Hell Architect REVIEW

Wir haben uns für euch neulich wieder einmal in der Indie-Ecke herumgetrieben und sind dabei auf Hell Architect gestoßen. Der Höllen-Manager verspricht den Wiederaufbau der Neun Ringe der Hölle, eine Menge schwarzen Humor sowie das Management teils prominenter Sünder der Weltgeschichte. Mit ihrem Erstlingswerk konnten die polnischen Entwickler von Woodland Games sogar 30.000 Dollar via Kickstarter einnehmen und möchten sich mit dem Projekt einen Namen in der Spieleindustrie schaffen. Wie gut das funktioniert, verraten wir euch im Test zu Hell Architect.

Ab in die Hölle

Aller Anfang ist schwer, so auch in der Hölle. Als Spieler muss man sich als Praktikant erst einmal in der Höllenführung behaupten. An der Seite berühmter Dämonen soll man die einzelnen Ringe der Hölle wieder auf Vordermann bringen. Hell Architect erinnert dabei optisch wie auch spielerisch an einen Mix aus Prison Architect, Fallout Shelter, als auch Oxygen Not Included. In jedem Szenario begegnet dem Spieler ein stetiger Zustrom an Sündern, die die Qualen der Hölle kennenlernen sollen. Die Ziele der einzelnen Szenarios variieren immer etwas, laufen aber meist darauf hinaus, eine gewisse Anzahl an Ressourcen zu sammeln, Sünder zu beherbergen oder ein Monument für einen Höllenfürsten zu errichten.

Da jeder Sünder aber auch Bedürfnisse wie Hunger oder Schlaf hat und nicht andauern nur gequält werden möchte, muss man sich natürlich auch darum kümmern. Ähnlich wie schon in Oxygen Not Included errichtet man Betten, Fleischfarmen, Trinkspender und Co. Sind die Bedürfnisse der Sünder gestillt, dürfen sie leiden, denn darum geht es schließlich in der Hölle. Wer nicht gerade an der Rohstoffproduktion arbeitet, wird einem Foltergerät zugeteilt und generiert daraufhin Leid. Leid ist eine der Hauptwährungen in den Kreisen der Hölle und dient dazu, Gebäude auszubauen, Spezialgebäude zu bauen oder Monumente zu errichten. Der Management-Aspekt fällt in Hell Architect umfangreicher aus als gedacht, denn es ist stets darauf zu achten, dass die Bedürfnisse der Sünder gedeckt sind und sie nicht ihren Verstand verlieren.

Verlieren die Höllenbewohner nämlich ihren Verstand, heißt es „Game Over“. Sie beißen endgültig ins Gras und man muss wieder minutenlang auf neue Sünder warten. So baut man einen Höllenzirkel nach dem anderen weiter aus, bis das jeweilige Ziel des Szenarios erfüllt wurde. Auf dem Weg dorthin werden die Produktionsketten für Nahrungsmittel und Co. immer umfangreicher und fordern durchaus die grauen Zellen. Dabei ist auch immer auf die einzelnen Fähigkeiten der Sünder zu achten. Manch einer errichtet Gebäude schneller als andere oder generiert besonders viel Leid in Kombination mit Feuer oder Kälte. Wer eine größere Herausforderung möchte, kann außerdem den Schwierigkeitsgrad anheben.

Insgesamt warten 7 abwechslungsreiche Szenarios auf den Spieler, die an die 15 Stunden Spielzeit bieten. Wer danach noch nicht genug hat, darf sich im Sandbox-Modus frei austoben. Beim Umfang und auch Spielspaß muss sich Hell Architect also nicht verstecken. Leider fehlt es dem Indietitel an diversen „Komfort-Funktionen“, wie einem vernünftigen Ressourcen-Management. Gerade im Endgame gibt es oft Probleme beim Balancing. Die größte Schwäche zeigt der Titel aber bei der Technik sowie Performance.

Technik

Technisch schwächelt Hell Architect leider an vielen Stellen. Immerhin weiß der humorvolle Comic-Look zu gefallen. Die Soundkulisse, insbesondere das Gekreische der Sünder, nagt bereits nach Minuten an den Nerven des Spielers. Wenn man dann auch noch die Spielgeschwindigkeit erhöht, hat man das Gefühl, bei den Chipmunks im Wohnzimmer zu sitzen. Außerdem berichten zahlreiche Spieler über gravierende Performance-Probleme, sobald der Höllen-Dungeon eine gewisse Größe annimmt.

Leider stößt man zum aktuellen Zeitpunkt oft auf störende Bugs. So kommt es immer wieder vor, dass sich Gebäude nicht platzieren lassen oder Sünder sich irgendwo auf ihrem Weg verlaufen und schlussendlich verhungern. Ebenso nervenaufreibend war ein Bug, bei dem sich die Höllenbewohner reproduzierbar nicht mehr bewegten und das Level daraufhin nicht abgeschlossen werden konnte. Glücklicherweise lassen sich Szenarios unabhängig voneinander spielen. Unterm Strich ist es nicht der eine Bug, der den Indietitel unspielbar macht, sondern eher die vielen Ungereimtheiten, unter denen der Höllen-Manager leidet.

Das setzt sich auch bei der Lokalisierung fort. Ins Deutsche wurde das Spiel bisher nämlich nur sehr rudimentär übersetzt. Da es sich bei den Entwicklern um ein überschaubares polnisches Studio handelt, kann man hier natürlich Nachsicht walten lassen, ein Hinweis im Steam-Shop hätte aber definitiv nicht geschadet. Polnisch muss man nun glücklicherweise nicht lernen, Englischkenntnisse reichen völlig aus. Um ein möglichst internationales Publikum zu erreichen, hat man sich nämlich für Englisch als Primärsprache entschieden.

Neben all der Kritik zur mangelhaften Technik sei an der Stelle noch zu erwähnen, dass die Entwickler persönlich auf Probleme einzelner Spieler eingehen und stets versuchen, zu helfen. Im offiziellen Discord-Kanal des Studios kann man sich direkt an Entwickler wenden, wenn man etwa einen Bug findet. Woodland Games ist also definitiv bemüht, die anfänglichen Kinderkrankheiten in den nächsten Wochen auszumerzen und veröffentlichen sogar täglich neue Patches. Wir drücken auf alle Fälle die Daumen dafür.

Pro & Kontra

thumbs-up-icon

Pros
  • Toller, schwarzer Humor
  • Seichtes, einsteigerfreundliches Gameplay
  • Indie-Charme
  • Großer Umfang

thumbs-up-icon

Cons
  • Teils schwere Bugs
  • Oft unklare Missionsziele
  • Komfort-Funktionen fehlen

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Spiel Bewertung
Singleplayer
64
64
-
Multiplayer

FAZIT

Das Erstlingswerk von Woodland Games weiß vor allem anfangs zu überzeugen. Der „höllische Humor“ gefällt sehr gut und birgt stets einen gewissen „Cringe-Faktor“. Beim Gameplay mischt sich simples Basismanagement mit Forschung sowie einfachen Produktionsketten, was die grauen Zellen dann doch etwas fordert. Besonders der Umfang kann sich sehen lassen, mit zahlreichen Szenarios und einem Sandbox-Modus, in dem man sich nach Lust und Laune austoben kann. Leider geht Hell Architect bei der Technik die Puste aus. Je mehr Zeit man in der Hölle verbringt, desto mehr Ungereimtheiten fallen auf. Zum Teil schwere Bugs, fehlende Komfortfunktionen sowie eine fehlerhafte Übersetzung rütteln merklich am Spielspaß. Dazu kommen außerdem noch Performance-Probleme. Am Ende bleibt zu hoffen, dass die Entwickler die nächsten Wochen dazu nutzen, die akuten Bugs und Probleme zu fixen. Bis dahin sollte man eher mit Vorsicht zugreifen und vorher die verfügbare Demo (Hell Architect Prologe) anspielen.

- Von  Fabian

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USK 1 PEGI 1

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