Bernd das Brot und die Unmöglichen REVIEW

Seit 2000 ist Bernd das Brot inzwischen tragende Figur des KiKa – und nun, im Jahre 2014, wird ihm ein Videospiel gewidmet: Bernd das Brot und die Unmöglichen. Das passt dem stets lustlosen und genervten Titelhelden zwar überhaupt nicht, doch bereits zu Beginn des Spiels wird klargestellt, dass Bernd dem Folge zu leisten hat, was der Spieler ihm auch aufträgt. Ob es sich lohnt, als Spieler in diese Rolle zu schlüpfen oder ob es nicht doch auch eine gute Idee wäre, Bernd ganz in seinem Sinne zu verschonen, erfahrt ihr im Test.

Verbrechensbekämpfung in Adventureform

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Bei Bernd das Brot und die Unmöglichen handelt es sich um ein klassisches Point and Click-Adventure, wie es bereits aus den 90er Jahren bekannt ist – wobei sich der technische Fortschritt seitdem selbstredend bemerkbar macht. Im Klartext heißt das, dass ihr während des Spielverlaufs unterschiedliche Schauplätze genauestens untersucht, verschiedene Gegenstände einsammelt, mit anderen Charakteren sprecht und schließlich all die Gegebenheiten, die ihr antreffen werdet, miteinander kombiniert und somit Rätsel und Probleme löst, mit denen ihr stets konfrontiert werdet. Dabei steuert sich all das traditionsgemäß ausschließlich mit der Maus.

Inhalt des Spiels ist die Verbrechensbekämpfung der Superheldentruppe um Bernd, „Die Unmöglichen“. Komplettiert wird das Gespann durch Briegel den Busch sowie Chili das Schaf, die – ebenso wie Bernd – auch über einen gesonderten Superheldennamen verfügen. So wird Bernd etwa auch als „Kastiger Koloss“ bezeichnet, wenngleich ihm dieser Name, den er auch nicht ganz freiwillig zu tragen scheint, sehr missfällt. Vielmehr verhält es sich so, dass Briegel und Chili Bernd gegen seinen Willen dazu bringen, mit ihnen auf Verbrecherjagd zu gehen – und nach einer kurzen Einführungssequenz wird der Spieler in eine Spielsituation geworfen, aus der hervorgeht, dass Bernd und seine „Freunde“ auf dem Weg zu einer neuen Spur mit dem Wagen an einer Laterne gelandet sind, woraufhin sie dieser Spur ungehindert nachgehen und schon bald herausfinden, dass ihre Aufgabe darin besteht, eine gestohlene Statue wieder zu beschaffen.

Wie erwähnt handelt es sich bei Bernd das Brot und die Unmöglichen um ein Point and Click-Adventure im herkömmlichen Sinne. Im Vergleich zu Genrevertretern werden dem gebildeten Spieler aber schnell markante Unterschiede bewusst, was vor allem an der starken linearen Anordnung von Schauplätzen liegen mag: In der Regel befinden sich die Figuren auf einem Schauplatz, auf dem sie einige Gegenstände zu sammeln und Rätsel zu lösen haben, bevor schließlich all diese Rätsel gelöst wurden und der nächste Schauplatz aufgesucht werden kann. Die Gelegenheit, zwischen mehreren Schauplätzen zu wählen und dabei zu rätseln, an welchem Ort denn nun welche Aktion vollzogen werden soll, gibt es nur sehr selten. Das nimmt dem Spiel nicht nur die Komplexität – was bei einem Spiel, das vor allem für Kinder gedacht sein dürfte, gar nicht einmal allzu schlimm wäre – sondern wirkt in seiner starken linearen Abfolge geradezu beengend. Charakterzug von Point and Click-Adventures ist auch stets die Freiheit des Spielers, an unterschiedlichen Orten auf die Suche zu gehen, und einem solchen Spiel diese Möglichkeit zu nehmen, hat das Zurechtstutzen des Genres zur Folge. Zudem eröffnet die Fokussierung auf jeweils einen Schauplatz die Möglichkeit, ohne strategisches Denken alle möglichen Gegenstände stumpf miteinander zu kombinieren, was dem Rätselgehalt des Spiels nicht gerecht werden sollte.

Ansonsten funktioniert das Genre im Zusammenspiel mit Bernd und seinem Superheldenteam recht gut. Die Rätsel sind stets logisch aufgebaut und in der Regel mit einigen Überlegungen zu lösen – auch wenn die ein oder andere Überlegung hier und da vielleicht doch etwas zu weit hergeholt und kompliziert erscheinen mag, gerade dann, wenn man bedenkt, dass sich Bernd das Brot und die Unmöglichen vor allem an ein jüngeres Publikum richtet.

Bernd!

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Bernd das Brot ist nicht nur Titelheld des Spiels – nein, er ist eigentlich auch erst so richtig das Salz in der Suppe. Ein depressives Brot, das völlig lustlos ständig zu irgendwelchen Taten gezwungen wird und dabei einen genervten Kommentar nach dem anderen abgibt? Was für den ein oder anderen wie eine Idee fußend auf der Einnahme der ein oder anderen bewusstseinserweiternden Substanz klingen mag, versprüht zweifelsohne eine mächtige Portion Charme und haucht dem Spiel den Charakter ein, den es braucht, um im Vergleich zu Genrevertretern zu bestehen.

Problematisch ist allerdings, dass das gesamte Spiel dadurch mit Bernd steht und fällt. Die guten Momente, die Bernd das Brot und die Unmöglichen hat, sind in der Regel ausschließlich auf Bernds Sprüche und sein Verhalten zurückzuführen – bleibt dies an der ein oder anderen Stelle einmal aus oder ist nicht ganz so überzeugend, bleibt nicht mehr viel übrig, was den Spieler bei der Stange halten könnte – gerade auch deshalb, weil das Gameplay wie bereits erwähnt nicht zu hundert Prozent überzeugen kann und hier und da einige Schwächen aufweist. Hinzu kommt, dass sich für manch einen Spieler das wiederholte Schema der für Bernd typischen Sprüche, die oftmals mit einem „Mist!“ enden, bald abnutzt.

Technik

Die Schauplätze sind soweit recht hübsch gezeichnet, und auch die Modellierung der einzelnen Figuren ist im Großen und Ganzen passabel, wenngleich die Animationen der verschiedenen Charaktere oft ziemlich billig wirkt. Die Geschichte wird zudem immer wieder durch Bildsequenzen, die im Stile eines Comics gezeichnet wurden, weiter vorangetrieben – man mag davon halten, was man möchte, aber dass sich dadurch niemand mehr vom Hocker hauen lässt, dürfte klar sein.

Nur stellenweise wird das Geschehen auf dem Bildschirm mit Hintergrundmusik untermalt – hier hätte sich sicherlich noch was tun lassen. Positiv an der Akustik hervorzuheben ist allerdings die Original-Sprachausgabe, über die das Spiel verfügt, und die die Herzen der Bernd-Fans sicherlich höher schlagen lassen wird.

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Spiel Bewertung
Singleplayer
67
67
-
Multiplayer

FAZIT

Bernd das Brot und die Unmöglichen lebt im Grunde genommen einzig und allein nur von Titelheld Bernd, auf den das gesamte Programm zugeschnitten ist - was sich soweit auch als gut erweist. Dennoch kann dieser Charme, den das Spiel oftmals versprüht, nicht über die markanten Schwächen im Gameplay sowie die durchschnittliche Präsentation hinwegtäuschen.

- Von  Roman

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Bernd das Brot und die Unmöglichen REVIEW

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