Ghost of Tsushima Director´s Cut REVIEW

Auch ein gutes Jahr nach der Veröffentlichung von Ghost of Tsushima, habe ich nach wie vor sehr wohle Erinnerungen an das Open World Abenteuer von Entwickler Sucker Punch. Für mehr als 60 Stunden wurde ich in diese wunderschön gestaltete Welt reingezogen, die eine sehr stimmige wie spaßige Samurai-Fantasie bedient und wie kaum ein anderes Spiel mit offener Welt meinen Erkundungsdrang befriedigt hat. Als vor wenigen Wochen nicht nur eine technisch für die PlayStation 5 angepasste, sondern auch eine um ein neues Kapitel erweiterte Fassung angekündigt wurde, war meine Freude entsprechend groß – und ich wurde nicht enttäuscht.

Mehr Immersion im Ohr und in der Hand


In der folgenden Besprechung soll sich alles um den Director´s Cut sowie den Anpassungen für die PlayStation 5 drehen. Zum Hauptspiel habe ich mich im vergangenen Jahr schließlich ausgiebig ausgelassen. Wer Ghost of Tsushima für PlayStation 4 besitzt, kann für 20 Euro auf die neuen Inhalte upgraden und erhält Zugriff auf die Insel Iki. Für zusätzliche zehn Euro erhält man ein Upgrade von der PS4 Version auf die native PS5 Version. Letztere ist für die neue Sony Konsole außerdem für 79,99 Euro im Handel bzw. als digitale Version verfügbar und enthält Hauptspiel, DLC und alle Verbesserungen für die PlayStation 5. Darüber hinaus gibt es im Rahmen der Neuveröffentlichung noch ein kostenloses Update mit diversen Quality-of-Life-Verbesserungen.

Für viele Spielerinnen und Spieler der PlayStation 4-Version stellt sich nun vielleicht die Frage, ob sich das Upgrade für zehn Euro auf die PS5 Version lohnt. Die Antwort ist ein klassisches jein. Vor einigen Monaten gab es nämlich bereits ein kostenloses Update, welches die Last-Gen-Fassung im Abwärtskompatibilität-Modus der PlayStation 5 mit 60 Frames und dynamischer 4k-Auflösung laufen lässt und bereits einen signifikante Steigerung der Spielerfahrung darstellte. Besagtes Update existiert nach wie vor und kostet nach wie vor nichts. In visueller Hinsicht hat man also zunächst keinen Vorteil.

Was man beim kostenpflichtigen Upgrade stattdessen erhält ist vor allem 3D-Audio und die Einbindung des Dualsense-Controllers. Die Integration beider Features sorgt für deutlich mehr Immersion. Wenn ich mit meinem Pferd etwa über harten Boden laufe, dann wird nicht nur eine dumpfe Vibration, sondern auch die passenden Klänge erzeugt. Spanne ich den Bogen, besteht ein gewisser Widerstand. Und prallen Schwerter aufeinander, so wird auch dies auf erstaunlich intensive Art und Weise durch über die Lautsprecher des Eingabegerätes ausgegeben. Ich liebe diese kleinen und großen Details, kann aber auch all diejenigen verstehen, die das nicht brauchen. Für diese macht das Upgrade dann auch nicht viel Sinn.

Sinnvolle Neuerungen


Ein paar Worte noch zum jüngsten Update, welches eine Reihe Verbesserungen für die allgemeine Spielerfahrung mit sich bringt. Hier sticht vor allem die (endlich) integrierte Möglichkeit hervor Gegner im Kampf anvisieren zu können. Dies macht man mit dem Digipad, wobei man mit dem rechten Analogstick zwischen mehreren Gegnern im Kampf hin- und herschalten kann. Die Auseinandersetzungen gegen Gruppen gestalten sich so wesentlich angenehmer als zuvor. Darüber hinaus gibt es nun auch alternative Controller-Layouts, die auch für Linkshänder geeignet sind. Man kann Duelle und Gegnercamps erneut spielen, es gibt neue Animationen und ein paar andere Kleinigkeiten.

Auf nach Iki!


Nun aber endlich zum wichtigsten Part: der neuen Erweiterung. Diese führt Protagonist Jin Sakai auf die Insel Iki, die ebenfalls von den mongolischen Invasoren überrannt wurde und droht eingenommen zu werden. Allerdings haben die Bewohnerinnen und Bewohner der Insel nicht gerade auf Jin gewartet, schließlich sind die Samurai von Tsushima seit jeher auf Iki verhasst. Und so muss Jin erst einmal seine Identität verheimlichen, nicht zuletzt da ihn und die Geschichte seiner Familie mehr mit Iki und den dortigen Hass auf die Samurai zu tun haben…

Entwickler Sucker Punch gibt Größe und Umfang von Iki in etwa mit dem ersten Kapitel des Hauptspiels an. Und das ist auch so ziemlich meine Erfahrung. Insgesamt habe ich für das Durchspielen mit Beendigung der neuen Storyline, aller Nebengeschichten sowie der ausführlichen Entdeckung des neuen Gebiets an die 15 Stunden gebraucht. Das ist ordentlich, zumal die bereits im letzten Jahr unter Beweis gestellte Qualität in nahezu allen Belangen beibehalten wird.

Positiv bin ich vor allem über die sehr sinnige Erweiterung der Geschichte um Jin Sakai angetan. Egal ob man Ghost of Tsushima nun komplett neu startet und mitten im Abenteuer nach Iki reist oder das Spiel bereits abgeschlossen hat und die Erweiterung an das Ende des Hauptspiels angeht: beides funktioniert im Rahmen der Story wunderbar. Schön ist vor allem, dass man der Hauptfigur noch ein Stückchen näher kommt, versteht wo seine Ängste und Ansichten herkommen. Einmal mehr fällt hier nicht zuletzt die tolle Vertonung der Hauptfigur im Deutschen auf, welche den ohnehin überlegten und ruhigen Charakter von Jin wunderbar unterstreicht.

Neue Feinde, neue Abenteuer und ein erweiterter Streichelzoo


Und auch in spielerischer Hinsicht macht das Spiel nach wie vor fast alles richtig. Der auf Iki umtriebige Adlerclan der Mongolen besteht zum großen Teil aus den bekannten Gegnertypen. Allerdings haben diese nun häufig einen Schamanen in ihren Reihen, der mit seinem Gesang aus sicherer Entfernung für erhöhte Aggression seiner Kumpanen sorgt. Der Aufbau der Missionen bleibt derweil identisch zum Hauptspiel. Toll sind hier vor allem die letzten Schlachten im Rahmen der neuen Hauptstoryline, die mit bombastischer Inszenierung glänzen und für die nötige Epik sorgen.

Abseits der eigentlichen Geschichte präsentiert sich Ghost of Tsushima nach wie vor als angenehm ruhige Open World. Ich habe es erneut genossen zu Fuß oder auf meinem treuen Ross die Insel zu bereisen und mich vom Zufall treiben zu lassen. Die schönsten Momente in diesem Abenteuer bestehen immer noch, wenn ich im Horizont eine kleine Nebeninsel entdecke und mich zu dieser aufmache, nur um nach mühsamen Kletter- und Parcoureinlagen einen kleinen Schrein samt mir wohl gesonnenen Affen auf der Spitze zu entdecken. Diese sowie Tiere und Rehe bespaße ich mittlerweile mit Flötenspiel, welches in Form eines Minispiels dargeboten wird. Ein weiteres Minispiel richtet sich an alle, die gut im Umgang mit dem Bogen sind. Und hier und da gibt es auch ein paar Geheimnisse und Easter-Eggs zu finden, welche die Erkundung in dieser gewohnt betörend schönen offenen Welt noch reizvoller gestalten.

Pro & Kontra

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Pro
  • Iki-Erweiterung bringt neues Gebiet, Story & Features
  • auch das neue Gebiet lädt zum Erkunden ein und birgt einige Geheimnisse
  • sinnvolle Quality-of-Life-Anpassungen wie Target-Lock-On
  • Dualsense-Support und 3D-Audio sorgen für mehr Immersion

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Contra
  • KI der Gegner ist nach wie vor nicht herausragend
  • 10 Euro für das Technik-Upgrade auf PS5 nicht zwingend nötig

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Spiel Bewertung
Singleplayer
86
86
Gut
-
Multiplayer

FAZIT

Mit dem Director´s Cut ist das tolle Ghost of Tsushima noch ein bisschen toller geworden. Auf der PlayStation 5 erstrahlt das Abenteuer von Jin Sakai in butterweichen 60 Frames und mit 4-K-Auflösung und holen aus der ohnehin schon eindrucksvoll schönen Spielwelt noch ein bisschen mehr raus. Die Implementierung des Dualsense-Controllers sowie der 3D-Audio-Sound verpassen dem Ganzen hingegen noch eine Spur mehr Immersion. Und das neue Kapitel auf der Insel Iki? Das reiht sich wunderbar in das bestehende Abenteuer ein, egal ob man das Hauptspiel noch nicht oder bereits abgeschlossen hat. Und selbst nach Beendigung des Hauptspiels im vergangenen Jahr, dem jetzigen Durchspielen der Erweiterung sowie einigen spaßigen Sessions im Multiplayer-Modus habe ich immer noch nicht genug von dieser Open World. Und das will nach einer Spielzeit jenseits der 80 Stunden Marke wirklich etwas heißen!

- Von  Adrian

Der Director´s Cut macht das ohnehin schon gute Ghost of Tsushima sogar noch eine Spur besser und integriert sinnvolle Verbesserungen, seh-, hör- und spürbare Technik-Upgrades sowie eine tolle Erweiterung.
Playstation 4
PlayStation 5

Ghost of Tsushima Director´s Cut REVIEW

USK 18 PEGI 18

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