Ship Graveyard Simulator REVIEW

Auf PC dürfen sich Spieler bereits seit über einem Jahr am Ship Graveyard Simulator erfreuen. Kürzlich wurde der, vom polnischen Entwicklerstudio Games Incubator entwickelte Simulator, nun für Xbox portiert. Neben Xbox Series X/S zu unserer Überraschung sogar noch für Xbox One. Wie gut sich die Fischkutter und Öltanker auch auf Konsole ausschlachten lassen, erfahrt ihr in unserem Test.

Täglich grüßt der Öltanker

Alles beginnt irgendwo an der Küste, auf einem Schiffsfriedhof. Man ist selbst gewissermaßen hier gestrandet und versucht sich so durchzuschlagen. Zwischen Sand und Wellblechhütten macht man, bewaffnet mit einem Vorschlaghammer und einer einfachen Metallsäge, Jagd nach gestrandeten rostigen Schiffen. Fässer werden zertrümmert und alte Aluminiumstreben abgesägt. Die tägliche Ausbeute danach schleunigst beim nächstgelegenen Händler verkauft, um damit schlussendlich das erste ausrangierte Schiff zu mieten, nur um es auszuschlachten.

Damit beginnt das Abenteuer des Ship Graveyard Simulators erst so richtig. Täglich um Punkt acht Uhr zieht man von seiner Wellblechhütte aus los und zerlegt Schiff um Schiff in seine Einzelteile. Dabei arbeitet man sich von kleinen Schiffen über Frachter bis zu den ganz großen Dingern vor. Je besser das Schiff, an dem man arbeitet, umso wertvollere Materialien werfen die zertrümmerten Gegenstände auch ab. Diese können dann entweder beim nächsten Schrotthändler verkauft oder für Upgrades verwendet werden.

Eine Story wie bei manch anderen Simulatoren bietet der Ship Graveyard Simulator nicht. Stattdessen muss man sich seine Ziele selbst stecken. Am Ende steht dabei ein möglichst effizienter Abbau von Materialien und diese mit so viel Gewinn wie möglich zu verkaufen. Der Ship Graveyard Simulator lässt sich also am ehesten mit einer klassischen Bergbausimulation vergleichen. Man baut Materialien ab, die zu besseren Werkzeugen führen, nur um damit noch mehr bzw. wertvollere Ressourcen abzubauen. Eine wahre Profitspirale also.

Nur noch eine Lieferung

Von der Komplexität her ähnelt der Ship Graveyard Simulator Klassikern wie Minecraft. Man durchstreift die verschiedensten Shiffswracks nach diversen Rohren, Motoren, Geräte oder Metallteile und hält mit seinen Werkzeugen so lange darauf, bis Materialien herausploppen. Dabei kann man auf ein Arsenal aus Vorschlaghämmer, Sägen, Schweißbrenner und vielem mehr zurückgreifen. Der Abbau diverser Ressourcen bleibt dabei jedoch immer derselbe Prozess, weshalb das Gameplay auf Dauer recht monoton erscheint.

Den größten Anreiz, immer wieder aufs Neue loszuziehen, bietet bis zu einem gewissen Punkt definitiv das Upgrade System. Wie bereits erwähnt, lassen sich Gebäude wie der Werkzeughändler oder die Werkbank in mehreren Stufen upgraden. Manche Ressourcen dafür findet man ganz einfach auf den Schiffen, andere muss man selbst in Schmelze aus den unterschiedlichsten Rezepten herstellen – etwa Legierungen oder Treibstoffe. Diese Upgrades ermöglichen im Gegenzug wieder bessere Ausrüstung oder Legierungsrezepte. Unterstützung bekommt man bei den täglichen Sammeltouren von einigen Arbeitern, die man im Lager anheuern kann. Diese sammeln täglich eine gewisse Menge an Ressourcen, müssen aber natürlich auch bezahlt werden.

Daneben gibt es auch noch Erfahrung zu verdienen, womit man im Level aufsteigt. Hier gilt, wie auch bei den Materialien, je wertvoller der abgebaute Gegenstand ist, desto mehr Erfahrungspunkte regnet es auch. Mit den gewonnenen Level-Ups und den dadurch erreichten Fähigkeitspunkten lassen sich nützliche Perks freischalten. Etwa mehr Platz im Inventar, eine schnelle Abbaugeschwindigkeit mit dem Vorschlaghammer oder günstigere Schiffspreise. Für schnellere Levelaufstiege lassen sich außerdem Lieferaufträge für die Bewohner der Wellblechsiedlung erledigen.

„Nur noch eine Lieferung!“ Nicht selten ertappt man sich bei Gedanken wie diesem, während man eigentlich schon längt den Controller bei Seite legen wollte. Es ist erstaunlich, wie lange eine Simulation wie diese trotz des sehr monotonen Gameplays, fesseln kann. Simple Tätigkeiten haben oftmals etwas Meditatives an sich, insbesondere wenn man im Hintergrund noch eine entspannte Playlist anmacht. Es macht also durchaus Spaß, alte Schiffe auszuschlachten, zumindest bis man sich jedes Werkzeug gekauft und jedes Gebäude bis zur Maximalstufe ausgebaut hat. Danach fehlt leider der Anreiz etwas, außer man möchte sich noch auf Achievement-Jagd begeben.

Technik

Technisch ist der Ship Graveyard Simulator leider eine Enttäuschung auf voller Linie, jedenfalls auf Xbox One. Texturen in der Spielwelt sind ein einheitlicher Brei, Details sind alles andere als scharf und in der Ferne ploppen immer wieder Objekte aus dem Nichts auf. Darüber hinaus kommt es immer wieder zu lästigen Ruckler. Optimierung sieht definitiv anders aus. Da stellt sich natürlich die Frage, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, die Konsolenportierung ausschließlich für Xbox Series X/S zu veröffentlichen.

Auch die Soundkulisse schneidet leider nicht besser ab oder besser gesagt, präsentiert sich überaus minimalistisch. Während man wie ein Bekloppter mit dem Abbau von Schiffsteilen beschäftigt ist und von monotonen Geräuschen der Zerstörung beschallt wird, bekommt man die musikalische Untermalung eines sehr unauffälligen und eher langweiligen Soundtracks. Wenn man möchte, kann man den Sound also getrost deaktivieren und im Hintergrund Youtube oder Spotify anmachen.

Immerhin, die Controller-Steuerung funktioniert ohne große Abstriche und der Ship Graveyard Simulator leidet nicht unter Abstürzen oder wirklich schwerwiegenden Bugs. Weitere Abstriche muss man außerdem bei der deutschen Übersetzung in Kauf nehmen. Hier scheint mit dem Google-Übersetzer gearbeitet worden zu sein. Nach Möglichkeit sollte man den Simulator also auf Englisch umstellen, diese Version ist zumindest verständlich. Ein kleines Trostpflaster für alle Achievement Hunter sind die vielen Erfolge, die sich recht einfach freischalten lassen.

Pro & Kontra

thumbs-up-icon

Pros
  • viele Schiffsarten
  • simples Gameplay
  • niedriger Preis

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Cons
  • sehr monotones Gameplay
  • kaum Langzeitmotivation
  • schlechte Performance

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Spiel Bewertung
Singleplayer
63
63
-
Multiplayer

FAZIT

Der Ship Graveyard Simulator lockt mit simplen Gameplay und einem günstigen Preis, ist aber vor allem eines – monoton. Das bedeutet nicht, dass das Ausschlachten der Schiffswracks keinen Spaß macht. Viel mehr fehlt es dem Simulator an Abwechslung beim Gameplay und auch an Langzeitmotivation, gerade nachdem man alle Werkzeuge und Upgrades freigeschaltet hat. Dazu kommt der desolate Zustand der Konsolenversion, der wirklich sehr stark am Spielspaß nagt. Wer den Ship Graveyard Simulator selbst ausprobieren will, sollte also einerseits zur PC-Version greifen und eventuell auf den nächsten Steam Sale warten. Oder besser gleich auf den Nachfolger warten, der sich nämlich bereits in Entwicklung befindet. Auf Xbox One ist der Simulator leider eine Enttäuschung auf voller Breitseite.

- Von  Fabian

Sehr monoton und eine technische Enttäuschung. Macht nur eingeschränkt Spaß und nur für absolute Genre-Fans zu empfehlen.
Xbox One
MS Windows
Xbox Series X

Ship Graveyard Simulator REVIEW

USK 0 PEGI 3

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