The Disney Afternoon Collection (Nintendo Switch) REVIEW
The Disney Afternoon Collection darf sich nun eine neue Konsole einverleiben. Die Retro-Sammlung findet auf der Nintendo Switch ein und lässt alte Zeiten mit Klassikern wie Duck Tales 1 + 2. Chip n‘ Dale 1 + 2, Darkwing Duck und Tale Spin wieder aufleben. Doch damit der Kauf sich auch für all jene lohnt, die die Collection vielleicht schon für andere Plattformen haben, gesellen sich zwei weitere Titel hinzu. Und als Überraschung sind es sogar Games, die seinerzeit auf dem Super Nintendo erschienen sind. Die erweiterte Version erhält nämlich Goof Troop und Bonkers, die bisher noch nicht in der The Disney Afternoon Collection zu finden waren.
Mit der 1:1 Umsetzung aller Spiele, schicken Rahmen, neuen Features und einer optionalen Anpassungen der Bildbreite, finden die sechs Schmuckstücke nun auf Nintendos Zugpferd. Damit können auch neue Spieler und Spielerinnen endlich die 8 und 16Bit Games für sich entdecken und in ein Jump n‘ Run Erlebnis der alten Schule eintauchen.
Duck Tales

Insbesondere die beiden „DuckTales“-Teile zeigen, was trotz geringer grafischer Darstellung möglich ist. Ausgestattet mit seinem Gehstock macht sich Onkel Dagobert auf, um fünf besonders wertvolle Schätze zu finden, die auf dem Globus verteilt sind. Neben Transsylvanien, dem Amazonas, dem Himalaya und Afrika geht es sogar auf den Mond, um die Reichtümer des Erpels anzuhäufen. Und es gibt weitaus mehr zu entdecken als den erwünschten Schatz, denn überall sind Diamanten versteckt, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind. Wenn ihr zufällig an einer dieser Stellen vorbeikommt, erscheint das Prachtstück vor eurem Auge und kann eingesammelt werden. Gleichzeitig wächst eine Skala heran, die eure gesammelten Schätze in Dollar umrechnet.
Es wäre alles so einfach und der Geldspeicher in Entenhausen könnte bis aufs Äußerste ausgereizt werden, wären da nicht die Feinde in allen Formen und Variationen. Ob weiße, niedliche Häschen, Fledermäuse, Entenskelette oder Geister – alle versuchen, euch aufzuhalten. Zudem gibt es in den 2D-Leveln, die in alle Richtungen ausgebaut sind, genügend Fallen. Das heißt, ihr könnt je nach linearer Struktur nach oben, unten, links oder rechts wandern, um alle Geheimnisse zu entdecken und auch die letzte Falle auszuspähen. Gleichzeitig werdet ihr eventuell noch versteckte Gänge finden, die weitere Schätze beherbergen oder gar ein Herz für eure Lebensskala bereithalten.
Wie in vielen Jump-and-Run-Games erwartet euch noch vor Beendigung des aktuellen Levels ein Bossgegner, der mehr als nur einen Kopfsprung abverlangt. Und damit sind wir auch schon beim Schwerpunkt des Spiels, denn DuckTales punktet hauptsächlich durch das Geschick des Spielers. Mithilfe seines Gehstocks springt Dagobert Duck in ungeahnte Höhen und überwindet dadurch viele Hindernisse. Ebenso lassen sich Gegner austricksen und Attacken abwenden. Gleichzeitig kann der gierige Erpel dank des Stockes Steine auf die Kontrahenten schleudern und so den Weg freilegen. Und weil dies so gut funktioniert, behält sich auch der zweite Teil vor, dieses Spielprinzip fortzuführen.
Darkwing Duck

In der gleichnamigen Trickfilmserie wird Darkwing Duck in ein 8-Bit-Format eingebettet und erzählt seine ganz eigene Geschichte. Der selbsternannte Superheld versucht, St. Erpelsburg von Verbrechern zu befreien. Hierzu stehen immer drei Level zur Auswahl, deren Reihenfolge ihr selbst bestimmen könnt.
In den jeweiligen Levels geht es darum, Feinde vom Bildschirm zu tilgen. Dies geschieht jedoch nicht durch einen Kopfsprung. Stattdessen habt ihr eine Feuerwaffe, mit der ihr aus sicherer Distanz auf die Feinde schießt. Erschwerend kommt hinzu, dass die Waffe nicht nach oben oder unten feuern kann. Dementsprechend muss Darkwing Duck ständig die Plattformen wechseln, dabei aber den gegnerischen Beschuss im Auge behalten. Um in verhängnisvollen Situationen standhaft zu bleiben, kann Darkwing Duck seinen Umhang als Schutzschild nutzen und so Schüsse abblocken. Ihr solltet dennoch zu jeder Zeit wachsam sein, denn manches Getier kommt unverhofft aus den Lüften und strebt danach, euch die Lebensherzen abzuziehen.
Der Jump-and-Run-Charakter bleibt während des gesamten Spiels erhalten und fordert euch heraus, einige Abgründe zu überwinden und Stacheln, die an ungünstigen Stellen platziert sind, zu umgehen. Dies setzt sich über mehrere Areale fort, bis ihr schließlich auf den Endgegner des jeweiligen Levels trefft. Hier wird es gelegentlich etwas kniffliger, was wiederum ein gutes Timing erfordert. Ist der Gegner bezwungen, geht es ins nächste Level, in dem weitere Schurken aus dem gleichnamigen Trickfilm auf Darkwing Duck warten.
Chip n‘ Dale

Neben DuckTales ist Chip ’n Dale Rescue Rangers wohl der bekannteste Titel in der The Disney Afternoon Collection. Bei uns sind die beiden Streifenhörnchen als Chip ’n Dale bekannt und sie bezeichnen sich selbst als Ritter des Rechts. Und so gibt es genügend Aufgaben, die in dem 8-Bit-Spiel auf die beiden warten. Die Hauptaufgabe besteht jedoch zunächst einmal darin, unbeschadet durch die Level zu streifen und allen Gefahren aus dem Weg zu gehen oder sie vom Bildschirm zu tilgen. Hierzu nutzen die beiden Streifenhörnchen kleine Kisten, unter denen sie sich beispielsweise verstecken können oder die sie auf Feinde werfen. Gelegentlich kommt auch Summi zum Einsatz, der für einen kurzen Zeitraum Jagd auf alle Kontrahenten macht, die den beiden Rittern des Rechts im Weg stehen.
Aufgrund ihrer Größe sind die Streifenhörnchen aber auch von der Umgebung einer Gefahr ausgesetzt. Eine normale Küche sorgt schnell für den ein oder anderen Abzug eines Herzens. Auch Stromleitungen oder Wasser können zu unschönen Begegnungen führen und das Ableben von Chip und Chap begünstigen. Somit heißt es in guter alter Jump-and-Run-Manier, immer in Bewegung zu bleiben, was auch beim Endboss gilt. Durch die sehr einfach gehaltene KI stellen diese aber zu keiner Zeit eine wirkliche Gefahr dar.
In beiden Teilen von „Chip ’n Dale” liegt zudem ein besonderer Fokus auf dem Multiplayer-Modus. In den Spielen können beide Helden parallel mitmischen und so richtig aufräumen. Dadurch wirkt das gesamte Spielprinzip zackiger und macht deutlich mehr Spaß. Leider sind bei der vermehrten Darstellung von Figuren auch einige Frameeinbrüche zu verzeichnen. Tummeln sich drei oder mehr Figuren gleichzeitig auf dem Bildschirm, wird es gelegentlich sehr ruckelig.
Wer lieber alleine spielt, darf entscheiden, ob er das Abenteuer mit Chip oder Chap bestreitet. Dies macht spielerisch jedoch keinen Unterschied. Letztlich bringt der Singleplayer-Modus nur in den Bonusspielen ein paar Nachteile mit sich, da es unmöglich ist, alle Items zu sammeln.
Tale Spin

Eines der acht Spiele hebt sich spielerisch sehr von den anderen Titeln ab. Es handelt sich um „Tale Spin”, das bei uns als „Kapt’n Balu” bekannt ist. In den neunziger Jahren schaffte es der einstige Akteur des Dschungelbuchs zu einer eigenständigen Trickfilmreihe, in der er als Pilot agiert. Daher ist es nicht überraschend, dass es sich bei dem Spiel eher um ein Shoot ‚em up handelt. In dem 2D-Sidescroller müsst ihr versuchen, das Level einigermaßen unbeschadet zu überstehen. Dabei könnt ihr die rechte oder linke Richtung einschlagen und euch von Gegnern befreien, indem ihr auf sie schießt. Wenn ihr einen Bereich verlasst und anschließend durch einen Richtungswechsel wieder zurückkehrt, spawnen die Gegner erneut und erschließen dadurch eine neue Gefahrenquelle.
Neben dem Ausweichen von Hindernissen in der Umgebung, die teilweise sehr ungünstig platziert sind, müssen nun also auch die Gegner im Auge behalten werden. Einige von ihnen sind auf Plattformen festgesetzt und feuern in alle Himmelsrichtungen. Andere agieren im Luftraum und versuchen, euch in derselben Höhe aufzulauern. Nur ein ständiger Höhenwechsel und gezielte Schüsse lassen euch bis zum Endgegner vordringen.
Wer den jeweiligen Endgegner bezwingt, darf sich freuen, denn zwischen den Missionen könnt ihr neue Teile für euren Flieger erwerben. Dadurch wird er mit weiteren Vorteilen ausgestattet. Je voller euer Geldbeutel ist, den ihr während der Mission füllt, desto tollere Teile könnt ihr eurem Flieger gönnen.
Goof Troop

Goofy, Max, Karlo und dessen Sohn KJ sind auf einem Angeltrip, als plötzlich Piraten in einem alten Segelschiff auftauchen und Karlo und KJ entführen. Goofy und Max folgen den Freibeutern zu einer nahegelegenen Insel, um ihre beiden Nachbarn und Freunde zu befreien. Wie sich bald herausstellt, liegt eine Verwechslung vor, denn Karlo sieht dem echten Piratenkapitän täuschend ähnlich. Als der echte Piratenkapitän, der zwischenzeitlich von einem Wal verschluckt wurde, wieder auftaucht, sollen Karlo und KJ über die Planke gehen. Schließlich haben sie die armen Seeräuber schamlos getäuscht und ausgenutzt. Doch freilich haben Goofy und Max da noch ein Wörtchen mitzureden.
Jeder Level setzt sich aus mehreren, miteinander verknüpften Screens zusammen. Besagte Screens warten entweder mit Gegnern oder Rätseln auf, die es zu überwinden gilt. Goofy und Max können nicht direkt kämpfen, und sind somit hauptsächlich auf Wurfobjekte wie Fässer oder Töpfe angewiesen, um die fiesen Piraten und das Ungeziefer der Insel zu erledigen. Die Rätsel hingegen setzten sich hauptsächlich aus simplen „Kick den Steinblock“ oder „Bring Werkzeug A zu Punkt B“-Angelegenheiten zusammen. Hier und da wird es auch mal ein klein wenig kreativer, wenn man z.B. einen scheinbar unerreichbaren Bodenschalter einfach mit einem geworfenen Fass abschmeißen muss usw.
Die Besonderheit im Spiel ist es, gleich beide Charaktere im Koop steuern zu dürfen. Als Single-Player-Titel kommt Goof Troop aber ebenfalls klar und hat seine guten Momente.
Bonkers

Auch Bonkers gibt sich in der Nintendo Switch Version die Ehre und bringt einen weiteren 16-Bit-Klassiker mit, der aber weniger bekannt ist, bzw. schnell in Vergessenheit geriet (wie leider auch die TV-Serie).
In diesem verrückten Jump ’n‘ Run wird mit Easter Eggs für Disney-Fans nun wirklich nicht gespart. In der Rolle des tierischen Cops Bonkers bewegt ihr euch durch sechs Level von Toontown mit dem Fokus auf der Suche nach ganz besonderen Gegenständen. Diese sind verschwunden, sollen es aber natürlich nicht bleiben. So geht es in ein lustiges Abenteuer, um den Zaubererhut, die Stimme der Meerjungfrau und die Magische Lampe wiederzubeschaffen. Was nach Anspielungen auf Disney-Klassikern klingt, ist bewusst so gewählt.
All jene, die überdrehte Cartoon-Kost mögen, die mögen auch Luchs Bonkers, wenngleich sein eigenes Abenteuer doch etwas kurzgeraten ist. Ein paar Level mehr wäre durchaus nett gewesen. In der The Disney Afternoon Collection ist der Titel aber sehr gut aufgehoben.
Technik und neue Features

Bei der The Disney Afternoon Collection handelt es sich um 1:1-Umsetzungen der 8- und 16-Bit-Titel, die durch ihr 4:3-Format einen schönen, dem jeweiligen Spiel angepassten Rahmen erhalten haben. Wem das zu „retro“ ist, kann die Titel auf ein Breitbildformat umstellen. Das wirkt jedoch recht gestreckt und ist daher nur bedingt zu empfehlen. Soundtechnisch bleibt alles beim Alten und die jeweiligen Musikstücke dudeln mit recht monophonen Sounds aus den Lautsprechern. Dennoch ist es schön anzuhören und verstärkt den Retro-Charakter.
Eine Veränderung bzw. Anpassung lässt leider die Steuerung vermissen. Es ist eine enorme Umstellung, Spiele aus dieser Zeit exakt zu steuern. Zwar gibt es nur sehr wenige Manöver, doch die ungenaue Umsetzung der Befehle kann dies zu einem wahren Kraftakt machen. Keine der sechs Spiele bietet eine butterweiche Steuerung, die heutzutage eigentlich unverzichtbar ist, um die Nerven zu schonen. Dafür bietet die The Disney Afternoon Collection von Capcom eine Rückspulfunktion, die kleine Fehler auf Wunsch sofort wieder rückgängig macht. Dadurch können unschöne oder ärgerliche Situationen in gekonnte Actionszenen verwandelt werden. Gerade Anfänger können so leichter in die Spiele hineinfinden, ohne an der Steuerung binnen Minuten zu verzweifeln. Zudem ist es nun möglich, den Spielstand jederzeit zu sichern und später an derselben Stelle das Abenteuer fortzusetzen.
Ein weiteres neues Feature ist die Möglichkeit, seinen Spielverlauf mit anderen Gamern zu teilen und dabei immer neue Rekorde aufzustellen. Denn die besten Spieler und Spielerinnen werden automatisch gelistet und stehen mit ihrem Spielverlauf einem breiten Publikum als gute Unterhaltung zur Verfügung. Natürlich ist dies auch ein Anreiz, die doch recht knapp gehaltenen Spiel mehr als nur einmal durchzuspielen.
Video zur Sammlung
Pro & Kontra
- Sammlung ist auf 8 Spiele herangewachsen
- Features wie Rückspulfunktion vorhanden.
- Preis unter 20 Euro
- Titel sehr kurzweilig
- Teilweise sehr schwer
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