Tales of Berseria Remastered REVIEW

Noch vor einiger Zeit erschien jedes Jahr ein neuer Ableger der beliebten Tales-of-Reihe. Inzwischen ist es hier zwar ruhiger geworden, dafür werden aber Remastered-Versionen der bereits in die Jahre gekommenen JRPGs in selbigen Zeitintervallen veröffentlicht. Im Rahmen eines Remaster-Projekts sind Tales of Graces f Remastered, Tales of Xillia Remastered sowie Tales of Symphonia Remastered bereits erschienen. Nun werden die Wiederveröffentlichungen mit Tales of Berseria Remastered fortgesetzt, welches ich in den letzten Tagen testen durfte. Vorab sei gesagt, dies wird nicht der letzte Titel der Reihe, der von Bandai Namco aufgefrischt wird.

In der überarbeiteten Fassung von „Tales of Berseria” schlüpft ihr erneut in die Rolle der jungen Frau Velvet, die zusammen mit ihrem Bruder in einem kleinen, friedlichen Dorf lebt. Allerdings war das Dorf nicht immer so friedlich. Vor einigen Jahren verfärbte sich der Mond scharlachrot und die Menschen verwandelten sich in Dämonen, gegen die nur Exorzisten etwas ausrichten konnten. Bei diesem Vorfall starb Velvets ältere Schwester, sodass sich seitdem ihr Schwager Arthur um Velvet und ihren Bruder Laphicet kümmert. Eines Nachts wird Velvet wach und ahnt, dass etwas nicht stimmt. Außerhalb ihres Hauses trifft sie der Schlag, denn der Mond verfinstert sich und wird erneut scharlachrot! Sie flüchtet aus dem von Dämonen umstellten Dorf und begibt sie sich auf die Suche nach ihrem Schwager und ihrem Bruder. In der Nähe einer alten Tempelruine findet sie beide. Arthur steht kurz davor, Laphicet zu opfern, um größere Macht zur Bekämpfung der Dämonen zu erhalten. Velvet will ihn aufhalten, wird aber in flammende Ketten gelegt und muss zusehen, wie ihr Bruder geopfert wird. Vor Wut und Rage verwandelt sie sich in eine Dämonin.

Da Velvet nun Feind der Exorzisten ist, wirft Arthur sie in einen Dämonenkerker, wo sie verhungern soll. Was er allerdings nicht weiß, ist, dass Velvet sich dank ihrer dämonischen Kräfte von anderen Dämonen ernähren und stärken kann, indem sie ihnen die Lebenskraft entzieht. So überlebt sie drei lange Jahre im grausamen Kerker und schwört Rache für die einstigen Taten, die Athur verübte. Und diese Gelegenheit soll ihr auch nicht mehr lange fern bleiben… denn die Flucht gelingt!

Die Tales of JRPGs

Wir werfen nun erst einmal einen Blick auf die typischen Eigenheiten der Reihe. Wie für die Abenteuer der Tales-of-Ableger typisch, trifft Velvet auf zahlreiche Mitstreiter, die sie auf ihrem Weg begleiten und eine wertvolle Stürze in den Kämpfen darstellen. Dabei liefern sich die Protagonisten untereinander jede Menge interessante wie lustige Dialoge. Mal öffnen sich Dialogfenster, die über aktuelle Geschehnisse sowie die Vergangenheit philosophieren, mal werden die zumeist komplexen Persönlichkeiten der Mitstreiter hervorgehoben. Mit jedem frisch erkundeten Winkel der Welt zeigt sich die Komplexität der Charaktere, der typisch für das Genre ist.

Überall verstreut befinden sich Waffenläden, in denen ihr neue sowie stärkere Items erwerben könnt. Sollte nichts ansprechendes dabei sein, hilft der ansässige Schmied gerne weiter, sofern die entsprechenden Materialien in eurem Inventar vorhanden sind. So können bestimmte Waffen beispielsweise Statuseffekte wie Gift oder Brand auslösen oder gar Leben der Kontrahenten entziehen, während Rüstungsteile ggfs. vor gewissen Elementen schützen.

Das Kochsystem, das ihr inzwischen zur festen Größe der Reihe gehört, hat auch einen Platz im Tales of Berseria Remastered gefunden. Mit dem generieren fertiger Speisen darf man nach dem Verzehr verschiedene Statuseffekte erwarten. Mit immer neuen Rezepten wird auch das Sammeln der benötigten Utensilien zum Akt der Freude.

Noch ein wenig weiter geht Bandai Namco mit den optischen Anpassungen dank verschiedener Kleidungsstücke zu den unterschiedlichen Charakteren. Hier wird definitiv nicht gegeizt.

Die Kampfe

Doch prägender ist das Level-Up-System, welches zumeist von gewonnenen Kämpfen zerrt. Da es keine Zufallskämpfe mehr gibt, könnt ihr Aufeinandertreffen zwar steuern, solltet sie aber nicht grundsätzlich vermeiden. Denn im Verlaufe des Spiels warten einige Bossgegner auf euch, die bezwungen werden müssen, um im JRPG voranzukommen. Stellt ihr euch einem Gegner, werdet ihr in ein gesondertes Areal verfrachtet, welches klare Grenzen aufzeigt. Zwar ist eine Flucht möglich, in der Party sind aber alle ausgewählten Recken (insgesamt 4 Charaktere) auf den oder die Gegner fokussiert und bereiten ein schnelles Ende, wenn die Attribute stimmig sind.

Das Kampfsystem unterscheidet sich nicht allzu stark von seinen Vorgängern bzw. auch Nachfolgern, bringt aber andere Elemente mit sich, die für Abwechslung sorgen. Das ist natürlich elementar, da JRPGs mit einer Spielzeit von vielen Stunden nicht nur auf eine starke Story, sondern auch auf abwechslungsreiches Gameplay angewiesen sind.

Beim Kämpfen basiert alles auf den Seelen, die quasi die Initiative darstellen und für das Ausführen von Fähigkeiten (sogenannten „Artes”) verwendet werden. Dabei gibt es nicht nur einfache Angriffe, sondern auch Elementfähigkeiten, Heilzauber und Flächenangriffe, die sich beliebig für Kombos hintereinander einsetzen lassen. Je mächtiger oder länger ein Angriff bzw. eine Unterstützungsfähigkeit ist, desto mehr Seelen werden verbraucht. Die Seelen regenerieren sich zwar, dennoch bleibt die Zeit aus gegnerischer Seite nicht ungenutzt. Leider stört in den Kämpfen oft der Darstellungswinkel, was bedeutet, dass mir nicht selten die Sicht auf die Handlungen versperrt bleibt, und ich nur viel Gewusel wahrnehme.

Technik

Tales of Berseria Remastered hat natürlich gegenüber der Erstveröffentlichung eine optische Anpassung erfahren. Dennoch kann das Rollenspiel sein wahres Alter nicht verbergen. Zu bedenken ist, dass das Spiel zwischen zwei Konsolen-Generationen erschien, und zugunsten der schwächeren Hardware konzipiert wurde. Dennoch stechen insbesondere die Charakter hervor, die wahrhaft zeitlos erschienen und wieder einiges an Phantasie einverleiben. Die Figuren, insbesondere Velvet, prägen sich schnell ein und lassen diesen Teil nicht in Erinnerungslücken verschwinden. Dazu trägt jedoch auch die Cel-Shading-Optik bei, die einfach zeitlos und verspielter erscheint.

Selbstverständlich wird im Tales of Berseria Remastered nicht an bewegten Bildern gespart. Neben den normalen Zwischensequenzen, die die Story voranbringen, gibt es auch einige Szenen im gezeichneter Anime-Optik zu bestaunen. Dieser wunderbare Look zieht sich auch durch die Spielwelten, die einige unterschiede aufzeigen, aber nicht so vielfältig sind, wie später veröffentlichte Tales-Of-Ableger. Das Original „Tales of Berseria“ hat einfach schon 10 Jahre auf dem Buckel, was man dem Remastered auch ansieht. Dennoch versucht man mit unterschiedlichen Dungeons, Städten und Grünflächen einiges an vielfältigen Schauplätzen mitzugeben. Leider zeigen insbesondere die Dungeons ein paar Schwächen in ihrer Darstellung und Ausgereiftheit. Alles wirkt gleich und schlauchig, sodass ihr sofort wieder daran erinnert werdet, dass das JRPG bereits etwas betagter ist. Auch fehlt es bei einigen Schauplätzen an Detailtiefe, die mit einem Remastered erwartet wird. Mit der Frischzellenkur hätte die grundlegende Überarbeitung Pflicht sein müssen. Hier wurde eine große Chance verpasst!

Der Soundtrack passt immer zur gegebenen Atmosphäre und weiß vollends zu überzeugen. Wie schon bei vorangegangen oder nachfolgenden Teilen, könnt ihr euch über einen orchestralen Soundtrack freuen, der die Abenteuer von Velvet und ihren Freunden mit vielen verschiedenen Tracks begleitet. Auch leisere Klänge dürfen situationsbedingt vernommen werden, was die Reise stimmiger macht.

Abschließend möchte ich noch auf die Sprachausgabe und Untertitel eingehen. Die Sprachausgabe könnt ihr auf Japanisch oder Englisch stellen, wobei man gleichzeitig aus verschiedenen Untertitelsprachen wählen darf, wie beispielsweise Deutsch. Beide Sprachausgaben können durchgängig überzeugen und verwenden gute Sprecher, die jeweils zu den Charakteren passen und die Dialoge perfekt vermitteln. Zudem ist fast das gesamte Spiel vertont, sodass ihr euch auf die vielen illustreren Gespräche freuen dürft.

Video


Pro & Kontra

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Pros
  • Tolle Spielfiguren mit Charaktertiefe
  • Kein Vollpreis
  • Großer Umfang mit Haupt- und Nebenmissionen

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Cons
  • Fehlende Detailtiefe in einigen Arealen
  • Das Remastered hätte mehr Neuerungen bieten dürfen

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