Asterix & Obelix REVIEW
Der kleine Comic-Gallier Asterix wurde ursprĂŒnglich im Jahre 1959 von den beiden französischen Comiczeichnern RenĂ© Goscinny und Albert Uderzo kreiert. Seitdem prĂŒgelt er sich zusammen mit seinem besten Kumpel Obelix durch zahlreiche ComicbĂŒcher. Doch Comics alleine reichen nicht aus, um die unbezwingbaren Gallier zu beschĂ€ftigen. Also wurden sie ĂŒber die Jahre hinweg nicht nur wiederholt auf die groĂe Kinoleinwand verfrachtet, sondern auch in Video- und Computerspiele. Bereits 1983 tauchte das erste Asterix-Videospiel auf dem Atari 2600 auf. Weitere sollten folgen.
NatĂŒrlich bekam auch der Super Nintendo zwei Besuche von den Galliern abgestattet. In diesem Test werfen wir einen Blick auf das zweite Spiel Asterix & Obelix, welches Anno 1995 nicht nur fĂŒr den SNES, sondern auch fĂŒr PC DOS und PC Windows umgesetzt wurde. Jahre spĂ€ter gabs das Spiel dann auch fĂŒr den Game Boy Advance. Abgespeckte Varianten fĂŒr Game Boy und Game Boy Color gibt es ebenfalls, doch sollte man diese als separate Spiele betrachten.
Nun haben die alten SNES-Platformer des französischen Entwicklers und Publishers Infogrames den fragwĂŒrdigen Ruf höllischer Schwierigkeitsgrade, welche deren Titel zu einem eher zweifelhaften VergnĂŒgen machen. Ob Asterix & Obelix diesbezĂŒglich eine bessere Figur macht, als vergleichbare Spiele wie etwa âDie SchlĂŒmpfeâ oder âSpirou,â soll folgender Test klĂ€ren.
FĂŒnf ComicbĂŒcher in einem Modul?
Wir schreiben das Jahr 50 vor Christus. Das römische Imperium hat sich ganz Gallien einverleibt. Moment mal, ganz Gallien? Nein! Denn ein kleines, eigentlich unbedeutendes Dörfchen leistet nach wie vor Widerstand gegen die römischen Eindringlinge. Ein Umstand, den die Gallier den mĂ€chtigen Zaubertrank ihres Druiden Miraculix zu verdanken haben, welcher temporĂ€re SuperkrĂ€fte verleiht. Die Tatsache, dass ein kleiner Flecken von Gallien nicht zu seinem Imperium gehört, verĂ€rgert den römischen Feldherrn Julius CĂ€sar derart, dass er immer wieder PlĂ€ne ausheckt, die aufmĂŒpfigen Dörfler doch noch in die Knie zu zwingen.
Bislang scheiterten CĂ€sars PlĂ€ne jedoch allesamt, daher belĂ€uft sich seine aktuelle Verzweiflungstat nun darin das Dorf mit einer Palisade abzuschotten. Also frei nach dem Motto âAus den Augen, aus dem Sinn.â Freilich finden das die Dorfbewohner nicht so witzig und beschlieĂen ihre beiden mĂ€chtigsten Krieger Asterix und Obelix in die Welt hinauszuschicken, um Andenken fĂŒr Julius CĂ€sar zu sammeln. Besagte Andenken dienen jedoch nicht zur BesĂ€nftigung des grantigen Feldherrn, sondern als zusĂ€tzliche Provokation, die dem Römer einmal mehr klarmachen soll, dass die Gallier frei sind und nichts und niemand sie unterwerfen kann. Und so machen sich Asterix und Obelix auf den Weg nach Britannien, Helvetia (Schweiz), Griechenland, Ăgypten und Spanien. Dort warten nicht nur ihre Freunde mit wichtigen Aufgaben, sondern auch jede Menge Römer zum verprĂŒgeln.
Die Handlung von Asterix & Obelix ist ein nettes Sammelsurium aus zahlreichen Einzelstories diverser ComicbĂŒcher. Man hat quasi die LĂ€nder und groben Storykonzepte von fĂŒnf ComicbĂŒchern genommen und mit einer neuen Ăberhandlung miteinander kombiniert. Nette Idee, die vor allem dafĂŒr sorgt, dass die SchauplĂ€tze des Spiels sehr abwechslungsreich ausfallen. Die Handlung an sich ist fĂŒr einen Platformer auch völlig ausreichend, spielt aber trotz netter Textbox-ErklĂ€rungen vor und nach dem Betreten eines neuen Landes nur eine untergeordnete Rolle.
Platformer mit Beat’em Up-Einschlag und Coop-Modus
Asterix & Obelix hat einiges zu bieten. Das Spiel setzt sich aus 21 regulĂ€ren Levels und 16 optionalen Bonus-Levels zusammen. Wiederspielwert wird durch drei verschiedene Schwierigkeitsgrade, 2 Spielfiguren und einen 2-Spieler-Coop-Modus bereitgestellt. Und ja, man kann diesen Platformer zu zweit angehen, und zwar in einem richtigen Coop-Modus und nicht mit so einem Alibi-Kram, wie man ihn selbst von groĂen Titeln wie Mario und DKC vorgesetzt bekommt. Dies alleine treibt den Reiz von Asterix & Obelix schon stark nach oben, wobei sich natĂŒrlich von selbst erklĂ€rt, dass sich der ohnehin schon knackige Schwierigkeitsgrad dieses Infogrames-Platformers im Coop-Modus nochmals steigert, da sich ja zwei Spieler gleichzeitig koordinieren mĂŒssen. Dennoch ist der Coop-Modus eine sehr coole Erfahrung fĂŒr Fans des Genres.
Aber genug davon. Wie gesagt handelt es sich um einen Platformer. In den meisten Levels geht es ganz einfach darum lebendigen Leibes von links nach rechts zum Levelausgang zu gelangen, ehe das Zeitlimit ablĂ€uft. Hierbei mĂŒssen zahlreiche Gegner, Fallen und AbgrĂŒnde ĂŒberwunden werden. Aber es gibt auch nĂŒtzliche Sammelobjekte und Power-Ups, die einem das gallische Barbaren-Leben erleichtern. GoldmĂŒnzen werden nach Levelende zusammengezĂ€hlt und geben bei 50 StĂŒck ein Extraleben. Freilich kann man Extraleben auch direkt einsacken, sofern man sie findet. Nahrungsmittel regenerieren den eigenen Heilbalken zu ca. einem Viertel der Gesamtlebensenergie. Der Zaubertrank (Asterix) bzw. Wildschweinbraten (Obelix) gewĂ€hrt temporĂ€re Unverwundbarkeit. Zu guter Letzt gibt es dann noch die Sterne. Findet man alle 10 von denen in einem Level, bekommt man den Bonuslevel der jeweiligen Region freigeschaltet, wo es darum geht innerhalb des Zeitlimits möglichst viele Boni einzusammeln. RĂ€umt man den Bonuslevel zu 100 % ab, bekommt man ein weiteres Extraleben zur Belohnung.
So weit so gut, aber was macht Asterix & Obelix nun anders, als andere Spiele dieser Art? Nun, zunĂ€chst sind da die Sportevents. Typische Bossgegner gibt es hier nĂ€mlich nicht, stattdessen muss man im letzten Level eines Landes entweder eine bestimmte Aufgabe erfĂŒllen oder ein Sportevent gewinnen. Da gilt es z.B. ein Rugby-Match fĂŒr die Briten zu gewinnen oder sĂ€mtliche Tresore in einer Bank zu zerbröseln, um den gefangenen Bankier zu retten. Das ist halt mal was anderes als der ausgelutschte Bosskampf, den man sonst im Genre vorgesetzt bekommt. Vor allem die Sportevents bringen Abwechslung ins Spiel, wobei ebendiese jedoch einen derben Stolperstein darstellen können. Vor allem die Olympiade in Griechenland wird fĂŒr viele Spieler ein unĂŒberwindbares Hindernis darstellen. Denn hier ist gnadenloses Buttonmashing im Stil von Konamis âTrack & Fieldâ angesagt. Ich selbst kann diesen Level nur mithilfe eines selbst entdeckten Tricks gewinnen. Ich verwende einen Stift, mit dem ich ĂŒber die Y-Taste rubbel, um die Laufgeschwindigkeit aufzubauen â der menschliche Daumen ist hierfĂŒr eher ungeeignet.
Eine weitere Besonderheit dieses Platformers ist die Art und Weise wie die Gegner bekĂ€mpft werden. Hier ist nix mit auf den Kopf springen. Stattdessen lassen die Gallier die FĂ€uste fliegen. Die Gegner werden also eher nach Beat’em Up-Manier verdroschen, wobei die Pappenheimer jedoch bereits nach zwei bis drei Treffern geschlagen sind. Alternativ kann man den Angriffsbutton auch kurz gedrĂŒckt halten um zum Superschlag auszuholen, welcher jeden Gegner mit einem einzigen Treffer beseitigt. Das ist vor allem fĂŒr hartnĂ€ckigere Gegner wie die Centurios eine nĂŒtzliche Technik.
Trotzdem sollte man die Gegner nicht unterschĂ€tzen, den auch hier gilt die alte Platformer-Regel, dass Körperkontakt zum Gegner mit Energieverlust bestraft wird. Das beiĂt sich zwar etwas mit dem Beat’em Up-artigen Kampfschema, aber man gewöhnt sich schnell daran und ab da an darf man den Römern metaphorische FlĂŒgel verleihen.
GlĂŒcklicherweise bietet das Spiel hierfĂŒr auch eine sehr griffige und zuverlĂ€ssige Steuerung. SĂ€mtliche Bewegungen der Spielfiguren wie springen, rennen, zuschlagen, klettern, ducken und von Platformen herunterspringen gehen leicht von der Hand und sind schnell in Fleisch und Blut ĂŒbergegangen. Ein Passwort-System sorgt obendrein dafĂŒr, dass man das Spiel nicht jedes mal von Vorne beginnen muss, wie es noch im VorgĂ€nger der Fall war. Die Passwörter bekommt man nach jedem abgeschlossenen Land (also meistens nach 4 Levels), setzen sich aus vier Charakter-Konterfeis zusammen und sind daher schnell notiert und eingegeben. Dummerweise werden gesammelte Extraleben nicht durch die Passwörter gesichert, was doch etwas problematisch werden kann, da die spĂ€teren Level immer kniffliger werden und einen gesunden Vorrat an Extraleben sehr wĂŒnschenswert gemacht hĂ€tten. Continues gibt es nĂ€mlich nicht.
Grafik und Sound
Abgesehen vom 2-Spieler Coop-Modus lĂ€sst sich die gröĂte StĂ€rke des Spiels in der genialen audiovisuellen PrĂ€sentation finden. Grafisch prĂ€sentiert sich Asterix & Obelix als wunderschöne Comicumsetzung mit groĂen, liebevoll animierten Sprites, sehr abwechslungsreichen Ortschaften und tollen Farben. Es ist einfach ein Genuss das Spiel zu betrachten und der Drang zu erfahren, welches Setting denn nun der nĂ€chste Level zu bieten hat, ist nicht zu verachten. Hier ein Vorgeschmack auf die ersten fĂŒnf Level: Nach dem Startlevel im Gallischen Wald gehts gleich mal auf ne sehr stĂŒrmische Bootsfahrt nach Brittanien, nach deren Ende man auch noch die Riffe erklimmen soll. Danach fĂŒhrt der Weg ĂŒber eine gemĂŒtliche Wiesen- und Baumlandschaft samt rein optionaler Schmugglerhöhle. AnschlieĂend findet man sich in der nebligen Stadt London(ium) wieder, ehe im letzten Britannien-Level, ein Rugby-Match auf seine BewĂ€ltigung wartet.
Und dann sind da ja noch die tollen Charaktersprites. Ich kann mich auch noch gut daran erinnern, wie ich als Kind immer blitzschnell auf Pause gedrĂŒckt habe, nachdem ich einen Römer verprĂŒgelt habe, um mir genĂŒsslich sein âSchadensmodellâ anzugucken. SelbstverstĂ€ndlich sieht man dann auch wie die Sandalen-TrĂ€ger weit im Hintergrund wieder dem Boden der Tatsachen entgegen fliegen.
GlĂŒcklicherweise steht der OST der Grafik in nichts nach. Normalerweise wird man in Platformern immer mit generischem Gute Laune-Gedudel beschallt, welches vergeblich versucht den Flair von Mario nachzuĂ€ffen. Nicht so bei Asterix & Obelix. Der Komponist Alberto Jose Gonzales zieht hier sein eigenes Ding durch und liefert einen Soundtrack der das GefĂŒhl einer Abenteuerreise durch fremde europĂ€ische LĂ€nder perfekt transportiert. Die Tracks klingen sehr hĂ€ufig, als wĂ€ren sie fĂŒr ein episches Rollenspiel konzipiert worden und nicht fĂŒr einen obskuren Platformer. Und meistens wird auch der nationale Flair des jeweiligen Landes wiedergegeben. Da zeigt der SNES mal wieder was fĂŒr geniale Mucke talentierte Komponisten aus dessen Soundchip ziehen können. Asterix & Obelix bietet einen der besten OSTs fĂŒr Nintendos 16-bit Konsole.
Pro & Kontra
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Das Spiel habe ich sooo geliebt als ich klein war đ
Ich hatte den VorgĂ€nger – bockschwer…. Ich habe ihn gehasst. Aber auf dem Snes hatte man nunmal keine 800 Spiele đ
So siehts aus, da hat man gezockt was zur VerfĂŒgung stand, auch die harten Games. Das erste Asterix fĂŒr SNES hab ich auch in der Sammlung, ich schaffs da aber nicht ĂŒber den ersten Pyramiden-Level hinaus. Auch als Kind war die Pyramide fĂŒr mich die Endstation.^^
Glaube, soweit war ich auch seinerzeit.