Somerville REVIEW

Krieg der Welten. Ich muss gestehen, ich habe eine Schwäche für diese Art Geschichten und empfinde Videospiel-Umsetzungen des Stoffes als unterrepräsentiert. Wenngleich das Buch bereits 1898 erschienen, ist es doch eines der einflussreichsten und visionärsten Geschichten des Genres. Ich liebe Science-Fiction.

Die Ankündigung von Somerville hat mich sofort in meinen gewohnten Modus fallen lassen. Keine Reviews lesen, höchsten einen Trailer anschauen, aber Hauptsache nicht schon vorab zu viele Details spoilern. Und hier möchte ich auch bereits die Produktseiten des Spiels kritisieren. Warum wird heutzutage so viel preisgegeben, obwohl gerade diese Art Spiel davon lebt, vom Spieler selbst erfahren zu werden? Ja, ich verstehe den Punkt: Ich muss ja wissen, was ich hier bekomme, Stefan. – Aber mal ehrlich, lieber potentieller Käufer. Damit beraubst du dich eines großen Teiles der Erfahrung.

Hier ist er nun, mein Spoiler für alle, die ihr Wissen möchtet, ob Somerville vielleicht was für euch ist. Ich habe es gespielt und bin begeistert auf der einen Seite, aber auch genervt von technischen Problemen, die mit schlechten Gameplay-Entscheidungen gewürzt wurden.

Ein ganz normaler Tag

Ein Tag wie jeder andere. Eine Autofahrt, schnell alles aus dem Fahrzeug gepackt, unser Zuhause wieder begrüßt. Der Anfang von Somerville ist ein Moment des Alltags. Den Hund füttern, fernsehen, das Kind baden. Trotzdem merken wir recht schnell, dass hier etwas nicht stimmen kann. Es sind die Details, auf die wir achten und uns merken lassen, das irgendwas nicht wie gewohnt ist.

Somerville ist ein 2.5D Science-Fiction-Adventure. Ihr bewegt euch also recht zweidimensional durch eine 3D-Umgebung. Das ist auch überhaupt nicht negativ gemeint, falls dies nach Zweifeln klingt. Doch warum dies alles? In der Rolle des Vaters werdet ihr angehalten, die Familie zu suchen, die plötzlich und unerwartet verschwunden ist. Es ist euer Ziel, die Familienmitglieder wieder zusammenzuführen und das ursprüngliche Leben zurückzugewinnen. Unterwegs werdet ihr auf einige Geheimnisse stoßen, die ganz neue Blickwinkel aufzeigen.

Und dann beginnen die Probleme

Ein Spiel muss von Anfang an begeistern, neugierig machen, behutsam die Spielmechaniken erklären. Meine positiven Gedanken zum Beginn des Spiels wurden mit Einsetzen des thematischen Twists, der das Ende der Idylle und eine dramatische Suche des Vaters nach den anderen Familienmitgliedern einläutet, ersetzt mit 20 Minuten des: Ja, wie geht es hier nun weiter? – gefolgt von: Ah. Okay. Achso. Ja, da hätte ich wohl drauf kommen müssen.

Ich finde es grundsätzlich gut, wenn ein Videospiel seine Geschichte und wie-das-alles-funktioniert nur mit seiner Umgebung erzählt. Mein großes „Aber“ in diesem Fall ist aber, hier werden uns Steine schon per Design in den Weg gelegt. Ihr bleibt an Gegenständen hängen, müsst exakt den Pixel treffen, um mit etwas zu interagieren, probiert herum, wie es weitergeht, weil der Kontext fehlt oder das Spiel ruckelt und das führt zu Konsequenzen im Ablauf. Möglicherweise ist das alles zu beheben. Hinterlässt aber einen faden Beigeschmack.

Die Auflösung der anfänglichen Ruhe versetzt euch spielerisch in Panik. Ihr wisst ja überhaupt nicht, was hier los ist. Die nächste Stunde wird euch daher viel zum Nachdenken geben, aber eher wenig davon erklären.

In Somerville wird Englisch gesprochen, die Texte sind wiederum lokalisiert. Der Titel hat eine Länge von ungefähr 3 bis 4 Spielstunden.

Das Ende der Welt, wie wir sie kennen

Ich kann nicht sagen, dass mir die Puzzle bzw. Rätsel sonderlich gefallen. Ich sehe hier insbesondere eine Schwäche von Somerville, das zu sehr auf Mechaniken setzt, die man so oder so ähnlich bereits häufig gesehen hat. Damit meine ich nicht, wie die Umgebung dazu eingesetzt wird, andere Dinge zu manipulieren. Das hat mir durchaus Spaß gemacht. Irgendwie wirkt es aber, als stünde die Spielmechanik außerhalb dessen, was man sich für die Story ausgedacht hat. Das passt nicht richtig zusammen und doch ist es die spannende und starke Geschichte, die mich motiviert, nicht aufzugeben.

Das ist auch meine absolute Empfehlung an dieser Stelle, wenngleich es hier und da Ecken und Kanten hat, sollte man dranbleiben – es lohnt sich.

Cloud-Gaming Verfügbarkeit und Technik

Die schön gezeichnete Grafik und der atmosphärische Soundtrack fügen sich wunderbar zusammen. Diese geführten Kameraperspektiven, bedingt durch die Wahl der Dimension, sind meistens sehr flüssig ins Gameplay integriert. Alternativ wird die Sicht auf den Charakter versperrt oder man rennt versehentlich aus dem Bild. Alte Fehler, die man in Somerville aus der Adventure-Schublade geholt hat.

Das Spiel ist zum Release im GamePass verfügbar und macht auch auf Xcloud eine gute Figur. Ansonsten könnt ihr das Spiel bisher nur bei Diensten wie Shadow PC in der Cloud spielen. Somit wäre der Microsoft-Dienst Xcloud durchaus zu bevorzugen, wenn ihr ein GamePass Ultimate Abo besitzt.

 

Pro & Kontra

thumbs-up-icon

Pros
  • Starke Geschichte
  • Grafik und Sound sind klassisch schön
  • Kurz und knackige Spielzeit

thumbs-up-icon

Cons
  • Rätsel sind altbacken und unkreativ
  • Hakelige Steuerung
  • Bugs! Mehr Entwicklungszeit nötig gewesen

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Spiel Bewertung
Singleplayer
65
65
-
Multiplayer

FAZIT

Ach ja, Somerville. Wenn ich daran denke wie sehr du mir Lust auf mehr gemacht hast, so wenig mag ich an die vielen Unzulänglichkeiten denken, die mir weniger Lust auf mehr gemacht haben. Was ich am Ende hoffe ist, dass die technischen Probleme behoben werden und weitere Titel auf der guten Basis aufbauen. Durchaus mag die Welt begeistern, die Charaktere mich bewegen und der Sound mich treiben. Ich fühl mich aber wie jemand der ständig stolpert, per Design. Aus dem Alltag gerissen, auf der Flucht gewesen, auf der Suche nach meiner Familie und der Erkenntnis beim Abspann, dass es mehr hätte sein können. Spielt es an, es ist im GamePass verfügbar und macht euch euer eigenes Bild. Die Chance sollte man Somerville durchaus geben.

- Von  Stefan

Xbox One
MS Windows
Xbox Series X

Somerville REVIEW

USK 0 PEGI 3

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