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Cult of the Lamb REVIEW

Wer auch immer bei Devolver Digital für das Aufspüren interessanter Spiele verantwortlich ist, macht einen verdammt guten Job. Gewiss, nicht jede Veröffentlichung des Publishers ist der große Wurf, aber die Sicherheit mit der das Label interessante Projekte heranzieht, ist absolut bemerkenswert. Das gilt aktuell mal wieder, denn auch mit Cult of the Lamb hat man einen spannenden Titel in petto, der schon auf dem Papier hellhörig macht.

Vom Opferlamm zum Guru


Für sich genommen sind die einzelnen Bestandteile gar nicht mal so spannend. Rogue-lites gab es in den letzten Jahren zuhauf, darunter teilweise auch richtig, richtig gute Vertreter. Und auch Aufbauspiele inklusive des Managements verschiedener Abläufe stellen derzeit nicht unbedingt Mangelware dar. Doch eine Vermählung beider Elemente? Das ist dann doch eher selten. Hinzu kommt noch eine ziemlich spannende Prämisse. In Cult of the Lamb zieht man nämlich selbst eine Sekte auf. Klingt bizarr? Und das ist es auch!

Entwickler Massive Monsters entschärft die teilweise ziemlich düsteren Szenen und Themen (Opferung, Geißelung von Ungläubigen, einer starken Anlehnung an den Cthulhu-Mythos) mit einem alles entwaffnenden Artstyle und Humor. Man zieht hier nämlich keinen Kult mit menschlichen Personen, sondern mit anthropomorphen Tieren auf. Quasi Animal Crossing, nur auf links gedreht und angereichert mit satanischen Symbolen und entsprechenden Themen. Nintendo would be not amused! Aber Scherz bei Seite, ich bin tatsächlich erstaunt, dass das Spiel noch nicht im Fadenkreuz religiöser Fanatiker gelandet ist. Von Menschen, die Harry Potter Bücher verbrennen, hätte mich das nicht überrascht.

Als Spieler/Spielerin gründet man zu Beginn den eigenen Kult, nachdem man wenige Minuten zuvor selbst als sprichwörtliches Opferlamm Gottheiten dargeboten wurde. Eine zweite Chance bekommt man durch einen teuflischen Pakt mit einer düsteren Entität. Ziel ist es nun so viele Anhänger wie möglich um sich zu scharen und nebenbei die vier Fürsten des alten Glaubens zu vernichten, um schließlich den eigenen Retter aus dessen Ketten befreien zu können.

Rogue-lite und Aufbau vertragen sich gut


Cult of the Lamb umfasst zwei große Gameplay-Bausteine. Zum einen baut man den eigenen Kult auf, rekrutiert neue Mitglieder, baut Unterkünfte, sorgt mit Farmen für Nahrungsnachschub, während mit Holzfällerlagern und Steinminen die zum Bauen von Gebäuden nötigen Ressourcen sichergestellt werden. Zusätzlich kann man den eigenen Hort noch mit unterschiedlichen Dekorationen schön gestalten. Dieser Part nimmt nie übertriebene Ausmaße an, auch weil sich das Spiel hier bewusst auf das Nötigste konzentriert und nicht mit unzähligen Möglichkeiten überfordert. Überhaupt erteilen die Entwickler einer ausufernden Spiellänge eine klare Absage. Bis zum „Ende“ (man kann nach dem finalen Boss noch weiterspielen) liegt irgendwo zwischen 15 und 20 Stunden. Das ist angenehm überschaubar, vor allem für eine Rogue-lite.

Kurzweilige Kämpfe in hübschen Dungeons


Wenn man mal nicht gerade aktiv den Kult aufbaut und sicherstellt, dass die Anhänger machen, was man will, dann begibt man sich in Dungeons. Vier große Gebiete gibt es, jedes Areal mit einem anderen visuellen Thema. In jedem Gebiet gibt es drei Zwischenbosse und einen großen Boss. Der Weg zu den Endgegnern ist gepflastert mit zufallsgenerierten Teilbereichen, in denen man kleinere und größere Gegner besiegt und die Möglichkeit bekommt zusätzliche Ressourcen einzusammeln.

Die Kämpfe sind angenehm flott und spaßig. Zu Beginn jedes Runs bekommt man zwei Waffen gestellt, eine Nahkampfwaffe (Dolche, Schwerte, Hammer etc.) sowie eine Fernkampfwaffe. Letztere tritt meist in Form unterschiedlicher Projektile auf, die man verschießt. Unendlich viele Fernkampfangriffe hat man aber nicht, man kann die Anzahl der Angriffe aber durch Upgrades erhöhen und im Run durch das Einsammeln von Eifer (wird von besiegten Gegnern hinterlassen) wieder auffüllen. Auch hinsichtlich der Waffen übertreibt es das Spiel nicht mit zu viel Auswahl, sondern konzentriert sich auf übersichtliche Möglichkeiten. Zusätzlich kann man im Kampf noch Dashen und so Angriffen aus dem Weg gehen bzw. sich schneller fortbewegen. Sicherlich verdient das Kampfsystem keinen Innovationspreis, ist aber grundsolide und trägt das Spiel bis zum finalen Boss ohne Abnutzungserscheinungen.

Betet mich an!


Während man in den Dungeons unterwegs ist, läuft auch die Zeit im eigenen Kult weiter. Die KI sorgt dafür, dass alle Mitglieder stets etwas zu tun haben, sei es auf der Farm zu arbeiten, in den Abbaugebieten für Ressourcen zu schuften oder das Lager sauber zu halten. Sauberkeit ist neben Hunger und Glaube eine von drei Bedürfnissen, die erfüllt werden müssen. So muss man aktiv für die eigenen Anhänger kochen. Gerade zu Beginn hat man aber wenig Zugriff auf leckere und vor allem gute Zutaten, da muss auch schon einmal Kot oder das Fleisch von geopferten Anhängern in den Kochtopf landen. Das ist natürlich wenig bekömmlich, weshalb sich die Gläubigen gerne auch mal übergeben oder ihr Geschäft im Lager erledigen. Für sanitäre Anlagen und Reinigungsdienste muss daher ebenso gesorgt werden, wie für Krankenstationen.

Die Mitglieder können auch sterben, daran führt kein Weg vorbei. Entweder im hohen Alter oder wenn sie zu wenig schlafen, nichts essen oder ihre Krankheiten nicht auskurieren. Immer wieder wird man auch Miesepeter unter den Anhängern haben. Diese kann man ins Gefängnis stecken und züchtigen, bis sie wieder auf den rechten Pfad gekommen sind. Ich habe mir die Mühe meistens nicht gemacht und mir feindlich gesinnte Agitatoren meist geopfert. Damit habe ich zwei Fliegen auf einmal geschlagen und nicht nur unliebsame Gefolgschaften entfernt, sondern gleichzeitig den Glauben innerhalb des Kults gestärkt. Glaube ist zusätzlich noch eine Ressource, mit der man neue Gebäudetypen und Upgrades für Einrichtungen freischaltet oder auch Zugriff auf stärkere Start-Waffen und Waffen mit neuen Fähigkeiten bekommt.

Toller Artstyle trifft auf ärgerliche Probleme


Nicht nur die Hand in Hand gehenden Spielmechaniken machen Cult of the Lamb so gut, sondern auch die wundervolle Präsentation. Ich bin ganz hin und weg vom Artstyle, der auf der einen Seite so unfassbar putzig ist und gleichzeitig auch richtig derbe sein kann.

Das einzige was dem Spielspaß während meines Durchspielens immer wieder im Weg stand, sind ärgerliche Bugs. Mal wurden neue Gebiete in den Dungeons nicht geladen, mal wurde ein Gegner von einem unsichtbaren Heiler beschützt, sodass ich meinen Widersacher nicht töten musste und zum Spielneustart gezwungen wurde. Auch Abstürze hatte ich einige, die vor allem nervig sind, wenn man sich in Dungeons befindet. Wird man hier zum Beenden gezwungen, wird man nämlich ohne Fortschritt zurückgesetzt.

Pro & Kontra

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Pros
  • tolle Verbindung aus Rogue-lite und Aufbau mit Managment
  • motivierende Dungeons
  • flottes Kampfsystem
  • das Leiten des Kults ist launig
  • eigenständiger (und eigenwilliger) Artstyle

thumbs-up-icon

Cons
  • derzeit noch einige Bugs in Form von nicht ausgelösten Skripts, Abstürzen etc.

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Spiel Bewertung
Singleplayer
84
84
Gut
-
Multiplayer

FAZIT

Ich weiß gar nicht warum, aber in den ersten Trailern hat mich Cult of the Lamb so gar nicht angesprochen. Vielleicht war es meine aktuelle Rogue-lite Müdigkeit, vielleicht hat mich der Pitch „süßes Lamm baut Sekte auf“ irgendwie nicht bekommen. Aber ich lag ziemlich falsch! Massive Monsters haben hier ein wirklich schönes Spiel gemacht, dessen einzelne Mechaniken wunderbar miteinander funktionieren und für die gesamte Spielzeit richtig Laune machen. Sobald noch die technischen Probleme aus dem Weg geräumt sind, ist Cult of the Lamb eine bedingungslose Empfehlung.

- Von  Adrian

Spaßiges und kurzweilliges Rogue-lite mit motivierenden Aufbau- und Managment-Part. Huldigt dem Lamm!!!
Playstation 4
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PlayStation 5

Cult of the Lamb REVIEW

USK 0 PEGI 3

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