Mad Max REVIEW

Mad Max ist ein Lizenzgame zur Filmreihe Mad Max von dem schwedischen Videospielentwickler Avalanche Studios, der normalerweise zum Beispiel für Just Cause verantwortlich ist. Nun haben sie mit Mad Max ein Open-World-Adventure in einem spektakulären postapokalyptischen Setting auf den Markt gebacht. In der Welt von Mad Max steht vor allem eine Sache im Vordergrund: Das Überleben. Eine Vielzahl von Filmumsetzungen sind lieblose Produkte, die einfach nur noch ein paar Euros in die Kasse bringen sollen. Doch ist Mad Max die Ausnahme von dieser Regel?

Nur die Wilden überleben

Die Story von Mad Max ist eigentlich sehr simpel: Die Welt ist nur noch ein Ödland und in dieser Welt lebt unser Protagonist Max. Bei einem Überfall wird uns unser geliebtes und zum Überleben wichtiges Auto, der Interceptor, geraubt. Um an ein neues Gefährt zu gelangen, verbünden wir uns mit dem etwas verrückten Mechaniker Chumbucket. Mit seiner Hilfe haben wir nun vor ein neues, noch besseres und schnelleres Auto zu bauen, den Magnus Opus (bedeutet so viel wie „großes Werk“) unter den Autos. Um neue Teile und Zubehör für unser Gefährt zu finden, reisen wir nun durch das ganze Ödland, klappern verschiedene Festungen ab und sammeln Altmetall.

Das war im Grunde auch schon die Story von Mad Max, etwas kurz und eher weniger tiefgründig, was jedoch an sich nichts Schlechtes bedeuten muss: Durch die kurze und dünne Story ist hier mehr Platz für den Open-World-Aspekt. Dieses Konzept funktioniert auch zuerst ziemlich gut, doch nach längerer Zeit geht die Motivation und die Abwechslung ein bisschen verloren. Der Grund für die fehlende Storytiefe könnte sein, dass man sich mehr am ganzen Mad Max-Universum orientieren möchte und sich nicht mit den anderen Videospieleadaptionen von Filmen gleichsetzen lassen will. So hat die Story von Mad Max nichts mit dem aktuellen Kinofilm Mad Max: Fury Road zu tun.

Unser großes Werk – der Magnum Opus

mad max 3

Im Mittelpunkt unseres Abenteuers als Mad Max steht natürlich unser Auto: Wir wollen nicht irgendein Fahrzeug, sondern den Magnum Opus bauen. Damit verbunden ist die Suche nach Ressourcen wie Benzin, Wasser, Essen oder Altmetall zum Überleben wichtig. Diese Ressourcen brauchen wir, um mit unserem „Magnum Opus“ voranzukommen und uns im Ödland behaupten zu können. Doch es gibt im Ödland andere Herrscher, denen nicht immer einfach zu begegnen ist. Also müssen wir Bündnisse schließen oder uns alleine gegen den Feind behaupten. Die Missionen, die wir dabei erhalten, sind jedoch abwechslungsreich und machen Spaß. Außerdem trifft man auch des Öfteren auf herumfahrende Banditen, welche versuchen, den Weg durch das Ödland zu erschweren.

Unseren „Magnum Opus“ können wir nach Belieben gestalten. Das fängt an bei der Karosserie, Motor und Panzerung bis hin zu kleinsten Spielereien, wie Harpunen oder andere eingebaute Waffen. Mit dem gesammelten Altmetall könnt ihr den Ausbau vorantreiben. Hier wird man zum Jagen und Sammeln motiviert, da man einiges an altem Schrott braucht, um sein Fahrzeug aufzuwerten. Altmetall findet man eigentlich überall, doch die größten Mengen kann man aus herumfliegenden Kisten in Stürmen ergattern, was jedoch wiederum ohne Panzerung nicht so ganz einfach ist und immer mit dem Risiko des Verlusts des Autos einhergeht.

Trifft man nun im Ödland auf Gegner, kann man sich zwischen Waffe oder Faust entscheiden. Doch Vorsicht ist geboten und man sollte weise überlegen, ob man einfach so drauf los schießt, denn die Munition ist sehr knapp. Ist sie aufgebraucht, hat man keine große Wahl mehr – man benutzt die Fäuste oder findet schnell eine Keule, um sich zu verteidigen; ansonsten wird man ein weiterer Toter des Ödlandes. Das Kampfsystem ist eine simplere Version dessen, was man schon aus zum Beispiel den Batman-Spielen kennt: Eine Art freier Fluss im Kampf, bei dem man zuschlagen oder ausweichen kann. Bei Mad Max benutzt man hier aber im Grunde nur zwei Tasten und kann noch eine Art Finishing-Move ausführen. Mit der Zeit lädt man durch die Verkettung von Attacken seine Wut auf und wenn Max in Wut ausbricht, richtet er einigen zusätzlichen Schaden an.

Ödland soweit das Auge reicht

Die Grafik von Mad Max ist eigentlich nur Next-Gen Standard und bringt nichts Neues oder Besonderes. Wahrscheinlich stören sich Grafik-Fanatiker leicht daran. Trotz allem bietet das trockene Ödland eine atemberaubende Kulisse und die Charaktere, welche ihr in dieser kaputten Welt trefft, sind sehr detailreich gestaltet. In diesem Ödland, welches nun mal einfach eine Wüste mit einigen Resten der Zivilisation ist, kann es schnell karg und unlebendig werden. Man merkt, dass hier mehr Wert auf die offene Spielewelt gelegt wurde als auf Grafik und Technik.

Rein vom Open-World-Aspekt macht das Spiel doch Einiges her durch die riesige, offene und freie Spielewelt. Man schaltet nach und nach neue Gebiete frei, welche man begehen bzw. befahren kann. Die Welt immer weiter zu erkunden, stellt den größten Teil der Motivation im Spiel dar. Ist die Welt am Anfang noch recht übersichtlich, so verliert sich das mit jedem neuen Gebiet mehr und mehr. Dennoch hatte ich beim Spielen das Verlangen, auch noch nach dem zwanzigsten Mal bei einem Lager zu halten und es zu looten, denn bei jedem Lager, das ihr lootet, könnt ihr direkt sehen, wie viel ihr noch finden könnt.

Die Synchronisation von Mad Max ist sehr gut und die Sprecher passen zu den Rollen. Die Sprachausgabe ist jedoch nur auf Englisch möglich, weshalb deutsche Spieler auf die deutschen Untertitel zurückgreifen müssen. Der Soundtrack unterstreicht die Ödland-Atmosphäre und rundet das Ganze ab.

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