Infamous: First Light REVIEW
Mit Infamous: Second Son lernten wir Delsin Rowes kennen, der uns anfänglich als nerviger kleiner Bruder mit Hang zum Unsinn präsentiert wurde. Delsin lebte in den Tag hinein, bis er durch einen Zwischenfall Superkräfte erlangte, die er noch kontrollieren lernen musste. Die Hauptgeschichte setzte in Saettle an, in dem die sogenannten Conduits als Bioterroristen bezeichnet und von einem Sondereinsatzkommando gejagt werden. In jener Stadt hat auch Abigail Walker ihren Schlafplatz aufgeschlagen, die schon lange als Einzelgänger durch die Straßen zieht.
Nun wird Seattle bunt

Infamous: First Light erzählt die Vorgeschichte der jungen verbitterten Frau, die das Vertrauen in andere verloren hat. Dabei setzt die Geschichte 2 Jahre zuvor an, als noch Bandenkriege das Stadtbild von Saettle erschütterten. Abigail selbst, die eigentlich mit ihrem Bruder Brent nach Kanada verschwinden wollte, gerät durch selbigen inmitten des Konflikts. Sein Verschwinden treibt den Kern des Spieles an und lässt euch in der Rolle von Abigail “Fetch“ Walker die Neonkräfte freisetzten. Mit dieser doch sehr auffälligen Gabe ist die junge Frau imstande, blitzschnell an Wänden hochzulaufen, oder farbenfrohe Schüsse abzufeuern, die einem Laser gleichkommen. Die benannten Fähigkeiten können später aber noch in einem Skillbaum erweitert werden und neue Kräfte freigeben.
Diese werden auch dringend benötigt, denn die vielfältigen Aufgaben sind mit Dutzenden Kämpfen untermauert. Im Nah- oder Fernkampf müsst ihr euch den Feinden entledigen und dabei auf euer eigenes Wohl achten. Geht die eigene Lebensenergie zuneige, färbt sich der Bildschirm gräulich ein und der Rückzug sollte als oberste Priorität anstehen. Abseits der Kämpfe hackt ihr dank gutgesinnter Unterstützer Videokameras, verfolgt Menschenhändler oder fokussiert Polizeidrohnen. Als weitere Auflockerung findet sich Fetch mehrfach im Conduit-Trainingsraum wieder, der euch zugleich ein Wiedersehen mit Augustine beschert. An jenem Ort könnt ihr nicht nur eure neu erlangten Fähigkeiten austesten, sondern später auch diverse Rekorde aufstellen, um euch damit weltweit zu messen.
Leider hat jede Gabe auch seine Schwäche und so müssen die sogenannten Conduits ihre Kräfte regelmäßig auffrischen. Ist die Energie verbraucht, dürft ihr euch an der Neonreklame jedweder Gebäude erfreuen. Zudem können Untergrundbeleuchtungen von Karossen und gewisse Generatoren angezapft werden, die Abigails Schusskraft erneuern. Aufgetankt geht es dann zurück in die Story, die mit gut 4-5 Spielstunden ausgestattet ist, oder in eine der zahlreichen Nebenmissionen, die die Geschichte nicht weiter antasten. Energielumen sammeln, oder Wände ein wenig mit Neonfarben auffrischen stellt dabei nur einen kleinen Teil der möglichen Aufgaben dar. Wer Seattle komplett befrieden will, kann die Spielzeit somit regelrecht verdoppeln.
Der Standalone-DLC bietet aber mehr als eine packende Story mit charakteristischen Figuren, ein Feuerwerk an Farben und lebhaften Szenarien. Wer bereits Infamous: Second Son gespielt hat, wird das Stadtbild von Seattle schnell wiedererkennen. Gegenüber dem Hauptspiel stehen euch aber leider nicht alle Schauplätze zur Verfügung und die Stadt ist auf den oberen Bereich eingeschränkt. Dem Gameplay schadet dies aber keinesfalls, denn an jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken und vielfältige Aufgabe zu erfüllen. Euch obliegt sogar die Entscheidung, gute oder schlechte Taten zu vollbringen. Straft ihr die bösen Jungs ab, wird eine Skala gefüllt, die mit der Vervollständigung sogar einen Superangriff freigibt.
Technik
Nun kommen wir zum schönsten Teil des Spieles, wobei das Gameplay auch nicht zu verachten ist. Aber…. die Grafik ist eine Wucht. Anfänglich wird einem das nicht klar, doch mit jedem Schritt durch Seattle, bekommt man all die Fassetten geboten, die aus dem realen Leben entstammen könnten. Jedes Lokal sieht anders aus und jede Gasse bietet eigene Feinheiten, wie zum Beispiel Grafits an den Wänden. Auf den Dächern sind neue Antennen, alte Antennen, Solaranlagen und Schornsteine in allen Farben und Formen zu erspähen. Und die Welt lebt! Es gibt ein strukturiertes Verkehrsnetz, ein Ampelsystem, verschiedene Autos und all das, was ein reales Seattle auch besitzt. Hinzu gesellen sich die Bürger, die normal und komplett selbstständig agieren. Der Vorlage bleibt Infamous: First Light aber selbstverständlich treu und es scheint so, als wäre Delsin nur durch Fetch ersetzt worden, was keinesfalls als Kritik zu verstehen ist.
Doch der wohl schönste technische Aspekt ist das Zusammenspiel von Abigail “Fetch“ Walker und Shane, der regelmäßig per Handy mit euch kommuniziert. Flotte beidseitige Sprüche lockern das Gameplay weiter auf und steigern zudem den Wiederspielwert. Die Dialoge trumpfen mit einer grandiosen Stimmgewalt auf, die das jeweilige Szenario noch authentischer gestalten. Die Stimmen sind perfekt gewählt und die Betonung grandios in Spiel übertragen. Doch damit ist die wunderbare Akustik noch nicht niedergeschrieben, denn auch der Sound ist eine Granate. Viele verschiedene Klänge, die bis ins Detail auf die Situation abgestimmt sind, erwarten den Spieler. So wird eine Mischung aus Krimi, Hetzjagd, Sieg und vielen anderen Darbietungen in bester musikalischer Manier geboten.
Und auch die Steuerung darf sich viele lobende Worte einheimsen. Euch erwartet ein Mix aus innovativer und herkömmlicher Steuerung. Die herkömmliche Befehlsgewalt ist schnell beschrieben, denn jeder Angriff und jede Gabe haben eigene Tasten einverleibt. Diese sind auch so angeordnet, dass Kombinationen aus Sprung und Angriff leicht von der Hand gehen. Um den jeweiligen Quellen die benötigte Energie zu entwenden, nutzt ihr wiederum das obere Touch-Panel des PlayStation 4 Controllers, bei dem schon ein Fingerdruck ausreicht. Wer Geiseln befreien möchten, die fest im Käfig verschlossen sind, muss abermals auf das Touch-Panel zurückgreifen. Und denkt nicht, dass die Vielfalt damit schon beschrieben sei, denn auch die Möglichkeit der Bewegungssteuerung wird in Infamous: First Light voll ausgeschöpft. Möchtet ihr mit eurer eigenwilligen Kunst das Stadtbild verschönern, müsst ihr den Controller kippen und neigen, bis das Meisterwerk vervollständigt ist.
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