Super Bomberman Collection REVIEW
Konami ist aktuell so gut wie kaum ein anderer japanischer Publisher darin seinen Backkatalog für moderne Systeme fit zu machen. Castlevania, Metal Gear Solid, Gradius, Suikoden und viele andere Klassiker und teils auch vergessene Spiele sind in den vergangenen Jahren neu veröffentlicht worden. Seit einigen Wochen steht mit Super Bomberman Collection auch das Frühwerk dieser Reihe in den virtuellen Stores von Nintendo, Sony, Microsoft und Steam und reiht sich in der hohen Qualität früherer Klassiker-Sammlungen ein.
Umfangreicher Spaß aus längst vergangenen Tagen
Super Bomberman Collection umfasst nicht nur die fünf Super Nintendo Titel und damit auch die in Nordamerika und Europa nie veröffentlichten Teile 4 und 5, sondern auch die beiden NES-Vorgänger sowie einen Boss Rush Modus als Dreingabe. Das Spielprinzip aller sieben Titel ist (mit kleinen Abweichungen hier und da) ähnlich. Man schlüpft in die Rolle von White Bomberman aka Shiro Bom aka Bomberman und legt in anfänglich noch simple aufgebauten Mini-Labyrinthen Bomben, um mit diesen nicht nur Wege freizuräumen, sondern auch Gegner zu eliminieren und mit etwas Glück neue Upgrades für stärkere Sprengwirkung und andere Verbesserungen freizuschalten. Das Konzept ist so simpel wie genial, denn natürlich wächst die Schwierigkeitskurve mit jedem Level und erfordert ein zunehmendes Maß an Überlegung und Präzision. Denn nicht nur sollte man direkten Kontakt mit Gegnern vermeiden, auch kann man an den eigenen Bomben zugrunde gehen. Und spätestens bei den Bossen kommt man mitunter ganz schön ins Schwitzen.
Diese stetig zunehmende Eskalation wird vor allem in den Teilen 2 und 3 auf die Spitze getrieben und perfektioniert. Der zweite SNES-Teil gilt gemeinhin als bester und ich würde dem auch zustimmen. Die zusätzlichen Items sind cool, die Bosse und Level ebenfalls und die Entwickler wussten damals ganz genau die Waage zwischen Anforderung, Spaß und Spielzeit zu halten. Darüber hinaus zelebrieren alle Spiele den visuell hervorragend gealterten Grafik-Look. Das Bild ist dank erhöhter Auflösung gestochen scharf und lässt sich sowohl auf dem großen Fernseher sehen, als auch – im Falle der Switch bzw. Switch 2 – auf dem Handheld-Bildschirm. Wer will kann auch einen CRT-Filter aktivieren, dieser ist allerdings recht sporadisch.
Dafür hat mir eine andere Dreingabe richtig Spaß gemacht. Man kann im Hauptmenü nämlich jedes der fünf SNES-Spiele nicht nur virtuell auspacken, sondern auch in den hochwertig eingescannten Handbüchern von einst stöbern. Dieses Feature gilt für alle Versionen, sprich neben der europäischen auch für die nordamerikanischen und japanischen. Und klar: die entsprechenden Roms sind hier alle mit an Bord, auch wenn die inhaltlichen Unterschiede zwischen den Versionen marginal sind.
Die gesamte SNES-Ära erstmals lokalisiert
Aus westlicher Sicht sind natürlich die beiden bisher Japan exklusiven Teile 4 und 5 besonders interessant. Zumindest den vierten Teil kannte ich bereits, wobei meine Erinnerungen nicht mehr die frischesten sind. Wer kein Japanisch versteht, kann sich freuen, denn der mit der Collection betraute Entwickler Red Art Games hat für die Teile 4 und 5 erstmals eine offizielle Lokalisation angefertigt, wenn auch nur in Englisch. Sonderlich textlastig sind die Spiele zwar ohnehin nicht, aber es ist dennoch schön, dass nach all den Jahren endlich auch eine offizielle Lokalisation da ist.
Aus spielerischer Sicht lohnen sich die beiden Spätwerke der SNES-Bomberman-Ära durchaus. Prinzipiell greifen auch sie die Formel der Vorgänger auf, verfeinern sie aber weiter und ergänzen sie noch einmal mit neuen Power-Ups. Vor allem Super Bomberman 5 unterscheidet sich aufgrund seines nicht mehr linearen Level-Aufbaus dann auch noch einmal stärker von den Vorgängern und reizt aus technischer Sicht die damaligen Hardware des Super Nintendos bzw. Super Famicoms voll und ganz aus.
Grandioser Multiplayer-Spaß
Bomberman war für mich im Singleplayer immer nett, ich assoziiere es aber vor allem als Multiplayer-Titel. Auch hier hat sich an der Qualität kaum etwas geändert. Nach wie vor sind die Spiele ein absoluter Garant für Spaß in der Gruppe. Mit bis zu vier – in späteren Teilen sogar bis zu fünf – Personen kann man sich lokal die Bomben in den Weg legen und eine grandiose Zeit haben. Hier zeigt sich erneut, wie simpel und genial das grundlegende Spielprinzip funktioniert.
Es gibt lediglich ein kleines Manko: wer lokal niemanden hat, hat kaum eine Ausweichmöglichkeit. Einen richtigen Online-Modus gibt es nämlich nicht. Man kann lediglich via Game Share mit Freunden gemeinsam zocken. Dadurch benötigt man im Freundeskreis zwar nur eine Person mit einer Vollversion der Super Bomberman Collection, man muss aber eben auch Freunde haben, die Lust auf ein paar Runden haben. Immerhin kann man mit Freunden aber wirklich alle Modi gemeinsam spielen, also auch die Solo-Kampagnen im Koop.
Video zum Spiel
Pro & Kontra
- sieben Spiele (zwei vom NES, fünf vom SNES) an Bord und in allen vorhandenen Versionen (Europa, USA, Japan)
- zeitlos gutes Gameplay, welches vor allem im lokalen Multiplayer Spaß ohne Ende bringt
- Game-Share-Funktion
- schöne zusätzliche Inhalte, wie digitale Handbücher und Boss Rush Modi
- kein dedizierter Online-Multiplayer dabei
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