizen mich auch heute noch sehr. Wirklich ganz vorne mit dabei sind die Geschichten um den Sayajin Son Goku und seine Freunde, die schon ein ums andere Mal die Erde vor dem Untergang retteten. Umso begeisterter war ich, als gut 15 Jahre nach der Ausstrahlung von Dragon Ball Z im deutschen Fernsehen und etwa 10 Jahre nach dem weniger beliebten Dragon Ball GT eine Weiterführung von Dragon Ball angekündigt wurde. Von 2015 bis Anfang 2018 lief die Serie in Japan und ist mit 131 Folgen dort nun abgeschlossen. In Deutschland läuft die Serie in deutscher Synchronfassung seit September 2017 auf ProSiebenMaxx. Die ersten 17 Folgen gibt es nun aber auch als Bluraybox. Grund genug für mich, mich wieder mit der Anime-Serie zu befassen.

Weiterführung der bekannten Geschichte

Die in Dragon Ball GT erzählten Geschichten wurden, auch aufgrund der negativen Kritiken zahlreicher Fans, vollständig aus dem offiziellen Kanon gestrichen. Die Handlung setzt etwa vier Jahre nach dem Sieg über den Dämon Boo in Dragon Ball Z an und ist somit eine direkte Weiterführung der Geschichte. Es ist erst einmal ruhiger geworden auf der Erde. Die starken Z-Krieger um Son Goku und Krillin gehen eher alltäglichen Aufgaben nach. Son Goku ist auf der Universität, Krillin und C18 haben eine Tochter und der nach wie vor kindgebliebene Son Goku kümmert sich mehr schlecht als recht um Haus und Grund und seinen zweiten Sohn Goten. Doch im Universum rumort es, wie die Kajoshins bereits spüren können. Nach 39 Jahren ist der Gott der Zerstörung, Beerus, wiedererwacht und beginnt seinen Feldzug der Vernichtung durch das Universum. Planet um Planet fällt seiner Willkür zum Opfer. Doch in seiner Allmacht sehnt er sich nach einem wahren Gegner und in einer  nächtlichen Vision scheint ihm genau dieser begegnet zu sein. Diesen “Supersayajin Gott”, wie er sich an seinen Namen erinnert, möchte er nun finden und ja, Supersayajin, das kommt uns zurecht bekannt vor. So lässt auch das erste Aufeinandertreffen nicht lange auf sich warten…

Kultfaktor

Dragon Ball Super macht beim Erzählen der oben genannten Geschichte bereits in den ersten Folgen der Serie und somit der aktuellen, ersten Bluraybox, schon einiges sehr richtig. Vor allem bezieht sich das auf bekannte Charaktere, die hier einen erneuten Auftritt bekommen. Etwa Prinz Pilaw, der schon in der allerersten Dragon-Ball-Serie versuchte die wunscherfüllenden Dragon Balls zu bekommen und damit wieder und wieder auf Son Goku traf, bekommt einen kurzen Auftritt. Es wird also bewusst an den Kultfaktor der Serie gesetzt. Aber auch neue Figuren reihen sich nahtlos in den so geliebten Stil der Serie ein. Akira Toriyama selbst ist wieder für die Manga-Vorlage verantwortlich, anders noch als bei Dragon Ball GT, wo er nur beratend tätig war. Allem voran der etwas kauzige, aber doch übermächtige und störrische Gott der Zerstörung, dessen Aussehen sich an eine antike, ägyptische Katze anlehnt, hat, wie ich finde, kultpotential. Das Design jedenfalls ist gelungen. Auch der gesamte Look der Serie gefällt mir außerordentlich gut. Die Charakterdesigns bekannter Charaktere entsprechen den Vorlagen aus Dragon Ball Z, haben sich nur ggf. durch ein paar Jahre Altersunterschied entsprechend verändert. Und natürlich kommt das alles im gestochen-scharfen HD daher. Witzigerweise sind aber Rückblenden auf die Geschehnisse vergangener Tage im originalen, etwas schwammigeren Dragon-Ball-Z-Look belassen worden. Das ist natürlich bewusst Nostalgie mit Ansage!

Seichter Einstieg

Auch wenn die Freude über bekannte Charaktere und das direkte Ansetzen an der bekannten Storyline groß sind und die gesamte Aufmachung durchaus verspricht an die Beliebtheit früherer Tage anzuknüpfen, so verpasst die Story der ersten Folgen dann doch zumindest einen kleinen Dämpfer. Die Ereignisse der Folgen 1-17 sind nämlich im Grunde eine Neuerzählung des Films “Kampf der Götter” und bleiben auch dementsprechend oberflächlich, bzw. einleitend. Es werden nur ein paar Charaktere neu vorgestellt, es kommt zu ersten Aufeinandertreffen und die Geschichte wird so ins Rollen gebracht. Die Serie lässt hier in ihren Anfängen aber noch ein wenig Vielfalt in Schauplätzen, Ereignissen und Figuren vermissen.

Deutsche Synchronisation

Der Cast der deutschen Synchronisationsstimmen wurde nahezu vollständig ausgetauscht. Bei einigen Charakteren fällt das mehr, bei anderen etwas weniger – Meister Kaio oder Son Gokus Frau Chichi – auf. Einige neue Stimmen sind trotz der auffälligen Veränderung aber auch durchaus gut. Andere wiederum sind sehr gewöhnungsbedürftig. So geht es mir zum Beispiel bei Son Goku, dem Protagonisten selbst, sowie vor allem bei seinem jüngeren Sohn Son Goten. Dieser klingt wirklich sehr seltsam, nicht wirklich wie ein Kind, sondern eher wie der misslungene Versuch eines zu imitieren. Auch die ikonischen Schreie und Ausrufe in den Kämpfen, beim fokussieren des Ki etwa und dem damit verbundenen verwandeln der Sayajin in Super Sayajin klingen hier noch etwas zu zurückhaltend. Natürlich hat das Empfinden, aber auch immer damit zu tun, dass einem die ehemaligen Stimmen der Charaktere noch im Gedächtnis sind und so möchte ich den Sprecherinnen und Sprechern noch über diese ersten 17 Folgen hinaus die Chance geben, mich auf längere Sicht an sie zu gewöhnen.

Was mir eine absolute Freude bereitet ist die sehr hochwertige Aufmachung der Box. Hier scheut Kazé-Anime keine Kosten und Mühen und bietet einen stabilen Pappschuber mit tollen Zeichnungen innen wie außen und legt neben einem Episodenguide auch noch zwei schicke Postkarten oben drauf.

Florian sagt

Alles in allem macht Dragon Ball Super Spaß. Die Serie zeigt schon in den ersten Folgen, dass sie besser da anknüpft, wo Dragon Ball Z aufgehört hat, als es Dragon Ball GT getan hat. Eine gute Mischung aus neuen und alten Charakteren verspricht Kultpotential. Leider fehlt es der Geschichte in den ersten Folgen noch an Vielseitigkeit. Man sollte die Neuinterpretation des Films „Kampf der Götter“ als Einstieg in die Serie eher als elaboriertes Intro betrachten. Ob das dann für den Einzelnen den recht hohen Kostenpunkt einer nur 17 Folgen á ca. 23 Minuten umfassenden Staffel rechtfertigt, muss jeder selbst entscheiden. Die Motivation mich weiter mit der neuen Dragon-Ball-Geschichte zu befassen ist durch diese ersten Folgen aber dennoch weiter gewachsen.

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