NEO: The Worlds Ends with you REVIEW

Beinahe genau 14 Jahre ist es her, dass Square Enix auf dem Nintendo DS mit The World Ends With You versuchte, eine neue IP zu etablieren. Trotz der guten Stimmen aus der Fachwelt und der schnell wachsenden Fanbase war dem Action-RPG seinerzeit nur ein mäßiger kommerzieller Erfolg vergönnt. Kann nun der langerwartete Nachfolger an die Klasse des Erstlings anknüpfen und die Serie doch noch zum verdienten Erfolg führen?

Tote leben länger!

NEO: The World Ends With You beginnt mit im Grunde mit dem rätselhaften Tod des Protagonisten Rindo Kanade. In einer Paralleldimension des Stadtteils Shibuya, Tokio, nimmt er gemeinsam mit anderen Dahingeschiedenen gezwungenermaßen am sogenannten „Reapers-Game“ teil, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint. Ein Spiel um Leben und Tod, bei dem es gilt, in Shibuya diverse Rätsel zu lösen, Gegner zu besiegen und dabei mehr Punkte zu sammeln als die anderen Teams. Der Preis? Angeblich wird dem Gewinner ein Wunsch erfüllt, wohingegen die Verlierer ihre Chance auf Rückkehr in die Welt der Lebenden für immer verpassen.
Das Spiel strotzt nur so vor großartigen Charakteren, über deren Hintergründe der Spieler im Laufe der Zeit immer mehr erfährt. Wer ist Freund, wer Feind? Wer ist wie ins Jenseits getreten? Was ist das Ziel der Reaper, die das Spiel überwachen?

Rein in den Kampf

NEO: The World Ends With You ist, wie sein Vorgänger auch, ein Action RPG mit einem zackigen Kampsystem und vielen Rätseleinlagen.

In den Kämpfen gegen die Noise, so heißen die Gegner im Spiel, und Reaper kontrolliert der Spieler bis zu vier Charaktere zeitgleich. Dabei bekommt jeder von ihnen einen Button zugewiesen. Welcher das ist und welche Art von Angriff erfolgt, hängt dabei davon ab, welcher Pin für den Charakter gewählt wurde. Die kleinen Anstecker haben es echt in sich. Mit ihrer jeweiligen Kraft, dem sogenannten Psych, lösen manche schlagkräftige Nahkampf-Kombos aus, wohingegen anderen Projektile aus der Entfernung abfeuern. Wieder andere lösen Explosionen aus.

Die über 300 Pins können eine Vielzahl unterschiedlicher Angriffe auslösen. RPG-typisch unterscheiden sie sich auch in ihrer Stärke und Elementklasse. Neben der Tatsache, dass einige Noise besonders viel Schaden durch bestimmte Elemente nehmen ist auch das Timing der Angriffe extrem wichtig. Jede Form von Angriff eröffnet in ihrem Anschluss ein kleines Zeitfenster, in dem sich ein Folgeangriff durch einen Teamkollegen besonders gut macht. Auf diese weise lassen sich viele Attacken in Folge verketten, was den Grove steigert. Erreicht dieser mindestens den Wert 100%, kann die Gruppe verheerende Angriffe einsetzen und ordentlich Schaden austeilen. So sind Rhythmus und Timing essenzielle Schlüssel im Kampf gegen die Noise.

Das Kampfsystem ist recht komplex. Zu beginn kann man das Gefühl haben, man würde nur wahllos auf den Knöpfen rumhämmern doch schon bald lädt es zum Experimentieren mit unterschiedlichen Kombinationen von Pins ein. Wer sich gegen die Noise gut schlägt und auch später im Spiel gegen die stärkeren Gegner gut ankommt, kann das Level der eigenen Teammitglieder sowie den Schwierigkeitsgrad der Kämpfe variieren. Der Vorteil dabei ist, dass besiegte Gegner seltenere Pins verlieren, wenn man den Mut beweist, die Anforderungen hochzuschrauben. Noch stärker werden die Gegner und noch besser ihre Drops, wenn mehrere Kämpfe aneinandergereiht werden.

Shopping und Schlemmen in Shibuya

Damit Rindo und Co. für alle Gegner richtig gewappnet sind, ist besonders eines wichtig: Shopping! Richtig gelesen. Denn wie auch das reale Shibuya bietet auch jenes der Reaper-Dimension etliche Möglichkeiten, die hart verdienten Yen in Kleidung und feinste Speisen zu investieren. In Sachen Kleidung habt ihr die Wahl zwischen Läden unterschiedlicher Labels. Kopfbedeckungen, Oberteile, Hosen, Schuhe und Accessoires wollen nicht nur optisch gut aufeinander abgestimmt sein, sie haben auch Einfluss auf die Statuswerte des Trägers. Abhängig von dessen Style-Fähigkeit lassen sich bei einigen Teilen zudem besondere Effekte im Kampf aktivieren. Bei über 270 Kleidungsstücken ist die Kombinationsvielfalt gigantisch. Schade nur, dass die Kleidung die Optik der Figuren im Spiel nicht verändert.

Wenn Rindos Team dann zwischen Kämpfen und Shopping der Magen knurrt, wird es Zeit, eines der unzähligen Restaurants in Shibuya zu besuchen. Jedes bietet seine eigene Auswahl an Gerichten an. Über Fleischgerichte, Sushi und Nudelsuppen ist für jeden Geschmack etwas dabei. Und das ist auch bitter nötig, denn natürlich hat jedes Mitglied der Gruppe seine eigenen Vorlieben. Je besser es mundet, umso deutlicher verbessern Burger, Curry und Co. dauerhaft die Statuswerte. Es ist jedoch nicht möglich, durch eine nie enden wollende Fressorgie die Werte bis ans Maximum zu treiben. Ist der Hunger erstmal gestillt, muss das Team zunächst in einigen Kämpfen die Kalorien wieder abstrampeln, bevor es erneut zu Tisch gehen kann.

Manga X J-Pop-Kultur

Die größte Stärke von NEO: The World Ends With You ist, wie auch schon beim Vorgänger, ganz sicher der Art-Stile. Das an die japanische Mode- und Pop-Kultur angelehnte Charakterdesign und die abstrahierte Gestaltung Tokios greifen perfekt ineinander. Die Story wird zumeist von Standbildern mit Sprechblasen im Manga-Stil vorangetragen. Dabei leisten die englischen oder wahlweise original japanischen Sprecher / innen erstklassige Arbeit. Was in anderen Games oft als Trick fungiert, um Kosten für aufwändig animierte Zwischensequenzen zu sparen, passt hier perfekt ins Gesamtbild. Das Ganze wird abgerundet durch ein cooles Gegnerdesign und vor allem durch den fantastischen Soundtrack aus der Feder von Takeharu Ishimoto (FF7, Kingdom Hearts, The World Ends With You). Er untermalt das Geschehen zumeist mit treibenden Elektro-, J-Pop oder Rap-Rhythmen. Unter zahlreichen neuen Tracks finden sich auch einige aus dem Vorgänger-Spiel wieder, die neu arrangiert wurden. Jedem Fan japanischer Pop-Kultur geht bei diesem optisch-akustischen Gesamtkunstwerk das Herz auf. Dazu trägt auch der Wiedererkennungswert Shibuyas bei. Trotz der abstrahierten Darstellung im Spiel werden Ortskundige viele Orte wiedererkenne, etwas das legendäre Building 104, Tokyu Hands oder das Hachiko Café. Ich persönlich würde am liebsten gleich in den nächsten Flieger steigen.

Technik

Bei all dem überschwänglichen Lob für die künstlerische Gestaltung darf an dieser Stelle aber nicht verschwiegen werden, dass NEO: The World Ends With You technisch nicht besonders viel aus der Switch-Hardware herauskitzelt. Alle 3D-Modelle im Spiel sind nicht viel mehr als Blaupausen. Die Passanten haben nicht mal wirklich Gesichter. Das mag ein Stück weit dem Stil des Spiels geschuldet sein, fällt aber immer mal wieder unangenehm ins Auge. Das ist schon deshalb verwunderlich, weil der Titel auch für die stärkere PlayStation 4 erscheint.

Daneben hatte ich mit meiner Testversion mehrfach Probleme mit Abstürzen des Spiels, bei dem Versuch, die Konsole nach dem Standby wieder zu reaktivieren. Hoffentlich wird bezüglich dieses Problems irgendwann ein Patch nachgereicht.

Pro & Kontra

thumbs-up-icon

Pros
  • Anime- und J-Pop-Art-Style
  • Forderndes Action-RPG-Kampfsystem
  • Fesselndere Story und Charaktere
  • Fantastischer Soundtrack

thumbs-up-icon

Cons
  • Grafisch etwas reduziert
  • Klamotten verändern Charaktermodelle nicht

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Spiel Bewertung
Singleplayer
85
85
Gut
-
Multiplayer

FAZIT

Als bekennender Bewunderer der japanischen Pop- und Mode-Kultur wurde ich von dem tollen Art-Style von NEO: The World Ends With You wie auch schon beim Vorgänger von 2007 sofort gepackt. Wer mit der eher schwachen Technik leben kann, bekommt viele Spielstunden lang eine spannende Story, ein zackiges, forderndes Kampfsystem und einen erstklassigen Soundtrack geboten. Die Voraussetzung ist dabei, dass man gewillt ist, sich auf die abgedrehte Welt rund um das Shibuya der Unterwelt einzulassen und sich die Zeit nimmt, sich in das Kampfsystem einzufuchsen.

- Von  Johannes

NEO: The World Ends With You ist eine spannende Reise durch die japanischen Pop- und Mode-Kultur.
Playstation 4
Nintendo Switch

NEO: The Worlds Ends with you REVIEW

USK 12 PEGI 12

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