Capcom Fighting Collection REVIEW

Wenige Namen werden derart mit Fighting-Games assoziiert wie Capcom. Street Fighter, Darkstalkers, Rival School, Power Stone, Marvel vs. Capcom – die Liste ließe sich noch lange fortführen und zeigt, welch großen Stellenwert das Genre innerhalb der Geschichte des Publishers einnimmt. Mit der Capcom Fighting Collection zelebriert das Unternehmen die reichhaltige Historie und gibt nicht nur den üblichen Verdächtigen, sondern auch ein paar richtig kruden Games einen Platz im Scheinwerferlicht.

Perle über Perle


Die Capcom Fighting Collection umfasst insgesamt zehn Spiele, wobei mit Street Fighter (drei Titel) und der Darkstalkers-Reihe (fünf Titel) der Fokus auf zwei Franchise liegt. Darüber hinaus gibt es noch den Mecha-Prügler Cyberbots sowie Red Earth. Die komplette Liste liest sich wie folgt:

  • Dark Stalkers
  • Night Warriors
  • Vampire Savior
  • Vampire Hunter 2
  • Vampire Savior 2
  • Hyper Street Fighter II
  • Super Gem Fighter Minimix
  • Super Puzzle Fighter II Turbo
  • Cyberbots
  • Red Earth 

Insbesondere Red Earth ist spannend, da das 1996 auf Capcom’s CP System III veröffentlichte Spiel bisher nur in japanischen Arcades verfügbar war und im Rahmen der neuen Sammlung nicht nur erstmals eine Heimkonsolenumsetzung erhält, sondern auch nach fast drei Jahrzehnten sein Debüt außerhalb Japans feiert und für die Veröffentlichung sogar ins Englische lokalisiert wurde. Alleine aus historischer Sicht ist das eine ziemlich coole Sache, zumal das mit Fantasy-Themen versehene Spiel im Fighting-Oeuvre von Capcom doch noch einmal ein bisschen heraussticht. Während das grundlegende Kämpfen entfernt an andere Prügler des Entwicklers erinnert, geht Red Earth mit seinem Roster von gerade einmal vier spielbaren Figuren andere Wege, die aus heutiger Sicht erstaunlich frisch und innovativ wirken.

Im Einzelspieler-Modus etwa sammelt man beim Kämpfen Erfahrungspunkte, welche wiederum den eigenen Angriff und die Defensive verstärken sowie Zugriff auf neue Attacken gewähren. Das und der Umstand, das Gegner stets einen größeren Lebensbalken als die eigene Spielfigur haben und quasi ausgewachsene Bosse sind, erinnert fast schon ein bisschen an Beat ´em Ups und weniger an traditionelle Fighting-Games. Ein weiteres Novum aus Capcom-Sicht ist die Integration von Fatalities. Diese gehen zwar nicht so weit wie in Mortal Kombat, sind aber dennoch explizit und ähnlich befriedigend wie bei der Konkurrenz.

Von Mechs und Straßenkämpfern


Das andere Spiel ohne große Lizenz im Rücken ist Cyberbots, in welchem große Mechs aufeinander losgelassen werden. Auch hier steht ein durchaus tiefgehendes Gameplay mit diversen Möglichkeiten im Fokus. So kann man etwa verschiedene Teile der Roboter austauschen und anpassen. Aber irgendwie fehlt dem Spiel der Charme anderer Titel in der Sammlung und auch im allgemeinen Kontext der Capcom-Prügler hat Cyberbots eigentlich kein wirkliches Alleinstellungsmerkmal, welches hervorsticht.

Sehr glücklich bin ich über die Integration von Super Gem Fighter Minimix und Super Puzzle Fighter II Turbo. Ersteres ist ein absoluter Spaßgarant und eine herrliche Verbeugung vor der Firmengeschichte. In dem Spiel treffen Figuren aus Street Fighter und Darkstalkers aufeinander, die Sprites sind als knuddelige Chibis angelegt und besitzen eine Vielzahl an anspruchsvollen Animationsphasen. Richtig toll sind die Special-Moves, in denen Referenzen Noch und Nöcher an andere Franchise gezogen werden. Chun-Li etwa besitzt ein Manöver, in welchem sie sich kurzerhand in das Outfit von Jill Valentine schmeißt und mit Pistole und Raketenwerfer angreift. Die Attacken der einzelnen Figuren funktionieren grundlegend wie in den jeweiligen Spielen, aus denen sie stammen, allerdings kann man bestimmte Angriffe erst ausführen, wenn man eine bestimmte Anzahl an Orbs eingesammelt hat und den jeweiligen Angriff aufgeladen hat.

Super Puzzle Fighter II Turbo hingegen ist eine Abwandlung von Columns und ähnlichen Knobelspielen. Man löst mit möglichst langen Komboketten die verschiedenen Reihen auf und greift somit den Gegner an. Darüber hinaus gibt es noch Hyper Street Fighter II. Kennt man und ist zurecht ein absoluter Klassiker, wenn auch in meinen Augen nicht die beste Version des von SFII.

Capcom´s Monstershow


Mit gleich fünf Spielen ist das Darkstalkers-Franchise das am meisten vertretene in der Sammlung. Interessant hier sind Vampire Hunter 2 und Vampire Savior 2. Beide sind in den hier verfügbaren Versionen nicht außerhalb Japans erschienen und liegen auch nur als japanische Rom vor (bei allen anderen Titeln kann man zwischen japanischer und amerikanischer Rom wählen). Der Unterschied zwischen den beiden Spielen ist recht marginal und begrenzt sich fast ausschließlich auf unterschiedliche Farbschema für manche Figuren. Im Vergleich zum direkten Vorgänger wurde das Roster allerdings um einige Figuren minimiert.

Bleiben noch die beiden ersten Einträge in der Franchise, die bis heute unter Fans einen sehr, sehr guten Ruf genießt und von Capcom in den letzten Jahren eher stiefmütterlich behandelt wurde. Vor allem die Prämisse mit ihren Figuren, die auf Monsterwesen aus der westlichen und asiatischen Mythologie basieren, sticht mit dem durch und durch charmant umgesetzten Horrorthema aus der Masse anderer Fighting-Games bis heute hervor. Auch hier lässt sich bei allen Spielen die unglaublich schöne Grafik herausheben. Die detailreichen Sprites und ihre Animationen sind selbst nach fast 30. Jahren noch ein echter Augenöffner, die schiere Masse an Animationen schlicht unerreicht. Das Gameplay fußt auf ähnlichen Fundamenten wie Street Fighter, setzt sich aber mit der Reihe eigenen Mechaniken noch einmal angenehm von den Straßenkämpfern ab.

Lupenreine Portierungen und ein schöner Museumsbesuch


Alle zehn Spiele der Capcom Fighting Collection wurden ohne erkennbare Bugs oder Probleme auf moderne Systeme portiert. Für jedes Spiel gibt es unterschiedliche Rahmen, außerdem kann man diverse Filter zuschalten, die etwa Scanlines simulieren. Außerdem kann man zwischen verschiedenen Auflösungen wählen. Überraschend: selbst das Breitbildformat sieht gar nicht mal so verkehrt aus, auch wenn es doch recht ungewohnt ist, wenn man die Spiele bisher nur im 4:3 Format kennengelernt hat.

Der vielleicht wichtigste Punkt ist aber der Multiplayer. Alle Spiele haben einen lokalen und online Multiplayer. Für Letzteren verwendet Capcom Gott sei Dank einen Rollback Netcode, der ein Lag freies Online-Spiel verspricht und diesem Versprechen auch tatsächlich nachkommt. Je nachdem, welches Spiel man spielt, muss man zwar eine ganze Weile nach Gegnern suchen, allerdings waren alle bisherigen Matches, die ich absolviert hab, flüssig als säße mein Gegner neben mir auf der Couch.

Abgerundet wird das positive Gesamtbild von einem Museum, in welchem man Dutzende Musiktracks hören und sich durch Werbematerial, Skizzen und Artworks zu den zehn Spielen klicken kann.

Pro & Kontra

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Pro
  • insgesamt zehn Spiele
  • Red Earth erstmals außerhalb japanischer Arcades verfügbar
  • saubere Portierungen
  • stabiler Netcode
  • Auswahl zwischen amerikanischen & japanischen Roms

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Cons
  • Cyberbots ist "nur" okay
  • viel Fokus auf Darstalkers-Titel, die teilweise recht ähnlich sind

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Spiel Bewertung
Singleplayer
83
84
Gut
85
Multiplayer

FAZIT

Die Capcom Fighting Collection macht genau das, was sie verspricht, und liefert uns zehn Arcade-Klassiker in absolut grandiosen Versionen für Heimkonsolen sowie PC. Sämtliche Portierungen fallen durch ein hohes Maß an Polish auf, spielen sich absolut flüssig und ohne Probleme. Darüber hinaus bekommt man Spiele, die nur selten oder bisher gar nicht außerhalb japanischer Arcades zugänglich waren, womit die Sammlung ihr Geld schon wert ist. Richtig klasse ist die Sammlung nicht zuletzt für alle, die Darkstalkers, Red Earth, Super Puzzle Fighter II Turbo und Co. Auf kompetitiven Niveau spielen wollen und nun dank des stabilen Netcodes dazu endlich auch Gelegenheit bekommen.

- Von  Adrian

Grandiose Sammlung, ideal für alle Fans des Fighting-Genres.
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PlayStation 5

Capcom Fighting Collection REVIEW

USK 12 PEGI 12

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