Sunset Overdrive REVIEW

Was ergeben ein schräger Punk, ein misslungener Energie Drink, eine knallbunte Spielwelt und eine Menge Punkrock? Richtig, Sunset Overdrive und wo Overdrive draufsteht, ist auch Overdrive drinnen. Die Ratchet & Clank Entwickler haben hier ein etwas anderes Spiel kreiert und das heißt für euch ballern, grinden und bouncen, bis der Arzt kommt.

Sunset City macht anfangs einen ganz unscheinbaren Eindruck, aber das ändert sich schnell, denn die Präsentation des neuen Energie Drinks, Overcharge, steht in den Startlöchern. FizzCo, der Konzern hinter Overcharge, preist seinen neuen Drink natürlich als revolutionär an. Jeder will ihn und jeder bekommt ihn, doch das wird den Bürgern von Sunset City zum Verhängnis. Nach dem Konsum einer Dose Overcharge, verwandelt sich der Konsument in ein hässliches, oranges Monster voller Saftblasen.

Hier kommt ihr ins Spiel. Ihr seid als namenloser Held zwar auch bei der Präsentation anwesend, jedoch begleitet ihr nur als Saubermacher das Geschehen. Und so entgeht der Hauptprotagonist der tödlichen Brühe und kann sich mit letzter Kraft in einen Unterschlupf retten. Als es die Overcharge-Monster, auch kurz ODs genannt, in euer Apartment schaffen, ist es an der Zeit zu handeln. Raus aus der Stadt lautet von nun an das Ziel. Walter, ein älterer, glatzköpfiger Mann, hilft euch in letzter Sekunde zu entkommen und begleitet euch in eure neue Basis. Dieser, vor ODs geschützter Ort, ist von nun an der Ausgangspunkt für eure Fluchtversuche aus der Stadt. Hier werdet ihr mit Missionen, Waffen und Charakteraufwertungen versorgt. FizzCo macht es euch aber nicht gerade einfach und versucht jeden Flüchtling, der der neuen Vorhölle entkommen will, um die Ecke zu bringen. Die Stadt ist also vollkommen abgeriegelt, 99% der Bürger sind entweder mutiert oder haben sich den Scabs, einer Plündererbande, angeschlossen.

Der Rest, der noch übrig ist, besteht aus sehr speziellen Menschen. Luxuswasserabhängige Nerds, Elite-Uniabsolventen, Landstreicher, Live Action Role Player und EUCH. Man möchte fast meinen, es überleben nur Außenseiter und Freaks.

Was würde Batman jetzt tun?

Batman würde versuchen, die Stadt vor dem Untergang zu bewahren und so viele Überlebende wie möglich zu retten. Diesem Ziel geht auch ihr nach, sofern nicht gerade eure eigene Rettung im Vordergrund steht. Nebenbei versucht ihr aber, vielen Menschen zu helfen, aus Sunset City zu entkommen und löscht dabei so viele ODs wie möglich aus.

Die Spielwelt ist voller Anspielungen auf andere Spiele und Filme. Von Breaking Bad, über Batman, bis hin zum ganz normalen Nerd-Kram. In einer Nebenmission erhaltet ihr sogar einen eigenen Superheldenanzug und dürft von nun an als Ritter des Rechts durch die Stadt streifen. Neben Superheldenkostümen gibt es natürlich eine ganze Menge anderer Accessoires zu entdecken. So gut wie jede Nebenmission verhilft euch zu neuen Klamotten. Schaut auch regelmäßig bei eurer persönlichen Modeberaterin vorbei, die euch dem Trend entsprechend ausstattet. Wozu habt ihr denn sonst euer hart erkämpftes Geld, das ausschließlich in optische Verschönerungen fließt. Übrigens, neben Geld findet ihr auch noch Overcharge-Dosen in der Spielwelt verteilt, die hier als zweite Währung fungieren. Damit lassen sich neue Waffen und Amps kaufen. Overcharge erhaltet ihr von zerstückelten ODs, Getränkeautomaten und Overchargekisten, Dollar hingegen, aus dem Nachlass besiegte Plünderer.

Sunset Overdrive spielt sich wie eine Mischung einiger bekannter Spiele. Die offene Spielwelt und die frei umherstreifenden Feinde erinnern an InFamous und das vertikale Gameplay an Jet Set Radio. Sunset Overdrive ist schnell und erfrischend anders. Gerade am Anfang werdet ihr eine kurze Eingewöhnungsphase benötigen, um euch an die Steuerung, das Gameplay und die Geschwindigkeit zu gewöhnen. Nach ein bis zwei Stunden läuft dann alles wie geschmiert. Je länger man Sunset Overdrive spielt, umso mehr Spaß macht es tatsächlich. Mit der Zeit sammeln sich die Waffen und Charakterfähigkeiten an und dann geht’s erst richtig los.

Im Spiel bewegt ihr euch auf die etwas andere Art fort. Nicht etwa wie in GTA, mit einem Fahrzeug, sondern bouncend (springend) und grindend (rutschend). Dabei dienen euch Stromleitungen, Leitschienen oder Markisen als „Fortbewegungsmittel“. Laufen oder Fahren war gestern, grinden ist heute! Und selbst die Autos werden nur dazu verwendet, um von einem zum nächsten zu bouncen. Zudem erinnert das seltsame Waffenarsenal sofort an Dead Rising. Dabei dürft ihr zu total abgefahrenen Utensilien greife wie beispielsweise den Teddybärwerfer, der explosive Teddybären verschießt oder ein Maschinengewehr, das Raketen abfeuert. Individuell anpassen dürft ihr eure Waffen leider nicht, aber dafür ist die Auswahl riesig und hält für jeden etwas bereit. Außerdem könnt ihr eure Ausrüstung aufleveln und sogar mit Amps ausstatten. Amps sind Aufwertungen für euren Charakter und euer Arsenal. Damit verschießen die Waffen Blitze oder aus eurem Baseballschläger entspringen Feuerbälle.

Es gibt mehrere Möglichkeiten um an Amps zu gelangen. Ihr könnt sie kaufen, bei Missionen erhalten oder aus sammelbaren Zutaten herstellen. Für die Benutzung der Amps benötigt ihr jedoch Stil. Je stylischer ihr Kills ausführt, desto schneller füllt sich eure Stil-Anzeige. Diese Anzeige ist in vier Stufen eingeteilt. Für jede Stil-Stufe gibt es eigene Amps. Je mächtiger der Amp, desto mehr Stil müsst ihr sammeln. Passt aber auf, die Stil-Anzeige leert sich langsam wieder, ähnlich wie der klassische Punktemultiplikator in anderen Spielen.

Doch Amps und verrückte Waffen sind nicht alles, denn in Sunset City gibt es viel mehr zu entdecken. Beinahe die gesamte Stadt ist von Beginn an zugänglich und lädt zum Entdecken ein. An so gut wie jeder Ecke findet ihr Toilettenpapierrollen oder alte Schuhe, mit denen ihr neue Amps herstellen könnt. Gelegentlich lässt ein Gegner auch ein Smartphone fallen, das euch mehr zur Hintergrundstory erzählt. Und was wäre Sunset Overdrive ohne die Namen gebenden Overdrives, bei denen es sich um Boni handelt, die unabhängig von der derzeitigen Stil-Stufe aktiv bleiben. Verbessern könnt ihr damit sowohl, eure maximale Gesundheit, Gesundheitsregeneration oder maximal tragbare Munition. Kaufen und verbessern könnt ihr die Overdrives wiederum mit Abzeichen, die ihr für getötete Gegner oder lange Grind-Kombos erlangt.

Der Multiplayer geht leider total unter. Zu Beginn der Story wird kurz darauf hingewiesen und dann wird er nie wieder erwähnt. Der Wechsel vom Singleplayer- zum Multiplayer-Modus funktioniert mittels Telefonzellen, die über die Stadt verteilt sind. Habt ihr den Wechsel nun geschafft und auch sieben andere Spieler gefunden, muss sich die ganze Truppe durch simple Missionen, ala „Zerstöre so schnell wie möglich ein Luftschiff“, kämpfen. Nicht besonders einfallsreich, aber zumindest eine witzige Abwechslung von der eigentlichen Storyline. Dabei hätte Sunset Overdrive so ein großes Koop-Potenzial gehabt. Es wäre super, die gesamte Geschichte, zusammen mit drei Freunden durchzuspielen und das Ergebnis wäre, Chaos pur.

Technik

Wie das Gameplay und die Story, ist auch die Grafik nicht gewöhnlich. Sunset Overdrive sieht aus wie ein quietschbunter Animationsfilm, was dem Spiel aber steht. Die Details stimmen und die Weitsicht, wenn ihr auf einem hohen Turm steht, ist klasse. Besonders schön sehen die Effekte aus, wenn Gegner sprichwörtlich zerplatzen.

Musikalisch untermalt wird das Spektakel mit trashigen Punkrock Tracks. Die Waffen hören sich kraftvoll an. Nicht so gut sieht die deutsche Synchronisation aus. Die sprachliche Leistung stimmt zwar, die Tonspur ist aber oft nicht synchron mit den Mundbewegungen der Charaktere. Das hemmt die Stimmung zum Teil stark. Hätten die Entwickler Sunset Overdrive nur mit einer englischen Sprachausgabe versehen und deutsche Untertitel beigelegt, wäre das Ergebnis womöglich besser gewesen.

Den Protagonisten hingegen habt ihr immer bestens im Griff. Die Steuerung ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, geht aber gut von der Hand. Springen, grinden, schießen, alles geht flüssig ineinander über. Nichts harkt und ihr bleibt auch nirgendwo hängen.

Während des Tests musste Sunset Overdrive zweimal neu gestartet werden. Das erste Mal trat ein lustiger Bug auf, bei dem die Spielfigur während Ausweichrollen durch einen ganzen Häuserblock glitchte. Das Ganze hat wie bei einem Speedhack ausgesehen. Vor dem zweiten Restart, blieb der namenlose Spielheld einfach in einem Auto hängen und konnte sich nicht mehr befreien. Die Bugs waren eher lustig als wirklich störend und passten irgendwie zum skurrilen Setting. Ich hatte beinahe einen Lachkrampf, als mein Charakter über die halbe Map glitchte.

Auch in diesem Spiel könnt ihr euren Gamerscore wieder um bis zu 1000 Punkte erweitern. Gut die Hälfte davon sammelt ihr während der Hauptgeschichte, den Rest etwa über Challenges, die ihr meistern müsst. Achievement-Jäger werden eine Menge an Zeit in Sunset City verbringen, denn bis ihr alle Challenges geschafft, alle Waffen gekauft und Massen an Monster getötet habt, vergehen viele Stunden. Somit ist der Umfang von Sunset Overdrive angemessen.

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Spiel Bewertung
Singleplayer
84
77
Okay
70
Multiplayer

FAZIT

Sunset Overdrive ist ein rundum gelungenes Spiel mit kleinen Schwächen, über die man gerne hinweg sieht. Fans von schnellen, trashigen 3rd-Person Shootern können hier ohne Bedenken zugreifen. Um die Verkaufszahlen der Xbox One anzukurbeln, ist das Spiel vermutlich zu speziell. Zumal die Langzeitmotivation und ein guter Multiplayer fehlen. Ich hatte großen Spaß an Sunset Overdrive, auch wenn es bei Weitem nicht so lange fesselt wie ein Halo oder Call of Duty. Die 10 bis 15 Stunden Solo-Spielzeit sind durchweg spannend und echt total verrückt.

- Von  Fabian

Xbox One

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