Little Battlers eXperience REVIEW

Mit der etwas kindlich angehauchten Anime-Action kennt sich Level 5 bereits bestens aus, was sie schon in diversen Inazuma Eleven Ablegern beweisen durften. Nun haben sie sich einem neuen japanischen Trickfilm verschrieben, der sich Little Battlers eXperience, kurz LBX nennt und in der Zukunft angesiedelt ist. Dort wird gerade das Jahr 2042 geschrieben und die Bevölkerung hat eine neue Leidenschaft für sich entdeckt. Denn fast jeder besitzt einen kleinen Kampfroboter, den sie hegen und pflegen, bis sie ihn in ein Duell gegen ein anderes Model schicken. Auch der kleine Van Yamano wünscht sich so einen LBX, was ihm aber lange Zeit verwehrt wird. Doch das Schicksal des Dreizehnjährigen ändert sich schlagartig, als er durch mysteriöse Umstände an einen handgroßen Kampfroboter gelangt.

 

Ab ins Duell

Das Modell, das Van nun in den Händen hält, ist im regulären Handel nicht zu finden, was die Geschichte langsam interessant macht. Doch statt die Dinge zu hinterfragen, möchte der kleine Junge lieber sofort mitmischen und bittet seine Freunde um ein Duell. So werden euch auch schon die ersten Grundlagen in einem Tutorial anvertraut. Viel falsch machen kann man in den Kämpfen ohnehin nicht und so jagt ihr in Echtzeit eure Konkurrenten, nachdem beide ihre LBX in einen sogenannten Kampfwürfel abgelegt haben. Jene Kampfwürfel suggerieren für die kleinen Roboter große, aber eingegrenzte Areale, in denen sie all ihre Tricks anwenden können.

Das Regelwerk jedes Kampfes gestaltet sich individuell und beträgt nicht immer ein 1 vs. 1 Match. Unter Umständen müsst ihr die Prozedur noch zwei weitere Male wiederholen oder kämpft gleich ganz ohne Regeln, sodass Gegner euch in ihrer Anzahl deutlich übertrumpfen. Dennoch ist das Spiel recht fair aufgebaut und mit ein wenig Deckung und ausreichender Bewegung jeder Kampf zu gewinnen. Dabei obliegt euch auch der Wechsel von Nah- zu Fernwaffen, um jede Situation bestmöglich auszunutzen. Ein kleiner Griff auf den Touchscreen und schon wird die Feuerwaffe weggesteckt und der Arm des LBX stattdessen mit einer Lanze ausgerüstet, die zumeist auch größeren Schaden anrichten kann. Um es euch aber dann doch nicht zu einfach zu machen, besitzt euer kleiner Kampfgefährte eine Energieleiste, die immer im Auge behalten werden sollte. Erreicht sie dann doch einmal unverhofft den Nullpunkt, weil ihr zu viele Kommandos nacheinander ausgeführt hat, benötigt sie ein paar Sekunden zur Regeneration. In dieser Zeit könnt ihr dem Gegner kaum Schaden zufügen und solltet dementsprechend auf einen gesunden Abstand gehen. Wer aber taktisch agiert, wird nicht ferner die Möglichkeit haben auf ausgerüstete Spezialattacken zurückzugreifen und so den Kampf, der zumeist nur wenigen Minuten geht, für sich zu entscheiden. Doch aufgepasst, auch eure immer schwerer werdenden Gegner haben einiges im Repertoire. Sollte der Feind direkt vor euch einen speziellen Angriff ausführen, obliegt euch noch die Chance, in wenigen Sekunden den LBX zu suggerieren, ob und wie er ausweichen soll. Dazu benötigt es aber lediglich das Drücken eines Buttons, der den dementsprechenden Befehl weitergibt und so vielleicht einen gegnerischen Treffer vollständig abwendet.

Und auch wenn die Kämpfe nicht unbedingt das sind, was sich viele RPG Spieler erhoffen, gibt es noch weitere Feinheiten, wie die Nutzung von Items zum Angriff oder gar der Reparatur. Wer dann den Kampf siegreich verlassen hat, bekommt zum Dank einige Erfahrungspunkte zugeschustert, die selbstverständlich auch für einen Levelaufstieg sorgen können. Ist dieser dann vollzogen, steigert sich euer Kampfroboter in vielen Attributen und auch die Lebensanzeige wird üppiger. Sofern ihr ein Match mit zwei weiteren Freunden bestreitet, werden die Punkte natürlich auch auf alle drei Party-Mitglieder verteilt. Gleichzeitig erhaltet mit immer neuen Stufen auch weitere Fähigkeiten, mit denen ihr die jeweiligen Kämpfe noch attraktiver ausstaffieren könnt.

Übrigens dürft ihr euren LBX nicht nur gegen diverse CPU gesteuerte Kontrahenten antreten lassen, sondern mit ihm sogar in einen lokalen Multiplayer wechseln. Hier können im bekannten Prinzip bis zu sechs Spieler mitmischen und all ihr Arsenal in den verschiedenen Kampfwürfeln austestet. Leider wurde trotz des Potenzials keine Online-Modus bedacht, was ich durchaus schade finde. Jedoch bleibt zumindest die StreetPass Funktion nicht unberührt und schenkt euch weitere Features.

 

Bastelspaß

Die Kämpfe, die nicht nur in den Kampfwürfeln ausgetragen werden, sondern gelegentlich sogar die reale Welt beschlagnahmen, können aber anderweitig für Faszination sorgen. Wie in einem richtigen Rollenspiel bewegt ihr euch durch mehrere Areale, wie Einkaufspassagen, Wohngebiete, Stadien, Bahnhöfen und vieles mehr, wo genügend Passanten auf ein Match mit euch warten. In diesen könnt ihr nicht nur eure Erfahrung anreichern, sondern auch nach einem Sieg ein paar wichtige Items einheimsen. Gerade Öl und Reparaturkits sind unerlässlich, um ein erfolgreiches Match zu führen. Nebenher gibt es noch verschiedenen Quests, die mit unterschiedlichsten Aufgaben aufwarten. Ob Botengänge, die Objektsuche oder gar ein paar Übungskämpfe, die Vielfalt ist bedacht und der Lohn entschuldigt auch die langweiligeren Aufträge.

Mit ein wenig Geld im Gepäck, ist es euch nun möglich, die Einkaufspassage vollends zu erkunden und euch vielleicht auch neue Rüstungsgegenstände zu holen. Denn gleich fünf Teile eures LBX können je nach Belieben ausgetauscht werden. Ihr dürft den kleinen Kampfroboter also mit ganzen Sets neu versehen oder wechselt einfach nur den Kopf, Rumpf, linken oder rechten Arm, sowie die Beinpartie aus. Dabei werden natürlich die Statuswerte und dessen Vorzüge übersichtlich ausgelistet, sodass ihr euch schnell einen Überblick verschaffen könnt, ob neue Teile überhaupt lohnen. Gelegentlich wird euch aber sogar vorgegeben, mit welchen Teilen ihr ein Match oder gar Turnier bestreiten müsst, was aber wiederum selten zu einem Nachteil führt.

Aber genau hier ist auch der Schwerpunkt von Little Battlers eXperience, denn die Teile summieren sich auf Tausende, von denen es noch mehr an Variationen gibt. Durch all die verschiedenen Möglichkeiten der Anbringung erschafft ihr wiederum ganz individuelle Kampfgefährten. Eine weitere Option euren LBX zu einer kleinen Kampfmaschine zu machen ist die Kerneinheit, die ihr ebenso um weitere Teile ergänzen könnt und dadurch neue Attribute erhaltet. Allgemein könnt ihr im Menü Stunden verbringen und alles nach belieben austesten. Die wirkliche Raffinesse des Titels werden aber nur Profis erfahren, die in der Zusammenstellung immer neuerer Modelle ihre komplette Zeit investieren – denn auch wenn man es anfänglich nicht glauben mag, ist das Spiel von Level 5 sehr tiefgründig.

 

Typisches Rollenspiel

Abseits der Kämpfe, die anteilig auch zufallsgeneriert sind, gibt es einiges zu entdecken. Die verschiedenen Schauplätze beeindrucken mit vielen Details und Gebäuden, von denen ihr sogar einige betreten dürft. Die Personen, die überall herumstehen, warten auch nur auf einen Gesprächspartner, dessen Not ihr sofort ausmerzen könnt. Dabei werden besonders wichtige Dialoge in einem Fenster hervorgehoben, die auch mit den zugehörigen Charakteren bestückt sind. Hier wird dem Spieler aber auch schnell klar, dass Little Battlers eXperience ein sehr dialoglastiges Spiel ist, das in manchen Abschnitten von der Menge her wirklich übertreibt. So wird man nach einer Weile überdrüssig, noch alles zu lesen, obwohl die Story an Spannung und Fahrt gewinnt. Einige der wichtigen Gespräche sind aber mit einer englischen Synchronisation bestückt, die einen tollen Eindruck vermitteln und von deutschen Bildschirmtexten begleitet werden.

Gelegentlich schwenkt das gesamte Geschehen sogar um und zeigt die fortlaufende Geschichte mit den originalen Szenen aus dem gleichnamigen Anime. Aber auch abgesehen von den tollen bewegten Bildern, macht Little Battlers eXperience einen schönen Eindruck, der sogleich an die Inazuma Eleven Spiele erinnert, die bislang auch immer eine hohe Qualität auswiesen. Insbesondere die vielfältigen Charaktere und Roboter geben dem Titel den nötigen Wiedererkennungswert, den man einfach nur lieben muss. Und immer dabei ist eine tolle und liebenswürdige musikalische Untermalung, die sich auch jeder Situation anpasst und sogar beklemmenden Ereignissen akustisch hervorhebt.

Und auch die Steuerung ist klasse umgesetzt und fordert nie zu viel ein. Dabei wird auf eine gute Mitte von Touchscreen und obligatorischer Button-Steuerung gesetzt. Sofern ihr euch dann nicht gerade im Menü herumtummelt, um euren LBX wieder einmal mit neuen Ausrüstungsgegenständen zu versehen oder die Questauflistung durchguckt, bekommt ihr auf dem unteren Bildschirm eine Kartenansicht präsentiert, die die Orientierung immens erleichtert.

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