Diablo II: Resurrected REVIEW

Es ist schon 20 Jahre her, als ich Diablo II auf meinem Heimcomputer installierte. Seinerzeit war ich mir nicht bewusst, dass mich dieser Schritt viele Jahre meiner Lebenszeit kosten würde. Ich war Teenager und hatte mir gerade mühevoll einen 19Zoll Monitor zusammengespart. So sollten die Ausflüge in die Welt von Diablo bestmöglich starten.

20 Jahre zuvor

Diablo II war dieses eine Spiel, welches mich über Stunden nacheinander in seinen Bann zog. In meiner frisch gestarteten Freizeit begann ich eine Session, die teilweise erst um 2 Uhr nachts endete. Zudem war es wohl einer der wenigen Titel, den ich immer und immer wieder von vorne begann.

Mit der Erweiterung „Lord of Destruction“, die ich erst weit nach dem Release erwarb, steigerte sich der Hype in extreme Ausmaße. Hinzu kamen viele Mods, die einen Umfang schufen, der bis dato noch unbekannt war. Neue Rüstungssets, kleine Extrawelten und Überraschungseier waren nun Teil von Diablo II. Ferner wurde noch die Auflösung angepasst, die das Spielen nach Jahren wieder angenehmer gestaltete.

Doch irgendwann verblasste der Zauber und neue Grafikstandards nahmen meine Gunst ein. Diablo II konnte mich aufgrund der Optik nicht mehr überzeugen. Mit dem Wechsel auf einen neuen Rechner war das Todesurteil besiegelt. Nun wurden nur noch die Jahre und Monate bis zur Veröffentlichung von Diablo III gezählt. Die Fortsetzung löste in mir aber nicht mehr dieselbe Hysterie aus.

Im Hier und Jetzt

Ich möchte gestehen, dass die Ankündigung von Diablo II: Resurrected irgendwie bei mir unterging. Erst mit nahendem Release wurde mir bewusst, was da auf uns zukommt. Der alte Hype kam zwar nicht mehr hoch, doch die Begeisterung wuchs mit jedem veröffentlichten Video. Und plötzlich stand die Beta vor der Tür, der ich einfach nicht mehr entrinnen konnte. Mit dem Druiden fing ich nach ungefähr 15 Jahren wieder einen neuen Durchgang an. Okay, es standen nur die ersten beiden Akte zur Verfügung, aber auf drei mögliche Tage gesehen, war auch gar nicht mehr machbar.

Schon dort entstand der Eindruck einer Vertrautheit, denn gameplaytechnisch hat sich kaum etwas verändert. Mit jedem erkundeten Winkel kehrte die Erinnerung ein, die näher schien, als sie eigentlich war.

Natürlich vermisste ich meinen Totenbeschwörer schmerzlich, der mich im Original durch all die gefährlichen Stages geführt hatte. Doch nahte das Releasedatum der Vollversion. Obwohl ich nun endlich den Totenbeschwörer aus 7 Charakterklassen aussuchen konnte, hielt die Begeisterung nicht lange an. Stattdessen kehrte ich wieder wehmütig zum Druiden zurück, der nun bereit war, über Akt II die Welt zu befrieden.

Loot, Loot, Loot

Diablo II: Resurrected ist im Grunde kein Remake, sondern ein Remaster. Die Grundstruktur wurde vollständig beibehalten. Der Fokus der Verbesserung lag größtenteils auf der Optik und der Beseitigung einiger Bug. Das bedeutet aber zugleich, dass der Vorreiter des Sammeln an Loot nichts von seinem Charme verloren hat.

Wie schon in Diablo II spart das überarbeitete Action-RPG nicht an massenhaft Fundsachen in verschiedener Farbgebung. Insbesondere das Finden der goldenen Gegenstände und grünen Rüstungssets werden wieder Stunden über Stunden verschlingen. So erwische auch ich mich, wie ich immer wieder größere Bosse aufsuche, um eine gute Ausbeute zu machen. Zudem lädt der Boni bei grünen Rüstungssets ein, die Suche nach weiteren Teilen fortzusetzen, um ferner gewappnet gegen Diablo und Baal zu sein.

Um die Spannung ein wenig zu erhalten, gibt es einige Gegenstände, deren Besonderheiten nicht sofort ersichtlich sind. Bei diesen nicht identifizierten Objekten bedarf es der Anwendung einer Schriftrolle. Diese sind gelegentlich im normalen Fundus oder können beim Händler erworben werden.

Leider zeigt sich im Bereich des Loots auch ein bedeutender Schwachpunkt des Spiels. Noch immer ist das Inventar zu klein geraten. Ständig müsst ihr Gegenstände ablegen oder zurück zu einem Händler reisen, um ferner neue Fundsachen aufnehmen zu können. Insbesondere in leichteren Abschnitten, wo kaum Tränke notwendig sind, wird das Inventar schnell verstopft, sofern ihr weitere aufhebt. In diesem Bereich wäre eine Überarbeitung erfrischend gewesen und hätte den Spielfluss optimiert.

Der Horadimwürfel

Mit dem 2. Akt wird endlich der Horadimwürfel eingeführt. Dieser besitzt eine besondere Macht und kann Gegenstände erschaffen bzw. verbessern, wenn das richtige Rezept gefunden ist. Vorab sei gesagt, die Rezeptliste ist lang und kann viele Stunden an Experimenten einfordern.

Doch soll es dennoch nicht an Beispielen mangeln. So ergeben 3 Heil- bzw. Manatränke und ein lädierter Edelstein einen Regenerationstrank. Dieser füllt bei seiner Nutzung Lebensenergie sowie Mana gleichzeitig auf. Drei Edelsteine desselben Typs ergeben ein verbessertes Exemplar, welches wiederum in einer gesockelten Waffe höheren Schaden anrichtet oder in einer gesockelten Rüstung besseren Schutz bietet. Selbst Gegenstände lassen sich im Horadimwürfel reparieren, wenn eine Rune hinzugepackt wird.

Story und Quests

Diablo II: Resurrected bietet zwar eine Story, die ist aber im Spiel selbst kaum von Bedeutung. Das meiste wird in den Cutscenen zwischen den Akten erzählt. In den Hauptquests selbst werdet ihr nur zum nächsten Ziel geschickt, zu dem ihr euch durchkämpft. Fans der Reihe werden aber sowieso bestens betraut mit der Gesichte rund um Deckard Cain, Tyrael und Diablo sein.

Nicht alle aufgeführten Quests sind Pflicht, um in den nächsten Akt zu wechseln. Durch das Jagen und Sammeln werden die meisten Aufgaben von euch aber im Vorbeigehen erfüllt. Doch selbst, wenn ihr eine Aufgabe nicht sofort erfüllt, könnt ihr mittels Portale wieder in die Area zurückkehren und den Auftrag dem Ende zuführen.

Skilltree und Charakterlevel

Gelegentlich macht es sowieso erst später Sinn, an einem Ort zurückzukehren. Besonders schwere Gegner lassen sich erst mit einem höheren Charakterlevel oder verbesserten Fähigkeiten bezwingen. Das Level-Up-System bleibt simpel wie verständlich. Manuell werden die Fähigkeitspunkte auf Stärke, Ausdauer, Energie und Vitalität verteilt. Dadurch entscheidet ihr, ob euer Charakter eher im Angriff oder der Abwehr Vorteile erfahren soll.

Mit dem Skilltree wird es etwas expliziter. Hier entscheidet ihr euch, welche neuen Zauber oder Angriffe hinzukommen sollen. Steht der Wunsch mehr nach Elementarzaubern? Oder möchtet ihr lieber Helfer beschwören können, die nicht allesamt noch einen Herzschlag spüren können? Mithilfe des Skilltrees werden die jeweiligen Charakterklassen noch weiter individualisiert. Bei einer Fehlentscheidung dürfen vergebene Skills aber sogar dreimal zurückgesetzt werden.

Resurrected

Das Action-RPG wurde optisch komplett überarbeitet. Es zeigt zwar nicht unbedingt das, was möglich gewesen wäre, doch liegen Welten zwischen der damaligen Optik und der aktuellen Gestaltung. Alles ist viel detaillierter und bringt sattere Farben mit ein. Die Pfützen zeigen Reflexionen und die neuen Lichtreflexe heben das Beste aus Diablo II hervor. Das Auge fühlt sich viel wohler und es macht endlich wieder Spaß, auf die Jagd und Lootsuche zu gehen. Doch wer dem Retrocharme komplett erliegen möchte, kann die alte Grafik optional aufrufen. Es ist aber ganz gleich für welche Aussicht ihr euch entscheidet, das düstere Setting bleibt erhalten.

Die Performance kann ebenfalls überzeugen. Auf der Nintendo Switch hatte ich nur zwei kleine, aber nahezu unbedeutende Einbrüche. Auf der Xbox Series S lief Diablo II: Resurrected durchgehend flüssig. Was eigentlich Standard sein sollte, erwähne ich deshalb, da euer Protagonisten manchmal von Massen an Gegnern gleichzeitig angegriffen wird, die aus allen Himmelsrichtungen auf euch zusteuern.

Schon im Original war der Multiplayer nicht unbedeutend. Heutzutage ist die Integration eines solchen nahezu Pflicht. Was ich aber definitiv in Diablo II: Resurrected vermisse, ist der Couch-Koop, den man ein wenig mit einer LAN-Party von früher vergleichen könnte. Stattdessen geht es online mit bis zu 8 Spielern auf Loot und Monsterjagd. In den gemeinsamen Erkundungen heißt es aber – wer zuerst kommt, malt zuerst. Das heißt, die Beute krallt sich derjenige, der zuerst an der Stelle anfängt zu sammeln. Im Gesamten bleibt das Spielprinzip aber eigentlich gleich.

Technik

Dass ein Action-RPG auf Konsole funktionieren kann, hat nicht nur Diablo III bewiesen. Schon einige Rollenspiele aus der Vogelperspektive konnten zeigen, dass Maus und Tastatur nicht unbedingt vonnöten sind, um ein gutes Gameplay zu erleben. Die Schnellauswahl von Heiltränken oder Hiebe an all das Gesocks, was euch nach dem Leben trachtet, ist problemlos ausgeführt.

Unterstützend zum erfrischenden Setting gibt es eine tolle Geräuschkulisse. Die Sounds passen optimal zum Setting und die filmreifen Sequenzen zwischen den Akten werden mit sehr guter deutscher Lokalisation bereichert.

Pro & Kontra

thumbs-up-icon

Pros
  • Tolle optische Überarbeitung
  • Fühlt sich noch an wie das Original
  • Immer noch Suchtpotenzial dank all dem möglichen Loot
  • 7 Charakterklassen stehen zum Start bereit

thumbs-up-icon

Cons
  • Inventar noch immer zu klein
  • Couch-Koop lässt vermissen

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Spiel Bewertung
Singleplayer
92
91
Super
90
Multiplayer

FAZIT

Obwohl Diablo II: Resurrected gegenüber dem Werk aus 2000 kaum große Veränderungen erfahren hat, fühlt sich das Action-RPG noch immer verdammt gut an. Das Suchtpotenzial ist abermals aufgeflammt und die neue Optik macht den Titel nun wieder zugänglich. Zwar hat auch Resurrected kleinere Schwächen, wie beispielsweise das viel zu kleine Inventar, doch spielerisch kann man der überarbeiteten Auflage kaum etwas vorwerfen. Zumal hat schon damals das Prinzip gefruchtet, dass nach dem Durchspielen der Horror erst richtig losgeht und das Spiel mit einem erhöhten Schwierigkeitsgrad von neuem beginnt.

- Von  Rena

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Diablo II: Resurrected REVIEW

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