Dying Light: The Following DLC REVIEW

Bereits vor einigen Monaten angekündigt, veröffentlichte Entwickler Techland mit The Following den ersten großen Inhalts-DLC für das postapokalyptische Abenteuer Dying Light (unser REVIEW). Der verspricht eine neue, große Spielwelt, eine spannende Story, jede Menge Spaß mit dem brandneuen fahrbaren Untersatz und tonnenweise Zombies. Besitzer des Season Passes bekommen die Erweiterung sogar kostenlos. Zeitgleich mit dem DLC erschien zudem das große „Enhanced“-Update, das etwa mit neuen Skills und verbesserter Balance aufwartet. Wir haben die neue Dying Light: The Following Enhanced Edition für euch getestet und zeigen, ob sich der neue DLC lohnt.

Das Umland von Harran wartet

Dying Light The Following Screenshot7

The Following spielt zeitlich parallel zu den Ereignissen des Hauptspiels und führt Hauptcharakter Kyle Crane raus aus der großen Stadt Harran, in deren dünn besiedeltes Umland. Nachdem ein schwer verletzter Überlebender auf seinem Sterbebett Gerüchte über eine Gruppe ausplaudert, die sich trotz eines Zombiebisses nicht infiziert, macht sich Crane auf die Suche nach dieser Gruppierung. Sollten diese Menschen tatsächlich ein Heilmittel für die Infektion gefunden haben, die alle Infizierten zu gefährlichen Zombies mutieren lässt, könnte die Krise in Harran endlich gelöst werden. Damit könnten die Bewohner endlich wieder in ein gewöhnliches Leben zurückkehren.

Im Umland von Harran angekommen stellt Kyle Crane schnell fest, dass so gut wie niemand mit ihm, einem Außenseiter, sprechen will. Vom Geheimnis der Bewohner ganz zu schweigen. Um mehr zu erfahren, muss er erst einer von Ihnen werden, ein sogenannter Gesichtsloser. Crane erledigt Aufgaben für Harrans Bürger und gewinnt so langsam ihr Vertrauen, bis er schlussendlich in den Kreis des Kultus aufgenommen wird, so lautet zumindest das Versprechen.

Eine interessante Geschichte wartet auf euch, die mindestens so spannend erzählt wird wie die Hauptgeschichte. Die gut 20 Stunden Spielzeit, die der DLC bietet, wurden überzeugend inszeniert und bieten eine Menge Spielspaß. Das Mysterium um den Kultus der Sonne, der von der sogenannten „Mutter“ angeführt wird, bringt neuen Wind in die recht einfältige Zombiegeschichte. Techlands neuer Kopf hinter der Storyline hat wirklich ganze Arbeit geleistet.

Wenn Far Cry auf Zombiejagd trifft

Dying Light The Following Screenshot5

Im The Following DLC gibt es so einiges zu entdecken und zahlreiche Neuerungen. Die größte Neuheit ist die neue Spielwelt, die sogar größer ausfällt als die Stadt Harran selbst. Hier warten neben der Hauptgeschichte unzählige Nebenaufgaben, Sammlerstücke, sowie neue Waffen, bis der Arzt kommt. In dem weitläufigen neuen Gebiet schwingt sogar ein leichter Hauch Far Cry mit. Man läuft, bis zu den Zähnen bewaffnet, durch die Ländereien, zerstückelt Horden an Zombies und befreit Außenposten aus den Händen gefährlicher Banditen.

Essenziell für eine schnelle Fortbewegung ist der neue Buggy, den Crane bereits nach wenigen Spielminuten findet. Damit lassen sich weite Distanzen problemlos und schnell zurücklegen. Die neuen Gebiete wurden ganz klar auf die Fortbewegung mit dem neuen fahrbaren Untersatz zugeschnitten. Dadurch rückt das Parkour-Feature etwas in den Hintergrund, wird jedoch nie ganz verdrängt. Die Weiden und kleinen Siedlungen, die sich rund um Harran sammeln, wirken weder zu weitläufig noch künstlich gestreckt. Man hat tatsächlich das Gefühl, als würde man sich am Rande der Wildnis bewegen.

Der aufrüstbare Buggy sorgt stetig für neue Motivation, denn überall lassen sich Baupläne und Ausrüstungsteile finden, die das Vehikel laufend verbessern. Robustere Räder, eine direktere Lenkung, stärkere Motoren und viele weitere Features warten darauf, entdeckt zu werden. Zudem nutzen sich jegliche Komponenten mit der Zeit, wodurch der Buggy laufend gewartet werden muss. Treibsoff kann aus verlassenen Fahrzeugen oder an Tankstellen entnommen und in den Tank des Buggys gefüllt werden.

Passend zum neuen Buggy wurde ein neuer Skillbaum eingeführt, der es Crane erlaubt, bessere Fahrzeugteile herzustellen, seinen fahrbaren Untersatz günstiger zu reparieren oder mehr aus den installierten Upgrades herauszuholen. Weiters bringt das kostenlose Enhanced-Upgrade einen separaten, legendären Skillbaum, in den jegliche gewonnene Erfahrung einfließt und eurem Charakter besonders auf höheren Stufen sehr mächtige Boni bietet. Insgesamt beherbergt der Legendary-Skilltree ganze 250 Level, die eine Menge Erfahrung erfordern. Unser Charakter war nach gut zehn Stunden Spielzeit bei normaler Schwierigkeit gerade einmal auf Legendary Level 4. Wer hier die Maximalstufe erreichen möchte, sollte sich besser die nächsten zwei Monate Urlaub nehmen.

Mehr Loot, mehr Easter Eggs, mehr Dying Light

Dying Light The Following Screenshot4

Neben dem besagten Buggy sind natürlich tonnenweise neue Items zu finden. So gut wie an jeder Ecke und in jedem Gebäude liegen Waffen oder Materialen aus denen sich neue Waffen herstellen lassen. Harran ist wahres Paradies für Sammler, hier kann man Stunden damit verbringen, neue Gegenstände zu finden und wer lange genug sucht, findet hin und wieder auch lustige Easter Eggs, angelehnt an populäre Videospielklassiker wie The Legend of Zelda oder Super Mario. Im Laufe der Story beschenken euch die Gesichtslosen sogar mit einer mächtigen Armbrust, die gewissermaßen das Äquivalent zum Bogen aus dem Bozak Horde DLC darstellt, jedoch wesentlich leichter zu bekommen ist.

Am eigentlichen Spielprinzip und dem Grundgameplay hat sich so gut wie nichts geändert. Ihr streift immer noch durch eine offene Spielwelt, sammelt Tonnen an Ausrüstungsgegenständen, schlachtet Horden an Zombies ab und erledigt zahlreiche Aufgaben für die Bewohner Harrans. Die Entwickler versuchen die Quests so abwechslungsreich wie möglich zu halten, auch wenn sie sich im Kern wohl kaum unterscheiden. Entweder müsst ihr eine gewisse Anzahl diverser Objekte einsammeln, alle Zombies zerstückeln, Überlebende retten oder irgendeinen Mechanismus in Gang setzten.

Das neue Gebiet lässt sich zwar auch mit einem neuen Charakter betreten, jedoch empfehlen wir das Hauptspiel zumindest bis Erkundungsrang 20 zu spielen, da die Zombies in The Following sonst viel zu stark für eure Spielfigur wären. Optimal wäre natürlich, in allen drei Hauptskillbäumen die Maximalstufe 24 erreicht zu haben, bevor ihr euch in das neue Abenteuer stürzt. Das erspart großen Frust und garantiert ein schnelles Vorankommen. Besonders wichtig ist, dass ihr den Wurfhaken besitzt, bevor ihr den DLC startet. Dieser erleichtert viele Parkoureinlagen erheblich.

Technik und Multiplayer

Dying Light The Following Screenshot3

Im Vergleich zu den zahlreichen inhaltlichen Updates hat sich technisch in den letzten Monaten recht wenig verändert. Das neue Zombieabenteuer sieht dem Hauptspiel zum Verwechseln ähnlich. Auch in Sachen Soundkulisse und Steuerung gibt es keine nennenswerten Neuerungen. Zumindest wurde reichlich Feintuning an der Balance betrieben, Schadenswerte und Gegner-KI wurden dementsprechend angepasst. Neu ist der neue Nightmare-Modus, der den Schwierigkeitsgrad extrem anhebt und sich wirklich nur für erfahrene Spieler eignet. Leider sehr enttäuschend sind die Performance-Probleme, unter denen die Xbox One-Version immer noch leidet. Offenbar können Flammenanimationen und starke Lichtreflexionen nicht flüssig dargestellt werden.

Ganz und gar nicht schön präsentiert sich die deutsche Sprachausgabe. Die wirkt flach und teilweise sehr aufgesetzt. Wir empfehlen, nach Möglichkeit auf die englische Sprachausgabe zu wechseln und wenn nötig Untertitel zu aktivieren. Erst dann lässt sich Dying Light: The Following in vollem Umfang genießen, denn die englische Synchronisation ist wirklich sehr gut gelungen.

Wie auch schon im Hauptabenteuer besteht auch in The Following die Möglichkeit, sich zusammen mit bis zu drei Freunden ins Gefecht gegen die Zombiehorden zu stürzen, denn zu viert macht das Abenteuer noch viel mehr Spaß. Ein fünfter Spieler kann zudem in die Rolle eines Zombies schlüpfen und die anderen jagen – mal was anderes, sehr löblich! Ist gerade keiner eurer Freunde online, könnt ihr euch einfach einem öffentlichen Spiel anschließen, ein Headset wäre dabei natürlich von Vorteil. Im kooperativen Multiplayer sammelt jeder Spieler seine eigene Ausrüstung, also keine Angst dass euch jemand wertvolles Equipment vor der Nase wegschnappt.

Noch immer auf dem Index und gewaltiger Sammelspaß

In Deutschland steht Dying Light nach wie vor auf dem Index, ist also definitiv nichts für jüngere Spieler. Der Titel strotzt nur so vor Gewalt und Splatter-Effekten. Abgetrennte Körperteile und eingeschlagene Köpfe, gepaart mit einer Menge Blut stehen hier auf der Tagesordnung. Banditen können zu Boden getreten und zerstückelt werden, zudem zerfetzen Explosionen ganze Körper. An der Gewaltdarstellung hat sich auch in The Following nichts verändert, Splatter-Fans bekommen hier reichlich Stoff. Wer den DLC oder die gesamte Dying Light: The Following Enhanced Edition erwerben möchte, muss wie auch schon beim Hauptspiel unweigerlich zu einer Import-Version aus dem EU-Raum oder den USA greifen.

In The Following lassen sich wieder jede Menge sammelbare Gegenstände finden. Von Notizen über Trophäen, bis hin zu kleinen Flaggen ist wieder alles mit dabei. Lediglich die Menge an Achievements/PlayStation Trophäen fällt etwas knapp aus. Insgesamt lassen sich im DLC 10 Erfolge sammeln, die euch 330 Gamerscore bescheren. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Achievements auf 68 und 1490 Gamerscore. Das bietet gerade Neulingen über Wochen hinweg jede Menge Sammelspaß.

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Spiel Bewertung
Singleplayer
82
82
Gut
82
Multiplayer

FAZIT

Dying Light: The Following ist in jeder Hinsicht eine gelungene Erweiterung. Die Spielwelt ist größer als die des Hauptspiels, der Buggy macht riesigen Spaß und auch die neue Geschichte wird spannend erzählt. Wer bisher Spaß an Dying Light hatte, sollte definitiv zum Season Pass oder der Dying Light: The Following Enhanced Edition greifen. Auch begeisterte Zombiefans und Veterane der Dead Island-Reihe können hier absolut nichts falsch machen. The Following hat uns großen Spaß gemacht und ist mit Abstand einer der besten DLCs der letzten Jahre. So und nicht anders sollte eine gute Erweiterung aussehen.

- Von  Fabian

Playstation 4
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