It Takes Two REVIEW

Was ist noch schlimmer als ein Ehestreit inklusive bald folgender Scheidung? Richtig: Ein Ehestreit inklusive bald folgender Scheidung während euch wahlweise hochentwickelte, militarisierte Eichhörnchen oder ein Spielzeugaffe umbringen wollen. Klingt absurd. Ist es auch. Willkommen bei It Takes Two.

Du, Rose…

  

Direkt zu Beginn des Spiels werden wir mit den Protagonisten Cody und May vertraut gemacht. Die beiden sind verheiratet und zanken sich vor ihrem Eigenheim – und den Augen von Töchterchen Rose, die all das von ihrem Zimmerfenster aus beobachtet. Schnitt. Cody und May versuchen, ihrer Tochter beim gemeinsamen Essen zu vermitteln, dass sie planen, sich zu trennen. Für ein kleines Mädchen nimmt Rose das zunächst erstaunlich neutral, wenn auch durchaus merklich geknickt auf. Sie begibt sich in die heimische Werkstatt, wo ihre Tränen auf zwei ihrer Puppen kullern und wo sie ein Buch zur Paartherapie versteckt hält. Durch die Tränen der Tochter benetzt, wird den beiden Puppen nicht nur Leben eingehaucht – es sind Cody und May, die nun in der Knet- und der Holzfigur stecken!

Die beiden erwachen. Und kaum haben sie ihre Situation schockiert zur Kenntnis genommen, steht ihnen auch schon Dr. Hakim gegenüber – das ebenfalls zum Leben erweckte Paartherapie-Buch, anstrengender südländischer Akzent inklusive. Der macht ihnen klar: Wenn ihr aus dieser Situation wieder herauskommen und in eure echten Körper zurückkehren wollt, bleibt euch nichts anderes übrig, als euch zusammenzuraufen. Hakim nervt wahrscheinlich nicht nur euch, sondern auch Cody und May und die beiden lassen das verrückte Buch stehen – das Abenteuer beginnt.

Koop-Plattformer in wildem Setting

Ab hier übernehmt ihr mit eurem Mitspieler das Kommando: Ein Spieler steuert Cody, während der andere May bewegt. Ohne allzu große Erklärungen geht es dabei anfangs direkt ins Geschehen und ihr versucht, innerhalb der familiären Werkstatt zu Tochter Rose zu gelangen, damit die euch wieder zurückverwandeln kann. Für winzige Puppen ist dies natürlich leichter gesagt als getan – insbesondere dann, wenn ein im Schrank vergessener Staubsauger oder ein verrosteter Werkzeugkasten euch nach dem Leben trachtet. Das alles ist meist kurzweilig und flott inszeniert und erinnert an Animations-Kinofilme – lässt sich bisweilen aber ein wenig schwer verorten: Mal wirken Story und Botschaft von It Takes Two wie aus einem Kinderfilm geschnitten, im nächsten Moment aber wird der Humor doch eher erwachsen und wieder eine Sekunde später wird über die manchmal etwas blutleer wirkende Tochter Rose allzu plump auf die Tränendrüse gedrückt. Teilweise fragt man sich dann doch, was genau die Story von It Takes Two eigentlich sein will, was ein Grund dafür sein mag, warum sie nur partiell zu überzeugen vermag.

Den meisten Spielern dürfte die grundlegende Spielmechanik relativ schnell in Fleisch und Blut übergehen: Wer jemals einen 3D-Plattformer in Händen hielt, wird sich auch in It Takes Two schnell zurechtfinden. Zunächst müsst ihr entlaufene Sicherungen einsammeln, um eine Treppe in Richtung eurer Tochter zu aktivieren. Gegen später findet ihr euch in zahlreichen Staubsaugerschläuchen wieder und erhaltet bald auch erste einzigartige Fähigkeiten: Während Cody zeitweise mit Nägeln ausgestattet wird, die er werfen kann, hält May einen Hammerkopf in der Hand. Solche temporären Spezialfähigkeiten sind ein wiederkehrendes Element in It Takes Two, das sich als absolut gewinnbringend erweist: Das Gameplay eines jeden Abschnitts wird dadurch zumindest leicht abgewandelt und erfährt eine Innovation, die es im vorigen Kapitel noch nicht gab. Abwechslungsreichtum ist dadurch vorprogrammiert und die starken Trümpfe gegen Langeweile werden kontinuierlich ausgespielt. Und bei allen Kritikpunkten ist das schlicht und einfach die Hauptsache: It Takes Two macht durch diese Kreativität eine ganze Menge Spaß.

Natürlich werdet ihr auch nicht das komplette Spiel über in der Werkstatt bleiben. Weitere Schauplätze folgen bald – werden aus Spoilergründen natürlich aber nicht im Detail verraten. Obwohl die einzelnen Schauplätze nur selten vor Detailverliebtheit strotzen, sind sie dennoch kreativ und abwechslungsreich gestaltet. So viel sei zumindest verraten: Wer erwartet, sich nur im Haus oder der Werkstatt der Familie herumzutreiben, der irrt sich!

„Bist du schon drin?“

Das abwechslungsreiche Gameplay ist demnach der große Pluspunkt, den It Takes Two mitbringt: Kein Kapitel ist wie ein anderes und die kreative Gestaltung macht richtig Bock. Einzige Voraussetzung: Der passende Mitspieler.

It Takes Two ist ein reines Koop-Spiel – ohne Partner lässt sich hier wirklich überhaupt nichts machen. Idealerweise sollte es sich dabei natürlich um einen passenden Mitspieler handeln: Jemand so ganz ohne jegliche Gaming-Erfahrung könnte ebenso für ein eingeschränktes Spielvergnügen sorgen wie der absolute Zocker-Nerd, der in speedrunartiger Manier durch die Level hetzen will und seinem Mitspieler keinen Fauxpas verzeiht. Hierbei handelt es sich aber wirklich nur um Extrembeispiele. Man muss It Takes Two nämlich durchaus einen sehr passenden Schwierigkeitsgrad zugestehen: Die Rücksetzpunkte sind stets fair, Schwierigkeit und Zugang nie zu hoch und dennoch ist das Spiel nicht so einfach, dass Langeweile aufkommt. Durch den recht einfachen Zugang bei angemessener Forderung macht It Takes Two insbesondere mit Kumpel bei einem Kaltgetränk, Partner oder Familienmitgliedern einen Höllenspaß und ihr werdet euch immer wieder dabei ertappen, wenn erste spaßige Anschuldigungen durch den (virtuellen) Raum schwirren. Schließlich könnt ihr das Spiel sowohl gemeinsam an einem PC, als auch online gemeinsam zocken, indem euer Mitspieler den gratis downloadbaren Freundes-Pass herunterlädt, der den eigenen Kauf von It Takes Two nicht erforderlich macht. Dass dabei auch das gemeinsame Spiel online nur mit einem geteilten Bildschirm vonstatten geht, mag den ein oder anderen sicherlich stören.

Hier komme ich jedoch nicht umhin, auch noch einmal Punktabzüge zu geben. Man kann sich sicherlich darüber streiten, was davon zu halten ist, wenn EA euch zum Download eines weiteren Launchers verpflichtet. Ich persönlich bin da wohl etwas altmodisch und schätze Download-, Account- und Online-Zwänge überhaupt nicht. Wo allerdings keine Streitpunkte bestehen dürften, ist darin, dass das alles zumindest problemlos funktionieren sollte. EAs Origin-Launcher ließ uns jedoch nur teilweise ohne Umschweife loslegen – Online-Status wurden trotz Logins nicht angezeigt, Einladung ins Spiel ist nicht möglich… Mehrfaches Aus- und Einloggen wird nötig. Dann klappt es – oder auch nicht. Bis alles reibungslos funktioniert, kann es schon einmal einige Minuten dauern. Als Spieler, der damit aufgewachsen ist, CDs in ein Laufwerk zu schieben und einfach loszulegen, gefällt mir das nicht, weshalb meine Botschaft an EA klar lautet: Wenn ihr schon auf euren Launcher besteht, dann seht zumindest zu, dass das Teil auch ohne Probleme seinen Job erledigt.

Pro & Kontra

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Pro
  • Abwechslung ohne Ende!
  • Kreatives Leveldesign
  • Angemessener Schwierigkeitsgrad
  • Gelungener Humor

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Con
  • (Sehr) seltene Clipping-Fehler
  • Startschwierigkeiten mit Origin
  • Story von der Stange

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Spiel Bewertung
Singleplayer
0
86
Gut
86
Multiplayer

FAZIT

It Takes Two ist ein Spiel, das man trotz seiner kleinen Schwächen eigentlich nur lieben kann. Ja: Die Story haut niemanden so wirklich vom Hocker, der x-te Launcher auf der Festplatte ist auch nicht gerade ein Kaufgrund und Dr. Hakim könnte der Grund dafür sein, warum Spieler von It Takes Two in signifikant niedrigerer Zahl jemals den Besuch eines Paartherapeuten in Erwägung ziehen würden. Was das Gamerherz begehrt, ist aber vor allem das Gameplay – und das strotzt nur so vor Einfallsreichtum und Abwechslung und macht derart viel Spaß, dass ich den Titel nur jedem empfehlen kann, der den passenden Mitspieler zur Hand hat.

- Von  Roman

Abwechslungsreicher Koop-Spaß für alle mit dem richtigen Mitspieler - wer den hat: Zuschlagen!
Playstation 4
Xbox One
MS Windows
Xbox Series X
PlayStation 5

It Takes Two REVIEW

USK 0 PEGI 3

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