Shantae: Friends to the End DLC REVIEW

Am 12. Dezember 2017, also ca. dreieinhalb Monate nach dem ersten DLC zu Shantae: Half-Genie Hero, wurde mit Shantae: Friends to the End bereits der zweite Downloadable Content nachgeschoben. Dieses mal darf der Spieler die Kontrolle über Shantaes Freundeskreis in Form von Sky, Bolo und Rottytops übernehmen. Und wie sich dies gestaltet, verraten die nachfolgenden Zeilen.

Die Reise in Shantaes Psyche

Wie schon der letzte DLC, so setzt auch der Zweite an jener Stelle an, wo Shantae durch eine List von Risky Boots mit dunkler Magie vollgepumpt und von dieser Energie in die böse Nega-Shantae korrumpiert wird. Jedoch hat es Risky übertrieben. Die dunkle Magie war so heftig, dass Nega-Shantae kollabiert und in diesem Zustand ein Vortex-Portal in ihren Verstand öffnet. Mimic schlägt vor, dass man Shantae wahrscheinlich im Inneren ihres Verstandes vor der Dunkelheit retten könnte. Daher fackeln Sky, Bolo und Rottytops nicht lange und begeben sich auf Rettungsmission. Es gibt da nur ein kleines Problem: Die Drei haben keine gute Meinung voneinander, müssen jetzt jedoch als Team zusammenarbeiten um zu überleben. Denn um zu (Nega-)Shantae vorzudringen, müssen sie Shantaes jüngste Erinnerungen überstehen – und diese bestehen nun einmal aus riskanten Heldeneinsätzen. Ob sich unser Trio zusammenraufen wird?

Puzzle-Platforming statt Metroidvania

Nach einem kurzen Tutorial-Abschnitt, in welchen man mit den Fähigkeiten des Trios vertraut gemacht wird, durchläuft man in festgelegter Reihenfolge die ersten fünf altbekannten Levels und Bosse des Hauptspiels. Natürlich wurden diese ein wenig an die Fähigkeiten des Trios angepasst, aber wirklich neu ist nur der finale, sechste Level. Wer also bereits vom Recycling des ersten DLCs genervt war, sollte sich gut überlegen, ob er sich auch den Zweiten geben möchte. Zumal man dieses mal noch nicht einmal einen Hub oder eine Levelkarte zur Verfügung stellt. Es ist zwar gestattet in alte Level zurückzureisen, um die rein optionalen Sammelobjekte in Form blauer Tintenfische einzusammeln (drei Stück pro Levelabschnitt), allerdings geschieht dies nun in Form einer schnöden, lieblosen Menütabelle. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob sich das überhaupt lohnt, denn diese Sammeltintenfische bringen keine Charakterverbesserungen, sondern lediglich ein Achievement und ein Artwork als Belohnung. Der Metroidvania-Aspekt wurde in Friends to the End komplett über Bord geworfen.

Aufgrund dessen schnellt auch der Schwierigkeitsgrad drastisch in die Höhe. Das Trio verfügt nur über drei Herzen Lebensenergie, die obendrein untereinander geteilt werden. Mehr ist nicht drin. Weiterhin bringt Friends to the End ein starkes Puzzle-Platformer-Feeling mit sich, was natürlich auch nicht jedem Shantae-Fan gefallen dürfte. Schließlich gehört die Serie nun einmal zum Action-Platformer und Metroidvania-Bereich. Aber wie dem auch sei: Gehen wir einfach auf die drei Spielfiguren ein. Vielleicht bekommt ihr hierdurch einen Eindruck, ob dieser DLC etwas für euch ist oder nicht.

  • Sky kämpft mit einem Vogelbumerang, welcher eine lange Reichweite und recht hohe Schussfrequenz hat. Allerdings richtet das Ding nur geringen Schaden an. Skys Spezialwerkzeuge sind Vogeleier, die sie in hohen, parabelförmigen Bogen wirft und per Knopfdruck ausbrüten kann. Der hierdurch geschlüpfte Vogel dient dann als temporäre Platform. Ferner kann sie für einen sehr kurzen Zeitraum in der Luft gleiten. Ihre Magie äußert sich in einem Vogelschwarm, der sie umkreist und Gegner verwundet.
  • Bolo kämpft mit Morgenstern. Sowohl Reichweite, Schaden als auch Schlagfrequenz dieser Waffe entspricht wohl dem Durchschnitt. Sein Spezialwerkzeug ist der „Spring Claw“ genannte Greifhaken, mit dem er sich an entsprechenden Pins und Kletterringen entlanghangeln und -schwingen kann. Seine Magie äußert sich in einem Klingenball, der im 45°-Winkel fliegt und an Wänden abprallt – quasi eine gammlige Version der Superballs aus Super Mario Land.
  • Rottytops nutzt ihr Bein als Keule. Dies ist die stärkste Waffe, allerdings muss Rotty hierfür in den Nahkampf und hat auch die langsamste Schlagfrequenz der drei Spielfiguren. Ihr Spezialwerkzeug ist ihr eigener Kopf, den sie abreißen und werfen kann. Der Clou hierbei ist, dass Rottys restlicher Körper an der Stelle nachwächst, wo der Kopf landet. Dies ist die einzige Möglichkeit, um lästige Energiebarrieren zu passieren. Der Spieler kann den Wurfwinkel per Analogstick justieren. Rottys Magie ist die nützlichste von allen. Sie frisst ihr eigenes Gehirn und gewährt somit eine komplette Heilung der Lebensenergie. Dies leert leider den Magiebalken um 50 % und kann daher nicht inflationär eingesetzt werden.

Die Fähigkeiten sind also sehr abwechslungsreich und werden vom Spiel auch spürbar gefordert. Wer Shantae: Friends to the End knacken möchte, sollte die Movepalette möglichst perfekt beherrschen. Ihr könnt die drei Spielfiguren bequem per Tastendruck durchschalten. Wie gesagt teilen sie sich die Lebensenergie. Der jeweilige Manabalken und der Kampflevel werden jedoch individuell für die Charaktere gehandhabt. Und ja, ihr könnt die Drei aufleveln, indem ihr die altbekannten Edelsteine einsackt. Das geht bis auf Stufe 4 und hat Einfluss auf die Leistung der Waffen (Kraft, Reichweite und Schlag-/Schussfrequenz). Werdet ihr von Gegnern getroffen verliert ihr jedoch ein paar Edelsteine und könnt somit wieder runtergestuft werden, also aufgepasst!

Pro & Kontra

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Pros
  • Sky, Bolo und Rottytops sind erstmals spielbar und bringen eigene Fähigkeiten mit
  • das Puzzle-Platforming-Konzept ist zumindest mal was neues für die Serie

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Cons
  • Keine Metroidvania-Elemente
  • Schon wieder Level-Recycling
  • Hub und Levelkarte wurden komplett rausgekickt

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Spiel Bewertung
Singleplayer
68
68
-
Multiplayer

FAZIT

Shantae: Friends to the End ist nicht leicht zu bewerten. Positiv ist, dass man hier endlich mal was wirklich neues probiert hat. Der Metroidvania-Aspekt wird rausgekickt und stattdessen mit Puzzle-Platforming-Elementen gearbeitet. Dies ist aber auch der größte Schwachpunkt, denn ein Shantae-Spieler wird wohl in erster Linie Metroidvania-Elemente wollen und kein Puzzle-Platforming. Ferner nervt WayForward mit Recycling alter Level. Von den sechs Levels ist nur der Letzte neu. Dieser stellt zwar eine spannende Schlussherausforderung dar, ist jedoch in optischer Hinsicht extrem langweilig und lieblos. Letzteres gilt auch für die Maßnahme Hub und Levelkarte zu kicken und ne witzlose Tabelle reinzuklatschen. Unter diesem Umständen ist es für mich unmöglich wieder eine gute Wertung zu zücken. Obwohl Shantaes Freunde mit interessanten Fähigkeiten daherkommen und der knifflige Schwierigkeitsgrad an selige 16-bit Tage erinnert, ist WayForwards Lieblosigkeit zu deutlich zu spüren.

- Von  Volker

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