Twin Mirror REVIEW

Das Entwicklerteam von Dontnod ist bekannt für seine kleinen Meisterwerke Life is Strange und Tell me Why. Nun bringen Sie kurz vor Jahresende ihre nächste virtuelle Geschichte auf den Markt und wollen die Gamergemeinde wieder begeistern. Mit Twin Mirror soll es nochmal spannend und emotional zugleich zugehen.

Kann der neue Titel von Dontnod an die Erfolge von Life is Strange anknüpfen? Oder ist aus diesem Genre schon langsam die Luft raus? Natürlich beantworten wir euch diese Frage wie immer bei uns im Test.

Rückkehr in die Vergangenheit

Wir steuern Samuel Higgs und erleben die Story von Twin Mirror aus seiner Perspektive. Sam ist Journalist und hat bei einer seiner größten Storys wohl etwas zu viel Staub aufgewirbelt. Doof nur, dass diese Story seinen Heimatort Basswood als Ziel hatte und er nach der Veröffentlichung mehr als nur gemieden wurde. Natürlich hält man das nicht lange aus und sucht das Weite. Das tat auch Sam und bereits nach kurzer Zeit verließ er seine Heimatstadt und wollte nie wieder zurückkommen.

Wie das immer so ist mit guten Vorsätzen, lange kann man daran oft nicht festhalten. Leider kam in diesem Fall noch ein tragischer Unfall seines damals besten Freundes dazwischen. Obwohl sich Samuel geschworen hatte, nie wieder nach Basswood zurückzukehren, musste er Abschied von seinem besten Freund nehmen. Nach der Beerdigung standen sehr viele Fragen im Raum. Und Sam musste sich abermals seiner Vergangenheit und seinen Freunden stellen, die er einfach verlassen hatte.

Kurz nach dem Begräbnis verdichteten sich die Hinweise, dass der Unfall, bei dem Samuels Freund gestorben war, wohl kein Unfall gewesen war. Anscheinend wurde hier etwas nachgeholfen, um ihn in das Reich der Toten zu schicken. Zusammen mit Anna, einer Bekannten aus vergangenen Zeiten, macht sich Sam auf, die Wahrheit hinter diesem tragischen Unfall aufzudecken. Viele Geheimnisse warten darauf, enthüllt zu werden. Und nichts ist so wie es scheint. Damit beginnt die spannende Geschichte von Twin Mirror.

Gameplay der alten Schule

Wer Life is Strange und Tell me Why von Dontnod gespielt hat, wird sich direkt zurechtfinden. Wie bereits aus den anderen Titeln gewohnt, durchsucht ihr bestimmte Bereiche nach interessanten Gegenständen, die die Geschichte weiter ins Rollen bringen. Diese werden von dem Spiel optisch hervorgehoben, sodass man diese auch ja nicht übersehen kann. Solltet ihr euch mal in Twin Mirror unterhalten, könnt ihr oft aus mehreren Antwortmöglichkeiten auswählen. Und so ist es möglich, die Geschichte zu verändern und das Verhältnis verschiedener Charaktere zu euch zu verbessern oder zu verschlechtern. Im Grunde läuft Twin Mirror aber letztendlich immer nach Schema F ab.

Auch, wenn es verschiedene Möglichkeiten gibt, das Ende des Spieles zu erreichen, ändert sich an der Story nicht sehr viel. Egal wie ihr euch entscheidet. Wirklich einschneidende Veränderungen sucht man in Twin Mirror vergeblich. Das ist sehr schade, denn gerade die Möglichkeit sich zu entscheiden hätte hier interessante Wege geöffnet. Daher handelt es sich bei den Gesprächsoptionen eher um eine Mogelpackung und dem Spieler wird vorgegaukelt, dass er die Macht habe, die Zukunft zu formen.

Während der verschiedenen Spieldurchgänge ist uns sogar aufgefallen, dass man an manchen Stellen die gleichen Dialoge trotz unterschiedlicher Entscheidungen führt. Das ist schon sehr schwach und trübt den kurzen Spielspaß enorm. Spieler, die sich wirklich Zeit nehmen um das Spiel erneut durchzuspielen, werden an manchen Stellen enttäuscht in den Bildschirm blicken und sich die Frage stellen: „Warum?“

Hat man hier nicht damit gerechnet, dass es Spieler geben wird, die wirklich die ganze Geschichte in all Ihren Facetten erleben wollen? Oder ist das einfach untergegangen und man hatte keine Zeit mehr, andere Dialogzeilen einzufügen? Wir werden es wohl nie erfahren.

Neben den gerade genannten Kritikpunkten hat Twin Mirror aber auch ein paar neue Gameplaymechaniken zu bieten. Auf eurer Reise dürft ihr euch bei Fragen an euren unsichtbaren Freund wenden. Nur ihr als Spieler könnt diesen sehen. Und natürlich Sam. Gerade in wichtigen Situationen ist er eine große Hilfe und kann das Zünglein an der Waage sein.

Neben dem geheimnisvollen Unsichtbaren gibt es dann noch den sogenannten Gedankenpalast. Dies ist eher als Zuflucht für Sam gedacht, wo er die ganzen Ereignisse in Ruhe nochmal durchgehen kann. Zum einen dürft ihr hier freigespielte Erinnerungen nochmal neu erleben. Oder aber ihr kombiniert in aller Sherlock Holmes Manier die gefundenen Hinweise miteinander, um eine Lösung zu finden. Eine wirkliche Freiheit wird jedoch auch hier nicht geboten. Ihr müsst so lange probieren, bis ihr den richtigen Weg bzw. Hinweis gefunden habt. Wieder hätten wir uns mehr Freiheiten gewünscht und die Möglichkeit, mehrere Wege freispielen zu können, die trotzdem zum gleichen Ziel geführt hätten.

Glaubwürdigkeit ist das A und O

Wichtig für solche Art von Spielen ist die Glaubwürdigkeit von Charakteren. Gerade in Life is Strange und Tell me Why konnten die unterschiedlichen Persönlichkeiten punkten und haben die Stimmung des Spieles getragen. In Twin Mirror dagegen ist die Gestaltung der Charaktere ein zweischneidiges Schwert.

Klar sind die verschiedenen Personen, die man auf seiner Reise trifft, einzigartig und tragen zu der teilweisen sehr spannenden Stimmung bei. Was aber stört ist die eher versteinerte Mimik. Vergleicht man den Titel mit dem erst vor kurzem erschienen Little Hope, verliert Twin Mirror leider hier um Längen, was die Authentizität der Charaktere angeht. Klar ist in Twin Mirror ein ganz anderer Grafikstil vertreten, aber trotzdem hätte hier etwas Feinschliff nicht geschadet.

Was die verschiedenen Umgebungen angeht, kann Twin Mirror auf jeden Fall punkten. Abwechslungsreich und glaubwürdig zugleich. Man hat das Gefühl, wirklich in einem kleinen verschlafenen Städtchen zu sein, wo die Zeit an manchen Stellen stehengeblieben ist. Wenn man also mal der stressigen Großstadt entfliehen möchte, ist Twin Mirror eine wirklich gute Wahl, um mal Urlaub auf dem Land zu machen. Gerade in der heutigen Zeit ist es schön zu sehen, dass ein Spiel euch an einen anderen Ort entführen kann. Auch wenn es nur kurzweilig ist.

Pro & Kontra

thumbs-up-icon

Pros
  • spannende Story
  • glaubwürdiges Kleinstadt-Flaire
  • Entscheidungsmöglichkeiten...
  • interessante Charaktere

thumbs-up-icon

Cons
  • steife Mimik
  • keine deutsche Synchronisation
  • ...die nicht viel Einfluss auf die Story haben
  • Grafisch nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit

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Spiel Bewertung
Singleplayer
75
75
Okay
-
Multiplayer

FAZIT

Hohe Erwartungen hatte man in Twin Mirror, doch leider wurden diese nicht ganz erfüllt. Im Großen und Ganzen bekommt ihr ein spannendes Story-Adventure geboten, welches grafisch etwas auf der Strecke bleibt und mit wenig Neuerungen daherkommt. Wer die anderen Spiele von Dontnod gewohnt ist, wird nicht enttäuscht sein. Trotzdem hätte man sich in einigen Kategorien etwas mehr Liebe zum Detail gewünscht. Auch die Gesamtspielzeit von etwa sieben Stunden ist leider etwas kurz ausgefallen. Freunde des Genres machen nichts verkehrt, Neulingen empfehlen wir erstmal einen Ausflug in Life is Strange und Tell me Why.

- Von  Timo

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