Battlefleet Gothic: Armada REVIEW

Warhammer erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Seit der Pleite von THQ hat die Marke etwas gelitten, ist nun dank dem Entwickler Tindalos Interaktiv und Focus Home Interactive mit Battlefleet Gothic: Armada zurück im Ring, hoffentlich auch in alter Stärke. Wir konnten den Echtzeit-Strategie-Taktik Mix für euch testen und zeigen, ob Warhammer 40k zu alter Stärke zurückfindet oder ob ihr besser wieder eure Tabletop Figuren aus dem Keller holt.

Im Gothic-Sektor herrscht Krieg

Battlefleet Gothic Armada Screenshot1

Das Imperium hat alle Hände voll zu tun, denn die Mächte des Chaos befinden sich mittlerweile auf dem 12. Kreuzzug. Der namensgebende Gothic-Sektor dient dabei als Austragungsort und genau in diesem Krieg beginnt Commander Spire, in dessen Haut der Spieler schlüpft, seine Karriere im Dienst des Imperiums. Ihm obliegt es, den Sektor vor zahlreichen Angriffen des Chaos und diversem anderen Abschaum wie Ork Piraten zu schützen und bereits besetzte Planeten zurück zu erobern.

Alle Fans des Warhammer 40k Universums dürfen sich auf eine brandneue, spannende imperiale Geschichte aus dem Gothic-Sektor freuen. Alle anderen, die nicht über eine gewisse „Warhammer-Erfahrung“ verfügen, verstehen vorerst nur Bahnhof, denn grundlegende Hintergrundinformationen über die am Krieg beteiligten Fraktionen fehlen größtenteils. Die vier Völker, Imperium, Chaos, Ork Piraten und Eldar werden lediglich grob vorgestellt, die Schwarzen Kreuzzüge, ein essenzieller Begriff in dieser Geschichte, anfangs leider überhaupt nicht erklärt. Als Neuling fühlt man sich in irgendeinen wahllosen Krieg hineingeworfen, ohne sich für eine Seite entschieden zu haben.

Das bedeutet jedoch nicht, dass die Handlung nicht spannend erzählt wird, denn an Atmosphäre fehlt es Battlefleet Gothic: Armada definitiv nicht. Vor bzw. nach vielen Missionen erwarten euch voll vertonte, schön gezeichnete Zwischensequenzen, die die Handlung weiterspinnen. Während der Missionen kommentieren hochrangige Crewmitglieder zudem laufend das Geschehen, um die Geschichte am Laufen zu halten. Leider wird die Story hauptsächlich aus der Sicht des Imperiums erzählt, obwohl es überaus interessant wäre, den Kampf auch aus der Sicht einer anderen Fraktion zu erleben.

Aller Anfang ist schwer

Battlefleet Gothic Armada Screenshot9

Hat man den ersten Schreck über die rätselhafte Geschichte einmal verdaut, geht es direkt auf das Schlachtfeld oder besser gesagt den Orbit eines Planeten im Gothic-Sektor. Hier macht ihr euch mit den ersten Spielmechaniken vertraut, lernt euer Schiff zu manövrieren. Nichts ahnend soll Commander Spire eine verlassene Raumstation entern und wird prompt von einer Invasionsmacht überfallen. Es bleibt nur der Rückzug nach Port Maw, einer großen imperialen Schiffswert in diesem Sektor, um die eigene Flotte aufzustocken und dem Imperator von den Ereignissen zu berichten.

In der Schiffswerft angekommen nun der nächste große Brocken. Hier erwarten euch alle nur erdenklichen Upgrades für eure Flotte, etwa verbesserte Waffensysteme, stärkere Antriebe oder eine robustere Außenhülle. Weiter lässt sich mit jedem Level-Up, die ihr über in der Schlacht gewonnene Erfahrungspunkte erhaltet, neue Crewfertigkeiten freischalten. Der Schiffsmeister beispielsweise verbessert die Manövrierfähigkeit eures Kreuzers. Als wäre das nicht schon genug, lassen sich in Port Maw natürlich auch neue Kreuzer anwerben. Stehen euch zu Beginn lediglich leichte Kreuzer zur Verfügung, werden im weiteren Spielfortschritt schwere Kreuzer und sogar mächtige Schlachtschiffe freigeschaltet, die über eine wesentlich größere Feuerkraft verfügen als die anfängliche Flotte.

Ist die erste Flotte nun entsprechend ausgerüstet, geht es auf Geheiß des Imperators direkt in das erste Gefecht. Um dabei eine gewisse Balance zu erhalten, stellt jeder Flottencommander seine Kriegsflotte anhand sogenannter Flottenpunkte zusammen. Je stärker ein Schiff, desto mehr Punkte ist es auch wert. Die anfängliche maximale Flottengröße liegt etwa bei 250, was zwei kleinen Kreuzern und einem Begleitschiff entspricht. Haben bei Seiten ihr Flotte zusammengestellt, beginnt die Schlacht auch schon. Die Flotten starten an den gegenüberliegenden Enden der Karte, bis sie sich kurz darauf in der Mitte begegnen.

Seeschlachten über den Wolken

Battlefleet Gothic Armada Screenshot8

Die taktisch äußerst anspruchsvollen Weltraumschlachten erinnern tatsächlich sehr stark an klassische Seegefechte. Viele Raumschiffe feuern aus der Breitseite, sind zudem relativ träge und nur mittels Schubdüsen schnell zu wenden. Es ist zwar möglich, feindlichen Projektilen auszuweichen, dies ist jedoch aufgrund der Trägheit der Schiffe wirklich knifflig und erfordert jede Menge Geschick. Gesamt ist die eher kleine Flotte aus drei bis sechs Schiffen, schwieriger zu kontrollieren als anfangs gedacht. Man ist pausenlos damit beschäftigt, neue Befehle zu erteilen, den Kurs der Schiffe anzupassen und seine Strategie zu verbessern. Es kommt sogar vor, dass zwei Kreuzer der eigenen Flotte in der Eile des Gefechts kollidieren und sich dabei gegenseitig schwer beschädigen. Das Spieltempo ist dabei vergleichbar mit einer entspannten Partie Starcraft 2, also definitiv nichts für bedachte Aufbaustrategen.

Eine kleine Hilfe schafft der sogenannte „Tactical Cogitator“ der das Geschehen auf Knopfdruck in Bullet Time ablaufen lässt. Dadurch bleibt erheblich mehr Zeit, wichtige Entscheidungen zu treffen bzw. schwerfällige Kreuzer in Millimeterarbeit zu wenden. In den Kampagne-Gefechten und den restlichen Singleplayer-Modi steht der „Tactical Cogitator“ unbegrenzt zur Verfügung. So vergehen, während man eine halbe Stunde lang auf seine Flotte starrt, die in Zeitlupe über den Bildschirm kriecht, gerade einmal zehn Minuten in Echtzeit. Ohne dieses Feature wären die Weltraumschlachten tatsächlich erheblich schwieriger.

Der gesamte Spielablauf bedarf einer Menge Einarbeitungszeit. Spielmechaniken müssen verinnerlicht, die Flotte an den persönlichen Spielstil angepasst und die Vor- bzw. Nachteile der einzelnen Schiffsklassen erlernt werden. Wer noch dazu der Handlung vollends folgen möchte, muss sich durch unzählige Wiki-Einträge, sowie zahlreiche literarische Werke der Warhammer-Reihe kämpfen. Battlefleet Gothic: Armada ist definitiv nichts für ungeduldige Spieler, auf der Suche nach schneller Unterhaltung. Doch lässt man sich auf der Abenteuer ein, erwarten euch spannende wie spaßige Weltraumschlachten mit einem sehr fordernden Schwierigkeitsgrad.

Für Abwechslung von der Kampagne sorgen die beiden anderen Singleplayer-Modi, in denen ihr etwa das Szenario festlegt oder aber zufällig erstellen lasst. Dadurch ist für Unterhaltung über mehrere Wochen und Monate gesorgt. Zudem dürft ihr abseits der imperialen Kampagne selbst die Kontrolle über die drei anderen Fraktionen (Chaos, Ork Piraten und Eldar) übernehmen. Diese unterscheiden sich sowohl in ihren Fähigkeiten als auch in ihrer Handhabung. Die Eldar verzichten im Gegensatz zum Imperium auf Energieschilde und setzen stattdessen auf mächtige Waffensysteme.

Technik

Battlefleet Gothic Armada Screenshot3

Bei Battlefleet Gothic: Armada hat sich Entwickler Tindalos Interaktive für die leistungsfähige Unreal Engine 4 entschieden, woraus das Team eine wirklich überzeugende Spielwelt gezaubert hat. Alle Objekte die sich auf dem Bildschirm tummeln, wurden sehr detailliert designt, vom riesigen Kreuzer bis zum einfach Charakterporträt. Besonders eindrucksvoll präsentiert sich der Stil der einzelnen Flotten, die sehr stark gewaltigen mobilen Festungen ähneln. Auch wenn sich die Schifftypen innerhalb einer Fraktion optisch kaum unterscheiden, weißt jede der vier Fraktionen ihren ganz eigenen Stil auf.

Der positive Eindruck setzt auch bei der Soundkulisse fort. Selten ist uns in einem Echtzeitstrategie-Titel ein so kräftiger Sound untergekommen. Der Soundtrack erzeugt in Kombinationen mit dem Krachen explodierender Schiffsteile eine sehr überzeugende Atmosphäre. Für alle vertonten Dialoge wurden zudem passende Sprecher ausgewählt, jedoch verfügt Battlefleet Gothic: Armada lediglich über eine englische Audiospur. Das wird aber nur selten zum Problem, denn alle wichtigen Unterhaltungen und Zwischensequenzen verfügen über mehrsprachige Untertitelspuren.

Performance und Multiplayer

Die schöne Optik und die überzeugende Physiksimulation des luftleeren Raumes fordern aber auch ihren Tribut. Battlefleet Gothic: Armada verschlingt jede Menge Prozessorleistung und lässt die eine oder andere Grafikkarte ganz schön schwitzen. Wer über die nötige Power verfügt, darf sich über ein äußerst stabiles Spielerlebnis freuen. Dann läuft der Titel stets mit konstanter Framerate, ohne Abstürze. Zudem versorgen euch die Entwickler derzeit beinahe täglich mit neuen Updates.

Wer seine Fähigkeiten als Flottencommander nun in den Einzelspielermodi ausreichend trainiert hat, ist bereit für den Mehrspieler-Modus, in dem es nun Schlachten gegen menschliche Gegenspieler zu führen gilt. Wahlweise im 1 gegen 1 oder in Zweierteams. Prinzipiell unterscheidet sich der Mehrspieler-Part auch nur durch ein kleines Detail von klassischen Partien gegen den Computer. Hier verfügt jeder Spieler nur für eine begrenzte Zeit über den Tactical Cogitator. Somit darf jeder Commander die Zeit nur für etwa zehn Sekunden pro Schlacht verlangsamen, um besonders anspruchsvolle Manöver auszuführen. Gesamt hatten wir in den Online-Gefechten jede Menge Spaß, Probleme traten, bis auf gelegentliche Lags, keine auf. Es fanden sich zudem immer nette Mitspieler, die etwa über dasselbe taktische Geschick verfügten wie wir, was die Gefechte oftmals bis zur letzten Sekunde spannend bleiben ließ.

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Spiel Bewertung
Singleplayer
81
81
Gut
81
Multiplayer

FAZIT

Battlefleet Gothic: Armada ist genau der Titel, auf den Taktiker seit Jahren warteten, die gerne auf Basenbau und Massenschlachten verzichten können. Dafür erwarten den Spieler spannende wie taktisch anspruchsvolle Weltraumschlachten. Genau das richtige für passionierte Warhammer 40k Fans, doch für den Massenmarkt ist der Titel wohl zu komplex, zu speziell. Tindalos Interactive hat aus der Games Workshop Lizenz ein wirklich überzeugendes Taktik-Abenteuer geschaffen, das der Marke hoffentlich wieder neuen Auftrieb verschafft. Die Optik stimmt, die Soundkulisse erzeugt eine mitreißende Atmosphäre und das Gameplay ist schön komplex. Uns überzeugte der Weltraumstrategie-Titel mit Warhammer Setting sowohl offline als auch online.

- Von  Fabian

MS Windows

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USK 16 PEGI 16

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