The Sly Trilogie REVIEW

Sly Raccon (Original aus 2003) Der Waschbär Sly Cooper ist der letzte noch verbliebene Abkomme einer Dynastie von Meisterdieben. Sein Vater wurde von den Teuflischen Fünf, einer üblen Bande von Verbrechern, ermordet, als Sly noch ein Kind war. Dabei erbeuteten sie das Buch der Meisterdiebe, das alle Geheimnisse beinhaltet, die die Cooper –Familie zu ihrem kriminellen Erfolg geführt hatten.

Sly hingegen, wuchs nach diesen Vorfällen im Heim auf, wo er Bentley die Schildkröte und Murray das Nilpferd kennenlernte, die schnell seine besten Freunde wurden. Gemeinsam haben sie sich geschworen, die Seiten des gestohlenen Buches des Meisterdiebes zurück zu stehlen und die Schrecklichen Fünf zu besiegen.

Sly 2 Band of Thieves (Original aus 2004) Aus einer dunklen Versenkung erhebt sich die korrupte Klaww-Gang, die es auf einige geheimnisvolle Artefakte abgesehen hat. Was genau sie damit bezwecken ist zunächst unklar. Eines steht jedoch fest: Sky, Bentley und Murray müssen einschreiten und die Artefakte aus den gierigen Griffeln der Klaww-Gang zurückerobern. Dabei wird nicht nur die Story fortgeführt, sondern auch, wie es sich für eine Fortsetzung gehört, das Gameplay erweitert. Nun erlangt der Spieler nicht mehr nur die Kontrolle über Waschbär Sly sondern auch seine beiden Freunde, was sich deutlich auf die Art der Spielerfahrung auswirkt. Bentley ist in der Lage, Gegner zu betäuben oder ihnen explosive Fallen stellen. Murray, in seiner Position als massiges Nilpferd, bedient sich dagegen seiner rohen Kraft. Die Möglichkeit, andere Charaktere zu steuern, bleibt aber nicht die einzige Veränderung im Gameplay. Wirkten die einzelnen Abschnitte im Vorgänger noch stark schlauchartig, sind die Levels im Sequel offener gehalten. Außerdem sind die einzelnen Missionen in Untermissionen aufgeteilt worden.

Sly 3: Honour Among Thieves (Original aus 2010) Nachdem mit dem Buch des Meisterdiebes ein wichtiger Teil von Slys Erbe wieder aufgetaucht ist, macht sich die Diebesbande um den titelgebenden Helden auf, auch den finanziellen Teil des familiären Nachlasses zu erbeuten.

Beim Gameplay ist man dem roten Faden konsequent gefolgt und hat Tendenzen aus Teil Zwei weiter verfolgt. Das heißt im Klartext, die Level wurden noch offener und nun lassen sich wirklich viele unterschiedliche Charaktere steuern. Das erschwert den Einstieg merklich. Außerdem liegt der Fokus des Trilogiefinales eher auf Beat ´em up als auf der gewohnten Schleichaktion. Man möchte munkeln, hier wären die Leute des Entwicklers Sucker Punch etwas über das Ziel hinausgeschossen.

Schleichaction für Einsteiger

Die drei Titel, die die Trilogie bietet, sind klassische 3D-Jump and Runs. Dabei sind besonders die ersten beiden Serienableger mit vielen Schleichpassagen ausgeschmückte, in denen es darauf ankommt, sich nicht von den zahlreichen Gegner erwischen zu lassen. Der Hauptprotagonist Sly schöpft dabei aus einem Pool von Moves wie Rollen, Doppelsprung, Grinden und mehr. Außerdem lernt er stetig neue Bewegungen dazu. Einige davon erhaltet Ihr optional, wenn ihr alle Hinweise der einzelnen Abschnitte Hinweise sammelt, und so jeweils einen Safe knackt. Andere Moves sind wichtig, um das Spiel abzuschließen, weshalb Sly sie zwingend erlernt. Angenehm fällt auf, dass es keine unermesslich große Anzahl von Sammelgegenständen gibt. In erster Linie sind nur die Münzen erwähnenswert. Wer 100 Stück davon sammelt, erhält, zumindest in Teil Eins, ein Hufeisen, mit dem man sich mehr als einmal von einem Gegner treffen lassen darf. Ab dem zweiten Serienableger wurde das Lebensenergiesystem aber etwas überarbeitet. Zeitweise wird das Gameplay in den abwechslungsreich gestalteten Hüpfpassagen von Abschnitten aufgelockert, in denen der Spieler beispielsweise ein U-Boot steuert, von einem Geschützturm auf alles feuert, was sich bewegt oder an Autorennen teilnimmt.

Das Geschehen um Sly Cooper und seine Familie von Meisterdieben wird dabei von comicartigen Zwischensequenzen erzählt. Sie sind sehr stimmig und auch humorvoll präsentiert. Auch im Spiel selbst ist die Präsentation sehr gut gelungen. Die kunterbunte Cell-Shading-Grafik passt zu den Titeln wie Bentley in seinen Schildkrötenpanzer. Zudem besiedeln ebenso kreative wie verrückte Gegner die Zeichentricklevel. Die deutschen Sprecher haben ganz hervorragende Arbeit geleistet. Die Betonung wirkt immer völlig natürlich. Somit spielen sich die drei Jump and Runs, als würde man ein gutes Comicheft lesen. Lediglich die Hintergrundmusik kann den hohen Standard oft nicht halten und dudelt belanglos, bisweilen sogar nervig im Hintergrund. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Die Aufmachung, die sich eher an jüngere Spieler richtet, passt auch gut zum Schwierigkeitsgrad. Mit all den fair platzierten Checkpoints sind die Abenteuer recht einfach. Einige Abschnitte, vor allem der eine oder andere Endgegner, bilden die Ausnahme. Trotzdem ist genug Inhalt für eine angemessene Spielzeit geboten. Während Teil Eins sich gut und gerne in unter 10 Stunden absolvieren lässt, nimmt der Umfang in den beiden Nachfolgern etwas zu.

Das umorganisierte Verbrechen

Wer als Kenner der Originaltitel auf der Playstation 2 nun erwartet hat, dass die mobile Neuauflage alles verändert, der wird herb enttäuscht werden. Der Arbeitsaufwand, der in die Portierung investiert werden musste, wird sich in Grenzen gehalten haben, gerade wenn man bedenkt, dass 2010 bereits dieselbe Trilogie auf Sonys Heimkonsole Playstation 3 ihre Reinkarnation erlebte. Dennoch sind hier und da einige erfreuliche Adaptionen spürbar. Allen voran die Grafik, genauer die Auflösung der Texturen. Diese wurde hochgeschraubt auf ein sehr ansehnliches HD-Niveau. Die wirklich kreativen Zwischensequenzen im Comiclook, die die Story weiterspinnen, haben leider keine Frischzellenkur erfahren, was man ihnen im Kontrast zum Rest des Spiels auch deutlich anmerkt. Sie leiden unter auffällig geringer Auflösung. Auch die Steuerung wurde an die Vita angepasst, die dank zweier Analog-Sticks in der Lage ist, den Dual-Schock-Controller adäquat zu ersetzen. Sogar die Touchscreens auf Vorder- und Rückseite der Vita wurden eingebunden. Wer die Rückseite antippt, positioniert die Kamera hinter Sly, wer den vorderen Bildschirm antippt, gelangt zur Egoperspektive. Nette Spielerei, aber nicht mehr. Leider wurden in diesem Zuge nicht die kleinen Steurungshackler, die besonders im ersten Teil immer mal wieder einen neuen Versuch von Nöten machen, überarbeitet.

Wie schon bei Ratchet and Clank hat auch die Sly-Trilogie unter fehlender W-Lan-Unterstützung zu leiden. Die einzige aber umso enttäuschendere Konsequenz ist, dass die Mehrspielerfunktionen komplett unter den Tisch fallen.

Erfreulich für alle Trophäenjäger: Natürlich wurde das Trophäensystem implementiert. Es ist recht simpel, viele der Pokale zu ergattern, so dass gerade auf erfahrene Spieler ein virtueller Goldregen niedergehen wird.

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