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Soulstice REVIEW

Eine Kämpferin mit hellem Haar, Augenklappe, übergroßen Waffen, dunkler enger Kleidung und einem Geheimnis – klingt stark nach einer Protagonistin, die für ein Hack’n’Slay die Idealbesetzung wäre. Und genau so ist es auch, denn Soulstice will noch vor Bayonetta 3 Fans des Genres von sich begeistern.

Vorab sei gesagt, das italienische Entwicklerteam von Reply Game Studios hat definitiv seine Hausaufgaben gemacht und einen sehr interessanten Titel geschaffen, der zwar noch einige Schwächen hat, doch mehr durch seine Stärke hervortrumpft. Was genau mir gefällt und was ich dann doch auszusetzen habe, sollen die nächsten Zeilen klären.

Knackig

Soulstice ist diese Art von Hack’n’Slay, die man spielen möchte. Das Spiel schafft es, all die guten Eigenschaften zusammenzufassen. Noch bevor es aber ins erste Kapitel übergeht, dürft ihr einen Schwierigkeitsgrad wählen. Schon jetzt sei gesagt, selbst die leichteste Stufe mit der Bezeichnung „Mensch“ kann insbesondere bei Endbossen für knackige Kämpfe sorgen. Ein „zu leicht“ gibt es lediglich in den normalen Abschnitten. Den Schwierigkeitsgrad dürft ihr aber selbst zwischen den Kapiteln anpassen, sodass euch das Spiel nie langfristig über- oder unterfordert.

Sind weitere Optionen wie Schriftgröße oder eine alternative Einstellung für farbenblinde Spieler wie Spielerinnen bestimmt, kann es endlich losgehen und wir lernen die Schwestern Briar und Lute kennen. Briar übernimmt in Soulstice den handfesten Teil und ist mit einem hervorstechenden Arsenal ausgestattet. Lute ist mehr die passive Schwester und unterstützt das Vorankommen mit Magie, die zumindest bei Angriffen über eine KI ausgelöst wird.

Action, Action und noch mehr Action

In Soulstice dürft ihr die Geschichte und Mission beider Schwestern in der Third-Person-Perspektive verfolgen. Die Kamera klafft jedoch nicht die gesamte Zeit über eurer Schulter, sondern fängt die Reise aus verschiedenen Winkeln ein. Hier kommt auch schon der erste Kritikpunkt, denn nicht immer finde ich die Perspektive gut gewählt. Da eine Nachjustierung nicht möglich ist, kann dies auch zu Sprüngen ins Leere führen oder so manchen Gegner aus dem Fokus verschwinden lassen. Das kann gelegentlich frustrieren, da insbesondere die Kämpfe das Herzstück eines Hack’n’Slays sind.

Ich muss auch zugeben, dass ich mir eine höhere Gegner-Dichte gewünscht hätte. Erst nach mehreren Parcours geht es zur nächsten Schlacht über, bei dem euch gleich eine Gruppe an Kontrahenten begrüßt. Mit leichten wie schweren Waffen geht es in den Kampf über, der genauso das rechtzeitige Blocken abverlangt. Einen flotten Gegnerwechsel, die Verwendung von leichtem wie schwerem Arsenal und unterschiedlicher Kombos lassen ordentlich Abwechslung aufkommen.

Gleichzeitig sind nicht alle Feinde mit ein paar Hieben zu bezwingen. Die von Magie beseelte Lute kann eine Art Energiekuppel aktivieren, die geisterhafte Wesen in physische Formen wandelt und erst so verletzbar macht. Das fordert aber zugleich gutes Timing, denn Lute hat nur ein kleines Zeitfenster, um solche Fähigkeiten einzusetzen. Ist die Zeit abgelaufen, verschwindet sie kurz von der Bildfläche, kommt einige Sekunden später aber wieder, um Briar weiter zu unterstützen.

Kombos, Waffen und Fähigkeiten

Auch Soulstice setzt auf das bewährte System der erweiterbaren Kombos und Fähigkeiten. Mit dem Vernichten von Gegnern oder dem Zerschlagen von Umgebungsgegenständen setzt ihr kleine Energiekügelchen frei, die sofort auf Briar übergeben. Die roten Kügelchen darf die taffe Heldin ihr Eigen nennen, während die blauen Energiekugeln für ihre Schwester Lute vorgesehen sind.

Ist euer Inventar gut damit bestückt, dürfen eure Fähigkeiten ausgebaut werden. Das geht aber nicht inmitten des Kapitels, sondern nur beim sogenannten Beobachter. Dieser agiert hier zugleich als Händler und erinnert mich durch seine mysteriöse Art etwas an Vulgrim aus der Darksiders-Reihe. Abseits von seiner Händlerliste, die selbstverständlich auch Heilungsgegenstände beherbergt, sind in vielen Gassen und Ecken nützliche Items zu finden. Es lohnt daher, sich überall genauer umzusehen und an Stellen zu springen, die nicht unbedingt leicht erreichbar sind.

Kapitelbedingt (25 insgesamt) werden weitere Waffen verfügbar, die durch den aktiven Wechsel ordentlich Schwung ins Spiel bringen. Kettenpeitsche, Schwert oder Bogen – ihr gestaltet die Art der Schlacht. Ferner dürfen auch die neuen Waffen mit weiteren Fähigkeiten ausgestattet werden.

Herausforderungen

Neben der ohnehin schon überraschend umfangreichen Hauptstory, gibt es auch einige Herausforderungen zu bewältigen. Das Zugangsportal ist in den jeweiligen Leveln oftmals versteckt und nicht unbedingt im Blickpunkt, wenn ihr nur ans Ziel kommen möchtet. Entdeckt ihr ein Portal und durchquert es, warten vorgegebene Aufgaben auf euch. So wird beispielsweise gefordert, die Gegner in einer gewissen Zeitvorgabe auszuschalten oder ein paar perfekte Konter auszuführen. Die geebneten Herausforderungen können später im Hauptmenü einzeln ausgewählt und immer wieder gespielt werden. Und natürlich erwarten euch an dieser Stelle auch Belohnungen.

Am Ende einer Herausforderung gibt es eine kleine Statistik, die Kampfart und benötigte Zeit auswertet. Diese Statistik greift aber auch bei den Kämpfen im Hauptspiel und schafft zusätzlichen Anreiz, immer besser zu werden. Denn warum eine Bronze-Auszeichnung, wenn es auch Diamant sein kann? Gleichzeitig steigert sich durch diese Auswertung und dem Wunsch, weitere Rekorde zu erreichen, der Wiederspielwert der einzelnen Kapitel. Als Boni für einen erneuten Durchgang dürft ihr sogar alle blauen wie roten Energiekügelchen behalten und damit noch schneller eure Charaktere aufwerten.

Technik

Mit Blick auf die Protagonisten mildert sich der Gesamteindruck etwas ab, denn allgemein ist Soulstice schon nett anzusehen. Die gradlinigen Areale sind in einer dunklen Atmosphäre gehüllt, was jedoch in den Innenbereichen nach ein paar Kapiteln etwas ermüdend erscheint. Nichtsdestotrotz begeistert das Hack’n’Slay von Publisher Modus Games mit tollen Spiegelungen und einer guten Licht/Schatten-Kombination. Eine PlayStation 5, auf der ich gespielt habe, kann aber weitaus mehr.

Im weiteren Fokus des Titels steht die Verbindung von Brair und Lute. Das ungleiche Geschwisterpaar begleitet die Geschichte mit Dialogen, die immer mehr aufklären, wer sie sind und was ihre Mission ist. Ihr könnt dieser Interaktion mithilfe einer englischen Sprachausgabe lauschen, bei der aber tatsächlich nur eine Sprecherin am Werk war. Stefanie Joosten, die bereits Quite in Metal Gear Solid V: The Phantom Pain gesprochen hat, leiht beiden Schwestern ihre Stimme. Durch eine Effektverzerrung von Lute hört man dies aber nicht. Stattdessen muss ich ständig an Midna aus The Legend of Zelda: Twilight Princess denken.

Die Steuerung verlangt euch wieder einiges ab. Und nicht immer reicht stupides Button-Smashing aus, um sich aller Gegner zu entledigen. Insbesondere die Geister solltet ihr gewissenhaft attackieren. Eine Schippe drauf legen die Bossgegner, die zumeist nur durch taktisches Agieren bezwungen werden können. Ausweichen, Kontern, Energiekuppel aktivieren, Gegenangriff und wieder Ausweichen – ihr werdet ordentlich gefordert, wenn ihr siegreich vom Platz gehen möchtet. Doch keine Sorge, nicht in jedem Level wartet ein Boss auf euch.

Pro & Kontra

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Pros
  • Knackige, herausfordernde Kämpfe
  • Großer Umfang (25 Kapitel)
  • Hoher Wiederspielwert
  • Sehr gute Mechanik

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Cons
  • Charaktermodelle auf PS3/ Xbox 360-Niveau
  • Settings wiederholen sich gefühlt ständig
  • Nicht immer vorteilhafte Perspektiven

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Spiel Bewertung
Singleplayer
78
78
Okay
-
Multiplayer

FAZIT

Ihr müsst nicht zwangsläufig auf das dritte Bayonetta-Spiel oder ein neues DMC warten. Soulstice bietet eine sehr gute Mechanik, ordentlichen Umfang und eine Story, die sich immer weiter aufbaut. An den knackigen Kämpfen werden Fans des Hack'n'Slay-Genres garantiert Gefallen finden und gleichzeitig immer mehr über die Chimera in Erfahrung bringen. Zusätzliche Waffen und weitere Kombos schaffen es zudem, die Abwechslung im Spiel hochzuhalten. Herausforderungen, Statistiken sowie viele gut versteckte Gegenstände lassen sogar einen Wiederspielwert einfließen, den nicht alle Genre-Vertreter mitbringen. Zusammenfassend ist Soulstice ein mehr als nur solider Titel, der vielleicht an der einen oder anderen Stelle noch ein kleines Update benötigt. Dennoch, das Entwicklerstudio Reply Game Studios versteht sein Handwerk und darf gerne aus meiner Sicht weitere Titel dieser Art raushauen.

- Von  Rena

MS Windows
Xbox Series X
PlayStation 5

Soulstice REVIEW

USK 16 PEGI 16

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