Mass Effect 3 REVIEW
Nachdem die ersten beiden Teile des RPG und Third-Person-Shooter-Hybriden „Mass Effect“ jede Menge Eindruck schinden und sich eine breite Fanbase aufbauen konnten, war man gespannt was der dritte Teil zu bieten hatte. Immerhin sollte dieser ja die Trilogie um Commander Shepard abschließen.
Mass Effect 3 erschien ursprünglich Anfang März 2012 für PC, PlayStation 3 und Xbox 360. Acht Monate später wurde dann auch noch eine Version für die Wii U nachgeschoben.
Und natürlich ist das Spiel seit dem 14. Mai 2021 auch Teil der „Mass Effect: Legendary Edition.“ Diese umfasst die ersten drei Teile der Reihe und stellt sie in leicht überarbeiteter Form für die achte Konsolengeneration zur Verfügung.
Ein weiterer großer Vorteil der Legendary Edition ist die Verfügbarkeit aller DLCs. Denn wie schon beim zweiten Teil, hat der gierige Publisher EA auch für Mass Effect 3 so einige kostenpflichtige DLCs reingeschoben, um die Franchise zu melken.
Dank der „Legendary Edition“ konnte ich das Spiel nun endlich in seiner vollständigen Form genießen. Was dieser schicke Hybride aus RPG und Third-Person-Shooter so alles zu bieten hat, erfahrt ihr im folgendem Review.
Die Invasion der Reaper beginnt

Nach den Ereignissen des zweiten Teils hat sich Commander Shepard der Erd-Allianz ausgeliefert. Eine Entscheidung welche weder positive noch negative Konsequenzen für Shepard hatte, da die Erd-Allianz nicht so recht wusste, was sie mit ihrem VIP anfangen sollte. Inzwischen ist ca. ein Jahr vergangen. Und nun ist die Zeit gekommen, dass die Politiker für ihre Untätigkeit zahlen müssen. Durch einen Blitzangriff der Reaper wird die Erde von den ebenso monströsen wie blutrünstigen Maschinenwesen eingenommen. Die politische Führung der Erd-Allianz wird auf einen Schlag getötet und Commander Shepard sowie dessen Mentor Captain Anderson sind nun gezwungen sich den Weg zur Normandy SR-2 freizukämpfen. Die Flucht gelingt, jedoch trifft Anderson auf den letzten Drücker die Entscheidung auf der Erde zurückzubleiben, um den Widerstand gegen die Reaper zu leiten. Shepard hingegen soll die Rats-Völker der Milchstraße zusammentrommeln, um einen letzten gemeinsamen Gegenschlag gegen die Reaper zu organisieren.
Doch zuvor soll der Commander in Auftrag von Admiral Hackett zum Mars fliegen, um die protheanischen Archive zu sichern. Dummerweise kommt ihm Cerberus zuvor und veranstaltet ein Massaker unter dem Personal der Mars-Basis. Wie sich herausstellt beinhalten die Protheaner-Archive einen Bauplan für eine alte Superwaffe, welche angeblich den Sieg über die Reaper ermöglichen kann. Allerdings müsste die Waffe erst einmal gebaut werden. Der Unbekannte will die Baupläne für sich selbst abgreifen, da er die Kontrolle über die Reaper erlangen möchte. Somit kommt es zum Konflikt mit seinem ehemaligen „Angestellten“ Commander Shepard, welcher die Idee des Unbekannten als gefährlichen Wahnsinn betrachtet.
Somit hat Shepard nun alle Hände voll zu tun, um die Milchstraße zu retten. In erster Linie gilt es Bündnisse mit den Ratsvölkern zu schmieden, damit sich diese dem großen Gegenschlag anschließen. Nur dumm, dass die Heimatvölker der Ratsvölker ebenfalls von den Reapern attackiert werden. In dieser Situation ist quasi jeder Einsatz eine Selbstmordmission. Doch wie heißt es so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Wie von den Vorgängern gewohnt, bietet Mass Effect 3 eine bombastische filmreife Präsentation. Und auch dieses mal gibt es wieder Interaktivität in einigen Ingame-Cutscenes. Durch Einblendungen der Vorbild- und Abtrünnig-Symbole kann man etwas Einfluss auf ausgewählte Ereignisse nehmen, was dabei hilft die Immersion zu steigern. Da die Reaper-Invasion nun voll im Gange ist, nimmt auch die Handlung endlich epische Ausmaße an. Ein Umstand der für viele denkwürdige Momente sorgt.
Sofern sie noch am Leben sind, wird man in Mass Effect 3 fast jedem altbekannten Charakter begegnen. Dies schließt sowohl alte Weggefährten, als auch kleinere NPC-Begegnungen ein. BioWare hat schon einen verdammt guten Job geleistet sich an die zahlreichen kleineren und größeren Handlungsstränge zu erinnern und eben diese in Teil 3 abzuschließen. Tatsächlich hat man sogar die Muße gefunden noch ein paar neue Charaktere einzubauen, wie etwa die sympathischen neuen Crewmitglieder James Vega und Steve Cortez.
Und es ist Ehrensache, dass man auch hier wieder umfassende Codex-Einträge vorfindet, welche einem alles wissenswerte der Spielwelt detailliert erklären.
Ursprünglich hat Mass Effect 3 jedoch ordentlich schelte für die Enden kassiert. Diese wurden von vielen Spielern als herbe Enttäuschung wahrgenommen, welche den Trilogie-Abschluss verderben. Als Reaktion lieferte BioWare sogar einen kostenlosen DLC nach, welcher die Enden um zusätzliche Cutscenes erweiterte und sogar ein viertes Ende hinzufügt. Ich selbst kenne nur diese erweiterten Endsequenzen der Legendary Edition, da ich meinen damaligen Spieldurchlauf auf der PS3 nicht abgeschlossen hatte.
Jedenfalls haben mir die Endsequenzen in ihrer erweiterten Form gut gefallen. Sicherlich hätte man mehr daraus machen können, aber es sind gute Enden, sie sich meines Erachtens nicht zu verstecken brauchen. Die massive Schelte kann ich jedenfalls nicht so recht nachvollziehen.
Bevor es losgeht

Zu Beginn des Spiels gilt es erst einmal einige wichtige Optionen festzulegen. Wer einen Abschlussspielstand des letzten Teils zur Verfügung hat, kann diesen in den dritten Teil importieren, was dazu führt, dass die dort getroffenen Entscheidungen in der Fortsetzung berücksichtigt werden. Hat man keinen Speicherstand zur Verfügung, darf man die Entscheidungen aber zumindest im Groben nachholen, indem man den DLC-Comic „Genesis 2“ durchgeht (sofern dieser vorliegt). Danach kann man in einem recht komplexen Charaktereditor seinen individuellen Shepard zusammenstellen. Hierbei kann man nicht nur das Aussehen und das Geschlecht festlegen, sondern auch zwischen drei verschiedenen Charakter-Backstories sowie drei verschiedenen Schlüsselereignissen eine Auswahl treffen. Freilich hat diese Auswahl auch kleinere Auswirkungen auf einzelne Dialogzeilen und dergleichen.
Darüber hinaus steht die Auswahl aus sechs verschiedenen Berufsklassen. Diese legen freilich die Fähigkeiten und Skilltrees unseres Helden fest.
- Soldat: Diese Charakterklasse verfügt über die meisten HP, beherrscht eine Art Bullettime-Technik (Adrenalinstoß) und ist als einzige talentiert im Umgang mit allen Waffentypen. Dieses mal hat man die Standard-Waffentypen auf die fünf altbekannten Varianten „Schwere Pistole,“ „Schrotflinte,“ „Sturmgewehr,“ „Präzisionsgewehr“ und „Maschinenpistole“ festgelegt. Die „Schweren Waffen“ des letzten Teils sind zwar immer noch im Spiel enthalten, fungieren dieses mal jedoch als Verbrauchsgegenstände, welche nur selten zu finden sind.
- Infiltrator: Distanzkämpfer welcher auch über taktische Tarnung verfügt, um sich kurzfristig unsichtbar zu machen.
- Frontkämpfer: Die Klasse für den Nahkampf. Mit der Fähigkeit „Ziehen“ kann sie Feinde zu sich heranziehen.
- Wächter: Eine Art Mischung aus Biotiker und Techniker. Wächter verfügen über eine Tech-Panzerung, damit sie auch im Nahkampf nicht gleich draufgehen.
- Experte: Die Biotiker-Klasse. Diese verfügen über Psi-Fähigkeiten, mit denen sie z.B. Gegner hilflos in der Luft schweben lassen können, Schockwellen lostreten und weiteres. Man kann Biotiker also als eine Art Magier-Klasse betrachten.
- Techniker: Diese Klasse ist effektiv gegen synthetische Feinde. Diese kann man durch Hacken auf die eigenen Leute hetzen. Obendrein können feindliche Schutzschilde überlastet und Drohnen ins Feld geschickt werden.
Die Anzahl der Gruppenmitglieder wurde seit dem letzten Teil drastisch entschlackt. Man bekommt vier feste Mitstreiter (James, Liara, Garrus und EDI), einen DLC-Charakter (Javik) und zwei wankelnde Gruppenmitglieder (Ashley/Kaidan und Tali). Mit wankelnd meine ich, dass diese Charaktere auch getötet werden können, wenn man nicht die entsprechenden Voraussetzungen mitbringt bzw. schlechte Entscheidungen getroffen hat.
Wie schon in den Vorgängern hat man auch hier wieder die Auswahl aus fünf verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Ich selbst hab das Spiel auf dem mittleren Grad „Normal“ durchgespielt. Obwohl Mass Effect 3 stellenweise sehr knauserig mit Munitionsclips umgeht, ist der Schwierigkeitsgrad niedriger als im zweiten Teil.
Meine Bildschirmtode wurden in erster Linie von diesem lästigen Reaper-Bosskampf auf Rannoch und dem finalen Feuergefecht in London provoziert. Bei ersterem hat BioWare ein wenig zu sehr an furzigen Soulslike-Mechaniken geschnüffelt. Dieses One-Hit-Kill und Dodgeroll-Gedöhns hätten sich die Kanadier jedenfalls gerne sparen können, zumal es ja auch nicht zum Spielprinzip von Mass Effect passt.
Die finalen Feuergefechte gegen die Reaper-Angriffswellen in London sind zwar anspruchsvoll, können jedoch nicht als finaler Bosskampf bezeichnet werden. Einen richtigen Endboss wie in den beiden Vorgängern sucht man hier vergebens.
Der Level-Cap liegt dieses mal wieder auf Stufe 60. Wer einen Spielstand von Teil 2 importiert, übernimmt auch seine dortige Levelstufe. Ansonsten muss man bei Stufe 1 starten.
Level-Ups bringen wie gehabt Skillpunkte ein, mit denen man die gewohnt linearen und simplen Skilltrees aufbaut. Gelingt es Stufe 60 zu erreichen, hat man auch fast genügend Skillpunkte zur Verfügung, um die meisten Trees komplett aufzufüllen. Ab der zweiten Hälfte eines Skilltrees, darf man dieses mal zwischen zwei Upgrade-Varianten pro Segment wählen. Dieses Gimmick macht die Sache aber nicht wirklich komplexer.
Jetzt auch mit Highscore-Motivation

Die eigentlichen Missionen schicken euch auch hier wieder durch eher schlauchige Gebiete mit einigen Abzweigungen. Angesichts des Shooter-Kampfsystems, ist das aber nicht so schlimm. Die Ballereien funktionieren gewohnt gut. Zielen und schießen klappt einwandfrei, und zur Not kann man ja auch im Nahkampf zuschlagen. Auch die Deckungsmechanik funktioniert wie im letzten Teil und sollte auch rigoros genutzt werden, um der kompetenten Gegner-K.I. Paroli zu bieten.
Wie gehabt kann man für den Einsatz der Sonderfähigkeiten oder dem Umrüsten der Waffentypen relativ bequem zu handhabende Ringmenüs aufrufen. Shepard selbst kann obendrein Granaten werfen und Medi-Gel zur Heilung der eigenen dreiköpfigen Gruppe einsetzen. Die Sprengsätze sind dieses mal wieder nummerisch begrenzt wie im ersten Teil, funktionieren in Teil 3 jedoch wie reguläre Wurf-Granaten. Obendrein gibt es jetzt ein breiteres Spektrum an Granaten-Fähigkeits-Variationen.
Medigel ist auch hier wieder zunächst auf 3 Einheiten beschränkt, kann jedoch durch Upgrades auf 9 Einheiten aufgestockt werden. Anders als im zweiten Teil wird Medigel zwischen den Missionen automatisch aufgestockt. Innerhalb der Missionen kann man an entsprechenden Spendern aber auch zusätzliche Einheiten erbeuten.
Da man ausschließlich Shepard steuert, werden die Kameraden von einer relativ kompetenten K.I. übernommen. Durch die bereits genannten Ringmenüs kann man deren Fähigkeiten aber auch direkt einsetzen. Es ist auch möglich den Kameraden direkte Positionsanweisungen zu geben, wovon ich aber nie Gebrauch gemacht habe.
Aufgrund der Story bekämpft man im dritten Mass Effect-Teil in erster Linie die Reaper und Cerberus-Soldaten. Die Reaper haben jedoch ordentlich aufgestockt und fahren zahlreiche verschiedene Varianten auf. Soll heißen, dass man dieses mal nicht nur mit Horden von Husks konfrontiert wird, sondern auch Reaper-Varianten von Turianern, Asari usw. vorgesetzt bekommt. Und auch Cerberus hat viele unschöne Überraschungen parat, wie Techniker die Turret-Türme aufstellen oder Mech-Piloten. Jedenfalls bekommt man auch hier wieder eine zähe und abwechslungsreiche Gegnerschar geboten.
BioWare konnte es sich nicht verkneifen und hat das System der Erfahrungspunkte-Ausschüttung erneut abgeändert. Dieses mal kassiert man die Punkte für abgeschlossene Levelabschnitte, gelesene Notepads innerhalb der Level und als Bonus für das sammeln von überschüssigen Medigel.
Credits werden hingegen wie im letzten Teil gehandhabt. Diese bekommt man als Bezahlung für erfolgreich abgeschlossene Missionen und als optionale Fundsachen innerhalb der Missionen. Die Rohstoffe, sowie die Hacking-Minigames des Vorgängers wurden dieses mal übrigens ersatzlos gestrichen.
Das Ausrüstungssystem entspricht dem des zweiten Teils. Jedes Ausrüstungsteil ist ein Einzelstück. Einige Waffen und Rüstungsteile findet man innerhalb der Missionen, was natürlich auch bedeutet, dass man diese übersehen kann. Aber den Großteil der Waffen, Rüstungsteile sowie spezielle Rüstungssets müssen für teils sehr hohe Preise bei den Händlern der Citadel-Station erworben, werden. Man kann diese Händler auch von einem Computer der Normandy aus erreichen, allerdings zahlt man hierbei einen Aufpreis von 10 %. Auf einer anderen Computer-Konsole der Normandy kann man seine Waffen gegen Credits bis auf Stufe 5 aufleveln, um deren Leistung zu steigern.
Im Hauptspiel sind Credits ein endliches Gut und entsprechend wertvoll. Man kann sich also nicht einfach alles kaufen, was angeboten wird, sondern muss entscheiden, was einem am nützlichsten erscheint. Mithilfe des Citadel-DLCs bekommt man jedoch die Möglichkeit unendlich viele Credits zu verdienen, wenn man willens ist entsprechende Grinding-Arbeit zu leisten.
Eine Neuerung ist das Waffen-Mods-System. Man kann jetzt jede Waffe mit zwei Modifikations-Bauteilen frisieren, um deren Statistika wie Schaden, Munitionskapazität oder Stabilität zu verbessern. Die Mods müssen freilich ebenfalls käuflich erworben oder innerhalb der Missionen gefunden werden. Jedenfalls kann man seine Schießprügel mithilfe der Mods etwas individualisieren. Komplexitätswunder sollte man jedoch nicht erwarten.
Die große Nebenquest von Mass Effect 3 ist es die sogenannten „Kriegsaktivposten“ möglichst weit aufzubauen. Im Kern handelt es sich um ein simples Highscore-System. Je mehr Quests man erfüllt, und je besser die Entscheidungen sind, die man getroffen hat (das schließt auch die Entscheidungen der Vorgänger mit ein) desto mehr Punkte kassiert man.
Hat man genügend Punkte angehäuft, wird man mit besseren Storyentwicklungen und mehr Ending-Optionen im großen Finale belohnt. Wer alle vier Enden freischalten will, muss also gründlich und sauber spielen sonst wird das nichts mit dem Happy Ending.
Ich muss ehrlich sagen, dass mich die Effektivität dieses uralten Videospielprinzips positiv überrascht hat. Mass Effect 3 zeigt, dass der gute alte Highscore selbst in einem modernen Tripple A-Titel einen effektiven Nutzen haben kann und ernsthafte Motivation erzeugt. Schön ist auch, dass man jeden gewonnen Kriegsaktivposten genauer beschreibt. Hierdurch sind sie also nicht nur Punkte, sondern altbekannte Charaktere, Raumschiffe, Einsatztruppen und weiteres.
Ehrensache, dass man auch hier wieder diverse Sonnensysteme der Milchstraße erkunden darf. Im Kern funktioniert das hier genauso wie im zweiten Teil. Allerdings geht es jetzt nicht mehr um die Ernte von Rohstoffen, sondern um das Aufspüren von Credits, Treibstoff, Kriegsaktivposten oder Schlüsselgegenständen. Letztere dienen zum Lösen von Miniquests für einige NPCs der Citadel-Station, was weitere Kriegsaktivposten einbringt. Innerhalb eines Sonnensystems soll man einen Scanner nutzen, um die Standorte der oben genannten Dinge zu ermitteln. Ein Prozentzähler gibt Auskunft darüber, wie viele der Fundsachen man bereits aufgespürt hat. Man muss also keineswegs im trüben fischen. Der Haken an der Sache ist jedoch, dass sich nun die Reaper in der Milchstraße herumtreiben. Setzt man den Scanner zu häufig ein, werden die Reaper auf unsere Anwesenheit aufmerksam und greifen an. Hierdurch ist man gezwungen seine Suche abzubrechen und aus dem jeweiligen Sonnensystem zu flüchten. Durch den Abschluss einer Mission hauen die Reaper jedoch wieder aus dem System ab. Durch Save-Scumming kann man dieses dumme Katz- und Mausspiel jedoch leicht aushebeln. Von daher betrachte ich die Reaper-Angriffe als überflüssiges Gimmick, welche die Milchstraßen-Erkundung noch weiter entwertet. Diesen Aspekt der Reihe hat nur der erste Teil gut hinbekommen.
Ähnliches gilt auch für den Vehikel-Aspekt. Teil 1 bot den Mako als festen Bestandteil des Spiel. Teil 2 hat dann immerhin noch den Hammer in späteren DLCs beigefügt. Und Teil 3? Nun, dieser bietet einige Turret-Segmente und erlaubt es in seltenen Fällen einen Cerberus-Mech zu steuern. Das ist ganz witzig, bietet jedoch keinen vollwertigen Ersatz für den Mako oder Hammer – sehr enttäuschend. Aber immerhin macht es wieder sehr viel Spaß auf der Normandy herumzuhängen, Beziehungen und Freundschaften mit seinen Crewmitgliedern aufzubauen und E-mail-Benachrichtigungen durchzulesen. Trotz einiger Enttäuschungen macht Mass Effect auch im dritten Teil wieder jede Menge Spaß.
EA’s DLC-Wahn

Natürlich hat der gierige Publisher EA auch Mass Effect 3 mit allerlei DLCs vollgestopft. Bei vielen der DLCs handelt es sich nur um zusätzliche Waffen, Rüstungen, Skins oder neuen Inhalt für den Multiplayer. Jedoch möchte ich mich in diesem Abschnitt nur auf die relevanten Inhalte konzentrieren. Freilich sind die meisten der DLCs ohnehin fester Bestandteil der Legendary Edition. Lediglich der Multiplayer-Kram fehlt komplett.
– Aus der Asche (08.03.2012): Cerberus hat den aus dem ersten Teil bekannten Planeten Eden Prime übernommen. In erster Linie geht es darum ein wertvolles Protheaner-Artefakt abzugreifen, welches vor kurzem geborgen wurde. Die Allianz beauftragt Shepard damit Cerberus das Artefakt abzujagen. Wie sich herausstellt, handelt es sich bei dem Artefakt um eine Stasis-Kapsel, welche den letzten überlebenden Protheaner beherbergt. Sollte es gelingen diesen DLC abzuschließen, bekommt man den Protheaner Javik als neues Gruppenmitglied ins Team. Nebenbei kann man noch einige Daten sammeln, welche den örtlichen Widerstand dabei helfen sich gegen Cerberus zur Wehr zu setzen (das bringt zusätzliche Punkte für den Kriegsaktivposten-Highscore).
An und für sich ein solider DLC, der sich jedoch anfühlt, als hätte man eine Mission des Hauptspiels herausgeschnitten, um sie separat zu verkaufen und den Kunden somit weiteres Geld aus der Tasche zu ziehen. Pfui EA!
– Extended Cut (26.06.2012): Die Endsequenzen von Mass Effect 3 haben eine derart heftige Ablehnung bei der Fanbase ausgelöst, dass sich BioWare gezwungen sah eben diese zu besänftigen. Also schöpfte man einen kostenlosen DLC, welcher die Enden um zusätzliche Cutscenes erweiterte, sowie ein weiteres viertes Ende zur Verfügung stellt. Wie ich bereits im Story-Bereich sagte, haben mir die Enden von Mass Effect 3 gut gefallen. Sicherlich gibt es bessere Enden, aber die heftige Ablehnung ist mir mir Rätsel.
Ich bin aber auch zu einer Zeit aufgewachsen, als es häufig vorkam, dass man mit einem „Conglaturation“ abgekanzelt wurde. Von daher habe ich keine astronomischen Ansprüche.^^
– Leviathan (28.08.2012): Shepard bekommt von Admiral Hackett den Auftrag Kontakt zu Dr. Garret Bryson aufzunehmen, welcher sein Labor auf der Citadel betreibt. Dieser soll angeblich extrem nützliche Informationen über die Reaper entdeckt haben, welche positiven Einfluss auf den Krieg nehmen könnten. Dummerweise wird Bryson von seinem Assistenten ermordet, der scheinbar von einer fremden Macht übernommen wurde. Somit müssen Shepard und EDI Detektivarbeit in Brysons Labor betreiben, um herauszufinden wem oder was der Doktor auf der Spur war. Es stellt sich heraus, dass sich irgendwo in der Milchstraße eine Wesenheit herumtreibt, welche stark genug ist einen Reaper zu töten. Kann die Wesenheit aufgespürt und vielleicht sogar rekrutiert werden?
Im Gegensatz zu „Aus der Asche“ bekommt man hier eine umfangreiche Questreihe, welche mehrere Level bietet. Cool ist, dass man zwischendrin immer wieder in Brysons Labor zurückkehrt, um etwas Detektiv-Arbeit zu betreiben. Diese kleinen Adventure-Passagen sind mal was anderes und einfach genug zu lösen, dass sie niemanden Frust bescheren sollten.
Die Story des DLCs ist auch sehr gut gemacht. Das Mysterium wird gut aufgebaut und am Ende erfährt man sogar den Ursprung der Reaper. Definitiv ein lohnenswerter DLC.
– Omega (27. November 2012): Die verruchte Raumstation Omega, welche Commander Shepard im zweiten Teil als Anlaufstelle diente, wurde vom skrupellosen Cerberus-General Oleg Petrovsky übernommen. Omegas grantige Asari-Herrscherin Aria T’Loak findet dies nicht sonderlich witzig und will ihre Heimat mit allen Mitteln zurückerobern. Und zu den besagten Mitteln gehört auch Commander Shepard, welcher von Aria für das schier unmögliche Vorhaben eingespannt wird. Leider untersagt Aria die Teilnahme der Normandy samt Crew. Shepard wird also mit Aria als Kampfgefährtin vorlieb nehmen müssen. Glücklicherweise gibt es auf Omega noch eine Widerstandsorganisation, die sich gegen Cerberus zur Wehr setzt. Und auch Arias alte Flamme Nyreen Kandros treibt sich vor Ort herum und schließt sich der Gruppe an. Es erklärt sich von selbst, das Cerberus auf Omega reichlich Schindluder treibt.
Dieser DLC überzeugt mit einer recht umfangreichen Kampagne und intensiven Feuergefechten. Die Story ist jedoch etwas dünn. Im Grunde genommen geht es halt nur darum Omega zurückzuerobern. Um die Sache etwas interessanter zu gestalten, bekommt man halt etwas Beziehungs- und Gesinnungsstress zwischen Aria und Nyreen reingeschoben.
– Citadel (15.03.2013): Admiral Hackett will der Normandy SR-2 einen Wartungs- und Reparaturcheck unterziehen. Hierfür soll sie auf der Citadel-Station andocken. Shepard samt Crew erhalten währenddessen Landurlaub. Da trifft es sich gut, dass Shepard von Captain Anderson ein tolles Geschenk erhält – nämlich dessen alte Luxus-Suite im Silversun Strip-Stadtteil. Während der Commander seine neue Bleibe inspiziert, erhält er eine E-mail von Joker. Dieser lädt ihn zum Essen im Nobel-Sushi-Restaurant ein. Dummerweise entpuppt sich die Einladung als Falle. Die unerfahrene Allianz-Geheimdienst-Agentin Maya Brooks versucht noch vor dem baldigen Mordanschlag zu warnen, doch ehe sie von Shepard und Joker ernst genommen wird, tauchen auch schon maskierte Söldner auf, welche Shepard eliminieren wollen.
Nun gilt es zu überleben, herauszufinden wer die mysteriösen Angreifer sind und deren Pläne zu durchkreuzen. Unterstützung erhält Shepard von all seinen engen Freunden und Gefährten, die er bis dahin gewonnen hat.
Citadel ist ein großartiger DLC. Die Story ist unterhaltsam und nimmt sich nicht zu ernst. Es gibt zahlreiche witzige Momente und lustige Anspielungen auf vorherige Erlebnisse und Abenteuer. Hat man den neuen Feind bezwingen, ist der DLC übrigens noch nicht vorbei. Danach bekommt man nämlich freien Zugriff zum Silversun Strip-Bezirk und kann an dortigen Aktivitäten wie Glücks- und Minigames teilnehmen. Sogar eine virtuelle Kampfarena wird geboten. Durch Letztere kann man sich unbegrenzt viel Credits hinzuverdienen, sofern man willens ist die Zeit zu investieren. Obendrein kann man im Silversun Strip zahlreiche witzige Zwischensequenzen mit all seinen Kameraden triggern (zumindest mit denjenigen, die noch am Leben sind). Darüber hinaus kann man besagte Kameraden zu einer Party einladen. Je mehr desto besser!
– Genesis 2 (02. April 2013): Ein Comic, welcher die Ereignisse der ersten beiden Teile wiedergibt und es erlaubt zumindest die wichtigsten der dortigen Entscheidungen zu treffen, welche Auswirkungen auf den dritten Teil haben werden. Ist sehr nützlich für all jene, welche keinen Speicherstand des Vorgängers zur Verfügung haben. Bedenkt jedoch, dass Genesis 2 kein Ersatz dafür ist die Vorgänger selbst durchzuspielen. So ignoriert Genesis 2 z.B. die Existenz von Zaeed und Kasumi.
Darüber hinaus darf man diesen Comic nur lesen, wenn man einen frischen Spielstand startet. Und diejenigen, welche bereits mit „Genesis 1“ vertraut sind, müssen sich durch altbekannte Comicseiten lesen, ehe sie zur Comic-Umsetzung von Mass Effect 2 gelangen. Und auch hier wieder die Kritik, dass gerade dieser DLC erst sehr spät veröffentlicht wurde. Das liegt wohl daran, dass er seinerzeit speziell für die Wii U-Version entwickelt wurde.
Grafik und Sound

In grafischer Hinsicht bleibt Mass Effect 3 seinen Vorgängern treu und setzt nach wie vor auf fotorealistische Grafik auf Basis der Unreal 3-Engine. Trotz all der Jahre sieht das Spiel immer noch toll aus und braucht sich nicht zu verstecken.
Was den allgemeinen Aufbau anbelangt orientiert man sich am zweiten Teil. Erkundungen von weitläufigeren Planetenoberflächen mit ihren Panorama-Ausblicken sucht man abermals vergebens. Allerdings sorgen die gigantischen, marodierende Reaper immer wieder mal für denkwürdige Ereignisse und opulente Zwischensequenzen, welche cineastischen denn je wirken.
Wie gehabt sind die Charaktermodelle ansprechend gestaltet und einwandfrei animiert. Cutscenes werden filmisch inszeniert und Effekte für Holografie und Energieprojektile sind hübsch anzuschauen. Besonders hervorzuheben ist auch die Gestaltung einiger der Alienvölker. Vor allem die Turianer sehen verdammt cool aus! Unterm Strich kann sich das Game selbst heute noch sehen lassen. Seinerzeit war die Grafik natürlich absolute Weltklasse.
Glücklicherweise hat man die lästigen Grafik-Glitches in Cutscenes und Dialogsequenzen größtenteils in den Griff bekommen. Hier und da treten die zwar immer noch auf, aber eben nicht mehr in einer penetranten Häufigkeit wie im zweiten Teil.
Auch der Soundtrack hält den markanten Stil und die hohe Qualität der Vorgänger bei, und das obwohl Jack Wall beim dritten Teil nicht mehr mitwirkt. Stattdessen übernimmt nun Sam Hulick die kreative Führung. Dieser bekommt natürlich Unterstützung von anderen Künstlern wie Christopher Lennertz, Cris Valesco oder Sascha Dikiciyan.
Ehrensache, dass auch die wuchtigen Soundeffekte und die deutsche Sprachausgabe den gewohnt hohen Qualitätsstandard hält. In audiovisueller Hinsicht gibt sich Mass Effect 3 jedenfalls keine Blöße.
Pro & Kontra
- spaßiger Mix aus RPG und Third-Person-Shooter
- sehr gute Spielbarkeit, selbst Shooter-Laien finden gut hinein
- toll umgesetztes Sci-fi-Universum
- hervorragend präsentierte Story und coole Charaktere
- hochwertige audiovisuelle Präsentation, welche sich gut gehalten hat
- solider Abschluss der Shepard-Saga. Die harsche Kritik an den Enden ist übertrieben
- clever eingebautes und überraschend motivierendes Highscore-System
- sehr ärgerliche und zu regelmäßige Glitches bei Cutscenes und Dialogsequenzen
- es gibt auch im dritten Teil keine Planeten-Erkundung wie im ersten Teil
- das Vehikel-Gameplay wurde weiter zurechtgestutzt. Abgesehen von seltenen Turret- und Mech-Passagen gibt es sonst nichts
- die finalen London-Abschnitte können nicht so recht überzeugen
- EA war seinerzeit sehr gierig und hat mit zahlreichen DLCs jongliert (dieser Kritikpunkt entfällt bei der Legendary Edition)
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