Shadow: Heretic Kingdom REVIEW

Sofern man ein Action-RPG aus der Vogelperspektive sieht, das zudem noch mit einem düsteren Setting einhergeht, sind die Parallelen zu Diablo nicht fern. Ähnlich wirkt auch Shadow: Heretic Kingdom auf den Spieler, bis er ins wahre Szenario eintaucht. Im Gegensatz zu vielen Genrevertreter beginnt das Rollenspiel aber nicht mit der Auswahl der Klassen, sondern wirft euch in den Körper eines Schattenwesens, das die Fähigkeit hat, zwischen zwei Dimensionen zu wechseln. Doch noch bevor die Reise richtig losgeht, müsst ihr Abschied von eurem Charakter nehmen und setzt das Abenteuer als Dämon fort, der mit ähnlichem Talent gezeichnet ist.

Doch statt euch erst einmal mit der Geschichte um Shadow: Heretic Kingdom vertraut zu machen, werden euch inmitten des Kampfes die Grundlagen der Verteidigung näher gebracht. Nach einigen erfolgreichen Schlachten findet ihr euch an einem Ort wieder, an dem drei menschliche Charaktere eurem Auge dargeboten werden. Nun endlich dürft ihr eine Klasse wählen, die auf die Zauberin, einen Nah- wie auch einen Fernkämpfer setzt. Der Dämon selbst, den ihr die letzten Spielminuten verkörpern durftet, verleibt sich die Seele des von euch auserwählten Kämpfers ein und ist fortan in der Lage, zwischen der realen und der Schattenwelt zu wechseln.

Welten-Wanderer

Schnell werdet ihr merken, dass das Switchen zwischen den zwei Charakteren und den damit verbundenen Dimensionen alles andere als nebensächlich ist. Denn nicht selten steht ihr vor einer zerfallenen Treppe oder unvollendeten Brücke, die in der normalen Welt das Ende einläuten würde. Jedoch gestaltet sich das Weiterkommen anhand des Dämons kinderleicht, denn in seiner Welt werden unvollständige Bauwerke wie durch Geisterhand ersetzt. So bleiben manche Orte nur in einem Reich begehbar. Selbiges gilt daher auch für jene Dimension, die uns als normal erscheint und mit dem Erwählen Krieger bereist wird. Gerade Tore und Geheimgänge sind für den Schattendämon unpassierbar und müssen aus der anderen Perspektive begutachtet werden. Dadurch gewinnt das Spiel selbstverständlich an zusätzlichen Reiz, der sich insbesondere an den Entdecker in euch wendet.

Selbstverständlich bieten die Parallelwelten weit aus mehr, als Begrenzungen und geheime Gänge. Auch die Gegner unterscheiden sich und besiedeln beide Dimensionen. Das heißt, bereinigt ihr einen Ort, tauchen mit dem Wechsel auf die andere Spielfigur neue Feinde auf, die für jenes Reich charakteristisch sind. Sofern ihr also als Schattendämon unterwegs seid, sind auch die Schergen des Bösen von mysteriöser Gestalt, währenddessen die uns bekannten Orte eher mit Spinnen oder Wachen übersät sind. Gleichzeitig kann man dieses Faktum nutzen, um seine Spielfigur ordentlich aufzuleveln. Wie in fast jedem Action-RPG, gewinnt der Held an Erfahrung hinzu, wenn er gegnerische Einheiten bezwingt. Auch in Shadow: Heretic Kingdom stellt sich dies nicht anders dar. Mit jedem erhaltenen Erfahrungspunkt wächst eine Skala an, die mit der Vervollständigung euren Spielfiguren verbesserte Attribute schenkt. Gleichzeitig könnt ihr in einem Skillbaum, weitere Künste aktivieren oder gar verbessern. Somit stehen euch neben den normalen Angriffen, die ihr mit einem Mausklick tätigt, auch schwerere Attacken zur Wahl, die den Gegner mehr Schaden zufügen. Und auch wenn diese Möglichkeiten keine Neuerungen im Genre darstellen, zeichnet Shadow: Heretic Kingdom sich insbesondere durch den Schwierigkeitsgrad aus. Die Levelanstiege gehen langsam voran und fordern nicht selten, Gebiete mehrfach abzugrasen, um wiederkehrende Gegner abermals zu bezwingen und dadurch weitere Erfahrungspunkte einzuheimsen.

Dank der besiegten Gegnerhorden steigt auch die Chance, wertvolle Gegenstände am Boden zu finden. Mit dem gängigen Zahlungsmittel Silber könnt ihr euch zumeist die Taschen vollstopfen. Ab und an lassen die gegnerischen Schergen aber auch wertvolle Utensilien zurück, mit denen ihr eure Charaktere bestens ausstatten könnt. Rüstungen, Waffen und Tränke sind dabei nur ein kleiner Teil der Fundsachen. Nebenher lassen eure Feinde nicht selten Items zurück, die für diverse Rezepte von Belang sind. Damit könnt ihr Gegenstände erschaffen, die ansonsten eurem Inventar auf ewig fern bleiben würden. Des Weiteren treibt dies den Sammeltrieb an und die Lust, jeden Winkel der Spielwelt zu erkunden.

Dämonen im Schlepptau

Die Geschichte, die in mehrere Kapitel unterteilt ist, wird aber nicht von den gängigen genretypischen Möglichkeiten bestimmt, sondern bietet noch einen ganz eigenen Part. Statt mit einer Party an Kriegern durch die Lande zu streifen, wechselt ihr anfänglich zwischen der normalen und der Schattenwelt. Im Verlaufe des Abenteuers verleibt sich der Dämon aber weitere Krieger ein, auf die ihr via Mausklick ausweichen dürft. Selbstverständlich besitzt jede der Spielfiguren ganz eigene Talente und kann auch mit einer passenden Ausrüstung ausgestattet werden. Gleichzeitig gestaltet sich so der Kampf ein wenig angenehmer, da Verluste schnell kompensiert werden können. Nichtsdestotrotz müsst ihr stets drauf achten, dass nicht euer Schattendämon seinen Verletzungen erliegt, denn das bedeutet gleichzeitig das Ende des Spieles

Um selbstverständlich gut gerüstet in die Schlacht zu ziehen, ist eine gute Ausrüstung immer von Nöten. In den verschiedenen Stadtgebieten tummeln sich Händler, die allesamt ihre Waren anpreisen. Der Schattendämon selbst wird in der menschlichen Dimension aber nicht fündig werden, was gleichzeitig bedeutet, über ein Portal den zuständigen Verkäufer aufzusuchen. Diese benannten Portale sind aber von höherer Bedeutung, als anfänglich anzunehmen. Von dort aus könnt ihr eine Schnellreisefunktion aktivieren, oder euren Trupp neue Lebensenergie zufügen. Aufgrund des aber doch teils knackigen Schwierigkeitsgrads sollte das Speichern in regelmäßigen Abständen nicht verdrängt werden.

Technik

Inwieweit die Technik von Shadow: Heretic Kingdom zeitgemäß ist, obliegt dem Empfinden des Spielers. Die Areale sind nett ausgebaut und bietet gerade in den Oasen eine angenehme Detaildichte. Die Schattenwelten sind hingegen von Düsternis überzogen und hauptsächlich mit blauen Elementen bekräftigt. Die Charaktere und Gegner sehen ordentlich aus und erhalten durch leichte Bewegungen ihre Lebendigkeit. Optisch erinnert das Szenario ein wenig an Torchlight und weniger an Diablo, was aber auch keinesfalls ein Vorwurf ist. Allgemein läuft der Titel in der Darstellung flüssig und bietet daher einen exzellenten Spielablauf. Was wiederum sehr auffällt ist das enorme Splattern in Shadow: Heretic Kingdom. Bekämpft ihr beispielsweise kleinere Gegner, bleibt trotzdem eine riesige Blutspur zurück. Dasselbe gilt auch für euch, denn obwohl ihr kaum Schaden nehmt, ist der gesamte Boden mit Blut besudelt. Dies wirkt oft deplatziert und natürlich auch völlig übertrieben.

Als interessant stellt sich hingegen die akustische Soundkulisse dar. Auf mitreißende Klänge oder gar Orchester wird komplett verzichtet und eher das Motto ausgelebt – weniger ist mehr. Dafür versucht man den Fokus auf die Sprachausgabe zu lenken, die selbstverständlich komplett in deutscher Sprache daherkommt. Nicht selten bringt die Vertonung auch ein Schmunzeln hervor, da gelegentlich mit Akzenten gearbeitet wird. Trotzdem wirkt es an manchen Stellen recht übertrieben, sodass auch die englische Sprachausgabe nicht minder interessant ist.

Weniger Gewicht trägt die Steuerung, die zumeist durch das Klicken der Maus bestimmt wird. Mit den kurzen Befehlen übt ihr Angriffe aus und bewegt den Protagonisten über die Bildfläche. Mithilfe der Tastatur könnt ihr wiederum Gespräche beschleunigen oder den speziellen Angriff auslösen. Geht euer Interesse auf das Gepäck über, fungiert wieder die Maus als wichtigster Part. Wer Gegenstände kaufen oder verkaufen will, muss lediglich das Objekt der Begierde in das gegenüberliegende Inventar schieben.

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Spiel Bewertung
Singleplayer
79
79
Okay
-
Multiplayer

FAZIT

Somit wäre fast alles gesagt, was zu sagen ist. Schlussendlich wird auch Shadow: Heretic Kingdom als ewiger Diablo-Klon betitelt werden, was so einfach nicht stimmt. Gerade der Wechsel zwischen den Welten und die damit einhergehenden Möglichkeiten bieten einen eigenen Charakter, der in dem Sinne sein Debüt feiert. Sicherlich wäre an einigen Stellen der Feinschliff nicht unerheblich gewesen, doch wirklich große Baustellen kann ich an dem Action-RPG nicht verzeichnen. Shadow: Heretic Kingdom ist daher genau das richtige Spiel, um sich dem Winter zu verschließen und eine neue Welt voller Schätze, Gegner und geheimen Gängen zu erkunden.

- Von  Rena

MS Windows

Shadow: Heretic Kingdom REVIEW

USK 16 PEGI 16

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