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Trillion: God of Destruction (Deluxe Pack) REVIEW

Geheimtipp oder fehlgeschlagenes Experiment? Das kürzlich auf Steam veröffentlichte „Trillion: God of Destruction“ ist ein weiterer Streich der beiden Spieleschmieden Idea Factory und Compile Heart. Diese beiden japanischen Unternehmen dürften wohl in erster Linie durch die zahlreichen Neptunia-Games bekannt sein. Mit Trillion, welches ursprünglich Mitte 2015 (bzw. 2016 außerhalb Japans) auf der Playstation Vita veröffentlicht wurde, bestreitet man jedoch gänzlich neue Pfade, denn das Spiel entpuppt sich als extrem experimenteller Titel. Den geneigten Spieler erwartet ein sehr ungewöhnlicher Mix aus Visual Novel, Management-Simulation und Taktik-Rollenspiel. Dieser Mischmasch wird wohl nur einen verschwindend geringen Kundenkreis ansprechend. Diejenigen, die ein traditionelles JRPG erwarten, liegen hier jedenfalls falsch. Das bedeutet freilich noch lange nicht, dass es sich bei Trillion um ein schlechtes Spiel handelt. Und gerade kreative Spiele sind im heutigen Tripple A-Einheitsbrei doch sehr gerne gesehen. Ob sich das Spiel nun für euch lohnt oder nicht, erfahrt ihr im folgenden Review.

Der Gott der Zerstörung hat 1.000.000.000.000 Hitpoints

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Tja, wenn man es mit einem zerstörerischen, übermächtigen Monster zu tun hat, welches über eine Trillion Lebenspunkte verfügt, rutscht selbst mächtigen Dämonenlords das Herz in die Hose. Der namengebende Trillion taucht plötzlich unverhofft an der Höllenpforte auf und beginnt einen erbarmungslosen Feldzug gegen die Heimatwelt der Dämonen. Der große Overlord Zeabolos, amtierender Herrscher über die Hölle, muss entsetzt mit ansehen, wie schon allein die Ausdünstungen dieser elenden Kreatur seine tapferen Soldaten dahinrafft. Als dann auch noch sein treuer Bruder Astaroth bei lebendigen Leib von Trillion aufgefressen wird, kennt Zeabolos kein Halten mehr und geht seinerseits in die Offensive – immerhin ist er der Stärkste Dämon von allen! Doch die Realität holt unseren heldenhaften Overlord schon sehr schnell ein. Zeabolos wird mühelos weggefegt, und obwohl er Trillion mit einem finalen Verzweiflungsangriff in eine temporäre Schlafstarre versetzt, so sind die Tage der Hölle gezählt. Es bleiben nur wenige Wochen Zeit, ehe Trillion wieder erwacht und seinen Angriff fortsetzt. Außerdem bezahlte Zeabolos seinen Superangriff mit dem Leben. Doch dann taucht das mysteriöse Mädel Faust auf und bietet Zeabolos einen faustischen Deal an: Seine Seele im Tausch gegen Fausts uneingeschränkte Unterstützung im Kampf gegen Trillion. Natürlich willigt der Overlord ein und erwacht anschließend als schwächlicher Krüppel, der noch nicht mal mehr in der Lage ist ein Schwert zu halten.

Glücklicherweise sind da aber noch die sechs niederrangigen Overlords der Todsünden Neid, Geiz, Völlerei, Wollust, Hochmut und Faulheit. Sechs bildhübsche Waifus, die wohl oder übel zu den Waffen greifen müssen, um den lästigen Trillion aus der Hölle herauszuprügeln. Diejenige, die Trillion letztendlich den Todesstoß versetzt, darf als Belohnung Zeabolos Herrscherthron einnehmen. Ein cleverer Schachzug von Zeabolos, denn selbst wenn das Unmögliche gelingt und Trillion eingestampft wird, so gehört seine Seele nun Faust, womit seine Tage so oder so gezählt sind. Dummerweise funkt da aber die Liebe dazwischen, denn je mehr Zeit er mit dem Training der Mädels verbringt, desto stärker wachsen sie ihm ans Herz. Das ändert aber nichts daran, dass sie letztendlich den tödlichen Opferkampf gegen Trillion austragen müssen – und Trillion kennt keine Gnade!

Die Handlung ist sicherlich eine Stärke des Spiels, denn die Verzweiflung diese absurd mächtige Kreatur zu bekämpfen, dabei seine liebgewonnen Waifus opfern zu müssen, sowie zuzusehen, wie sich Trillion nach einem gescheiterten Angriff Stück für Stück durch diese schützenswerte Welt frisst, ist schon verdammt hart! Und ja, die Hölle samt Einwohner sowie die Overlords werden hier durchgehend als liebenswert und sympathisch präsentiert. Ein gutes Beispiel hierfür ist zum Beispiel Mammon, Overlord des Geizes. Anfangs hält man sie bloß für einen geldgierigen Wildfang ohne jeglichen Tiefgang. Doch nach ein paar Dates erfährt man dann, dass sie in ärmliche Verhältnissen aufgewachsen ist und lediglich Geld sammelt, damit sie die Slums und Waisenhäuser ihrer Heimat unterstützen kann. Und nun stellt euch einmal vor, wie fies es ist, wenn so eine gutherzige Schönheit bei lebendigen Leib von Trillion aufgefressen wird – nein, ich wage zu bezweifeln, dass ihr darüber erfreut sein werdet. Die Handlung tritt Zeabolos und den Spieler also immer wieder und wieder in die Weichteile. Zuerst bekommt man viel Zeit seinen Schützling zu Trainieren, aufzupäppeln und näher kennenzulernen und am Ende findet das arme Mädel bloß einen schmerzhaften und unrühmlichen Tod, während man nicht wirklich viel mehr machen kann als hilflos zuzusehen. Und ja, die Mädels decken sehr viele Vorlieben ab. Da reicht die Palette von der grantigen Tsundere, über die notgeile Milf, die in jedem Satz sexuelle Zweideutigkeiten von sich gibt, bis hin zur unschuldigen Lolita. Im Endeffekt sollte man aber zusehen, dass man sein Herz nicht zu sehr an die Girls hängt, denn Trillion ist hungrig und kennt kein Erbarmen!

 

Der Waifu-Trainings-Simulator

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Bevor der unvermeidbare Kampf gegen Trillion ansteht, bekommt man mehrere Ingame-Wochen Zeit (werden hier Cycles genannt), um seinen Overlord zu trainieren. Zu Beginn darf man zwischen den drei Mädels Levia (Neid), Mammon (Geiz) und Perpell (Völlerei) auswählen. Sind diese Drei gefallen, müssen in festgelegter Reihenfolge Ashmedia (Wollust), Ruche (Hochmut) und Fergor (Faulheit) ihre Köpfe hinhalten.
Ist die Wahl getroffen findet man sich im Management-Menü wieder, wo man auch den absoluten Großteil des Spiels verbringen wird. Von hier aus kann man in der Rolle von Zeabolos festlegen, mit was die Girls den jeweiligen Tag verbringen sollen. Besonders wichtig ist natürlich das Training. Man kann aus sechs verschiedenen Trainingseinheiten auswählen. Hierdurch werden Punkte für sechs verschiedene Attributsklassen verdient, die zur Verbesserung von Lebens- und Magiepunkten, Statuswerten, sowie zur Freischaltung von passiven und aktiven Skills benötigt werden. Und hier kommt bereits eine große Besonderheit des Spiels zum tragen. Man hat nämlich uneingeschränkte Entscheidungsbefugnis, wofür die Punkte verteilt werden sollen. Ob nun bevorzugt Attributwerte verbessert oder Skills freigeschaltet werden sollen, entscheidet einzig und allein der Spieler. Darüber hinaus steht freilich auch die Entscheidung in welche der zahlreichen Skills überhaupt investiert werden sollte. Diese stehen nämlich theoretisch allesamt direkt von Beginn an zur Verfügung. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, welche Skills für welche Situation am nützlichsten sind usw. und schon ist man mitten dabei sich eine Strategie auszutüfteln, bevor man überhaupt richtig begonnen hat. Solch einen Spielraum bei der Charakterentwicklung findet man ja normalerweise nur in einem waschechten westlichen Rollenspiel wie Drakensang und Co.

Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs, denn mit der Zeit sinkt freilich die Kondition der Mädchen, was anhand des Fatigue-Balkens visualisiert wird. Aufgrund dessen ist es wichtig, den Overlords auch mal eine Ruhepause zu gönnen. Hierzu kann man sie entweder schlafen schicken, ihnen begrenzt verfügbare Regenerationsmedizin verabreichen oder auch mit ihnen ausgehen. Letztere Option dient übrigens auch dazu die Beziehung zu ihnen zu vertiefen und somit mehr über ihren Charakter zu erfahren. Wichtiger sind jedoch die „Affection-Points“, die hierdurch gesammelt werden. Diese dienen als ein übergeordneter Pool an HP und MP. Erst wenn alle Affection-Points verbraucht wurden, werden HP und MP angegriffen. Da man durch so gut wie jede Aktion ein paar Affection-Points hinzuverdient, übertrifft dieser Wert mit der Zeit die regulären HP und MP-Werte bei weitem. Und das ist auch enorm wichtig, denn Trillions Angriffe sind schmerzhaft und verursachen gewaltige Schäden, die ohne vernünftiges Affection-Polster gerne mal einen One-Hit-Kill verursachen. Bedenkt aber, dass man nicht mehr aus dem Kampf gegen Trillion flüchten kann, wenn alle Affection-Points verbraucht wurden. Eine weitere Methode an diese Punkte heranzukommen, ist übrigens Geschenke an die Mädels zu überreichen. Für jeden verstrichenen Tag erhält man eine „Token“, die man gegen ein zufällig ausgewähltes Geschenk eintauschen kann. Pro Tag darf man drei Geschenke an das aktuelle Girl abtreten, wobei freilich deren Vorlieben einzuschätzen sind, denn nicht jedes Geschenk kommt gut an.

Ich denke es wird langsam ersichtlich, dass dies hier ein Spiel mit allerlei Feinheiten ist, welche man erst einmal aufdröseln und erlernen muss, damit man das Meiste aus einer Ingame-Woche herausquetschen kann. Doch abgesehen von all den Management-Aufgaben, peinigt das Programm auch noch mit Rogue-like-Elementen. Die Trainingsergebnisse werden etwa in vier Kategorien eingeteilt (Poor, Good, Great und Fantastic). Das Ergebnis hängt größtenteils von der Kondition des Overlords ab, basiert aber freilich auch auf dem Glücksprinzip. Je besser das Ergebnis, desto mehr Punkte gibt es als Belohnung. Außerdem gibt es eine Medaille obendrauf, wenn man mindestens den Grad „Great“ erhält. Sammelt man fünf dieser Medaillen, darf man eine Runde im „Valley of Swords“-Dungeon drehen. Hier darf man 120 Züge in einem übersichtlichen aber zufallsgenerierten Dungeon verbringen, um Schatztruhen zu plündern und Gegner zu verkloppen. Erreicht man den Ausgang, ehe die Züge verbraucht sind, darf man die gefundenen Schätze behalten und bekommt wertvolle Trainings-Punkte obendrauf.

Darüber hinaus gibt es auch eine gewisse Anzahl an Special-Events, die oftmals zufallsbasiert getriggert werden und uns oftmals vor eine Multiple-Choice-Situation stellen. Trifft man die richtige Entscheidung, gibt es Bonuspunkte, Gegenstände oder sogar einen Skill als Belohnung. Bei der falschen Entscheidung bekommt man aber auch manchmal negative Ergebnisse wie eine Trainingssperre aufgebrummt. All diese Rogue-like-Elemente provozieren freilich den Gebrauch von Save-Scumming. Man speichert also jeden kleinen Erfolg sofort ab, und sobald etwas schief geht, wird der letzte Spielstand geladen – sehr ermüdend und auch ein Grund dafür, warum ich nicht der größte Freund von Rogue-like-Krempel bin.

Verzweifelter Kampf gegen den Allesfresser

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Egal wie man es im Managment-Bereich auch dreht und wendet, im Endeffekt läuft es freilich auf den Kampf gegen Trillion hinaus. Immerhin gestattet das Spiel den Kampf gegen das Ungetüm direkt zu trainieren, denn nach jeder Woche/Cycle steht ein Probekampf gegen Mokujin an, einer magischen Marionette von Faust, die Trillions Statur und Angriffsmuster emuliert, dabei aber freilich wesentlich schwächer ist als das Original. Gelingt es Mokujin zu bezwingen, winken freilich reichlich Bonuspunkte und Geld als Belohnung.
Sowohl die Kämpfe gegen Mokujin und Trillion als auch die Ausflüge in den Valley of Swords-Dungeon werden auf einem Karoraster abgewickelt. Von den quadratischen Feldern aus kann man jedoch in acht Richtungen agieren. Interessant ist, dass die rundenbasierten Aktionen der eigenen Spielfigur und der Feinde parallel zueinander durchgeführt werden, weswegen man besser etwas vorausplanen sollte. Glücklicherweise verfügt Trillion über einen großen Schwachpunkt – er ist langsam. Seine Attacken werden immer durch farblich gekennzeichnete Raster kenntlich gemacht. Diese wandeln sich von Zug zu Zug über weiß, gelb, orange bis hin zu rot. Rote Raster werden in der nächsten Runde von einem Angriff getroffen, was den Spieler freilich die Möglichkeit gibt seinen Overlord in Sicherheit zu bringen. Es gilt also Trillions Angriffen bestmöglich auszuweichen und seinerseits anzugreifen, um den Ungetüm Stück für Stück die Lebenspunkte zu entziehen. Und da man im Endeffekt mächtige Dämonen kontrolliert, gehen die Schäden, die man verursacht auch ins Millionenfache. Es ist also glücklicherweise nicht so, dass man pro Angriff nur Fitzelschaden von 11 oder 12 HP anrichtet. So fies ist das Spiel dann auch wieder nicht.

Hat Trillion ein gewisses Maß an Schaden eingesteckt, verwandelt er sich in eine neue, wesentlich gefährlichere Form. Unabhängig davon beschwört die Kreatur auch gerne kleinere Handlanger, welche jedoch i.d.R. mit einem Treffer weggehauen werden können, was sogar einen Bonuszug als Belohnung einbringt. Wer es geschickt anstellt, kann also mehrere kleinere Gegner auf einen Schlag vernichten und dadurch ein paar Bonuszüge abgreifen. Die Steuerung im Spiel arbeitet dabei nach einer gewissen Eingewöhnungszeit recht gut. Im Management-Bereich muss man sich ja eh nur durch Menüs klicken, und in den Kämpfen sollte man lediglich im Kopf behalten, dass man sich den Kamerablickwinkel mit den Schultertasten zurecht drehen muss, wenn man diagonal agieren möchte. Das Spiel unterstützt neben der Tastatursteuerung auch umfassenden Controller-Support. Mein Controller vom Dritthersteller wurde anstandslos erkannt und darüber hinaus darf man auch die Tasten der Eingabegeräte konfigurieren – sehr löblich! Die Übersicht in den Rastermaps lässt hingegen leider etwas zu wünschen übrig, da man auf eine Third-Person-Perspektive setzt. Als Ausgleich gibt es jedoch eine Minimap, welche auch die Trefferzonen von Trillions Angriffen visualisiert.

Früher oder später kommt jedoch der Zeitpunkt, wo Trillion in seine dritte und letzte Form morpht. Und ab diesen Zeitpunkt verkommt das harte aber spannende Gefecht zur absurden Quälerei. Trillions dritte Form ist dermaßen unfair, dass die Todesrate der Overlords drastisch ansteigt – und somit auch der Frust des Spielers. Immerhin darf ein getöteter Overlord noch eine besonders mächtige Superattacke lostreten, bevor es zu Ende geht. So kann man unter anderem eine längere Schlafperiode für Trillion verursachen, so dass der nächste Overlord mehr Zeit zum trainieren hat, ein Körperteil von Trillion versiegeln, wodurch dieses im nächsten Kampf einen Schwachpunkt darstellt oder noch mal besonders viel Schaden anrichten. Anschließend wird ein gewisser Teil der bislang gesammelten Attributspunkte an den nächsten Overlord vererbt und die Phase des Trainings-Managements geht mit der nächsten Waifu von Vorne los. Die Ausrüstung des getöteten Mädchens (Rüstungen sowie Heil- oder Buff-Gegenstände) geht jedoch verloren. Neue Ausrüstung kann man sich aber freilich im Shop kaufen oder im Valley of Swords-Dungeon erbeuten.

Es gibt auch noch weitere Möglichkeiten sich das Leben zu erleichtern, wie z.B. ein Schmied bei dem man für das nötige Kleingeld seine Waffe verstärken oder spezielle Siegel in die Waffe einsetzen kann, um weitere Statusboosts zu erhalten und dergleichen. Man darf sogar sogenannte „Devil Envoys“ kaufen, die einem dann im Kampf unterstützen, jedoch nicht übermäßig stark sind und obendrein von der K.I. gesteuert werden. Also ja, es gibt so einige Möglichkeiten sich im Kampf gegen Trillion einen Vorteil zu schaffen, und all diese Möglichkeiten zu entdecken und auszuloten, macht freilich einen großen Teil des Spielspaßes aus. Aber irgendwann hat das Spiel einfach seine Halbwertszeit überschritten und der Rest vom Spiel verkommt zur nervigen Pflicht, die eher wie Arbeit statt Spielspaß anmutet. Repetition, Grinding und dergleichen waren freilich schon immer feste Bestandteile des japanischen Rollenspiels. Aber gerade Trillion: God of Destruction hebt diese Bestandteile ins unerträgliche, weswegen ich stark anzweifle, dass viele Spieler bis zum Ende durchhalten werden. Wer das Spiel dennoch durchzieht, schaltet immerhin eine Game+ Funktion sowie einen Challenge-Modus frei. Durch das Game+ werden 10 % der gesammelten Attributspunkte, sowie alle Ausrüstungsstücke und das gesammelte Geld in den nächsten Durchlauf übernommen. Und ein weiterer Durchlauf macht theoretisch Sinn, denn immerhin bietet das Spiel ja zehn verschiedene Enden. Dank des Challenge-Modus werden auch alle Zwischensequenzen deaktiviert, wodurch man sich einzig und allein auf das Gameplay konzentrieren kann. Aber wie gesagt: Ich wage jedoch stark zu bezweifeln, dass viele Spieler bis zu diesem Punkt vorstoßen werden. Nicht etwa weil Trillion so eine harte Nuss ist, sondern weil das Gameplay für die Dauer des Spiels einfach viel zu öde und abwechslungsarm ausfällt.

Grafik, Sound und weiteres

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Der Großteil des Spiels ist im Stil einer Visual Novel gehalten. Die Ortschaften setzen sich also aus einem eher eingeschränkten Satz von Artworkzeichnungen zusammen, in denen wiederum die animierten Artworks der Charaktere eingeblendet werden. Ehrensache, dass die im Anime- und Manga-Stil gehaltenen Artworks recht sehenswert sind. Die weiblichen Charaktere sind freilich echte Hingucker für die männliche Spielerschaft, oder zumindest sehr niedlich gehalten. Die männlichen Dämonen hingegen wurden entweder cool oder witzig gezeichnet. Es versteht sich von selbst, dass hier sehr viel gelesen wird und selbst actionreiche Ereignisse werden oftmals nur in reiner Schriftform präsentiert. Wenn also z.B. einer eurer Overlords von Trillion aufgefressen wird, so bekommt man dies nicht direkt zu sehen, sondern nur in Form einer synchronisierten Textbox vorgesetzt.
Die Kämpfe sowie die Ausflüge in den Valley of Swords-Dungeon werden wiederum in 3D-Grafik präsentiert, welche jedoch qualitativ an ein PS2-Game aus dem untersten Low-Budget-Segment erinnert. Die Charaktere und Monster sind noch halbwegs brauchbar modelliert und die Spezialattacken sind sogar einigermaßen annehmbar. Die Umgebungsgrafiken schauen jedoch hoffnungslos detailarm und hässlich aus. Wer also einen grafisch beeindruckenden Titel sucht, wird mit Trillion nicht glücklich werden. Darüber hinaus ist es freilich von Vorteil, wenn man eine gewisse Affinität oder zumindest Toleranz gegenüber Visual Novels mitbringt. Andernfalls bleibt man diesem Titel besser fern.

Der Soundtrack ist, nun ja, in Ordnung denke ich? Die Tracks dümpeln mir zu sehr im Hintergrund vor sich hin. Man hat irgendwie versucht das Monarchen-Setting rund um die Overlords der Hölle zu repräsentieren. Trotz dieses exotischen Ansatzes, bieten die Melodien jedoch nichts erinnerungswürdiges oder herausragendes. Selbst die Musik die im Kampf gegen Trillion abgespielt wird, kommt nicht über den Genrestandard von typischen JRPG-Bosskampf Themes hinaus. Darüber hinaus wirkt der OST mit der Zeit reichlich repetitiv (was aber auch am Aufbau des Spielprinzips liegt). Lediglich der stimmungsvolle Themesong kann überzeugen.
Bei der Sprachausgabe kann man dafür jederzeit zwischen englisch und japanisch auswählen. Beide Varianten sind sehr gut gelungen, jedoch ziehe ich persönlich die Japanische vor, weil der englische Sprecher von Zeabolos etwas übermotiviert bei der Sache war und dementsprechend nervig auf mich wirkte. Außerdem fehlen in der englischen Version ärgerlicherweise viele Sprachsamples von Nebencharakteren.

Kommen wir nun zur Technik: Unterm Strich läuft das Spiel in der PC-Version sehr sauber. Einige Macken gibt es jedoch anzukreiden. So leidet der Valley of Swords-Dungeon manchmal unter Slowdowns, was wohl irgendwie daran liegt, dass ab und zu zu viele Gegner und Schatztruhen in dieses Gebiet geladen werden. Dementsprechend verschwinden die Slowdowns auch oft, wenn man ein paar Gegner gekillt und Truhen geöffnet hat. Etwas Problematischer sind da wohl die Aufhänger innerhalb der Ladezeiten. Glücklicherweise ist das Spiel bei mir aber ohnehin nur 4-5 mal während des Ladeprozesses hängengeblieben. Bei einer Spielzeit von ca. 40 Stunden ist das jetzt auch nicht so tragisch. Etwas merkwürdig ist die Macke, dass das Spiel nicht in der Lage ist die Aktivierung des Bildschirmschoners zu unterbinden. Diesen sollte man also besser vorher deaktivieren, wenn man das Spiel mit dem Controller spielt. Da das Spiel jedoch noch taufrisch ist, besteht freilich auch noch die Möglichkeit, dass die Entwickler für diese kleinen Macken einen Patch herausbringen.

Freilich gibt es auch einige DLCs zu Trillion: God of Destruction. So gibt es kostenfreie DLCs, die schon im Vorfeld implementiert sind und den Spieler ein paar zusätzliche Gegenstände und Ausrüstungsstücke freischalten. Ein paar von denen schalten sogar zusätzliche Zwischensequenzen frei, in denen dann einige Charaktere aus den Neptunia-Spielen auftreten und Zeabolos ihre Unterstützung in Form von ein paar neuen Skills, Ausrüstungsstücken und Trainings-Buffs anbieten. Dann gibt es noch den voraussichtlich kostenpflichtigen Deluxe Pack DLC, der Sachen wie ein Art Book, Digitale Kurzgeschichten, den Soundtrack und Wallpapers enthält.

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Spiel Bewertung
Singleplayer
59
59
-
Multiplayer

FAZIT

Ok, lasst uns Klartext sprechen: Trillion: God of Destruction ist ein dermaßen spezielles und experimentelles Spiel, dass es ohnehin nur einen verschwindend geringen Kundenkreis ansprechen wird. Wer ein typisches taktisches JRPG erwartet wird hier definitiv nicht glücklich werden. Die Visual Novel- und Management-Aspekte sind eigentlich die Hauptbestandteile dieses Spiels. Der taktische Kampf gegen den namengebenden Trillion macht da, so intensiv er auch sein mag, nur einen relativ kleinen Teil vom Gesamtpaket aus. Darüber hinaus muss man sich auf einen absurd hohen Anteil an Repetition und Abwechslungsarmut gefasst machen. Im Grunde genommen wiederholt sich das Gameplay mit jeder neuen Overlord-Waifu nahezu 1 zu 1. Es sind halt immer die gleichen Management-Prozesse die man abwickelt und der Visual Novel-Grafikstil hilft da auch nicht weiter. Und so liebenswert, niedlich und sexy die Dämoninnen auch sein mögen, letztendlich muss man ja doch miterleben, wie sie nach und nach über den Jordan gehen bzw. von Trillion bei lebendigen Leib aufgefressen werden … Kreativität in allen Ehren, aber wenn ein Spiel keinen Spaß macht, sollte man es lieber den doofen Trillion zum Fraß vorwerfen als seine Zeit damit zu verbringen. Vielleicht bekommt das Monstrum dadurch ja auch Magenschmerzen und verzieht sind von ganz alleine.

- Von  Volker

MS Windows

Trillion: God of Destruction (Deluxe Pack) REVIEW

USK 12 PEGI 12

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