The Chronicles of Riddick: Escape from Butcher Bay REVIEW

Mit dem Sci-fi-Horrorfilm „Pitch Black: Planet der Finsternis“ erschien im Jahre 2000 ein waschechter Überraschungshit im Kino. Vor allem der Antiheld Richard B. Riddick, welcher von Vin Diesel verkörpert wurde, kam beim Publikum sehr gut an. Bei solch einem erfolgreichen Film ist es natürlich gang und gäbe, dass Fortsetzungen produziert werden. Und vor allem das Riddick-Universum ließ sich nicht lumpen und haute im Jahr 2004 gleich drei neue Storys zum glatzköpfigen Super-Krieger heraus. Zum einen wäre da natürlich der zweite Kinofilm „ Riddick: Chroniken eines Kriegers“. Dann der Zeichentrick-Kurzfilm „Riddick: Krieger der Finsternis“, welcher das Bindeglied zwischen den ersten beiden Kinofilmen darstellen soll. Und zu guter Letzt gabs auch ein Prequel-Videospiel für die Xbox.

Dieses trägt den Namen „The Chronicles Of Riddick: Escape from Butcher Bay“ und gilt als eines der besten Filmlizenz-Spiele überhaupt. Bereits Ende 2004 wurde die Xbox-Exklusivität fallen gelassen und eine PC-Version mit neuen Inhalten bereitgestellt. Im April 2009 gabs dann mit „The Chronicles of Riddick: Assault on Dark Athena“ eine Fortsetzung zum Riddick-Spiel, welches sogar eine grafisch überarbeitete Version von Butcher Bay enthielt. Letztere Version ist auch jene, welche diesem Review zugrunde liegt. Das Athena/Butcher Bay-Bundle gabs mal auf GoG zu erwerben, wurde aber mitlerweile aus diesem Online-Shop entfernt, womit das Spiel nicht mehr ganz so leicht verfügbar ist, wie es angebracht wäre. Aber das soll mich nicht davon abhalten meiner GoG-Version mal einen Test zu unterziehen.

Jener Knast in dem er seine ikonischen Augen erhalten hat

Die Story wird als Rückblende erzählt: Richard B. Riddick, ein gesuchter Mörder, der dank seiner schier übermenschlichen Kampf- und Überlebensfähigkeiten einen legendären Ruf erlangt hat, lebt derzeit als Einsiedler auf dem Eisplaneten U.V.6. Nach einem Kampf gegen ein Yeti-artiges Monster spricht ihn eine geisterhafte Frauenstimme auf seine Zeit in Butcher Bay an, jenem Knast in dem Riddick seine ikonischen Nachtsicht-Augen erworben hat. Und so durchlebt Riddick in Gedanken seinen kompletten Aufenthalt auf Butcher Bay aufs Neue:

Der Kopfgeldjäger William J. Johns hat Riddick einkassiert und liefert diesen auf dem Wüstenplaneten Butcher Bay ab. Butcher Bay stellt das härteste und sicherste Gefängnis in jenem Abschnitt des Universums dar. Für den berüchtigten Riddick gibts 50 % Extra-Kopfgeld zum regulären Lohn. Dummerweise hat sich Johns derbe verkalkuliert, denn der Gefängnisdirektor, ein Lackaffe namens Hoxie, hat noch eine offene Rechnung mit Johns und betrachtet Riddick als Entschädigungsleistung. Johns findet dies freilich nicht so witzig, aber das ist ja nicht Riddicks Problem. Dieser wird von Hoxies rechter Hand, dem Möchtegern-Tough Guy Abbott, in den Knast eskortiert. Von da an kennt der abgebrühte Glatzkopf natürlich nur noch ein Ziel: Von Butcher Bay entkommen!

Und mehr als das sollte man von der Handlung auch nicht erwarten. Es geht um einen Gefängnisausbruch aus einer düster-futuristischen Knastanlage. Nicht mehr und nicht weniger. Doch das ist freilich leichter gesagt als getan, da sowohl Hoxie, Abbott und sogar Johns da noch ein paar Wörtchen mitzureden haben. Und auch mit den anderen Gefängnisinsassen und -wärtern muss sich Riddick auf die ein oder andere Weise auseinandersetzen. Aber wie gesagt bekommt Riddick auf Butcher Bay seine markanten Nachtsicht-Augen verpasst. Und der Spieler darf sich auf die sehr coole Inszenierung dieser eigentlich simplen Handlung freuen. Escape from Butcher Bay feiert das Riddick-Universum nämlich genauso ab wie die Filmvorlagen! Und mehr muss ich dazu eigentlich auch gar nicht sagen.^^

Abwechslungsreichtum ist der Schlüssel zum Erfolg

Escape from Butcher Bay kann man unterm Strich in die Kategorie Action-Adventure einsortieren. Das Spiel kombiniert Stealth-, Egoshooter- und Adventure-Gameplay zu einem sehr bekömmlichen Mix und garniert diesen sogar noch mit ein paar seichten RPG-Elementen sowie Horror- und Mech-Action-Abschnitten. Die Steuerung per Maus und Tastatur funktioniert gut, einige Aktionsmöglichkeiten sind jedoch unglücklich belegt und sollten vom Spieler neu konfiguriert werden (was glücklicherweise auch möglich ist).

Das Spiel bietet drei Schwierigkeitsgrade. Ich selbst wählte den mittleren Grad und musste mich stellenweise schon anstrengen um durchzukommen. Vor allem die Egoshooter-Schießereien gegen das Wachpersonal gestalten sich als überraschend tödlich. Die Gegner sind nämlich aufmerksam, beweglich und zielen gut. Da gibt es schnell mal den unverhofften Bildschirmtod. Darüber hinaus hat das Spiel die lästige Neigung auch mal wirklich unfaire Passagen reinzuwerfen: Regelmäßig muss man ohne adequate Bewaffnung gucken wie man zurechtkommt. Mehrmals im Spiel bekommt man nämlich die Ausrüstung abgeknöpft und fängt wieder bei null an. Das ist nicht nur frustrierend, sondern hat auch zur Konsequenz, dass man niemals(!) im Spiel mit einem kompletten Arsenal unterwegs sein wird. Kämpfe gegen feindliche Mech-Soldaten fühlen sich einfach nur kaputt an, und immer wieder hat man das Gefühl, dass Stealth-Abschnitte nicht so richtig auf eben jenen Spielstil zurechtgeschnitten wurden. Also nein, ein perfektes Spiel bekommt ihr hier nicht.

Aber dafür bekommt ihr ein extrem Abwechslungsreiches! Es gibt reine Adventure-Abschnitte, in denen ihr mit NPCs redet, kleinere Nebenaufträge für diese erfüllt und bei einigen sogar Geld für neue Ausrüstung und Zigarettenschachteln (dienen zum freischalten von Artworks im Hauptmenü) investieren könnt (und ja, es gibt ein Geldsystem im Spiel). Das Leveldesign entpuppt sich gerne mal als unerwartet ausgeklügelt. Vor allem im Mittelteil des Spiels warten alternative Routen, die es im Extremfall erlauben ganze Levelabschnitte zu überbrücken. Es gibt zwei Horror-Abschnitte, in denen man sich im dunkeln und mit begrenzter Shotgun-Munition gegen Horden blutrünstiger Mutanten und Monster durchsetzen muss. Im krassen Gegensatz dazu gibt es auch zwei Mech-Abschnitte, in denen man mal so richtig die Sau rauslassen darf und einfach alles und jeden zu klump schießt. Und dann sind da noch die allgemeinen Herangehensweisen als Stealth-Killer oder Baller-Rambo.

Die Stealth-Mechaniken sind relativ simpel: Per Tastendruck in den Schleich-Modus, möglichst im dunkeln und/oder hinter Umgebungsobjekten verbergen, hinter den Gegner anpirschen und diesen auf zweierlei Arten beseitigen (schnell und laut oder langsam und leise). Leichen können gezogen werden, um diese in dunklen Ecken zu deponieren. Nach dem ersten Spielviertel bekommt Riddick seine Nachtsicht-Augen, welche man ohne Einschränkung per Knopfdruck aktivieren darf. Darüber hinaus darf man auch klettern, hangeln, Leitern besteigen oder Lichtschalter an und ausknipsen. Was die direkte Konfrontation anbelangt, gibt es den Nahkampf mit Fäusten, improvisierten Messern oder Knüppeln. Für den Fernkampf gibts Pistole, Maschienengewehr, Schrotflinte und die Gatlinggun. Für Stealtheinlagen gibts sogar eine Art Taser-Pistole. Verlorene Lebensenergie wird an Heilautomaten regeneriert, welche jedoch nur über begrenzte Ladungen verfügen. Es gibt auch spezielle Heilautomaten, welche die Lebenspunkt-Anzahl dauerhaft steigern.

Ungünstig war die Entscheidung Autosaves-Checkpoints zu nutzen. Nichts geht über manuelle Speicherungen, die in der 2009er-Version leider nicht geboten werden. Auch die vergleichsweise kurze Spieldauer von ca. 8-9 Stunden ist nicht die beste Eigenschaft des ersten Riddick-Spiels. Abgesehen davon fällt es jedoch schwer ernsthafte Schwachpunkte auszumachen. Natürlich ist es nervig, dass man oftmals keine vernünftigen Stealth-Optionen hat, und die Schießereien obendrein einen Tick zu anstrengend und schwammig ausfallen. Auch sollte man hier nicht die Komplexität von Deus Ex erwarten. Aber für ein Filmlizenz-Game welches ursprünglich als Konsolen-Exklusivtitel entworfen wurde, kann sich das Ergebnis definitiv sehen lassen!

Grafik und Sound

Für ein Spiel welches ursprünglich 2004 herauskam, sieht Escape from Butcher Bay wirklich sehr gut aus. Selbst 2009 war die allgemeine Grafik noch sehr annehmbar, jedoch muss ich gleich mal davor warnen, dass die 2009er-Fassung einige lästige Grafik-Spielereien mit auf den Weg bekam, welche dem Spiel rückblickend betrachtet nicht unbedingt gut tun. Damals mögen Effekte wie Bloom oder Tiefenunschärfe ja noch ganz hip gewesen sein, aber wenn man sich mal das entsprechende Youtube-Vergleichsvideo anschaut, merkt man doch recht schnell, dass derartige Effekte nicht der Weisheit letzter Schluss sind. Und unabhängig davon haben die Texturen natürlich ordentlich Staub angesetzt.

Positiv ist hingegen die Umsetzung des Settings. Man möchte meinen, dass ein Spiel welches ausschließlich in einem versifften Sci-fi-Knast stattfindet eintönig sei. Doch weit gefehlt! Butcher Bay bietet viele verschiedene Sektoren und Abschnitte, welche allesamt ihren eigenen individuellen Flair mitbringen und sowohl Grafik als auch Spiel unerwartet abwechslungsreich halten. Darüber hinaus schafft es das Spiel auch diesen düster-dreckigen Look, sowie die Oppulenz der Filmvorlagen einzufangen, und die Beleuchtungseffekte sind erste Sahne.

Der Soundtrack gehört zur Kategorie „Unterstützt das Spielgeschehen.“ Es ist kein OST den man im Gedächtnis behält, oder den man sich außerhalb des Spiels anhören würde, aber er leistet das wozu er konzipiert wurde. Die Action zu unterstützen, Tempo aufzubauen und vielleicht auch mal ein klein wenig Atmosphäre zu erzeugen.
Der eigentliche Star ist jedoch die Sprachausgabe, welche ausschließlich im englischen Orginalton vorliegt. Ein großes Feature des Spiels, ist, dass Vin Diesel und Cole Hauser als Sprecher für ihre Filmcharaktere Riddick und Johns fungieren. Da freut sich der Filmfan. Und auch die anderen Charaktere wurden von bekannten Schauspielern wie Ron Perlman oder Dwight Schulz vertont. Ehrensache, das auch die Soundeffekte von Schießprügeln, Apparaturen und Monstern mühelos überzeugen.

Pro & Kontra

thumbs-up-icon

Pros
  • Richard B. Riddick
  • bietet viel Abwechslung
  • sehr gute Präsentation und Artdesign

thumbs-up-icon

Cons
  • die 2009er-Version hat einige lästige Grafikeffekte wie Unschärfe und Bloom
  • gibt einige Stellen die unfair wirken
  • ist vielleicht ein klein wenig zu kurz (ca. 8-9 Stunden)

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Spiel Bewertung
Singleplayer
84
84
Gut
-
Multiplayer

FAZIT

Mit „The Chronicles Of Riddick: Escape from Butcher Bay“ bekommt die Riddick-Franchise eine weitere spannende Story rund um den von Vin Diesel verkörperten Super-Krieger mit den leuchtenden Augen spendiert. Hier haben wir wieder einmal den Beweis, dass eine Filmlizenz keineswegs ein Garant für ein mieses Spiel sein muss. Ganz im Gegenteil! Von dem Abwechslungsreichtum den Riddicks großer Gefängnisausbruch zu bieten hat, können sich so manche Nicht-Lizenz-Spiele ein paar dicke Scheiben abschneiden! Butcher Bay bietet einen fliegenden Wechsel zwischen Stealth, Egoshooter und Adventure-Passagen. Da wechseln sich gerne mal beklemmende Survival-Horror-Abschnitte mit brachialen Mech-Ballerorgien ab. Und immer mit dabei ist die tolle Präsentation, welche peinlichst darauf achtet den Filmvorlagen keine Schande zu bereiten! Zwar schlägt das Spiel mit einigen frustigen Stellen etwas über die Stränge und die Spieldauer ist jetzt nicht die längste im Genre, aber unterm Strich bekommt man hier ein wirklich tolles Spiel geboten. Nicht nur für Riddick-Fans!

- Von  Volker

MS Windows

The Chronicles of Riddick: Escape from Butcher Bay REVIEW

USK 16 PEGI 16

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