Shieldmaiden: Remix Edition REVIEW

Shieldmaiden ist der am 13. März 2020 veröffentlichte Debut-Titel des brasilianischen Entwicklers Dumativa Game Studio. Laut deren Website umfasst das Team übrigens 32 Leute, weswegen wir es hier auch nicht wirklich mit einem kleinen Indie-Dev zu tun haben. Der Action-Platformer, der aktuell für 10,79 € auf Steam verkauft wird, erzeugte ursprünglich jedoch eher gemischte Gefühle und Kritiken. Aufgrund dessen setzten sich die Brasilianer noch mal an das Spiel ran und brachten am 14. September 2021 das „Remix Edition“-Upgrade heraus, welches neue Inhalte bereitstellt und die allgemeine Spielerfahrung verbessern soll. Ich selbst kenne das Spiel nur in seiner „Remix Edition“ und kann daher auch nur über diese Version berichten. Ob sich der Extraaufwand dieses aufstrebenden Entwicklerstudios gelohnt hat und die „Shieldmaiden: Remix Edition“ ihr Geld wert ist oder nicht, erfahrt ihr im folgendem Test.

Der mysteriöse Kataklysmus und die vermisste Schwester

Die Handlung spielt in der futuristischen Stadt Modigard. Die dort lebenden Menschen setzen verstärkt auf Roboter-Technologie. Eine Entwicklung, die sich jedoch stark zu deren Nachteil herausstellen sollte. Denn eines Tages stürzt ein unbekanntes Objekt aus dem All auf Modigard ab. Das Objekt ist in einer Energiehülle eingeschlossen und entsendet Energiewellen, welche die Roboter Modigards in den Wahnsinn treibt. Diese veranstalten seitdem ein Gemetzel unter der Menschheit. Und natürlich ist es noch niemandem gelungen in die mysteriöse Energiekuppel einzudringen und den Übeltätern auf die Finger zu klopfen.

Wir übernehmen die Rolle des Mädchens Asta, welche vor dem oben geschilderten Kataklysmus ein antikes Armband von ihrer Schwester, der Wissenschaftlerin Roza, geschenkt bekommen hatte. Seit dem Kataklysmus entfaltete das Armband eine mysteriöse Macht, welche es Asta erlaubt einen unkaputtbaren Energieschild für offensive und defensive Zwecke zu materialisieren (das kann man sich ein wenig wie den Schild von Captain America vorstellen). Seit der Katastrophe ist Roza verschollen, ein Zustand der für Asta unerträglich ist. Daher begibt sie sich immer wieder auf die Suche in die mit Robotern verseuchte Stadt. Zur Seite steht ihr lediglich die von ihrer Schwester kreierte K.I. Romir, welcher als Astas Operator fungiert. Wird Asta ihre Schwester wiederfinden? Und was steckt wirklich hinter dem Kataklysmus?

Anders als andere Platformer versucht Shieldmaiden: Remix Edition also eine interessante, postapokalyptische Sci-fi-Story aufzuziehen. Leider scheitert das Spiel jedoch an dieser Ambition. Hierfür gibt es mehrere Gründe: Die Introsequenz leistet einen schlechten Job die Ausgangslage zu vermitteln, man bekommt nicht wirklich ein Gefühl dafür, was eigentlich genau geschehen ist und worum es jetzt geht. Viele Textboxen werden mitten während des Gameplays eingeworfen – also mitten während man mit dem Action-Platforming beschäftigt ist. Es gibt keine Menschen-NPCs, welche einem die Lage vermitteln – Asta ist so ziemlich der einzige Mensch dem ihr hier begegnen werdet. Generell habe ich zu keiner Sekunde das Verlangen verspürt mich genauer mit der Handlung zu befassen. Die Story konnte mich zu keiner Sekunde abholen und endet auch relativ unbefriedigend. Was die Handlung anbelangt, kann Shieldmaiden also nicht überzeugen. Aber das ist bei einem Platformer glücklicherweise nur halb so schlimm.

Bossgegner hui, Leveldesign pfui

Wie gesagt handelt es sich bei Shieldmaiden um einen Action-Platformer. Ihr bahnt euch den Weg durch den jeweiligen Level und müsst hierbei Platforming-Passagen bestehen, Gegner bekämpfen und ein paar optionale Fundsachen einsammeln. Die meisten Level enden dabei mit einem kniffligen Bossgegner. Asta kann hüpfen, beherrscht einen (Air)Dash-Move, Wandsprünge und führt einen Energie-Schutzschild mit sich. Letzteren kann man sowohl als Nahkampfwaffe, als auch als Bumerang-artige Wurfwaffe verwenden. Darüber hinaus kann man mit dem Schild auch einen Großteil feindlicher Projektile abblocken. Durch derartiges Abblocken baut man eine Energieleiste auf, welche bei maximaler Aufladung in Form einer Smartbombe entladen werden darf. Den Schild darf man übrigens via Analogstick recht frei dirigieren. Und die Steuerung des Spiels geht nach einer gewissen Eingewöhnungsphase gut von der Hand.

Durch Astas recht langen Heilbalken, unbegrenzte Leben und relativ großzügig verteilte Checkpoints hält sich der Schwierigkeitsgrad von Shieldmaiden trotz einiger kniffliger Passagen in Grenzen. Die größte Herausforderung sind da definitiv die Bossgegner. Die Bossgegner kann man nur bezwingen, wenn man deren Angriffsmuster verinnerlicht und die jeweiligen Schwachpunkte entdeckt und ausnutzt. Tatsächlich sind die Bosse mit Abstand das Beste was das Spiel zu bieten hat. Die gehören sogar generell zu den Besten, die ich im Genre erlebt habe! Ein wenig Frustresistenz sollte man für diese aber schon mitbringen. Leider kann da das Leveldesign nicht mithalten. Die erste Hälfte der 9 Level ist einfach nur langweilig und uninspiriert. In der zweiten Hälfte tauchen auch mal ein paar nette Gimmicks auf, wie etwa die Flucht vor einer Energiewelle im letzten Level. Aber auch hier will der letzte Funken nicht überspringen.

Auch die sehr kurze Spieldauer von ca. 2-3 Spielstunden wird nicht zu Jubelrufen verleiten. Besonders ärgerlich in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass einem das Spiel nach dem Abspann dazu auffordert die restlichen Fundsachen zu sammeln. Dummerweise gibt es für die Bewältigung dieser Zusatzaufgabe jedoch keine Belohnung. Okay, jeder gefunden Gegenstand schaltet einen Textbox-Monolog von Asta frei und Achievements gibt es natürlich auch, aber etwas handfestes wie einen geheimen Boss oder Zusatzlevel sucht man vergebens.

Grafik und Sound

Der Hauptgrund warum Shieldmaiden meine Aufmerksamkeit erregen konnte ist die hübsche Pixelgrafik im 16-bit-Stil. Das Game sieht aus wie ein aufgebohrter SNES-Titel und lässt die Herzen entsprechender Fans höher schlagen. Untermauert wird das Ganze mit feinem Parallax-Scrolling und einer Farbpalette die sich bis zu einem gewissen Grad dem Synthwave-Flair anbiedert. Punktabzüge gibts jedoch für das auf Dauer eintönige Setting. Das Spiel findet nun einmal fast ausschließlich in der Stadt Modigard statt, und diese wird, trotz ihrer Retro-futuristischen Ader, auf Dauer langweilig. Darüber hinaus trüben hier und da lästige Scrolling-Ruckler den 16-bit-Grafikspaß.

Beim Soundtrack gibt es da hingegen nichts zu kritisieren. Die Tracks bieten schöne elektronische Melodien im Retro Wave-Stil und verbreiten einen schönen Videogame-Flair. Die Soundeffekte passen auch. In akustischer Hinsicht kann das Spiel überzeugen. Für die Texte gibt es leider keine deutsche Übersetzung. Wer der Handlung folgen möchte, sollte also Englischkenntnisse mitbringen.

Pro & Kontra

thumbs-up-icon

Pros
  • hervorragende Bossgegner
  • schöne Pixelgrafik im 16-bit-Stil
  • gelungener OST

thumbs-up-icon

Cons
  • eher langweiliges Leveldesign
  • die Handlung versucht Interesse zu wecken, scheitert jedoch beim Versuch
  • das Setting der Retro-futuristischen Stadt wird auf Dauer eintönig
  • schwaches Preis- Leistungsverhältnis (10,79 € für 2-3 Stunden Spielzeit)

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Spiel Bewertung
Singleplayer
69
69
-
Multiplayer

FAZIT

Bei Shieldmaiden habe ich lange gehadert, ob ich das Spiel in den 7er-Bereich aufrücken lassen soll, oder nicht. Ich habe mich letztendlich dagegen entschieden, da ein guter Platformer eben nicht nur spannende Bossgegner benötigt, sondern auch ein gelungenes Leveldesign. Und Letzteres ist hier eben nicht gegeben. Zu langweilig wirken die Action-Platforming-Passagen. Die wirklich hervorragenden Bossgegner können dieses große Manko zwar zu einem großen Teil auffangen, jedoch darf man nicht vergessen, dass wir hier über ein Spiel reden, dass von einem 32-köpfigen Entwicklerstudio stammt. Bei einem kleinen Indie-Entwickler kann ich bei so etwas ein Auge zudrücken, aber hier geht das eben nicht mehr. Und andere Schwächen wie die Handlung, welche mir völlig abgegangen ist, oder das auf Dauer eintönige Setting, schlagen natürlich auch noch negativ auf. Shieldmaiden ist ein schönes Spiel, welches jedoch trotz prägnanter Vorzüge nicht vom Hocker reißen wird.

- Von  Volker

MS Windows

Shieldmaiden: Remix Edition REVIEW

USK 1 PEGI 1

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