Pest Control PREVIEW

Heute haben wir mit Pest Control wieder einmal etwas Exotisches aus der Indie-Ecke für euch. Der polnische Indie-Entwickler EON46 verspricht einen spannenden Mix aus Kammerjäger-Simulation und Rundenstrategie. Der Titel befindet sich seit Anfang November 2020 bei Steam im Early Access und soll digitalen Spaß an der Schädlingsbekämpfung bieten. In unserem Preview-Test klären wir, ob sich der frühe Einblick in das Indie-Projekt lohnt oder es doch besser wäre, etwas zu warten.

Schädlingsbekämpfung, eine Familientradition

In Pest Control schlüpft man als Spieler in die Haut eines Nachwuchskammerjägers, der in die Fußstapfen seines Großvaters tritt oder besser gesagt treten muss. Der rüstige Kammerjäger ist nämlich seit seinem letzten Auftrag in einem Versuchslabor wie vom Erdboden verschluckt. Dem besagten Enkel, der das Tagewerk seines Großvaters schon immer bewundert hat, bleibt nichts anderes übrig, als den Laden zu übernehmen und dessen ehemals guten Ruf wieder herzustellen.

Pest Control wirkt also durchaus charmant und gleichzeitig klassisch, was die Geschichte des Nachwuchskammerjägers angeht. Neben dem täglichen Geschäft mit dem Ungeziefer gilt es herauszufinden, was mit dem Großvater geschehen ist. Da es sich bei der Early Access Version des Indietitels (derzeit 0.4.1) um eine sehr frühe Fassung handelt, bekommt man von der Story bis auf die Einleitung, die man während des Tutorials präsentiert bekommt, leider noch nicht viel zu sehen.

Nach einem doch recht umfangreichen Tutorial, bei dem man die Grundlagen über Steuerung, Kampf und Crafting erlernt, wird man direkt ins Spiel geworfen. Fortan darf man sich von Auftrag zu Auftrag hangeln, um sich als guter Kammerjäger in der Welt zu beweisen. Das eigentliche Spielgeschehen findet dabei rundenbasiert im klassischen XCOM-Stil statt. Man durchkämmt systematisch diverse Örtlichkeiten, beseitig Ungeziefer wie Ratten, Waschbären oder Wespen und säubert im gleichen Atemzug auch den Auftragsort. Nach jeder Mission winken Erfahrungspunkte und Geld, um in neue Ausrüstung zu investieren. Im Hauptquartier angekommen, darf man die hart verdienten Moneten nämlich gleich wieder ausgeben, um Bauteile zu kaufen, die für die Herstellung neuer Ausrüstung notwendig sind. Von neuen Waffen über selbst gebraute Insektensprays bis hin zu kreativen Fallen hat man hier eine große Auswahl an Gadgets.

Early Access oder doch nur spielbare Demo

Bis jetzt klangen die aufgezählten Punkte an Pest Control durchaus vielversprechend, nur leider kommen viele von ihnen noch nicht ausreichend zur Geltung. Das ist dem sehr frühen Entwicklungsstand des Indie-Projekts geschuldet. Blickt man über das Tutorial und die kreativen Crafting-Möglichkeiten hinaus, fällt nämlich auf, dass es Baustellen an allen Ecken und Enden gibt. Angefangen bei fehlenden Texturen bis hin zu immensen KI-Aussetzern haben die Entwickler offenbar keine Fettnäpfchen ausgelassen. Das geht sogar so weit, dass ganze Level nicht geladen werden, Feinde ihre Züge nicht ausführen und damit den Spielfluss komplett blockieren oder Missionsziele werden erst gar nicht angezeigt.

Diese Bugs reichen leider so weit, dass sich Aufträge nicht abschließen lassen oder man in einer Endlosschleife festhängt, weil der Gegner wieder einmal nicht reagiert. In diesen Fällen hilft nur ein Abbruch der Mission. Im Testzeitraum von mehreren Stunden traten die genannten Fehler unzählige Male auf und ließen sich teils sogar bewusst reproduzieren, was langfristig sehr an den Nerven nagt. Da stellt sich natürlich die Frage, wann ein Spiel überhaupt bereit ist, in den Early Access zu starten. Während Entwickler durch das Early Access-Programm wertvolles Feedback für weitere Entwicklung erhalten, bleibt der Ärger über unfertige Features oft bei den Spielern hängen.

Im aktuellen Zustand wirkt Pest Control wie einer dieser Titel, über die man auf itch.io stolpert, kurz reinspielt, aber dann doch besser auf das fertige Spiel wartet. So lässt sich auch dieses Projekt beschreiben. Einerseits ist das Konzept, eine Kammerjägersimulation mit rundenbasierten Elementen á la XCOM zu verbinden, überaus vielversprechend. Wäre da nicht der marode oder besser gesagt „unfertige“ Zustand, in dem sich Pest Control derzeit befindet. In den richtigen Händen und mit ausreichend Zeit und Herzblut kann sich der Titel durchaus zu einer Perle unter dem Indie-Himmel entwickeln. Aktuell gibt es leider noch zu viele Baustellen und durch die vielen Bugs ein zu hohes Frustpotenzial, um eine Empfehlung aussprechen zu können.

Technik

Abschließend folgen noch ein paar Worte zum technischen Zustand von Pest Control. Abgesehen von den unzähligen Bugs, lief der Titel während des Tests grundsätzlich ohne Abstürze. Zumal der Titel auf Einsteiger-Hardware durchweg flüssig über den Monitor lief. Neben der Auflösung, Kantenglättung sowie einer fixierten Framerate lassen sich derzeit aber keine Einstellungen zur Grafik tätigen. Immerhin gibt es neben der (originalen) polnischen Fassung schon eine englische Übersetzung. Die Bildschirmtexte sind nicht sehr komplex, aber wer der englischen Sprache nicht mächtig ist, sollte auf eine deutsche Lokalisierung warten.

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Spiel Bewertung
Singleplayer
-
Multiplayer

PREVIEW

Pest Control kommt mit einem interessanten Genre-Mix und einer Menge Potenzial daher. Aus spielerischer Sicht ist von dem Indietitel aktuell aber noch abzuraten. Das Gameplay ist durchzogen von unangenehmen Bugs und insgesamt wirkt das Projekt wie eine sehr frühe Demo. Levels, die nicht laden und teils starke KI-Aussetzer sind nur zwei Beispiele für den unfertigen Zustand, in dem sich das Projekt gerade befindet. Das Potenzial zu einem Indiehit ist durchaus vorhanden, jetzt fehlt noch die entsprechende Umsetzung. Bleibt zu hoffen, dass in den nächsten Wochen und Monaten fleißig an Bugfixes und vor allem am Umfang geschraubt wird.

- Von  Fabian

MS Windows

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