Mario Tennis Fever REVIEW

Seit dem Nintendo 64 hüpft Mario nicht nur durch das Pilzkönigreich, um Abenteuer zu erleben, sondern gönnt sich und seinen Freundinnen und Freunden immer wieder auch eine Auszeit bei einer Runde Golf, Fußball oder eben Tennis. Die Formel dieser Spiele ist seit dem selten abgewandelt worden und verspricht arcadigen Spaß mit einem unkomplizierten Einstieg. Das frisch veröffentlichte Mario Tennis Fever schreibt sich dieses Kredo ebenfalls auf die Fahne und will Spielerinnen und Spieler vom enorm erfolgreichen Vorgänger wegziehen und sich auf der Switch 2 als Dauerbrenner etablieren. Könnte klappen.

Tennis-Fieber


Wer schon einmal einen der Vorgänger oder ein anderes Tennis-Spiel gespielt hat oder den Sport aus der Realität bzw. dem Fernsehen kennt, wird sich mehr oder weniger schnell in Mario Tennis Fever zurechtfinden. Die Regeln (zumindest nach Standard-Auslegung) funktionieren so, wie man es kennt. Wem das zu öde ist, kann diverse Anpassungen vornehmen und beispielsweise die Anzahl der Runden oder die Geschwindigkeit des Balls festlegen. Einen entscheidenden Unterschied machen diesmal die sogenannten Fever-Schläger. Sobald die entsprechende Fever-Leiste aufgeladen wurde, kann man nicht nur einen besonders starken Schlag ausführen, sondern setzt auch eine an den 30 zur Verfügung stehenden Schlägern gekoppelte Fähigkeit frei.

Mit dabei sind vor allem aus den Super Mario Spielen bekannte Fähigkeiten. Der Feuerblumen-Schläger erzeugt beim Aufprall Flammen, der Sternenschläger macht nicht nur schneller, sondern für kurze Zeit auch unbesiegbar und damit immun gegen gegnerische Effekte, der Schattenschläger hingegen erzeugt eine Kopie von einem selbst und agiert wie ein KI-Kamerad. Die Schläger sind eine interessante Ergänzung und können gerade im Multiplayer einen krassen Unterschied machen. Ob man das aber mag oder nicht, hängt von der persönlichen Bereitschaft ein sich in das System einzufuchsen und mit durchaus auch mal nervigen Situationen umgehen zu können.

Zwischen Spaß und Frust


Ich bin nicht allzu tief im kompetitiven Mario Tennis drin, meine aber das aktuelle Multiplayer-Meta vor allem im Feuerbarrierenschläger und den Tintenschläger ausgemacht zu haben. Während Ersterer eine sich schwingende Feuerbarriere auf dem gegnerischen Feld zaubert, entfacht der Tintenschläger eine Pfütze, die den Bildschirm für kurze Zeit einsaut und große Teile des Spielfelds unkenntlich macht, wenn der Ball aufsetzt. Je nachdem auf welcher Seite man steht, ist das ziemlich amüsant – oder mitunter frustrierend.

Ich habe in den vergangenen Tagen vor allem mit meiner Frau viel lokal und auch ein bisschen online gespielt. Während wir uns im lokalen Gegeneinander schnell darauf geeignet haben auf die beiden genannten Schläger zu verzichten (es war vor allem ich, der diesen Wunsch geäußert hat…ähem…), haben wir uns beömmelt, wenn wir online Gegner mit dieser Kombination malträtieren konnten.

Prinzipiell mag ich die Idee und auch die Umsetzung der Fever-Schläger, aber in den richtigen Händen können sie einen wirklich krassen Unterschied ausmachen. Immerhin gibt es auch die Möglichkeit auf die Fever-Schläger ganz zu verzichten und einfach nur klassisches Tennis zu spielen. Auch das macht Spaß, denn unter der Haube steckt ein nach wie vor ziemlich solides Arcade-Gameplay. Der bekannte Sinnspruch „einfach zu lernen, schwer zu meistern“ lässt sich hier anbringen und vor allem mit hoher Spielgeschwindigkeit können auch Fever-Schläger freie Matches ganz schön zum Schwitzen bringen.

Mehrspieler-Fans können sich freuen, Solisten auch?


Auf die Multiplayer-Modi bin ich schon ein bisschen eingegangen. Sowohl lokal als auch online kann man sich zusammentun. Abgesehen vom Abenteuer-Modus kann man alle Modi gemeinsam bzw. gegeneinander spielen, darunter auch Turniere und die Missionstürme. Letztere stellen eine Reihe von Herausforderungen mit speziellen Vorgaben und begrenzen Continues dar und sind ein guter Weg schnell neue Schläger, Courts und Charaktere freizuspielen, wobei man aber in allen Modi die Vorgaben für die Freischaltungen erfüllt. Eine spaßige Abwechselung im Mehrspieler sind die Spezialmix-Matches, in denen man unter anderem Ringe abschießen muss, um den Highscore nach oben zu jagen oder auf einem wie ein Pinball angelegten Court mit Bumpern und mehreren Bällen gleichzeitig hantieren muss. Der Real-Modus ist das Herumzufuchteln mit den Joy-Cons in der Hoffnung authentische Bewegungen vor dem Fernseher nachzuahmen. Hat sicherlich seine Fans, über eine kurze Testrunde hat es der Modus bei mir aber nicht hinaus geschafft.

Abenteuerliches Tutorial


Was bleibt ist der Abenteuer-Modus und die für mich größte Enttäuschung. Versprochen wird ein lustiges Soloabenteuer, bekommen habe ich ein ausgedehntes Tutorial. Prinzipiell ist die Aufmachung ganz nett. Daisy ist krank geworden, weshalb Mario und seine Freunde nach einer Heilung suchen. Wario und Waluigi erzählen von einer magischen goldenen Frucht, die auf einer mysteriösen Insel zu finden sein soll. Gemeinsam macht sich die Gruppe zu besagten Eiland auf, findet die Frucht während Wario und Waluigi noch einen Goldschatz klauen, was wiederum einen Fluch hervorruft. Während Daisy also wieder gesund ist, wurden Mario, Wario und Co. in Babys verwandelt. Die Lösung: Tennis. Denn nur mit Tennis…werden Mario und seine Freunde stark genug…um auf die Insel zurückzukehren…die dortigen Gegner zu besiegen…und den Fluch zu brechen…ja…klaro, ne?

Okay, also ja, die Prämisse ist schon etwas doof, tut aber niemanden weh. Und sofern Mario Tennis Fever das erste Spiel dieser Art ist, welches man spielt, wird man sicherlich mehr als gut eingeführt und erklärt gute Erklärungen mit Beispielen über das Gameplay und seine Facetten. Wer aber auf eine ordentliche Kampagne hofft, wird enttäuscht. Ich für meinen Teil hatte jedenfalls keinen allzu großen Spaß, auch weil mir das Ganze zu redselig ist. Zu allen Überfluss hat man jetzt auch noch die sprechende Blume aus Super Mario Bros. Wonder in das Spiel gepackt, die nicht nur im im Abenteuermodus nicht den Mund halten kann, sondern auch die Tennis-Matches kommentiert. Zum Glück kann man die Labertasche aber in den Optionen den Mund verbieten…

Allerdings hat die Kampagne auch gute Momente und zeigt ein durchaus vorhandenes Potenzial. Die vielen Minispiele sind beispielsweise richtig nett und teilweise kreativ und nach rund zwei Stunden verdient sich der Modus auch seinen Zusatz Abenteuer, da man endlich aus der Tennis Academy zur besagten Insel zurückkehrt. Leider ist Entwickler Camelot erneut zwischen den Stühlen gefangen gewesen und wollte es wirklich allen recht machen, statt einfach einen lupenreinen Story-Modus zu machen.

Video zum Spiel


Pro & Kontra

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Pros
  • griffiges Kerngameplay mit taktischen Tiefgang
  • viele Charaktere, Arenen und mehr zum freispielen
  • technisch sehr sauber umgesetzt und vor allem visuell sehr schön anzusehen
  • üppige Auswahl an Modi, die vor allem für Multiplayer-Fans viel Spielspaß bringen

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Cons
  • die Kampagne ist zur Hälfte ein ausgedehntes Tutorial
  • die Kommentator-Blume ist...nervig!!!

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