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SBK22 (Xbox One) REVIEW

Der Publisher Milestone hat es wieder getan und uns eine Motorradsimulation spendiert, welche auch den Weg in unser Testlabor fand. Und so habe ich mir wieder einmal den Motorradhelm geschnappt und mich auf das virtuelle Bike geschwungen. Doch, Moment einmal, es handelt sich hier nicht etwa um die MotoGP Reihe, welche wir bereits in der Vergangenheit getestet haben. Auch ist dies offensichtlich kein neuer Ableger der MXGP Reihe. Stattdessen handelt es sich um die SBK bzw. Superbike Serie, welche mit „SBK Generations“ vor über 10 Jahren ihr vorläufiges Ende fand. Doch die Stars der Superbike Weltmeisterschaft sind nun mit offizieller Lizenz der WM wieder zurück.

Motor Check

Wenn wir jetzt jedoch einen ersten Blick riskieren, fällt eines sofort auf… Jeder, der sich nicht explizit mit dem Motorradsport beschäftigt, der wird rein visuell an dieser Stelle das Gefühl haben, den aktuellen Nachfolger von MotoGP 21 zu sehen – nur jetzt mit neuem Namen. Dabei sind die MotoGP und die WSBK (World Superbike WM) zwei unterschiedliche Rennserien. Der größte Unterschied ist dabei recht simpel erklärt. Die Superbikes sind extreme Supersportler, welche allerdings auf den Serienbikes aufbauen. In der MotoGP bauen die Hersteller ausschließlich Prototypen, welche kompromisslos nur für die Rennstrecke konzipiert wurden.

Was einem nämlich sofort ins Auge sticht, SBK22 baut auf dem nahezu gleichen Grundgerüst wie die MotoGP Reihe auf. Böse Zungen könnten jetzt behaupten, die Entwickler von Milestone hätten hier nur „Copy Paste“ betrieben und dank Superbike Lizenz neue Skins hinzugefügt. Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht. Wenngleich wirklich viel übernommen hat, so fühlen sich zumindest die Motorräder anders an. Kurvenlage, Bremsverhalten, alles fordert andere Erfahrungen ein und man muss sich erstmal zurechtfinden, was nicht ganz so einfach ist. Hat man nach einigen Runden seinen Rhythmus gefunden, macht SBK22 richtig Spaß! Das Fahrverhalten kann durchaus fordernd sein. Jedoch lassen sich auch genügend Fahrhilfen aktivieren, um die Einstiegshürde für Neulinge etwas niedriger zu halten.

Das Menü ist aufgeräumt und übersichtlich. Auch dieses erinnert an die MotoGP Ableger. Aber wie heißt es so schön? „Never change a running System“.

Umfang unzureichend?

Diese Philosophie hätte man am liebsten auch beim Umfang gewünscht. Versteht mich nicht falsch, mit einem einzelnen Rennwochenende, einer kompletten Weltmeisterschaft, dem Karriere Modus sowie Zeitfahren gibt es schon einiges zu bewältigen. Auch könnt ihr selbstverständlich online gegen Freunde und Spieler wie Spielerinnen aus aller Welt antreten. Ferner steht ein umfangreicher Editor für Fahrer und Motorrad zur Verfügung. Später wird ebenfalls herunterladbare Inhalte geben, die die Rennsimulation erweitern. Was genau und ob kostenlose oder kostenpflichtige Ergänzungen einfließen, bleibt abzuwarten.

Jedoch zurück zu meiner begonnenen Kritik. 12 Rennstrecken sind schon etwas rar gesät. Okay, als Lizenztitel kann man sich eben nur an der offiziellen Weltmeisterschaft orientieren. Aber genau hier hätte ich mir einen SBK Klassik Mode gewünscht, in welchem man vielleicht die letzten 10 Jahre nicht ganz außeracht lässt. Strecken wie zum Beispiel Valencia, Imola oder Silverstone wären in einem „Historic Mode“ noch ganz nett gewesen. Schade!

Lasst uns Karriere machen

Starten wir den Karrieremodus, müssen wir uns zunächst für einen Manager entscheiden, der uns künftig zu Teams vermitteln soll. Haben wir uns für einen Manager entschieden, flattern uns sogleich einige Angebote entgegen. Für welches Team wir uns entscheiden, hängt von einigen Faktoren ab. Ist uns ein Einjahresvertrag lieber, weil wir mehr pro Jahr verdienen, oder nehmen wir lieber einen Zweijahresvertrag und binden uns mittelfristig für etwas weniger Gehalt pro Jahr. Wie sieht die Erwartung von Team X oder Team Y aus? Haben wir uns entschieden, unterzeichnen wir mit unserer virtuellen Unterschrift den Vertrag und sehen anschließend die wirklich schön in Szene gesetzte Teampräsentation.

Die kleinen Details

Und nun kommt ein kleines, aber für mich wichtiges Detail! Es macht grundsätzlich das Spiel weder besser noch schlechter. Jedoch triggert mich als Motorsport Fan ein solches Detail sehr – Und zwar im Positiven. Denn vor jeder Saison finden zunächst nach der Präsentation die obligatorischen Wintertestfahrten statt. Und das vor leeren Tribünen und nicht vor ausverkauften Haus, mit dutzend schwingenden Fahnen mitten im Februar oder März. Okay, die Tribünen sind zwar leer, jedoch hört man die Fans lautstark. Das müsste man mit einem Patch zukünftig noch einmal nachbessern.

Gleichzeitig sind die Motorräder noch in ihrer „Pre-Season“ Lackierung unterwegs. Bedeutet, die Bikes sind ohne Sponsoren und ohne Lackierung in Carbonoptik oder mit einer Tarnlackierung versehen, um der Konkurrenz gegenüber einige Details möglichst lange geheim zu halten. Danke dafür, Milestone!

Ferner dürfte einem das Setup Menü in der Box relativ bekannt vorkommen. Hier haben wir wieder die Möglichkeit, ein eigenes individuelles Setup zu erstellen oder mithilfe unseres Ingenieurs eines erstellen zu lassen, indem wir ihm sagen, wie sich das Bike entsprechend verhält. Hatte ich bereits erwähnt „Never change a running System“? Wenn nicht, dann jetzt.

Technik

Grafisch unterscheidet sich SBK22 zumindest auf der LastGen (PlayStation 4 und Xbox One) nicht oder kaum von den MotoGP Ablegern. Technisch ist hier quasi ein Stillstand zu vermelden. Die Ladezeiten sind wieder aus der Hölle und Texturen, die Stück für Stück nachladen sind ebenfalls Bestandteil des Spiels. Sind sie dann alle geladen, sieht SKB22 eigentlich ganz okay aus. Sprich, kein Highlight, aber gut. Die Motorräder stechen in ihrer Detaildichte jedoch positiv heraus.

Soundtechnisch kann ich dem Spiel keinerlei Kritik zukommen lassen. Der Publisher hat in den letzten Jahren mit ähnlichen Titel genügend Erfahrung sammeln können, um zu wissen, was Rennsportfreunde gerne hören möchten. Problemlos können Fans im Spiel eine Yamaha von einer Kawasaki unterscheiden. Die Soundkulisse wird zudem mit deutschen Bildschirmtexten unterstützt.

Weitere optische wie soundtechnische Eindrücke könnt ihr unserem Video-Review entnehmen, das jedwede Highlights und Kritikpunkte noch einmal zusammenfasst.

Video-Review

Pro & Kontra

thumbs-up-icon

Pros
  • Schöner Motorsound
  • Umfangreicher Editor
  • Detaillierte Motorräder
  • Motivierende Karriere

thumbs-up-icon

Cons
  • Nur 12 Rennstrecken
  • Kein Klassik-Modus
  • Kein lokaler Multiplayer
  • Texturen laden nach

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Spiel Bewertung
Singleplayer
80
80
Okay
80
Multiplayer

FAZIT

Ich gebe zu, es steckt viel der MotoGP Reihe in der neu wiederbelebten SBK Serie. SBK22 erfindet das Rad nicht neu und statt ein neues Rennpferd aus dem Stall zu holen, schickt man lieber den altbekannten Gaul an den Start. Das ist jetzt grundsätzlich nicht verkehrt und das, was MotoGP gut gemacht hat, ist deswegen jetzt nicht automatisch schlecht. Nur hätte ich mir etwas mehr Mut gewünscht. Mut zu neuem, etwas Eigenständigem. Gesteht dem WSBK Fans zu, dass die Superbike Serie auch was Eigenes verdient hat. MXGP steht zum Beispiel komplett für sich. Und wie man Motorrad Games entwickelt, sollten die Herrschaften bei Milestone mittlerweile wissen. SBK22 ist eine solide und wirklich ordentliche Motorradsimulation, die sowohl einen fairen Einstieg als auch einen fordernden Schwierigkeitsgrad besitzt. Ohne große technische Highlights und mit viel Recycling erhalten wir ein Spiel, bei dem Fans auf jeden Fall zugreifen sollten.

- Von  Gerrit

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PlayStation 5

SBK22 (Xbox One) REVIEW

USK 0 PEGI 3

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