The Centennial Case: A Shijima Story REVIEW

Egal ob Pläne bezüglich der Blockchain und NFTs, den Verkauf nahezu aller großen westlichen Studios oder den teilweise lieblos wirkenden Neuauflagen alter Fanlieblinge: in letzter Zeit schreibt Square Enix vor allem negative Schlagzeilen. Gleichzeitig hat der Publisher aber einen Output, die teilweise zum interessantesten gehören, was es aktuell in der Nische gibt. Mit NEO: The World Ends With You hat man einen Klassiker stimmig fortgesetzt, mit Voice of Cards: The Isle Of Dragon Roars hat man Yoko Taro ein Kartenbasiertes Rollenspiel entwickeln lassen und mit Stranger of Paradise: Final Fantasy Origin eine wilde Vermischung zwischen RPG, Souls-like und Trash veröffentlicht. Und auch The Centennial Case: A Shijima Story schlägt nun in diese Kerbe der interessanten Titel.

Namhaftes Zusammentreffen


Schon ein Blick auf den Entwickler sowie den beteiligten Personen ist ziemlich spannend. Da wäre etwa Koichiro Ito, der unter anderem das von mir höchst geschätzte 428: Shibuya Scramble geschrieben hat und hier den Posten des Directors besetzt. Als Produzent ist Junichi Ehera (NieR: Automata) an Bord, die Entwicklung wurde vom Studio h.a.n.d. (NEO: The World Ends With You) gestemmt. Und dann wäre da eben noch die Tatsache, das The Centennial Case: A Shijima Story ein Full-Motion-Video-Adventure ist, für welches Square Enix offenbar ein ziemlich hohes Budget locker gemacht hat.

Das sieht man nämlich in nahezu jeder Szene, die nicht nur hinsichtlich der Ausstattung und der Schauplätze an TV-Serien erinnert, sondern auch hinsichtlich der Regie und den Schauspielerinnen und Schauspielern. Hier bewegt man sich auf dem Niveau einer guten TV-Serie. Allerdings entspricht gerade der gemächliche Spannungsaufbau, die Art und Weise wie die Darsteller spielen und die Entschleunigung in der Inszenierung nicht gerade westlichen Sehgewohnheiten.

In der Tradition der Klassiker


Der Plot steht in der Tradition von klassischen Myster-Geschichten. Bezüge zu Autoren wie Edogawa Rampo, Arthur Conan Doyle und Agatha Christie und deren Werke sind gewollt und offensichtlich. Die Story folgt der jungen Romanautorin Haruka Kagami, die von ihrem Freund Eiji Shijima auf dessen Familienanwesen eingeladen wird. Dort wurde nicht nur ein Skelett im Garten ausgegraben, auch steht eine Zeremonie an, bei der es um die Nachfolge des Familienoberhauptes geht. Die Ereignisse überschlagen sich und Haruka findet sich inmitten einer Familientragödie wieder, die vor über 100 Jahren ihren Anfang nahm.

In insgesamt sechs Kapiteln gilt es das Mysterium der Familie Shijima zu lösen. Dabei macht das Spiel immer wieder auch Sprünge in die Vergangenheit, etwa in die Taishō-Ära (1912-1926). Das ist alleine vom Setting her schon spannend, zumal diese höchst spannende Periode der japanischen Geschichte in Videospielen eher selten abgebildet wird. Gleichzeitig wird A Shijima Story stets von einer wohligen Mystery-Stimmung umgarnt, die man am besten mit einem Heißgetränk der Wahl und ein paar ungestörte Stunden aufsaugt.

Zwischen Film und Spiel


Die Stärke des Spiels liegt in der Geschichte, wobei ich als jemand, der in dem Genre einigermaßen bewandert ist, die meisten Twists und Wendungen kommen gesehen habe. Dennoch hat mich das Spiel für seine rund 15 Stunden ziemlich gut bei Laune halten können, auch weil diese Art der Erzählung meinen Nerv trifft. Außerdem lassen sich die Video-Parts wunderbar konsumieren, eben wie eine TV-Serie. Während der Filmsequenzen macht man als Spieler/Spielerin quasi nichts, außer zuzusehen. Zwar gibt es immer wieder Hinweise, die man via Tastendruck für später speichern kann. Man muss das aber nicht unbedingt, die wichtigen Informationen werden automatisch abgespeichert.

Take that!


Damit kommen wir zum zweiten großen Part, der Deduktion. In dieser wechselt das Spiel in ein stilisiertes Flussdiagramm. Am oberen Bildschirmrand kann man sich durch diverse Szenen klicken und Hinweise ansehen, die man in besagten Sequenzen bekommen hat. In der Bildschirmmitte hingegen sind Fragen aufgeführt, beispielsweise „Hat Person X ein Motiv?“. Nun sucht man die richtigen Hinweise und fügt diese in die richtigen Fragefelder ein. Das Prinzip ist ziemlich simpel und selbst nach hinten raus bleibt das Spiel im Großen und Ganzen recht logisch. Hier und da muss man mal um die Ecke denken, aber selbst wenn man mal ins Stocken kommt, hat man zwei Möglichkeiten: entweder man versucht erst andere Fragen aufzulösen und reduziert somit immer weiter den Pool an verfügbaren Informationen oder man nutzt die Hilfefunktion. Diese kann man optional aktivieren und sich für eine Frage alle benötigten Hinweise hervorheben lassen.

Ist man irgendwann mit der Deduktion durch und fühlt sich sicher genug, macht man sich daran den Täter bzw. die Täterin zu stellen. Ähnlich wie etwa in Danganronpa oder Ace Attorney lässt man im abschließenden Teil der jeweiligen Kapitel die Fakten für sich sprechen. Auch hier gibt sich A Shijima Story relativ moderat. Verläuft man sich mal, so wird die Szene meist mit einem Lacher aufgelöst und man startet noch einmal vom vorherigen Checkpoint. Sonderlich anspruchsvoll ist das alles nicht, aber es macht irgendwie doch Spaß.

Pro & Kontra

thumbs-up-icon

Pro
  • spannende Mystery-Story
  • hohes Produktionsniveau
  • gute Schauspielerinnen/Schauspieler und gelungene Regie

thumbs-up-icon

Cons
  • englische Synchronisation ist nicht so gut
  • neigt gegen Ende etwas zu Trial & Error

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Spiel Bewertung
Singleplayer
76
76
Okay
-
Multiplayer

FAZIT

The Centennial Case: A Shijima Story ist das perfekte Spiel für verregnete Nachmittage oder Abende, an denen man mal zwei, drei Stunden am Stück Zeit hat und sich einer gut erzählten und inszenierten Mystery-Story hingeben will. Der Plot und wie er verläuft, ist zwar für Menschen, die im Krimigenre ein bisschen bewandert sind, kein Erweckungserlebnis. Aber die Mischung aus handwerklich soliden Filmszenen, guten Schauspielerinnen und Schauspielern sowie dem interaktiven Deduktionsteil funktioniert. Ich hatte jedenfalls an den vergangenen Abenden viel Spaß und habe A Shijima Story förmlich aufgesogen. Schön, das Square Enix auch solchen Projekten eine Chance gibt. Und ich hoffe, es wird sich rentieren, denn ich würde gerne eine Fortsetzung oder ein ähnliches Spiel mit diesem hohen Produktionsniveau sehen.

- Von  Adrian

Playstation 4
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