PalmRide REVIEW

Bei dem Casual-Rennspiel PalmRide handelt es sich um einen weiteren Titel, der auf der Synthwave-Ästhetik-Welle mitschwimmen möchte. Es handelt sich um den Debuttitel des dreiköpfigen, rumänischen Indie-Entwicklers Pixelbois. PalmRide startete ursprünglich als Uni-Projekts, mauserte sich mit der Zeit jedoch zum vollwertigen Spiel und wird seit dem 16. September 2021 für 3,29 Euro auf Steam verkauft. Ob sich der Kauf lohnt, erfahrt ihr im folgendem Test.

Spartanischer Umfang und fragwürdige Langzeitmotivation

PalmRide bietet zwar fünf „Spielmodi“, jedoch bleibt das Spielprinzip in allen Modi gleich. Ihr fahrt einfach solange, bis ihr gegen ein Hindernis oder einen anderen Verkehrsteilnehmer stößt, was ein Game Over beschert – fertig. Natürlich gibt es einige Pickups auf der zufallsgenerierten Endlosstrecke, welche dabei helfen sollen eure Überlebenszeit zu verlängern. Die Pyramiden sind Hitpoints welche das Game Over bei einer Kollision verhindern. Man darf jedoch nur drei Hitpoints auf einmal hamstern. Munition verpasst eurem anmontierten Maschinengewehr jeweils 10 Schuss. Diese können genutzt werden um Hindernisse und lästige Verkehrsteilnehmer wegzupusten. Das Blitzsymbol erhöht umgehend eure Fahrgeschwindigkeit und gibt Saft für den Nitroboost. Die Pfeile schlussendlich lassen euer Auto für eine bestimmte Zeit fliegen, was im Endeffekt als eine Art Unverwundbarkeits-Power-Up fungiert.

PalmRide bietet leider keine Button- oder Keyboard-Konfiguration. Das ist insbesondere deswegen ärgerlich, da ich kein Freund davon bin, wenn Dinge wie Gas und Bremse auf die Schulterbuttons gelegt werden. Unabhängig davon gestaltet sich die Steuerung über euer Auto jedoch als extrem simpel. Gas, Bremse, nach links und rechts lenken, sowie Buttons fürs Maschinengewehr und den Nitroboost. Wer eine realistische Fahrphysik erwartet liegt hier falsch. Die Steuerung funzt so simpel, als ob man an einem steinalten Atari-Spiel sitzen würde. Der wahre Reiz liegt darin so lange wie möglich zu überleben, was mit der Zeit immer schwieriger wird, da der Verkehr und die Hindernisse immer dichter und penetranter werden. Allerdings kann man dem entgegenwirken, indem man ganz einfach langsam und vorsichtig fährt. Der Wagen fährt automatisch mit einer Geschwindigkeit von 31 KM/H. Wer langsamer oder schneller fahren will, muss Bremse und Gas betätigen. Es gibt keine negativen Konsequenzen wenn man den Sonntagsfahrer mimt und im Schneckentempo über die Straßen gurkt. Selbst wenn man komplett zum Stillstand kommt, geschieht nichts schlimmes. Die anderen Verkehrsteilnehmer kommen dann einfach ebenfalls zum Stillstand, niemand fährt euch hintendrauf.

Das ultimative Ziel besteht darin alle Spielmodi freizuschalten und im letzten Modus „Rad Racer“ die erste Platzierung im Leaderboard zu erzielen. Dies sollte jedoch kein Problem darstellen, da das Ingame-Leaderboard jeden Tag resettet wird und man in den vorherigen vier Spielmodi lediglich 30 Ingame-Kilometer zusammenfahren muss, um den jeweils nächsten Modus freizuschalten. Es gibt auch ein richtiges Top 100 Leaderboard, jedoch wird dieses nur über die Entwickler-Website zugänglich gemacht und nicht über Steam, was ziemlich merkwürdig und lästig ist.

Darüber hinaus besteht die einzige Form der Langzeitmotivation im Verdienen von Achievements. Einige von denen sind jedoch an derart absurde Grinding-Arbeit gekoppelt, dass man von vorneherein nicht wirklich Lust verspüren wird die 100 % in Angriff zu nehmen. Dementsprechend wird man dieses Spiel nach maximal 2-3 Stunden wieder beiseitegelegt haben.

Grafik und Sound

PalmRides Pixelgrafik ist hübsch und fängt den angepeilten Synthwave-Stil hervorragend ein. Hinter den Spielmodi „Shinjitsu“, „Vecter“ und „Ocean Drive“ verbergen sich eigentlich nur klassische Synthwave-Themen wie Großstadt, Abstrakte Polygon-Landschaft und Miami-Vice-Setting. Wenn auch nichts Neues im Synthwave-Genre, so warten die drei Settings immerhin mit einigen individuellen Hindernissen auf und versprühen den altbekannten Synthwave-Charme.
Leider ist die Pixelbildung extrem stark ausgeprägt, was der Weitsicht erheblichen Schaden zufügt, und es dem Spieler erheblich erschwert weit entfernte Objekte einzuordnen und entsprechend darauf zu reagieren. Dieses problem dürfte einige Spieler abschrecken.

Der Soundtrack bietet vier wirklich gelungene Synthwave-Tracks von COVALENT. Sie fügen sich wunderbar ins Spielgeschehen ein und stellen ein Highlight des Spiels dar. PalmRide bietet auch die Option eigene Soundtracks einzufügen, jedoch ist die Handhabung dieser Option sehr sperrig und unbequem. Die Soundeffekte sind solide. Sie sind nichts herausragendes, aber stören auch nicht.

Pro & Kontra

thumbs-up-icon

Pros
  • gelungener Synthwave-Flair
  • gutes Preis- Leistungsverhältnis
  • ist sehr simpel und kann von wirklich jedem gespielt werden

thumbs-up-icon

Cons
  • miserable Pixelmatsch-Weitsicht
  • geringe Langzeitmotivation
  • warum ist das Top 100 Leaderboard nur auf der Entwickler-Website zu finden?
  • einige miese Achievements

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Spiel Bewertung
Singleplayer
65
65
-
Multiplayer

FAZIT

PalmRide ist durchaus ein netter kleiner Casual-Racer, der seine Existenz jedoch in erster Linie dank seines günstigen Preises und der gelungenen Synthwave-Ästhetik rechtfertigt. Darüber hinaus gibt es aber ehrlich gesagt nicht viel, was für den Titel spricht. Das Gameplay ist zu 99 % Casual-Gurkerei, und da ändern auch die abstrusen Achievements nichts daran. Darüber hinaus frage ich mich, wieso der Entwickler das Top 100 Leaderboard nur auf der eigenen Website anbietet. Unabhängig davon gibt es auch andere Macken, wie das Versäumnis einer Button-Belegung oder eine bemerkenswert starke Pixelbildung weit entfernter Sprites. Harte Synthwave-Fans, welche sich von der Präsentation angesprochen fühlen, dürfen einen Blick riskieren. Alle anderen haben bessere Auswahl in Form von Spielen wie 80's Overdrive, Night Jackal usw.

- Von  Volker

MS Windows

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USK 0 PEGI 3

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