Valkyria Revolution REVIEW
Die Valkyria Chronicles sind ein bekanntes JRPG-Franchise, welches bisher auf rundenbasiertes klassisches Rollenspiel-Gameplay zusammen mit viel Story und Zwischensequenzen gesetzt hat. Außerdem handelt es sich um eine der wohl bekanntesten Spielreihen aus dem Genre, die auch außerhalb von Japan viele Fans hat. Das Gameplay ändert sich nun mit dem neusten Teil Valkyria Revolution grundlegend, der das Genre der klassischen JRPGs hinter sich lässt und stattdessen eher ein Action-RPG mit Kämpfen in Echtzeit ist. Bisher hatte ich keinen Kontakt zu der Spielreihe, allerdings sahen die Trailer zum Stilwechsel durchaus interessant aus, sodass ich mir diesen Teil auf jeden Fall für euch anschauen wollte!
Von Rache und Revolution

Wir befinden uns auf dem fiktiven Kontinent Europa. Das Setting ähnelt unserer eigenen Welt im 19. Jahrhundert während der Industrialisierung. Die Entdeckung eines mysteriösen Erzes namens Ragnite stellt den Beginn der Industrialisierung und Modernisierung dar. Mithilfe von Alchemie lässt sich das Erz in verschiedene Prozesse einbinden, um unter anderem Kriegsmaschinen mit unglaublicher Stärke herzustellen. Hauptnutzer dieses Erzes ist das große Imperium Ruzhien, das sich mit neuer Stärke immer weiter ausbreitet um seine Herrschaft auszuweiten.
Im Mittelpunkt des Geschehens steht das Land Jutland. Dort starten fünf „Verräter“ in hohen Positionen zusammen eine Rebellion, die sich immer weiter ausbreitet und eine Wendung in der Weltpolitik verursacht. Aber sind es wirklich Verräter, oder was steckt hinter der Rebellion? Kurz darauf erklärt das Imperium Jutland den Krieg und der große Konflikt beginnt. Wir folgen dabei dem Protagonisten Amleth, der eine Spezialeinheit im Krieg kommandiert. Allerdings ist der Krieg alles andere als einfach, da das Imperium eine Geheimwaffe besitzt: Die Valkyria. Außerdem besitzt Amleth selber eine mysteriöse Vergangenheit und hat noch eine Rechnung mit dem Imperium offen, die er begleichen möchte.
Die Geschichte ist etwas stärker politisch geprägt und sehr interessant. Auch die einzelnen Charaktere sind interessante, starke Persönlichkeiten und die Story wird schnell und mitreißend erklärt. Außerdem werden verschiedene Ebenen erzählt, einerseits der Krieg zwischen dem Imperium und Jutland, andererseits die Geheimnisse um die Verräter und die Valkyria, die dunkle mysteriöse Kräfte besitzt.
Ab in den Kampf!

Das Kampfsystem von Valkyria Revolution läuft nicht mehr rundenbasiert ab wie in den Vorgängern, sondern in Echtzeit mit Initiative. So bewegt man sich als Team mit vier Kämpfern durch die weitläufige Umgebung und weist Befehle zu. Ähnlich wie bereits in Final Fantasy XIII füllt sich langsam eine Initiativleiste, wobei die Kommandos erst bei voller Leiste ausgeführt werden können. Zur Auswahl stehen verschiedene Attacken per Nah- und Fernkampf, Spezialfähigkeiten, Magie und die Verwendung von Items. Während man nur einen Charakter aktiv steuert, werden die anderen von der KI bewegt. Allerdings kann man verschiedene Prioritäten und Taktiken zuweisen, sodass man ein wenig Kontrolle hat. Die verschiedenen Charaktere haben unterschiedliche Klassen und Stärken. So gibt es beispielsweise Tanks mit vielen Lebenspunkten und hoher Verteidigung, die nur wenig Schaden austeilen, und Angreifer, die besonders verheerende Angriffe und Sonderfähigkeiten ausführen können. Entsprechend unterschiedlich lässt sich das Team gestalten.
Natürlich dürfen auch ein Aufstiegssystem und magische Fähigkeiten nicht fehlen, welche die Kämpfer nach und nach erhalten. Man unterscheidet sechs Elemente, die jeweils besonders effektiv oder ineffektiv gegenüber anderen Elementen sind und so eine weitere taktische Ebene einführen. Beispielsweise können Wasserzauber besonders wirkungsvoll gegen Feuer eingesetzt werden, welches wiederrum wirkungsvoll gegen Erde ist. Man muss allerdings erstmal herausfinden, welchem Elementtyp die verschiedenen Gegner zugehören, was teilweise mehrere Anläufe benötigt. In den verschiedenen Kämpfen findet man ebenfalls das seltene Erz Ragnite, welches sich für verschiedene Verbesserungen einsetzen lässt. Natürlich lassen sich auch Waffen verbessern oder neu kaufen, um weitere Verbesserungen für die kommenden Kämpfe durchzuführen. Auch die Ausrüstung kann man selber herstellen, indem verschiedene Rohstoffe gesammelt oder in Stadt Elsinore gekauft werden.
Ist man grade nicht im Gefecht oder in der Stadt Items und Ausrüstung einkaufen, findet man sich auf dem großen Board wieder. Hier wird die Welt von Valkyria Chronicles gezeigt, die sich aus vielen Ländern zusammensetzt, die zu Beginn hauptsächlich dem Imperium gehören und unter seiner Schreckensherrschaft leiden. Entweder fährt man mit der Hauptmission fort oder man versucht abseits Aufträge zu erledigen. Grade in befreiten und verbündeten Ländern gibt es oft nützliche Belohnungen und Aufträge. Allerdings schlägt das Imperium auch zurück, sodass man in Nebenmissionen befreite Länder verteidigen oder andere Ländern befreien kann. Insgesamt ist dieses System sehr dynamisch, da verbündete Ländern teilweise eingreifen und die eigenen Truppen unterstützen können und auch der Gegner nicht untätig bleibt. Die Missionen selber sind leider recht gleich und eintönig, sodass man oft sehr ähnliche Aufgaben mehrfach erledigen muss.
Leicht angestaubte Technik

Grafisch zeigt Valkyria Revolution die gleichen Schwächen, die auch viele andere JRPGs leider besitzen. Die Grafik ist insgesamt solide, aber keineswegs begeisternd. Umgebungen und Charaktere sind detailliert gestaltet worden, allerdings sind die Texturen oft verwaschen und Animationen wirken teilweise sehr hölzern und gestellt. Insgesamt ist die Grafik ganz gut, aber nicht weltbewegend. Für ein vor allem Gameplay- und Story-basiertes Spiel ist sie aber ausreichend. Auf Anime-Cutscenes, wie es sie teilweise bei JRPGs gibt, wird komplett verzichtet.
Der Soundtrack ist hingegen sehr schön gelungen. Die verschiedenen orchestralen Stücke passen sehr schön zum Spiel und untermalen die Atmosphäre stimmig. Gleichzeitig wird für viel Abwechslung gesorgt, sodass man auch während der Kämpfe immer wieder verschiedene Tracks hört. Die Dialoge sind zumeist vertont, wobei die Sprecher gute Arbeit leisten und den Charakteren passende Stimmen verleihen.
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Sehr schade das Valkyria Revolution allgemein so schlecht wegkommt. Hatte mich als großer Fan von Valkyria Chronicles (eines meiner Lieblingsspiele auf der PS3) sehr gefreut. Hoffen wir mal das Sega sich nochmal Mühe gibt und eine richtige Fortsetzung mit bewährter Formel angeht und nicht so ein halbgares Spin-Off.