Die großen Sales – Ein Gamer berichtet

Oft stelle ich mir die Frage, ob das ganze „Shoppen“ im Netz wirklich so gut ist, wie es uns die Werbung immer suggeriert – Schnell, praktisch und bequem sollen wir von zuhause aus alles bestellen können, was wir wollen. Lediglich ein Mausklick trennt uns dabei von begehrten Artikeln aller Art, die uns in unzähligen Shops (Steam, Origin, Nintendo eShop und viele mehr) angeboten werden. Die Auswahl scheint unbegrenzt und oft sind die Preise auch noch unschlagbar, doch geht das alles mit rechten Dingen zu und sollten wir das ganze nicht mal kritisch hinterfragen?

Alles sofort verfügbar

Fast jeder von uns kennt es: Egal ob durch Werbung, die Empfehlung eines Freundes, einem Blog oder puren Zufall – Wenn wir ein neues Produkt entdeckt haben, wollen wir es am liebsten sofort kaufen. Während früher der Gang ins Geschäft bzw. Kaufhaus unabdingbar war, können wir heute auf das gute alte Internet vertrauen und starten eine einfache Suche mit der Suchmaschine unserer Wahl. Und siehe da: Sofort finden wir hunderte Anbieter, die uns das gewünschte Produkt sofort zum Kauf zur Verfügung stellen. Uns Gamern geht es natürlich genau so: Steam ist dabei Spitzenreiter, wird die Plattform doch vor allem als Werbeplattform für Titel genutzt, die speziell auf unseren Typ zugeschnitten hervorgehoben werden. In Zusammenhang mit Sales (egal ob auf Steam, GOG oder auch Amazon) werden wir als Kunde dann noch zusätzlich gelockt – Und das funktioniert verdammt gut. Egal was ich mir auch vornehme, bei den großen Sales schlage ich dann doch meistens noch mal zu und spare in der Theorie einige Euronen. Doch was steckt hinter der „Masche“ der Sales?

Die Strategie der Online-Händler

Steam-Halloween-Sale-2015 - Game 2 Gastbeitrag

Die Idee dahinter ist eigentlich ganz simpel und im regulären Einzelhandel schon lange Standard: Wir sollen Produkte kaufen, die wir sonst eigentlich nicht gekauft hätten und die wir auch eigentlich nicht brauchen. Ihr kennt das bestimmt, wenn Ihr eine leckere Süßigkeit nur kauft, weil diese grade 20% günstiger ist. Vorher haben wir nicht das Bedürfnis gehabt, etwas zu kaufen, doch der reduzierte Preis löst bei uns Schlüsselreize aus, die uns das Produkt kaufen lassen. Der Mensch hat Urinstinkte, die ihm damals dazu veranlasst haben Entscheidungen zu treffen, die das eigene Überleben sichern. Diese Instinkte sind heute noch tief in uns verwurzelt: Und da ein reduzierte Preis eine Ersparnis verspricht und damit uns „am Leben erhält“ sind wir geneigt zuzuschlagen. Immerhin ist es „gut“ für uns und wir machen „Gewinn“. Dass dieser Gewinn fragwürdig bleibt, können wir wieder gut bei Steam fest machen. Ich habe im Moment knapp 200 Titel in meiner Steam Bibliothek. Was zunächst ganz nett klingt, hat einen enormen Nachteil: Ich spiele nicht alle Titel! Ich habe Titel, die ich gekauft, aber noch nicht mal installiert habe, weil ich einfach nicht genug Zeit für alles Titel habe. Das ist definitiv nicht das, was ich will. Das Problem ist bekannt, denn nicht nur ich horte Spiele, die ich kaum oder nie Spiele. Knapp 37% aller auf Steam gekauften Spiele bleiben verdammt noch mal ungespielt – Das will man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Wir kaufen also Games, die wir am Ende nicht mal zocken, weil wir nicht die Zeit oder die nötige Motivation haben. Oft hat man ja durchaus den Anreiz, dieser verpufft aber, wenn das Spiel sich mit der Konkurrenz in der eigenen Spiele Bibliothek messen muss. Wir kaufen also über unseren Bedarf hinaus und darum geht es – Kaufen, kaufen und noch mal kaufen. Denn alles, was wir kaufen, obwohl wir es eigentlich nicht brauchen, ist Gewinn für die Industrie und so erklären sich dann auch die verdammt guten Preise bei den Sales. Wenn etwas nicht verkauft wird, macht es Minus, verkauft man es aber in großer Menge, rentieren sich auch die günstigeren Preise.

Der „aufgeklärte“ Käufer

Game 2 - Wunschliste

Natürlich heißt das nicht, dass jedes in einem Sale gekaufte Produkt am Ende wirklich nicht genutzt wird und nur gekauft wurde, weil es reduziert ist. Ganz im Gegenteil: Dem negativen Punkten zum Trotz kann man in Sales auch Dinge kaufen, die man schon immer wollte und spart dabei bare Münze. Ein lange beobachtetes Game, welches beim Preis von über 60 Euro einfach zu teuer erschien oder ein neues Handy, zu dessen Kauf man sich lange Zeit nicht durchringen konnte. Es ist halt wie es ist: Reduzierte Preise sind was gutes für den Kunden, die Frage ist, wie er damit umgeht. Ein (ich nenne ihn mal) aufgeklärte Kunde lässt sich nämlich nicht von Werbung oder reduzierten Preisen locken, sondern kalkuliert auf lange Sicht. Das heißt am Ende das Tages folgendes: Eine Liste mit gewünschten Produkten wird erstellt, die auf lange Sicht geführt und aktuell gehalten wird (bei Steam bietet sich die Wunschliste an). Bei dieser Liste bleibt man hart und fügt nur Produkte hinzu, die man auch wirklich und aus tiefsten Herzen haben will. Wer sich nun an diese Liste hält und bei Sales gezielt nach diesen Produkten sucht, wird Geld sparen ohne unnötige Käufe zu tätigen. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern bewahrt Euch vor Intuitiv-Käufen, die ihr Euch hättet sparen können. Weiterhin empfiehlt es sich, statt mit Online-Zahl Diensten (wie zum Beispiel PayPal) auf Guthaben-Karten bzw. Gutscheine im Einzelhandel zurückzugreifen. Was sich erst mal doof anhört, unterstützt eine zurückhaltende Kaufpolitik Eurerseits: Wer erst in den Landen gehen muss, um zum Beispiel einen Amazon.de Gutschein zu kaufen, überlegt sich, ob er das Produkt wirklich kaufen will. Auch hilft es uns, den Bezug zu unserem Geld nicht zu verlieren. Wer schon mal große Summen im Internet ausgegeben hat kennt es vielleicht: 300 Euro erscheinen nicht als viel, wenn man das Geld mit einem einfach Knopfdruck verschickt. Zack, und schon ist es verschwunden. Das ist schon ganz anders, wenn man das ganze in Bar zahlt und man mehrere Scheine der Kassiererin übergibt (natürlich nur, wenn man auf das Zahlen mit Karte verzichtet). Daher ist der Kauf von solchen Guthaben-Karten keine dumme Sache.

Fazit

Also, fassen wir mal zusammen: Das Internet setzt bei Sales und reduzierten Preisen vor allem auf den Intuitiv-Kauf von uns Kunden, der uns zum teil völlig überflüssige Produkte kaufen lässt. Wir sollten als Kunden darauf achten, dass wir nicht vom Sale ausgenutzt werden, sondern den Sale für uns selbst nutzen. Wer nur kauft, weil etwas günstiger ist als sonst, muss damit rechnen, über den eigenen Bedarf einzukaufen. Achten wir aber auf unsere Ausgaben, können wir durchaus sparen und tolle Produkte abstauben – Es liegt wie so oft an uns!

Autor: Johann von Ti

Quellen:

http://www.game-2.de/game-2-content/bilder/steam/Steam-Halloween-Sale-2015.JPG

https://media2.giga.de/2013/11/gabe-steam-sale-1024×556.jpg

http://www.amazon.de/

http://steamcommunity.com/

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