Kirby und das Vergessene Land REVIEW

Ich bin ein Zeitzeuge! Ja, ich war damals dabei, als Kirby seinen Einstand auf dem Gameboy feierte. Und obwohl der kleine, runde Kerl seinerzeit noch nicht so viele phantastische Kräfte besaß, war ich schockverliebt. Diese Liebe hält noch immer an und hat mich dazu gebracht, das allererste Abenteuer erneut für den Game Boy zu erwerben. Diese Liebe brachte aber ebenfalls schon seit Ewigkeiten den Wunsch hervor, den unscheinbaren Helden durch ein 3D-Abenteuer zu steuern. Meine gesamte Hoffnung lag in ein paar Leaks für den N64-Ableger, der mir suggerierte, dass Kirby nun endlich eine Welt ohne Grenzen bereisen könne. Leider war dies nicht der Fall und ich musste mich bis 2022 gedulden.

Doch nun ist es endlich soweit und mit Kirby und das Vergessene Land tritt der kleine Kerl in ein neues Zeitalter ein. Diesmal muss er sich auch keiner ungewöhnlichen Verwandlung hergeben, die ferner seine eigentlichen Talente eingrenzen. Nein, Kirby darf all seine bekannten Fähigkeiten ausleben, wenngleich es ihm nicht in Dream Land vergönnt ist.

Vergessenes Land

Mit Kirby und das vergessene Land geht es in eine dreidimensionale Welt, die von fremden wie bekannten Wesen bevölkert ist. Die etwas postapokalyptische Szenerie lässt stark vermuten, dass einst Menschen dort lebten. Alte Gerüste, Hochhäuser, zerfallene Asphaltstraßen, vereinsamte Getränkeautomaten, schrottreife Autos und viele andere Dinge, die an die Bevölkerung der Menschheit erinnern, sind zu finden. Mit einigen der genannten Utensilien ebnet der kleine heldenhafte Kerl ganz neue Möglichkeiten. Zwar obliegt ihm weiterhin die Fähigkeit, Talente seiner Gegner zu imitieren, gleichzeitig wird der Vollstopf-Modus eingeführt, der ganz neue Verwandlungen einbringt.

Doch selten ist Kirby nur vom Hunger getrieben. Stattdessen geht es an eine Befreiungsmission, die eine lange Reise einfordert. Sehr viele Waddle Dees sind in Gefangenschaft geraten und brauchen einen Retter, der ein Gespür für Verstecke hat. Das heißt, die Fundorte der kleinen Freunde sind nicht immer offensichtlich. Für euch bedeutet dies, die einzelnen Areale in jedem Detail zu begutachten und damit jedwede Geheimnisse zu lüften. Gleichzeitig sollte klar sein, dass hier nicht die Storybombe auf euch wartet. Auch der neuste Ableger präsentiert sich mit seichter Unterhaltung, was in dem Fall aber komplett in Ordnung geht.

Mit dem Anspielen der Demo war ich recht überrascht, wie umfangreich ein Level sein kann. Beim Start der Vollversion bemerkte ich jedoch, dass die Stages doch recht überschaubar bleiben. Dies ist auch gut so, da das Spiel sich dadurch für ein kurzes Eintauchen in das kunterbunte Unterfangen eignet. Damit beantwortet sich aber zugleich die Frage, ob das Spiel mit einer offenen Welt daherkommt. Hier gibt es ein klares „Nein“!

Fähigkeiten und Eigenheiten

Der Reiz des Franchise liegt mitunter darin, Kirby wieder mit all seinen phantastischen Kräften durch eine kunterbunte Welt zu steuern. Und wenngleich die Welt nicht mehr von Menschen bevölkert ist, bleibt die Intensität der Farben, wie man es von der Spielereihe kennt, komplett erhalten. Das heißt, keine Postapokalypse, die jedwedes Leben ausgelöscht hat. Alles ist niedlich, süß und immer nicht ganz ernst zu nehmen. Doch obwohl das Spiel keinen hohen Schwierigkeitsgrad verhängt, sollte nicht jede Situation unterschätzt werden.

Insbesondere die verschiedenen Talente können einen Bosskampf schnell entscheiden. An dieser Stelle möchte ich das Thema auch intensivieren, denn was wäre das rosafarbene Kerlchen ohne seine Kräfte? Wie schon seit dem Debüt auf dem Game Boy, kann Kirby die Gegner aufsaugen und inzwischen großenteils die vorhandenen Kräfte übernehmen. So obliegt ihm die Option, ein perfekter Schwertkämpfer zu sein, Feuer zu speien, unbegrenzt Bomben zu werfen oder Gegner einzufrieren. Natürlich sei damit nur ein kleiner Teil der Wandelbarkeit genannt, denn in Kirby und das Vergessene Land gibt es eine recht große Bandbreite an Talenten, auf die der Held zurückgreifen darf. Hat er gerade eine Fähigkeit inne, die leider nicht für einen Vorteil im bewanderten Areal sorgt, kann er den vorhandenen Gegnern evtl. eine andere Kraft abluchsen. Zwar ist nicht jedes Wesen mit einem Talent bestückt, zumeist fehlt es aber nicht an Auswahl, um einen Wechsel zu veranlassen.

Kirby 2.0

So wie auch wir, passt sich der kleine Kerl den Möglichkeiten der Neuzeit an. Fähigkeiten lassen sich upgraden und mit dem Vollstopf-Modus findet ein völlig neues Feature Einzug ins Franchise. Zum eigenen Erstaunen kann Kirby riesige Gegenstände verschlingen und dadurch so manche Schwierigkeiten aus dem Weg räumen. Verschlingt er beispielsweise eine schrottreife Karosse, kann er mit Vollspeed über Stock und Stein fahren und so manches Hindernis umgehen. Selbst kleine Rennen auf Zeit werden damit geebnet, die frischen Spielspaß einbringen. Als Getränkeautomat mit Dosen schießen oder als Treppe den Standort wechseln klingt verrückt? Kirby und das Vergessene Land kennt da keine Grenzen und macht das Unmögliche möglich.

Immer wenn ihr denkt, noch verrückter kann es nicht werden, überrascht der Vollstopf-Modus und lässt die Abwechslung weiter wachsen, sodass der Titel nie wirklich ermüdend oder zu linear wirkt. Kleine Rätsel und Aufgaben reichern die Vielfalt ebenfalls an und runden das Gameplay in allen Facetten ab.

Sim Dream Land

In den einzelnen Level des vergessenen Landes gibt es bis zu 10 Waddle Dees zu finden. Doch warum sollte man sich überhaupt den Aufwand machen, wenn doch schon ein gewisser Teil der Kameraden ausreicht, um den Bosslevel zu besuchen?!? Jeder befreite Waddle Dee kann dazu beitragen, dass ein kleines Dorf heranwächst. Kaum sind 50 Freunde in Sicherheit gebracht, schießen erste Gebäude aus dem Boden, die Zusatzinhalte bereitstellen. Ferner kommen durch die Erweiterung an Gebäuden noch kleine Minispiele hinzu, die vom eigentlichen Gameplay etwas abschweifen.

Für mich persönlich ist es zumindest genug Anreiz, Level erneut zu besuchen und die letzten Geheimnisse zu entlocken, sodass mein kleines Dorf aufgrund all der neuen Bewohner noch schneller heranwächst.

Apropos heranwachsen. Für Sammler gibt es auch noch eine kleine Gabe. Im vergessenen Land sind unzählige Sammelfiguren versteckt. Und das Wort versteckt ist hier keinesfalls untertrieben. Wer seine Sammlung komplettieren möchte, wird einige Zeit investieren dürfen, um alle Fundort zu ebnen.

Technik, Koop und amiibos

Kirby und das Vergessene Land brilliert mit satten Farben, einem tollen Leveldesign und verschiedenen Charakteren in Hülle und Fülle. Jede der 6 Welten verzaubert mit seiner Eigenart. All die lustigen Ideen tragen zudem bei, dass man sich einfach nicht sattsehen kann. Ergänzt werden diese wundervollen Schauplätze durch eine passende auditive Kulisse, die Nintendo immer auf den Punkt bringt. Das Spiel versprüht durch die Akustik eine Heiterkeit, die ohnehin mit dem Franchise in Verbindung gebracht wird. Das heißt zudem, dass das neuste Werk seine Familienfreundlichkeit beibehält und für alle Altersklassen geeignet ist.

Dass das Spiel familienfreundlich ist, wird durch den (lokalen) Koop-Modus untermauert. Kirby darf einen befreundeten Waddle Dee zum Abenteuer hinzuziehen und gemeinsam mit ihm auf Entdeckungsreise gehen. Zwar hat der knuffige Helfer nicht dieselben Fähigkeiten wie der rosafarbene Held, doch kann er dennoch eine Unterstützung sein. Denn mit leichter Bewaffnung ist er glücklicherweise nicht hilflos und fungiert als brauchbarer Assistent beim Vorankommen.

Die Steuerung ist nicht unbedingt komplexer, als man es von anderen Titeln von Nintendo kennt. Kirby kann Gegner einsaugen, das Talent übernehmen, ausspucken, fliegen und springen. Alles ist überschaubar und sorgt nie für eine Überforderung beim Spielen.

Mit Kirby und das Vergessene Land darf ich nun endlich wieder meine amiibo-Sammlung entstauben. Zumindest die Figuren, die zum Franchise gehören, wie König DeDeDe, Meta Knight und Kirby selbst. Die Funktion der amiibo-Figuren lässt Items mitten im Abenteuer erscheinen. Dadurch lässt sich beispielsweise wieder Lebensenergie auffrischen, die durch eine ungünstige Konfrontation geschmälert wurde.

Pro & Kontra

thumbs-up-icon

Pros
  • Lokaler Koop Modus
  • Tolle Level mit sehr unterschiedlichen Thematiken
  • Gut gefüllt mit Minispielen und Geheimnissen
  • Der Vollstopf-Modus wirkt richtig erfrischend

thumbs-up-icon

Cons
  • Sehr seichte Story
  • Gelegentlich kleine Performanceeinbrüche

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Spiel Bewertung
Singleplayer
88
88
Gut
88
Multiplayer

FAZIT

Kirby und das Vergessene Land ist definitiv das Spiel, welches ich mir schon ewig gewünscht habe. Die kleine rosafarbene Kugel kann sich wieder unzählige Talente aneignen und sich in jede Richtung bewegen. Endlich wird ihm gewährt, abseits eines 2D-Scrollers in Erscheinung zu treten. Dennoch bleibt er weiterhin für seine Fangemeinde interessant und kann vielleicht noch weitere Spieler wie Spielerinnen umgarnen, die auch die 3D Mario Abenteuer interessant fanden. An Ideenreichtum und einem hohen Wiederspielwert scheitert es zumindest nicht. Und auch die Technik samt Sound kann volle Überzeugungskraft leisten. 

- Von  Rena

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