Mario Strikers Battle League Football REVIEW

Rund fünfzehn Jahre nachdem Mario und seine Freunde das letzte Mal auf dem Fußballplatz standen, kicken Nintendos Maskottchen jetzt wieder auf der Nintendo Switch los. Ebenfalls wieder an Bord sind Next Level Games, jene kanadischen Wunderkinder, die regelmäßig auf Nintendo Konsolen für grafische Pracht sorgen (Luigi´s Mansion 3) und nun zu jener Serie zurückkehren, mit der sie einst ihre Partnerschaft mit Nintendo begonnen haben.

Technische Speerspitze auf der Switch


Und zumindest in technischer Hinsicht ist Mario Strikers: Battle League Football erneut ein Ausrufezeichen für die Nintendo Switch. In puncto Effekte und visuelle Abwechslung hat zwar noch das ebenfalls von Next Level Games stammende Luigi´s Mansion 3 die Nase vorne, dennoch zeigt sich auch der nunmehr dritte Ausflug von Mario und Co. aufs Fußballfeld von seiner Schokoladenseite und liefert nicht nur gestochen scharfe Texturen, sondern auch fast stets konstante 60 Frames und eine Auflösung von 1080p, sowohl im Docked- wie auch im Handheld-Modus – keine Selbstverständlichkeit für die Switch, die bei allen guten Dingen, die man über die Konsole sagen kann, immer mehr mit aktuellen Spielveröffentlichungen zu kämpfen hat.

Vor allem die Animationen von Mario, Luigi, Donkey Kong, Peach und den anderen Figuren haben es mir angetan. Ich LIEBE es einfach zu sehen wie Waluigi nach einem Tor seine Gegner verhöhnt und mit Rose im Mund über das Spielfeld läuft als sei er der Größte. Oder wie Mario sein Tor zelebriert, als laufe er im Trikot der Squadra Azzurra umher. Oder wie Peach – ganz royal – mit wenigen Gesten ihre Freude zum Ausdruck bringt. Ich kann mich kaum an andere Spiele erinnern, in denen der A-Cast von Nintendo derart viel Charakter und Ausdruck erhalten hat wie hier. Darüber hinaus sehen die Modelle der Figuren schlicht grandios aus. Selbst die geklonten Toads auf den Zuschauerrängen wirken erstaunlich dynamisch und sorgen für ordentlich Stadionatmosphäre. Und auch die Kameraschwenks und Inszenierung von Toren sowie die gut zusammengeschnittenen Replays von Highlightmomenten sehen richtig, richtig fantastisch aus. Hut ab Next Level Games!

Mehr Captain Tsubasa als EA´s FIFA


Geradezu spektakulär ist die Inszenierung der Hyper-Schüsse. Bei diesen wird über den eigentlich plastischen Grafiklook ein Comicfilter mit starken Konturen gelegt, die Inszenierung hingegen erinnert mit ihren vollkommen von jeglicher Realität losgelösten Aktionen der Protagonisten eher an Anime wie Captain Tsubasa als an Fußball-Simulationen. Letzteres will Mario Strikers: Battle League Football aber auch gar nicht sein, man bleibt dem arcadigen Ansatz der Vorgänger ziemlich treu.

Entsprechend geht es auch wesentlich rabiater auf dem Platz zu als in der Realität. Getackelt und gefoult werden darf hier auch wenn ein Gegner nicht im Ballbesitz ist. Gelbe und rote Karte? Gibt es nicht. Stattdessen wird munter gegrätscht, auch eingesetzte Items wie grüne und rote Panzer, Bananenschalen und Bomben sorgen nicht für unterbrochene Spiele. Die Items müssen, wie etwa auch in Mario Kart, aktiv auf dem Feld aufgesammelt werden. Neben den genannten Items gibt es noch einen Pilz, mit den man schneller läuft, sowie einen Stern, der quasi unverwundbar macht. Letzterer erscheint aber nur in den Fragezeichen-Boxen, wenn eines der beiden Teams ganz weit abgeschlagen ist. Und auch das Aktivieren der Hyper-Schüsse kann nur erfolgen, wenn man zuvor das dazugehörige Item aufgesammelt hat, welches als Orb auf dem Spielfeld erscheint.

Kicken will gelernt sein


Die Hyper-Schüsse sind enorm kraftvoll und können spielentscheidend sein. Setzt man zu ihnen an, erscheint ein Balken, wobei man hier im richtigen Moment zweimal im blauen Feld des Balkens drücken muss. Ist das geschafft, kann der Hyper-Schuss vom Torwart quasi nicht mehr gehalten werden, wurde der blaue Balken nicht getroffen, besteht für den Hüter zumindest noch die Chance, das Tor zu verhindern.

Steuerung und Ausführung der Aktionen gehen recht leicht von der Hand, es empfiehlt sich aber die Grundlagen in den dazugehörigen Tutorials zu erlernen. Es gibt tiefe und hohe Pässe, normale und aufgeladene Schüsse, normale und aufgeladene Grätschen. Alle Aktionen haben ihren Sinn und Einsatzgebiete. Mit hohen und schnellen Pässen kann man den Gegner über weite Strecken vom Ballbesitz abhalten, Schüsse können mit dem Analogstick in verschiedene Richtungen gelenkt werden, gegnerischen Grätschen weicht man auf Knopfdruck mit Ausweichmanövern aus.

Sparsamer Umfang


Die Spielgeschwindigkeit ist angenehm hoch, auch weil das Spielfeld im Vergleich zu den Vorgängern noch einmal ein ganzes Stück verkleinert wurde. Gespielt wird pro Team mit vier Figuren auf dem Feld, die man stets frei wählen kann. Der Torwart ist mit Koopa Bumm Bumm stets fest vorgegeben, was eine etwas seltsame Entscheidung ist. Das gilt aber auch für das eigentliche Roster, der mit gerade einmal zehn Figuren recht sparsam ausfällt. Hier besinnt man sich komplett auf Figuren aus dem Mario-Kosmos – also kein Link, keine Recken aus Fire Emblem, nichts aus Animal Crossing. Und das ist eine durchaus verpasste Chance, denn gerade Spiele wie Mario Kart und Super Smash Bros. zeigen wie wichtig ein großer Pool an Spielfiguren ist.

Und leider wirkt Mario Strikers: Battle League Football auch hinsichtlich der Modi mau. Für Solisten gibt es verschiedene Cups und Spiele gegen die KI, Multiplayer kann an der Konsole mit bis zu acht Personen (!!!) gleichzeitig gespielt werden, ansonsten spielt man noch online gegen andere Spielerinnen/Spieler in schnellen Runden. Zusätzlich gibt es noch den Strikers Club. In diesem kann man entweder bereits bestehenden Teams beitreten oder einen eigenen Club gründen und Farben sowie Logo festlegen. Die Clubs spielen in einer Online-Liga und können neben Ruhm und Ehre auch Münzen verdienen, die sich wiederum in das eigene Stadion und dessen Aussehen investieren lassen. Das ist nett, aber eben auch nicht mehr und ich habe so meinen Zweifel, dass das Liga-System auf lange Zeit trägt.

Pro & Kontra

thumbs-up-icon

Pro
  • audiovisuell GRANDIOS
  • flottes Gameplay
  • vergleichsweise simple Steuerung mit einer gewissen Tiefe
  • bis zu acht Spieler/Spielerinnen an einer Konsole im lokalen Multiplayer

thumbs-up-icon

Cons
  • wenig Umfang hinsichtlich der Modi
  • nur zehn Spielfiguren und diese nur aus dem Mario-Universum (kein Zelda, Animal Crossing etc.)
  • hohe Pässe eine Spur zu mächtig im Angriff

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Spiel Bewertung
Singleplayer
72
74
75
Multiplayer

FAZIT

Nach der Ankündigung habe ich mich sehr auf Mario Strikers: Battle League Football gefreut, habe ich den ersten Teil auf dem GameCube doch abgöttisch geliebt. Leider reicht der dritte Teil nicht mehr ganz an die Faszination von einst heran. Audiovisuell zündet Next Level Games zwar erneut ein für die Nintendo Switch erstaunliches Feuerwerk, die Wucht bleibt beim eigentlichen Spiel aber weitestgehend weg. Das liegt unter anderem an der geringen Figurenauswahl und den wenigen Modi. Hier motiviert mich auf lange Sicht keine der verfügbaren Optionen wirklich. Der Strikers-Club ist eine nette Idee, wirkt aber hemdsärmelig umgesetzt. Die Cups? Hole ich einmal und dann ist gut. Lediglich im lokalen Multiplayer habe ich bisher noch meinen Spaß, aber das ist eben auch dem gemeinsamen Spielen mit Freunden und Familie geschuldet. Als Party-Spiel hat Mario Strikers: Battle League Football also durchaus seine Stärken, reiht sich qualitativ und in seinen Möglichkeiten dann aber ein ganzes Stück hinter die Evergreens wie Mario Kart ein.

- Von  Adrian

Nintendo Switch

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