Calling REVIEW

Ich liebe ja Horrorfilme, so besonders die mysteriösen, bei denen mich gerade die japanischen Adaptionen besonders begeistern. Daher besitze ich auch einige Spiele mit denselben Richtwerten, wie beispielsweise Calling. Auch hier fungiert wieder ein dunkelhaariges Mädchen als Inhalt des Bösen, wie es schon in The Ring und der Fluch der Fall war.

Klingelingeling

Ihr bekommt erst einmal eine recht lange Einleitung präsentiert, bei der es viel zu Lesen gibt. Ständig erscheinen neue Nachrichten, denn ihr befindet euch inmitten einer virtuellen Unterhaltung, bei der sich Teenager Gerüchte austauschen. Diese kreisen um die Legende einer mysteriösen Internetseite. Jeder Besucher der Seite fällt kurze Zeit später ins Koma und stirbt anschließend aus einem völlig unklaren Grund. Zu sehen ist ein schwarzes Bild, in dessen Mitte ein Zähler zu finden ist, der in einen Chat-Room führt. Nicht jeder Nutzer gelangt in diesen Chat-Room, doch wem dies gelingt, darf in Zukunft mit schrecklichen Anrufen rechnen. Und so beginnt das Unheil….

Nun findet ihr euch inmitten eines Zimmers wieder, scheinbar euer eigenes. In diesem erkundigt ihr erst einmal alle Schubfächer und andere Dinge, die dort herumstehen. Dies macht ihr aber anders als sonst, denn ihr spielt das Ganze aus der Ego-Perspektive. Dies bedeutet, ihr seht alles aus den Augen eurer Spielfigur, was die gruslige Atmosphäre steigert. Habt ihr euch genug umgeschaut und seht kein Weiterkommen, klingelt plötzlich euer Handy im Spiel. Nun weicht die Remote als Steuerungselement und wandelt sich zum virtuellen Mobiltelefon. Aus dem integrierten Lautsprecher ertönen nun Worte, die euch Angst einjagen sollen. Ist das Telefonat beendet, nutzt ihr die Wii Fernbedienung wieder für die Steuerung und könnt mit dem Pointer die Blickrichtung eurer Figur bestimmen, oder diese auf Dinge zeigen, die ihr nutzen wollt, wie beispielsweise Türen.

Habt ihr euch auch dem Zimmer begeben, macht ihr kurze Zeit später die erste Bekanntschaft mit einem Geist, den ihr abschütteln müsst, um ein Weiterkommen zu gewährleisten. Um nicht dem Nächsten in die Arme zu fallen, durchsucht ihr nun weitere Räume nach wichtigen Utensilien und entdeckt eine Taschenlampe, mit denen sich einiges mehr erkennen lässt. In Räumen, die sich nicht begehen lassen, könnt ihr einen Blick werfen und entdeckt oft Unheimliches, dass euch meisten dazu zwingt, den Rückzug anzutreten und einen sicheren Ort aufzusuchen.

Leider müsst ihr schnell feststellen, dass es keinen sicheren Ort gibt und so setzt das schaurig schöne Abenteuer mit der nächsten Spielfigur fort, bei denen ihr die erlernten Grundlagen nun anwenden könnt, ohne ständig mit einer Nachricht auf die Spielmechanik hingewiesen zu werden. Wieder geht es also durch Türen einer Schule, eines Krankenhauses und anderer Gebäude, die ihr per Remote fixiert und mit der Bewegungssteuerung öffnet. Wer also die Umgebung gründlich durchsucht, die Rätsel löst und den Geistern entkommen kann, kommt der Lösung des Geheimnisses immer näher.

Technik

Calling versucht ein interaktives Spiel zu sein, bei dem ihr die Bewegungssteuerung der Remote nutzt. Ihr verwendet den Pointer, mit dem ihr auf euren Bildschirm zeigt und euren Blickwinkel anpasst. Dadurch lassen sich schreckliche Dinge entdecken, wie einen Geist, den ihr per Schütteln abwenden müsst. Mit dem Nunchuck steuert ihr nun eure Spielfiguren durch die dunklen Gänge. Sofern das Mobiltelefon klingelt, kommt abermals die Remote in Nutzung und ihr haltet sie an euer Ohr, um die Geisterstimmen wahrzunehmen, die aus dem integrierten Mikrofon ertönen.

Diese Stimmen klingen leicht mechanisch, doch finde ich die Idee der Telefonate ganz nett. Damit das Feeling sich verstärkt, bekommt ihr eine deutsche Synchronisation geboten, die aber nicht sonderlich gut umgesetzt wurde. Eine Seifenoper bietet bessere und glaubhaftere Dialoge. Die musikalische Umsetzung bietet zumeist leiste bis gar keine Töne. Erst wenn ihr einen Geist erblickt, oder die Flucht antreten müsst, bekommen die akustische Elemente einen Platz im Spiel. Diese zeigen euch nun die Ernsthaftigkeit der Situation auf. Am meisten macht es Spaß, Calling in der Nacht zu spielen, bei der ihr auch auf eine ruhige Umgebung setzen könnt. Grade dort verbreiten die Schreckensmomente richtiges Grusel-Feeling.

Die Grafik ist leider auch kein Augenschmaus und verbessert kaum die technischen Elemente. Wie bereits beschrieben, seht ihr das Geschehen aus den Augen des Protagonisten, der sich zumeist in einer dunklen Umgebung wiederfindet. Ansonsten wirken die Texturen recht verwaschen und die Personen selbst nur irgendwie zusammengeschustert. Ich habe schon bei Dutzenden Wii-Spielen weitaus bessere Grafiken gesehen und eine tollere Ausarbeitung der Mimik sowie Gestik. Daher liegt der optische Blickpunkt nicht an den technischen Voraussetzungen der Konsole. Für das eigentliche Feeling reicht es aber vollkommen aus und das eigentliche Spielprinzip wird dadurch kaum negativ beeinflusst.

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Spiel Bewertung
Singleplayer
69
69
-
Multiplayer

FAZIT

Die Ansätze sind gut, die eigentliche Umsetzung jedoch eher solide. Euch erwartet ein durchschnittliches Horror-Adventure, dass schon einige Schreckensmomente bietet. Wer japanische Horrorfilme mag und diese in einer neuen Geschichte nachspielen möchte, ist bei Calling genau richtig. Für unter 20Euro erlebt ihr ein interaktives Gruselvergnügen, dass nur wenig Konkurrenz vorweisen kann, jedoch sich an den technischen Schwächen aufhängt.

- Von  Rena

Nintendo Wii

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